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Braucht es für den Mac überhaupt noch ein Backup?

adiga18.05.2017:56
Diese Frage ist ein bisschen ketzerisch, aber ich habe mich dies beim Aufsetzen meines MBP tatsächlich gefragt.

Aktuell bin ich ziemlich paranoid. Mein bisheriger MBP wurde mit TM auf eine Festplatte gesichert (eine zweite, ältere liegt ausser Haus, > 50 km vom nächsten KKW), zusätzlich auf eine SSD und auch noch auf das NAS. Dieses Backup wird dann in der Nacht auf ein zweites NAS gespiegelt. Zusätzlich sind die Daten in der Apple iCloud und der Synology C2 gespeichert. Overkill. Ich weiss. Aber vor allem die Bilder meiner Kinder will ich auf keinen Fall verlieren.


Mein neuer MBP habe ich aber ohne Daten aus dem Backup aufgesetzt. Die Programme wollte ich alle einzeln installieren, damit ich nur noch diejenigen auf der SSD habe, welche ich auch benötige. Da ich ursprünglich 2006 mit einem MBP in der Apple Welt begonnen habe, wollte ich natürlich auch keine Einstellungen kopieren, da ich ansonsten Gefahr laufe, dass einiges mitkommt, welches schon ewig nicht mehr benötigt wird. Oder sogar "tot" rumliegt. Das einzige was ich gemacht habe, ich habe mich bei der iCloud angemeldet. Und siehe da, Dokumentenmässig kommt alles wieder. Der Schreibtisch, der Ordner "Dokumente", die Kontakte, Nachrichten, Schlüsselbund, Fotos, Musik. Alles wieder da wie zuvor. Alles aus der iCloud geladen.

Da habe ich mich schon gefragt, ob ich ausser der iCloud überhaupt etwas benötige. Es ist mir klar, dass der Hauptvorteil der TM gegenüber der iCloud die Tatsache ist, dass TM Versionen anlege und ich auch diese Versionen wieder runterladen kann, währen iCloud nur die aktuellste Version zur Verfