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Forum>Apple>Ist die EU wirklich so schwer zu verstehen?

Ist die EU wirklich so schwer zu verstehen?

Philantrop
Philantrop10.06.2622:17
Hallo zusammen,

ich hab mir nun einige Kommentare durchgelesen zur Keynote und hey - ich bin auch frustriert.
Die angekündigte Härtung der Software hingegen feier ich sehr.

Aber was ich absolut nicht verstehe, ist dieses EU-Bashing in den Kommentaren.
Das ist eine wirklich nicht nachvollziehbare Entscheidung Apples und die EU mit der Regelung tatsächlich alles richtig gemacht, wenn man sich das Verhalten Apples so anschaut.

Die Lösung ist sogar "extrem" einfach - eine offene MCP-API - bei der die Berechtigungen wie bei anderen Apps auch einfach geregelt werden können. Dann kann ich Perplexity oder Claude verwenden - ihnen den Zugriff auf Kalender, Adressen, Standort etc. gewähren oder eben nicht. Und MCP-APIs gibt es wie Sand am Meer. Ebenso wäre es eine einfach Möglichkeit Siri per se mit jedem beliebigen anderen KI-Sprachassistenten zu ersetzen "Hey Claude" - mit den absolut gleichen Sicherheitseinstellung wie sie aktuell auf dem Mac oder dem iPhone existieren.

Es ist absolut unverständlich - warum Apple da so vehement dagegen stemmt - wenn Sie eigentlich selbst die KI Infrastruktur anderer nutzen. Wem es wichtig ist das alles lokal läuft - ebenso easy. Warum soll ich mein Modell nicht auswählen können? Es gibt sogar ein spezielles LLM-Datenformat was auf M-Prozessoren optimiert ist MLX - ggü. dem universellen GGUF.

Es ist einfach nur ein nicht wollen. Wirtschaftlich kann ich mir nicht erklären was das bringen soll - außer das es vielleicht Verträge mit Google gibt die erfüllt werden müssen. Siri hat noch NIE irgendjemand zu einem Kauf von Apple-Produkten bewegt - auch die jetzt gezeigten Features hauen doch wirklich niemanden vom Hocker, erst recht nicht jemanden der sich mit MCP und KI beschäftigt.
Das ist frustrierend. Nicht die ziemlich gute EU-Regelung.

Phil
+42

Kommentare

RichMcTcNs10.06.2623:32
Die EU hat nach langem Hin und Her endlich ein Gesetz gemacht, dass aus heutiger Sicht nicht absehbare Schwächen hat und dadurch die Datensicherheit gefährdet. Und natürlich wollen sie davon nun nicht abrücken.
Es gibt nachvollziehbar eine zusätzliche Gefährdung des Datensvhutzes, wenn jeder Hinz und Kunz auf alle Daten zugreifen darf. Und die interessierten Dienste der Staaten und der EU sehen nun die Chance, Apples wohlorganisiertes System des Datenschutzes zu knacken.
Ich möchte, dass meine Daten auf meinem Apple-Gerät nur von appleeigener Software gelesen und in meinem Sinn analysiert werden können. Ich brauche keine anderen Dienste dazu.
Lasst euch nicht vor den falschen Karren spannen!
-4
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck10.06.2623:39
Schweres Thema.

Apple müsste Dritthersteller-Apps Zugriff auf z.B. den Bildschirminhalt oder Chats geben – und nach meiner Kenntnis gibt es hier aktuell keine Entitlements/Schnittstellen auf iOS. Um eine mit Siri AI vergleichbare Lösung als Dritthersteller bauen zu können (so wie es die EU ja meines Erachtens nach fordert), bräuchte diese "Vollzugriff" auf ALLE Inhalte auf dem Gerät, um Siri-Features bieten zu können.

Zwei grundsätzliche Möglichkeiten, warum sich Apple weigert:

1) Protektionismus. Apple will, dass Kunden nur Siri AI nutzen auf dem iPhone
2) Apple hat tatsächlich Interesse an Datenschutz – und kann natürlich nicht kontrollieren, was mit den geteilten Daten passiert

Wenn es 1) ist, gibt es keine wirklich mit EU-Recht vereinbare Lösung. Wenn es 2) ist, fällt mir keine technische Möglichkeit ein, zu kontrollieren, was mit den Nutzerdaten nach Installation einer solchen Drittherstellerlösung passiert.
+16
sudoRinger
sudoRinger11.06.2600:35
Für lokale Daten wie Kontakte, Kalender oder die Fotomediathek existiert bereits ein Berechtigungssystem. Gezielte Freigaben ließen sich problemlos auf externe KI-Assistenten übertragen, wie es bei anderen Apps auch ist.

Komplexer wird es bei Zugriffen wie der Auswertung von laufenden Bildschirminhalten oder dem semantischen Index. Hier darf es natürlich nicht passieren, dass Drittanbieter Kontextdaten an ihre eigenen Server senden. Die Grenze muss dort gezogen werden, wo auch Apple sie für sich selbst zieht. Per se ist es nicht schlimmer, wenn die gleichen Daten auf den Servern von Anthropic landen wie auf den Servern von Apple.

Eine Lösung wäre eine Schnittstelle, die reglementiert, was das Gerät verlassen darf. Ein lokal auf dem Gerät laufendes Modell könnte weitreichenden Zugriff auf den Systemkontext erhalten, da die Daten lokal bleiben. Sobald eine Drittanbieter-KI jedoch Informationen an einen Server auslagern möchte, müsste das Betriebssystem dies limitieren und den Nutzer um Erlaubnis fragen. Auf diese Weise müsste der Datenschutz des Systems nicht aufgeben werden.

Ich finde übrigens, dass diesmal hier gar nicht so eine Anti-EU-Stimmung herrscht wie noch vor ein/zwei Jahren (ich erinnere mal an 'iPhone-Mirroring').
+10
Metti
Metti11.06.2605:59
Auch ich denke, das die Haltung der EU korrekt ist. Apple selbst hat die Umsetzung ja nicht abgelehnt sondern wollte sie nur verzögern. Jetzt geht es doch schon schneller. Komisch.

Wie ich Apple einschätze, wäre es anders herum vermutlich von Apple noch weiter verzögert worden. „Ist schwieriger als gedacht, wir sind aber dran. Die EU muss uns noch etwas Zeit geben…“.

Die Regeln sind Apple bekannt und Apple hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie alles tun um den Markt für sich geschlossen zu halten.
Hier begrüße ich das Verhalten der EU sehr.
+5
caMpi
caMpi11.06.2606:35
RichMcTcNs
Es gibt nachvollziehbar eine zusätzliche Gefährdung des Datensvhutzes, wenn jeder Hinz und Kunz auf alle Daten zugreifen darf.
Am Ende liegt es beim User, was er nutzt, wem er welchen Zugriff einräumt und wem nicht.
Siehe 3rd Party App Stores. Haben die sich durchgesetzt?
„Keep IT simple, keep IT safe.“
+3
Performant8411.06.2607:26
RichMcTcNs
Ich möchte, dass meine Daten auf meinem Apple-Gerät nur von appleeigener Software gelesen und in meinem Sinn analysiert werden können. Ich brauche keine anderen Dienste dazu.
Dann gibst du deine Daten nur für Apple-Software frei und installierst keine Drittherstellersoftware - Problem gelöst.

Deine Entscheidung und Wahl, nur Apple-Software zu verwenden bedingt nicht, dass alle Alternativen verunmöglicht (bzw. technisch beschnitten) werden.

Und wo wir dabei sind: Es gibt kein Naturgesetz, dass besagt, dass Apple‘s KI besser oder vertrauenswürdiger als alle anderen ist.
+8
dam_j
dam_j11.06.2607:30
Meine extrem einfache Lösung war Gestern einfach eine schweizer AppleID einzurichten und damit NUR im AppStore anzumelden. Dann gibts endlich iPhone Mirroring und ziemlich wahrscheinlich auch das neue Siri.

„Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !“
-5
Performant8411.06.2607:37
Mendel Kucharzeck
Apple müsste Dritthersteller-Apps Zugriff auf z.B. den Bildschirminhalt oder Chats geben – und nach meiner Kenntnis gibt es hier aktuell keine Entitlements/Schnittstellen auf iOS.
Hätten sie entwickeln müssen. Sie wussten ja schon seit Jahren, dass dieses Gesetz in Kraft ist, und hätten seit ihrer Vapourware-Demo vor zwei Jahren auch Zeit gehabt.

Abgesehen davon gibt’s doch heute schon die Möglichkeit, dass Apps Screenshots unterbinden (WhatsApp bspw.).
Mendel Kucharzeck
Wenn es 2) ist, fällt mir keine technische Möglichkeit ein, zu kontrollieren, was mit den Nutzerdaten nach Installation einer solchen Drittherstellerlösung passiert.
Die braucht Apple ja auch nicht. Das ist eine Sache zwischen dem Drittanbieter (der sich an Gesetze halten muss) und dem Benutzer.

Es gibt keine gesetzliche Grundannahme, dass Apple oder Google irgendwie vertrauenswürdiger als alle anderen Drittanbieter seien.
1) Protektionismus. Apple will, dass Kunden nur Siri AI nutzen auf dem iPhone
…weil wir nicht überrascht sein werden, wenn Apple bald zusätzliche Features hinter einem Abo verstecken wird. Mindestens wollen sie jedoch, dass man sich dran gewöhnt und seine Daten nicht einfach auf Konkurrenzhardware mitnehmen kann.
dam_j
Meine extrem einfache Lösung war Gestern einfach eine schweizer AppleID einzurichten und damit NUR im AppStore anzumelden. Dann gibts endlich iPhone Mirroring und ziemlich wahrscheinlich auch das neue Siri.
Apple hat extra ein Framework entwickelt, dass deinen Standort anhand mehrerer Daten (GPS, IP, Funknetzwerk) etc. bestimmen und auf dieser Basis Funktionen freischalten oder sperren kann.
+3
dam_j
dam_j11.06.2607:57
Performant84
dam_j
Meine extrem einfache Lösung war Gestern einfach eine schweizer AppleID einzurichten und damit NUR im AppStore anzumelden. Dann gibts endlich iPhone Mirroring und ziemlich wahrscheinlich auch das neue Siri.
Apple hat extra ein Framework entwickelt, dass deinen Standort anhand mehrerer Daten (GPS, IP, Funknetzwerk) etc. bestimmen und auf dieser Basis Funktionen freischalten oder sperren kann.

Da braucht man nix extra entwickeln... Jede Website weiß ja anhand mehrere Faktoren das in ich DE bin.
Aber warum diskutieren wenn es bei mir und anscheinend bei vielen anderen EU-Usern schon lange funktioniert
„Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !“
0
System 6.0.1
System 6.0.111.06.2608:46
Performant84
Die braucht Apple ja auch nicht. Das ist eine Sache zwischen dem Drittanbieter (der sich an Gesetze halten muss) und dem Benutzer.

Ich stelle mir gerade ein Szenario vor, wo eine größere Gruppe von Usern ein KI-Modell aktivieren, das ihnen weitreichende Zugriffe auf Promidaten, inkl. Schweinkram-Bilder und so weiter verspricht, tatsächlich aber die Geräte für Angriffe nutzt, oder was den Leuten so einfällt, wenn sie freien Zugriff auf ein Smartphone haben.

Natürlich sind diese User selber Schuld an dem angerichteten Schaden. Wir sind eine freie EU mit Gesetzen, die uns diese Freiheiten garantieren. Auch die Freiheit uns selbst zu schaden.

Aber wird BILD dann Überschriften wie KI-DUMPFBACKEN BEKLAUT! schreiben?

Nein, natürlich nicht. Sie wird schreiben: APPLE-KI BEKLAUT UNS!

Natürlich ist daran alles falsch. Aber mal im Ernst, wen kümmerts? Apples zurecht aufgebauter Ruf ein sicheres System zu bieten ist dann hin. Nicht weil sie Mist gemacht haben, sondern weil sie sich an Vorgaben halten mussten.

Mir ist klar, das ist ein krasses Szenario. In etwa so krass, wie ein Buch über Trumps Amtszeiten als POTUS, wenn es 1985 in allen Buchhandlungen auftauchen würde.

Eine dedizierte KI sicher in ein OS einzubinden ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einfacher, als einen „Layer“ zu programmieren, der geschlossen genug ist um Unfug zu verhindern, aber offen genug um beeindruckende Hilfestellungenzu leisten. Oder?
„„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998“
+2
fosse0j11.06.2608:59
Ich habe den Eindruck, dass in dieser Diskussion oft so getan wird, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten: Entweder die EU versteht Technik nicht oder Apple handelt ausschließlich im Interesse der Nutzer. So einfach ist die Sache aber nicht.

Die EU verbietet Apple Intelligence nicht. Sie verfolgt mit dem DMA das Ziel, dass ein Gatekeeper wie Apple seine Marktstellung nicht nutzt, um eigene Dienste dauerhaft zu bevorzugen. Das kann man für richtig oder falsch halten, aber die Grundidee ist weder neu noch schwer zu verstehen.

Gleichzeitig hat Apple durchaus einen Punkt: Ein KI-Assistent mit tiefem Zugriff auf Nachrichten, Fotos, Kalender und Systemfunktionen ist etwas anderes als eine normale App. Hier stellen sich tatsächlich Fragen nach Sicherheit, Datenschutz und Verantwortung.

Deshalb sehe ich den Konflikt weniger als Kampf zwischen „guter Innovation“ und „böser Regulierung“, sondern als Abwägung zwischen zwei legitimen Interessen: Wettbewerb auf der einen Seite und Sicherheit bzw. Datenschutz auf der anderen.

Was mich eher stört, sind Aussagen nach dem Motto: „Wer ein iPhone kauft, hat sich für Apple entschieden.“ Nach derselben Logik könnte man auch sagen, dass Windows-Nutzer nur Microsoft-Programme verwenden sollten oder Autofahrer nur die Werkstatt ihres Herstellers nutzen dürfen. Genau solche Lock-in-Effekte sollen Wettbewerbsregeln verhindern.

Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob die EU zu verstehen ist, sondern ob sie bei KI-Systemen die richtige Balance zwischen Offenheit und Sicherheit gefunden hat. Darüber kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein.
+21
UWS11.06.2609:02
Da bin ich doch einigermaßen erstaunt, wie im Ausgangsposting einfach mal so irgendwelche Behauptungen aufgestellt werden, ohne die tatsächlichen Hintergründe zu kennen – die kennt nämlich derzeit keiner. Es gibt nur ein Statement von Apple – mit einigen technischen Erläuterungen. Und ein Statement der EU – ohne weitergehende technische Erläuterungen. Auf dieser Grundlage kann man sich im Prinzip keine belastbare Meinung bilden, es sei denn man hat vorher schon eine oder man „fühlt“ wer richtig liegt

Ganz generell gibt es in der EU mittlerweile eine Tendenz immer mehr Regelungen zu schaffen. ohne vorher eine wirklich umfassende Folgeabschätzung zu machen. Das wird auch innerhalb der EU-Institutionen selbst kritisiert.

Folgeabschätzung heißt: Ich überlege nicht nur was ich gerne hätte, sondern auch was danach konkret passiert, welcher Aufwand damit verbunden ist, ob das gewünschte Ergebnis überhaupt eintritt und falls ja zu welchem Preis.

Ein Paradebeispiel dafür ist die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) – VO (EU) 2025/40. Ein wirklich gut gemeintes Regelwerk zur Vermeidung von Verpackungsmüll. Herausgekommen ist ein bürokratisches Monstrum. Was das z.B. für Händler, die in der EU Ware verschicken bedeutet, kann sich jeder gerne ergooglen.

Der größte Wahnsinn daran: Es gibt zwar eine EU-Rahmenvorgabe, aber jedes einzelne EU-Land macht seine eigenen Ausführungsbestimmungen, hat dafür eigene Register und eigene Abläufe. So entstehen für den Einzelnen Regelwerke, die kaum mehr überschaubar sind. D.h. konkret – 27 mal Unterschiede bei beispielsweise: Freigrenzen und deren Größe, Strafen bei Verstößen, Pflicht zur Bestellung eines Verpackungsbevollmächtigten vor Ort im Zielland, Sonderabgaben, Kennzeichnungspflichten etc.

Mittlerweile gibt es selbst innerhalb der EU Überlegungen das entweder erstmal auszusetzen oder zumindest abzumildern...
„There is no cloud…it’s just someone else’s computer.“
+4
fosse0j11.06.2609:09
Mir scheint darüber hinaus, dass hier oft zwei Fragen vermischt werden.

Die erste Frage lautet: Soll Apple seine Plattform für konkurrierende Assistenten öffnen? Das ist eine Wettbewerbsfrage.

Die zweite Frage lautet: Wie kann ein externer Assistent dieselben Fähigkeiten wie Siri AI erhalten, ohne gleichzeitig uneingeschränkten Zugriff auf persönliche Daten zu bekommen? Das ist eine Datenschutz- und Sicherheitsfrage.

Dass Apple an einer möglichst geschlossenen Plattform interessiert ist, überrascht mich nicht. Genauso wenig überrascht mich, dass die EU verhindern möchte, dass sich auf der KI-Ebene ein neues Monopol bildet.

Was mir in der Diskussion bislang fehlt, ist die technische Antwort auf die eigentliche Frage: Wie müsste ein Berechtigungsmodell aussehen, das leistungsfähige KI-Assistenten ermöglicht und gleichzeitig Datenschutz und Datensparsamkeit wahrt?

Solange diese Frage offen ist, halte ich weder „die EU ist schuld“ noch „Apple ist schuld“ für eine besonders überzeugende Erklärung.
+4
sudoRinger
sudoRinger11.06.2609:10
UWS
Auf dieser Grundlage kann man sich im Prinzip keine belastbare Meinung bilden, es sei denn man hat vorher schon eine oder man „fühlt“ wer richtig liegt
und dann ...
UWS
Ganz generell gibt es in der EU mittlerweile eine Tendenz immer mehr Regelungen zu schaffen. ohne vorher eine wirklich umfassende Folgeabschätzung zu machen.

Beim App Store hat Apple in der Vergangenheit so fadenscheinig gegen die EU-Regulierung argumentiert, dass mich Apple deutlich mehr überzeugen muss, dass ihre Argumente seriös sind, als die EU. Hier hat die EU bei mir eindeutig einen Vertrauensvorschuss.
+3
UWS11.06.2609:19
sudoRinger
und dann ...
äh der Beleg dafür ist doch verlinkt? Das ist eine EU-eigene Studie zu diesem Thema.
„There is no cloud…it’s just someone else’s computer.“
-1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck11.06.2609:51
Performant84
Mendel Kucharzeck
Apple müsste Dritthersteller-Apps Zugriff auf z.B. den Bildschirminhalt oder Chats geben – und nach meiner Kenntnis gibt es hier aktuell keine Entitlements/Schnittstellen auf iOS.
Hätten sie entwickeln müssen. Sie wussten ja schon seit Jahren, dass dieses Gesetz in Kraft ist, und hätten seit ihrer Vapourware-Demo vor zwei Jahren auch Zeit gehabt.

Abgesehen davon gibt’s doch heute schon die Möglichkeit, dass Apps Screenshots unterbinden (WhatsApp bspw.).
Screenshots blocken auf App-Ebene und Screenshots ohne die Vordergrund-App zu sein, sind zwei unterschiedliche Dinge.

Die Umsetzung von einer Screenshot-Funktion ist trivial, aber…(weiter unten)
Performant84
Mendel Kucharzeck
Wenn es 2) ist, fällt mir keine technische Möglichkeit ein, zu kontrollieren, was mit den Nutzerdaten nach Installation einer solchen Drittherstellerlösung passiert.
Die braucht Apple ja auch nicht. Das ist eine Sache zwischen dem Drittanbieter (der sich an Gesetze halten muss) und dem Benutzer.

Es gibt keine gesetzliche Grundannahme, dass Apple oder Google irgendwie vertrauenswürdiger als alle anderen Drittanbieter seien.

…kennt Apple eben andere Firmen und deren Datenhunger. Rein formell gesehen ist Apple nicht glaubwürdiger, ja. Blickt man jedoch in die Vergangenheit, würde ich eher Apple meine Daten anvertrauen statt z.B. Meta (siehe Cambridge-Analytica-Skandal).

Ist eine solche Funktionalität im System vorhanden und erhalten Dritthersteller darauf Zugriff, ist dies in der Praxis ein gigantisches Problem – denn wir alle wissen: Jemand wird es ausnutzen, und zwar richtig.
+14
Performant8411.06.2612:45
System 6.0.1
Ich stelle mir gerade ein Szenario vor, wo eine größere Gruppe von Usern ein KI-Modell aktivieren, das ihnen weitreichende Zugriffe auf Promidaten, inkl. Schweinkram-Bilder und so weiter verspricht, tatsächlich aber die Geräte für Angriffe nutzt, oder was den Leuten so einfällt, wenn sie freien Zugriff auf ein Smartphone haben.
Dazu braucht man wahrscheinlich nix aktivieren - wird ja von Apple schon werkmässig mitgeliefert, dieses KI-Modell. Und im übrigens gibt’s auch andere Platfformen (Windows), die das ermöglichen.
Mendel Kucharzeck
Ist eine solche Funktionalität im System vorhanden und erhalten Dritthersteller darauf Zugriff, ist dies in der Praxis ein gigantisches Problem – denn wir alle wissen: Jemand wird es ausnutzen, und zwar richtig.
Das Dritthersteller kannst du meines Erachtens streichen. Die Funktion soll kommt ja ins System - und Apple bzw. deren KI-Funktionen bekommen Zugriff auf die Daten. Da besteht prinzipiell das gleiche Missbrauchspotential.

Ist ja nicht so, als hätte Apple sich mit erfolgreicher, sicherer KI-Entwicklung bisher mit Ruhm bekleckert.
Und auch nicht so, als hätte es noch keine Übernahmen von iCloud-Konten gegeben.

Aus Wettbewerbssicht ist Apple nicht anders zu behandeln als andere vergleichbare Firmen (unter der Prämisse, dass sie einerseits einen Core Platform Service betreiben - aber auch andererseits, dass sie mit KI/Voicr Assistant mit anderen komkurrieren).

Und weder aus informationstechnischer und Datenschutzsicht noch aus Wettbewerbssicht ist Apples “Vertraut uns und lasst uns einfach mal ohne Leitplanken (ihren Trusted System Agent) 18 Monate lang machen” überzeugend.
UWS
Da bin ich doch einigermaßen erstaunt, wie im Ausgangsposting einfach mal so irgendwelche Behauptungen aufgestellt werden, ohne die tatsächlichen Hintergründe zu kennen – die kennt nämlich derzeit keiner. Es gibt nur ein Statement von Apple – mit einigen technischen Erläuterungen. Und ein Statement der EU – ohne weitergehende technische Erläuterungen. Auf dieser Grundlage kann man sich im Prinzip keine belastbare Meinung bilden,
Man kann sich eine Meinung bilden, da sich dir Statements von Apple und der EU ja decken bzw. nicht widersprechen

Apple sagt ganz offen selbst, dass sie
  • adäquate Sicherheitsmassnahmen - einen sogenannten Trusted System Agent - entworfen haben, um Drittherstellern den (gesetzlich vorgeschriebenen) Zugang zur Verfügung zu stellen
  • dass sie diesen über 18 Monate graduell einführen möchten (…wenn es sich denn nicht “leider”” noch verzögert)
  • aber währenddessen trotzdem schon Siri AI mit “Vollzugriff” veröffentlichen wollen

“Apple designed a solution called Trusted System Agent — an intermediary that would allow virtual assistants to safely access the same features and capabilities as Siri AI for devices in the EU. Apple also shared a plan to launch Siri AI in the EU while gradually rolling out this new solution over an 18-month period.”

👉 Kurz Apple wollte eine 18-monatige Ausnahme von der Regulierung - von der sie seit Jahren wussten, dass sie gilt. Aber trotzdem ihr eigenes Produkt schon in den Markt drücken. Das ist offensichtlich verordnungswidrig und wettbewerbswidrig (im Sinne der Verordnung).

PS: …und ein Schelm, wer den jetzigen Zeitpunkt und die 18 Monate mal zu Upgrade- und Updatezyklen von Apples Nutzern in Relation setzt. Ein Zeitrahmen, in dem man komfortabel mit dem jetzigen, dem nächsten OS-Update und neuen Hardwarereleases Fakten schaffen kann.
+8
UWS11.06.2614:21
Performant84
Man kann sich eine Meinung bilden, da sich dir Statements von Apple und der EU ja decken bzw. nicht widersprechen
Natürlich kann man sich immer eine Meinung bilden und die selbstverständlich auch zum Besten geben – die Frage ist dann, wie fundiert das am Ende ist. Um den Vorgang beurteilen zu können, müsste man genauer wissen, was genau zwischen Apple und den zuständigen EU-Stellen abgelaufen ist. Da sind mir zwei dürre Presse-Statements als Beurteilungsgrundlage einfach zu wenig. Hier geht es ja um ganz konkrete technische Umsetzungsfragen – derzeit ist es ja nur Blame-Game von beiden Seiten.
„There is no cloud…it’s just someone else’s computer.“
+2
dam_j
dam_j11.06.2614:44
„Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !“
-16
sioh11.06.2614:52
@dam_j
Come on: Schreib wenigstens einen Satz dazu worum es geht und verlang nicht von den Leuten erst draufklicken zu müssen nur um dann noch zu erraten was du uns sagen willst. Das ist armselig.
+20
Urkman11.06.2615:18
Sorry, aber ich verstehe nicht, wie man die EU für so einen Müll und so eine Regelung feiern kann.

So ein Tor ist und bleibt eine Sicherheitslücke und es wird relativ schnell aktiv ausgenutzt werden.
Und das hier alle mit solchen "Einstellungen" umgehen können uns verstehen was sie da machen ist klar.
Aber es wird Apps geben, die was versprechen und der unwissende User dann auf dem nächsten Screen zustimmen und schon kann die China AI machen was sie will.

Ich habe mich bewusst für den Apple Wallet Garden entschieden und jeder der was anderes möchte, da gibt es Systeme, die genau das bieten. Obwohl auch Google ja schon Probleme mit der EU hat...

Genau das sind übrigens die feuchten Träume der EU in alles ein Backdoor einzubauen.
Der EU geht es weder um den User, Sicherheit oder Wettbewerb und viele fallen darauf rein.

So nun alle auf den Daumen runter und auf mich einschlagen
+1
sudoRinger
sudoRinger11.06.2615:26
Urkman
Der EU geht es weder um den User, Sicherheit oder Wettbewerb und viele fallen darauf rein.
Dann verrate mir doch: Worum geht es der EU wirklich? Oder den Strippenziehern hinter der EU?
-1
fosse0j11.06.2615:46
@Urkman und sudoRinger

Ich finde, Du sprichst einen berechtigten Punkt an: Ein KI-Assistent mit tiefem Systemzugriff ist sicherheitskritischer als eine normale App, und viele Nutzer klicken Berechtigungsdialoge weg, ohne die Folgen zu verstehen.

Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist der Schluss, der EU gehe es weder um Nutzer noch um Wettbewerb. Gerade die Verhinderung von Lock-in-Effekten und die Begrenzung der Marktmacht von Gatekeepern sind doch der ausdrückliche Zweck des DMA.

Die eigentliche Frage ist für mich deshalb eine andere: Wie schafft man Wettbewerb, ohne gleichzeitig neue Sicherheitsrisiken zu erzeugen?

Denn zwischen „Apple behält alles exklusiv“ und „jede KI-App bekommt Vollzugriff“ gibt es ja noch eine ganze Menge möglicher technischer Lösungen. Genau darüber würde ich gerne mehr diskutieren als über die Motive der EU oder Apples.
+5
fosse0j11.06.2615:49
@MendelKucharzeck

Du argumentierst im Grunde, dass schon die Existenz einer solchen Schnittstelle ein Problem ist, weil irgendjemand sie irgendwann missbrauchen wird. Das ist nicht unplausibel.

Aber nach derselben Logik dürfte Apple die Funktion eigentlich selbst nicht haben. Denn auch Apple erhält damit Zugriff auf hochsensible Kontextdaten, Bildschirminhalte, Nachrichten und persönliche Informationen. Das Risiko verschwindet ja nicht dadurch, dass der Zugriff ausschließlich bei Apple liegt.

Für mich lautet die eigentliche Frage deshalb nicht „Apple oder Drittanbieter?“, sondern: Welche technischen und rechtlichen Schutzmechanismen braucht man, damit solche Funktionen überhaupt verantwortbar sind?

Und da bin ich bei der EU durchaus: Ich sehe keinen Grundsatz, nach dem Apple automatisch vertrauenswürdiger sein soll als jeder andere Anbieter. Apple hat sich dieses Vertrauen über Jahre erarbeitet, aber das ist etwas anderes als ein exklusives Recht auf bestimmte Systemfunktionen.

Die spannende Frage ist für mich daher eher, ob man ein Berechtigungsmodell entwickeln kann, das leistungsfähige KI-Assistenten ermöglicht, ohne beliebigen Vollzugriff zu gewähren. Genau diese Diskussion würde ich gerne führen
+5
Urkman11.06.2616:15
sudoRinger
Urkman
Der EU geht es weder um den User, Sicherheit oder Wettbewerb und viele fallen darauf rein.
Dann verrate mir doch: Worum geht es der EU wirklich? Oder den Strippenziehern hinter der EU?

Das habe ich immer Satz direkt darüber geschrieben.
-3
sudoRinger
sudoRinger11.06.2616:18
Urkman
sudoRinger
Urkman
Der EU geht es weder um den User, Sicherheit oder Wettbewerb und viele fallen darauf rein.
Dann verrate mir doch: Worum geht es der EU wirklich? Oder den Strippenziehern hinter der EU?

Das habe ich immer Satz direkt darüber geschrieben.
Warum dann so umständlich? Die EU könnte einfach wie die USA einen Cloud Act beschließen, dem Apple übrigens unterworfen ist.
0
Urkman11.06.2616:20
fosse0j
@Urkman und sudoRinger

Ich finde, Du sprichst einen berechtigten Punkt an: Ein KI-Assistent mit tiefem Systemzugriff ist sicherheitskritischer als eine normale App, und viele Nutzer klicken Berechtigungsdialoge weg, ohne die Folgen zu verstehen.

Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist der Schluss, der EU gehe es weder um Nutzer noch um Wettbewerb.

Genau so sehe das und für mich ist das vergleichbar mit dem Vorgehen des Bundeskartellamts bei der Vergabe der Rechte an der Bundesliga, Champions League usw. Da sollte auch für mehr Wettbewerb gesorgt werden.
Und was bedeutete das am Ende für die Zuschauer?
+3
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck11.06.2616:28
fosse0j
Die spannende Frage ist für mich daher eher, ob man ein Berechtigungsmodell entwickeln kann, das leistungsfähige KI-Assistenten ermöglicht, ohne beliebigen Vollzugriff zu gewähren. Genau diese Diskussion würde ich gerne führen

Wenn du die auf Keynote gezeigten KI-Features von Siri AI nutzen möchtest, braucht das Modell vollständigen Zugriff auf Fotos, Chats, aktuellen und vergangene Aufenthaltsorte.....in letzter Konsequenz auf deine gesamten Daten.

Ich wüsste nicht, wie ein derartiges Berechtigungsmodell aussehen könnte – und auch nicht, wie Apple das in Zukunft ermöglichen will. Die einzige, aber aktuell unrealisierbare Idee wäre, dass Modelle, die derart weitreichenden Zugriff auf lokale Daten benötigen, NUR lokal funktionieren dürfen...nur kaum Geräte bieten derartig viel lokale Leistung UND es wäre nicht möglich, dass die Modelle im Internet nachgucken könnten, wie z.B. der Ausgang eines Fußballspieles ist.
+6
Urkman11.06.2616:39
Mendel Kucharzeck
Die einzige, aber aktuell unrealisierbare Idee wäre, dass Modelle, die derart weitreichenden Zugriff auf lokale Daten benötigen, NUR lokal funktionieren dürfen...

Und wer will sowas wirklich 100%ig kontrollieren?
+1
UWS11.06.2616:49
Mendel Kucharzeck
Wenn du die auf Keynote gezeigten KI-Features von Siri AI nutzen möchtest, braucht das Modell vollständigen Zugriff auf Fotos, Chats, aktuellen und vergangene Aufenthaltsorte.....in letzter Konsequenz auf deine gesamten Daten.
...aber das ist ja genau das, was im Pressestatement der EU gesagt wurde: "Apple war nicht in der Lage eine technische Interoperabilitätslösung zu präsentieren, die gleichzeitig den EU-Anforderungen für Datenschutz und -sicherheit gerecht wird."

Möglicherweise liegt das ja nicht an der hier von einigen angenommenen Bockigkeit Apples, sondern an dem was du beschreibst. Das geht eben so einfach nicht...
„There is no cloud…it’s just someone else’s computer.“
+2
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck11.06.2617:01
Urkman
Und wer will sowas wirklich 100%ig kontrollieren?

Da gibt es tatsächlich technische Möglichkeiten das zu machen. Du kannst unterbinden, dass ein bestimmter Prozess kein Netzwerk nutzen darf und auch nur mit einer bestimmten Gruppe anderer Prozesse "reden" darf. Auf diese Art und Weise kannst du den Abfluss von Informationen unterbinden.

Grob: Siri startet Prozess "Meta AI" ohne Netzwerk-Privilegien "Meta AI" darf auf Chats usw. zugreifen "Meta AI" erzeugt mit lokalem LLM eine Antwort Siri zeigt diese an

Geht aber leider nicht, da große LLMs sehr, SEHR viel Arbeitsspeicher und Rechenleistung benötigen.
+1
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck11.06.2617:05
UWS
Möglicherweise liegt das ja nicht an der hier von einigen angenommenen Bockigkeit Apples, sondern an dem was du beschreibst. Das geht eben so einfach nicht...

Das ist denkbar. Sobald die Informationen das Gerät verlassen, ist Apple wie auch der Kunde nur auf die Versprechen von Drittherstellern angewiesen. Ein effektiver Schutz, den Apple uns bieten könnte, ist einfach technisch nicht machbar. Sobald der KI-Anbieter-Prozess über die lokalen Infos verfügt und über Netzwerk "reden" darf, ist der gesicherte Datenschutz erstmal dahin.
+3
dam_j
dam_j11.06.2617:28
Etwas Produktives zum Thema posten = -7 Daumen
Eine Lösung zeigen wie das diskutierte Problem umgangen wird = -4 Daumen

Im Thread nix beitragen aber andere als “armselig” bezeichnen = +9 Daumen

Ne wat ne Stimmung Heute wieder im Internetz, da mache ich für Heute lieber Feierabend…
„Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !“
-10
caMpi
caMpi11.06.2618:57
Urkman
Aber es wird Apps geben, die was versprechen und der unwissende User dann auf dem nächsten Screen zustimmen und schon kann die China AI machen was sie will.
Heißt aber nicht, dass sich der User durch den Hersteller dahingehend bevormunden lassen muss.
Die alternativen App Stores sind ein gutes Beispiel: Vor der Aktivierung 1-2 Warnungen eingebaut und gut. Wenn man dann trotzdem in die Sch**** greift: Selbst Schuld.
Urkman
Ich habe mich bewusst für den Apple Wallet Garden entschieden und jeder der was anderes möchte, da gibt es Systeme, die genau das bieten. Obwohl auch Google ja schon Probleme mit der EU hat...
Das ist eben die andere Ansicht. Bei der Marktmacht klingeln allerdings gleich die Monopolisten-Glöckchen und da ist Regulierung manchmal gar nicht so verkehrt, bevor man eben ungewollt, statt gewollt im goldenen Käfig sitzt.
„Keep IT simple, keep IT safe.“
0
matt.ludwig11.06.2619:47
dam_j
...

Deine Selbstwahrnehmung: + 10 Daumen scnr. Schönen Internet-Feierabend.
0
Performant8411.06.2619:55
Urkman
Obwohl auch Google ja schon Probleme mit der EU hat...
Wie du schon sagst: Google macht es wohl auch nicht anders.
Und die anderen Systeme, von denen du sprichst, wären ja ähnlich ausnutzbar. Apple hier von der Leine zu lassen löst also das vermeintliche Grundproblem nicht.
Urkman
Ich habe mich bewusst für den Apple Wallet Garden entschieden und jeder der was anderes möchte, da gibt es Systeme, die genau das bieten.
Du installierst einfach keine alternativen AI-Assistenten: Problem gelöste, dein Wunsch und Anliegen umgesetzt. Du bleibst im ummauerten Garten.

Heisst aber nicht, dass deswegen auch alle anderen Apple-Nutzer bevormundet werden müssen.

Denn Vollzugriff ohne Benutzereinwilligung wird’s so oder so nicht geben.
+1
fosse0j11.06.2621:12
Mendel Kucharzeck
Wenn du die auf Keynote gezeigten KI-Features von Siri AI nutzen möchtest, braucht das Modell vollständigen Zugriff auf Fotos, Chats, aktuellen und vergangene Aufenthaltsorte.....in letzter Konsequenz auf deine gesamten Daten.

Ich wüsste nicht, wie ein derartiges Berechtigungsmodell aussehen könnte – und auch nicht, wie Apple das in Zukunft ermöglichen will. Die einzige, aber aktuell unrealisierbare Idee wäre, dass Modelle, die derart weitreichenden Zugriff auf lokale Daten benötigen, NUR lokal funktionieren dürfen...nur kaum Geräte bieten derartig viel lokale Leistung UND es wäre nicht möglich, dass die Modelle im Internet nachgucken könnten, wie z.B. der Ausgang eines Fußballspieles ist.

Das ist für mich bislang tatsächlich das stärkste Argument in der Diskussion.

Ich bin aber nicht sicher, ob daraus automatisch folgt, dass nur Apple solche Funktionen anbieten darf.

Wir haben heute bereits sehr granulare Berechtigungsmodelle: ausgewählte Fotos statt kompletter Mediathek, einzelne Kontakte statt gesamtes Adressbuch, Freigaben pro App usw.

Warum sollte ein zukünftiges KI-Berechtigungsmodell nicht ähnlich funktionieren?

Wenn ich einen Assistenten bitte, für mich eine Reise zu planen, könnte ich ihm beispielsweise Zugriff auf Kalender, Mails und Buchungs-Apps geben, aber nicht automatisch auf meine gesamte Fotobibliothek oder sämtliche Chats.

Die eigentliche technische Herausforderung scheint mir daher nicht zu sein, ob man ein Berechtigungsmodell bauen kann, sondern wie fein granular dieses sein muss, damit leistungsfähige KI-Funktionen möglich bleiben.

Andernfalls wäre das Gegenargument ja konsequenterweise auch gegen Siri AI selbst gerichtet. Denn wenn ein derartiger Vollzugriff grundsätzlich zu gefährlich ist, dann wird er nicht automatisch dadurch unproblematisch, dass ausschließlich Apple ihn erhält.
+2
Philantrop
Philantrop11.06.2622:53
Ich verstehe die Datenschutzbedenken absolut und bin absolut pro Datenschutz.
Ich bin ebenfalls eine Freund genau solche Dinge streng zu regulieren, wie wir es in der EU tun, wenn es keinen Opt-Out gibt - wenn Daten weiterverkauft werden können - etc.
Menschen haben oft nicht den Überblick und die Folgen ihrer Handlungen bei so abstrakten Themen.

Man sieht ja an Niantic (Pokemon GO) was mit Daten passiert - alle über die Kamera gejagten Pokemons sind ja in einer realen Umgebung die nun über eine 3D-Wolke ein vollständiges 3D-Modell der Welt bietet, eben auch aus dem Hinterhof der Berta-Apple-Straße 7 wo ein Glumanda gewartet hat. Jetzt verkauft Niantic die Daten an das US Militär. Genau die Daten aus deiner Schule - Hinterhof - Park - was auch immer. Und gerade kam die News um die App Loupe - wo ein Progamm aus dem Appstore einfach mal Systeminterna ausließt.

Das Daten erhoben und verkauft werden durften und dürfen ist nicht korrekt und ging schon immer mit dem iPhone. Da hat Apple uns leider nicht beschützt. Ich hab auch gerade mal nachgeschaut - im App Store gibt es keine Datenschutzkategorie, "Kamera" oder "Bildschirmaufnahme" und Loupe durchläuft auch die AppStor Prüfung mit ner weißen Weste.

So langsam schwindet mein Vertrauen darin, Apple gehe es um Datenschutz, sondern genau um das was die EU Kritisiert: Das ausnutzen marktbeherrschender Stellungen.
+5
sudoRinger
sudoRinger11.06.2623:36
Philantrop
So langsam schwindet mein Vertrauen darin, Apple gehe es um Datenschutz, sondern genau um das was die EU Kritisiert: Das ausnutzen marktbeherrschender Stellungen.
Wer sich Sorgen um seinen Datenschutz macht, sollte nicht die EU kritisieren, dass Apple die iPhones für weitere KI-Anbieter öffnen soll, sondern konsequenterweise auf die KI-Funktionen verzichten inkl. der KI von Apple.

Ihr kennt doch die Berichte über Windows Recall, was in kurzen Abständen Screenshot anfertigt. Wer aktiviert so etwas freiwillig?

Ich nutze KI und halte das auch für sehr nützlich, aber die Apple-KI werde ich voraussichtlich weiterhin abgeschaltet lassen - außer es lässt sich granular einschalten, was diese darf und was nicht.

Und wenn ich schon die KI aktivieren möchte, dann kann es doch durchaus sein, dass ich eher einem Anbieter wie Mistral aus Frankreich vertraue als einem US-Unternehmen? Warum sollte die EU nicht darauf bestehen, dass es diese Wahlmöglichkeit gibt?
-2
Performant8412.06.2600:44
Philantrop
Ich hab auch gerade mal nachgeschaut - im App Store gibt es keine Datenschutzkategorie, "Kamera" oder "Bildschirmaufnahme" und Loupe durchläuft auch die AppStor Prüfung mit ner weißen Weste.
…geschweige denn, dass man einer App den Internetzugriff entziehen könnte.
So langsam schwindet mein Vertrauen darin, Apple gehe es um Datenschutz
Bei mir hat’s unlängst auf dem iPad die neuen Versionen von ehemals Pages, Numbers und Keynote (nun Creator Studio) aktualisiert, und ich soll beispielsweise beim Öffnen von Pages dem hier zustimmen:

“Apple sammelt Analysedaten über deine Verwendung von Pages, einschließlich Zusammenfassungsinformationen über die Anzahl und Art der von dir erstellten Dokumente, Details über Hardware- und Betriebssystemspezifikationen, Leistungsstatistiken, Daten darüber, wie du deine Geräte und Apps verwendest, Aktionen, die dich zum Abonnieren veranlasst haben, z. B. das Folgen eines externen Links oder das Beenden der App über einen Link zu einem anderen Apple-Produkt, die Funktionen und Inhalte in Pages, die du ansiehst oder mit denen du interagierst, deine Interaktionen mit Mitteilungen, deine Spracheinstellungen und andere Diagnose- und Verhaltensdaten

👉 Was sie wohl alles für Pages-“Inhalte” sammeln, die ich mir ansehe bzw. mit denen ich interagiere?
+5
waldemarmac12.06.2607:48
Guten Morgen,
ein klein wenig off topic.
Bin hier meisten als stiller Beobachter unterwegs und diesmal stelle ich fest, daß die Diskussion sehr am Thema bleibt. Danke allen dafür.
Und Danke für interessante Einsichten. 👍👍

P.S.: Und jetzt bitte wieder zum Thema zurück
+2
hal5312.06.2610:37
Finde ich auch! Sehr hochwertige Diskussion mit Top-Beiträgen!
+1
Urkman12.06.2612:16
Mendel Kucharzeck
Grob: Siri startet Prozess "Meta AI" ohne Netzwerk-Privilegien "Meta AI" darf auf Chats usw. zugreifen "Meta AI" erzeugt mit lokalem LLM eine Antwort Siri zeigt diese an

Das wird aber die EU auch nicht zulassen. Wenn Apple das web Nutzzen darf, müssen es die andern auch dürfen.
+3
Urkman12.06.2612:17
Mendel Kucharzeck
Sobald der KI-Anbieter-Prozess über die lokalen Infos verfügt und über Netzwerk "reden" darf, ist der gesicherte Datenschutz erstmal dahin.

So sieht es aus. Aber wie du hier lesen kannst, ist das für doch sehr viele vollkommen OK. Seltsam 🤷‍♂️
+1
Urkman12.06.2612:22
Mal eine Frage an alle hier, die Apple kritisieren und meinen die EU macht alles richtig:
Warum nutzt ihr dann überhaupt Apple? Da würde doch Android viel mehr Sinn machen.
Da dürft ihr alles und die Anbieter auch, das ich doch genau das was ihr wollt.
-8
sudoRinger
sudoRinger12.06.2612:27
Urkman
Mendel Kucharzeck
Sobald der KI-Anbieter-Prozess über die lokalen Infos verfügt und über Netzwerk "reden" darf, ist der gesicherte Datenschutz erstmal dahin.
So sieht es aus. Aber wie du hier lesen kannst, ist das für doch sehr viele vollkommen OK. Seltsam 🤷‍♂️
Du argwöhnst, dass die EU eine Backdoor schaffen will.
Aber du öffnest bereitwillig die US-Backdoor, indem du einem US-Unternehmen (Apple) den Zugriff auf alle Informationen auf deinem Bildschirm freigibst und Alternativen (als Opt-in, also freiwillig) verhindern willst.
Das finde ich seltsam.
Urkman
Mal eine Frage an alle hier, die Apple kritisieren und meinen die EU macht alles richtig:
Warum nutzt ihr dann überhaupt Apple? Da würde doch Android viel mehr Sinn machen.
Da dürft ihr alles und die Anbieter auch, das ich doch genau das was ihr wollt.
Das iPhone nur noch für die echten Fans? Wenn du mit diesen Leuten hier allein bist, wird es in Eurem Walled Garden aber schnell öde.
"Was ist die beste Notizen-App?", Antwort: "Hä? Es gibt doch nur eine ..."
+6
desko7512.06.2612:57
Urkman
Mal eine Frage an alle hier, die Apple kritisieren und meinen die EU macht alles richtig:
Warum nutzt ihr dann überhaupt Apple? Da würde doch Android viel mehr Sinn machen.
Da dürft ihr alles und die Anbieter auch, das ich doch genau das was ihr wollt.
Dieses billige Totschlagargument kommt i.d.R von irgendwelchen autoritären Gestalten, die jeglichen Diskurs unterbinden wollen. Nach dem Motto: Dir passt etwas nicht, dann geh weg. So läuft das in einer Demokratie aber nicht. Das Argument zu bringen zeigt nur, wie derjenige, der es bringt, mit andersdenkenden umgehen würde.
Vielleicht wärest Du besser in Russland oder China aufgehoben, wo Deine vorgeschlagene Praxis Standard ist. Das wäre eine vergleichbare Empfehlung in Deine Richtung. Und, wie fühlst Du Dich?
+4
Performant8412.06.2613:14
Urkman
Mal eine Frage an alle hier, die Apple kritisieren und meinen die EU macht alles richtig:
Warum nutzt ihr dann überhaupt Apple?
Warum nicht?
Ich nutz’ ja auch einen Mac - der funktioniert im Datenaustausch besser mit meinem iPad.
Ich nutz’ auch Apple Pages und Numbers - dito.
Ich habe Kontakte auf iMessage.
Ich habe viele Apps für iOS bzw. iPadOS bereits gekauft.
Es gibt für manches schlicht mehr bzw. bessere Apps für iPads als für Android-Tablets.
Ich hab’ auch eine Apple watch.
Ich mag Google nicht so sehr.

Last but not least: Deine (mutmassliche?) Prämisse, dass auf Android alles erlaubt und offen sei, ist unglaubwürdig und falsch. Deshalb sammelt die EU da ja gerade Rückmeldungen.

Ich hab auch wenig Zweifel, dass Google seine eigene AI bevorzugen würde ohne Regulierung.

Ich mein’ auch nicht, dass die EU alles richtig machte (im Gegenteil). Aber mir ist klar, dass Apple - selbsterklärt, mit der von ihnen gewünschten Ausnahme von der Regulierung - sich nicht an die Regeln zu halten sucht.

Und ich wäre auch voll bei dir in puncto “Nutz halt einfach was anderes”. Wenn es denn einen vielfältigen Markt an mobilen Betriebssystemen gäbe, und kein Duopol, zu dem ich de facto gezwungen werde. An alltäglich brauchbaren Systemen, meine ich. Auf denen auch gängige Apps von Banken, öffentlichen Transportunternehmen etc. laufen.
+4
JeDI12.06.2613:43
desko75
Dieses billige Totschlagargument kommt i.d.R von irgendwelchen autoritären Gestalten, die jeglichen Diskurs unterbinden wollen. Nach dem Motto: Dir passt etwas nicht, dann geh weg. So läuft das in einer Demokratie aber nicht.
Mit Demokratie hat das Thema aber überhaupt nichts zu tun, oder hat Apple jemals die User gefragt was sie gerne wie umgesetzt hätten und hat es dann demokratisch so gebaut wie die meisten es haben wollten?

Apple gibt das Design und die Funktion vor, so wie jeder Hersteller auch. Und Du kannst es dann kaufen oder lassen.

Ich denke auch, dass das Thema Datenschutz hier größtenteils vorgeschoben ist und das es in Wirklichkeit einfach nur darum geht ein Produkt / eine Plattform anzubieten, die einfach zu bedienen ist, gut funktioniert und bei der die Funktionen und Geräte bestmöglich zusammen arbeiten. Und das macht man um einen USP zu haben und die eigenen Geräte besser verkaufen zu können. Das man dann bestimmte Funktionen nicht einfach der Konkurrenz überlassen will ist doch völlig nachvollziehbar. Würde ich auch nicht wollen. Und deshalb kann ich die Haltung von Apple hier auch komplett verstehen.

Man darf das Thema m.M.n. nicht nur aus Sicht des Verbrauchers sehen sondern muss es auch aus Sicht der Unternehmen sehen. Wenn die Hürden zu groß werden um ein Produkt sinnvoll in einem Markt anzubieten, bleibt dem Unternehmen eigentlich nur der Rückzug. Ein gutes Beispiel dazu ist auch die bereits genannte Verpackungsrichtlinie der EU. Die Idee dahinter ist nicht schlecht, aber die Regelwut sorgt am Ende genau für das Gegenteil und immer mehr kleine Händler bieten Ihre Produkte nur noch im eigenen Land an. Ob das so gut für die Verbraucher in der EU ist wage ich auch mal zu bzweifeln.
-1
System 6.0.1
System 6.0.112.06.2619:13
So, liebe Kinder, dann wollen wir mal noch etwas Benzin ins 🔥 Feuer kippen …
Die EU-Kommission hat Meta Platforms angewiesen, WhatsApp für konkurrierende KI-Chatbots kostenfrei zu öffnen. Das soll der Facebook-Konzern innerhalb von fünf Arbeitstagen umsetzen, sonst drohen Zwangsgelder in erheblicher Höhe. Denn laut EU-Kommission könnte die bislang erhobene Gebühr für andere Chatbots „schweren und nicht wiedergutzumachenden Schaden für den Wettbewerb“ verursachen.

Quelle: heise.de

Die EU albert nicht herum. Und egal wie ich und andere darüber denken, das ist grundsätzlich nicht verkehrt. Im Gegentum. Wir haben uns lange genug von gewaltigen Konzernen mit fragwürdigen „Bedingungen“ an der Nase herumführen lassen. Die EU ist ein Wirtschaftsraum mit fast einer halben Milliarde Menschen und der drittgrößte Wirtschaftsraum auf der Welt. Wir spielen eine entscheidende Rolle in der globalen Wirtschaftskraft.

Da ist es gut, wenn die Europäische Union ein Auge darauf hat, wie uns Unternehmen und staatliche Institutionen in unserer Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit einschränken wollen.

Ich sehe zwei Fakten:

1. Apple hat die EU-Forderungen des DMA nicht abgelehnt, sondern um 18 Monate Zeit gebeten, die Umsetzung der EU-Forderung nach freier KI-Wahl durchzuführen. Sie wollen — verständlicherweise — in dieser Zeit keinen Wettbewerbsvorteil einbüßen, und nicht auf die möglicherweise durch die Verzögerung verlorenen Umsätze verzichten.

2. Apple wird sein bevorzugtes Modell vorinstallieren, und dann anderen Modellen ebenfalls den Zugang einräumen. Das entspricht exakt dem, was in der Forderung der EU nach der Öffnung für andere Anbieter von KI-Modellen geschrieben steht.

Was der Kunde macht, ist sein Problem. Meine Vermutung ist, dass eine vorinstallierte KI nur in sehr wenigen Fällen vom Anwender nachträglich geändert wird.

Schwieriger wird es, wenn der Anwender vor der ersten Nutzung in einer Auswahlliste sich für ein Modell entscheiden muss, und Apples bevorzugtes Modell nur eines von mehreren ist. Wir sehen das bei Browser und Suchmaschinen zuweilen. Bei einem alternativen App-Store muss man selbst aktiv werden. Das wäre für Apple wahrscheinlich die bevorzugte Wahl.

PS: Wenn es nach mir geht sollten Temu, Shein & Co. diese Macht ebenfalls spüren. Das sind reine Umweltschmutzunternehmen.

So, bin schon fertig. Danke für die Aufmerksamkeit.
„„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998“
+6

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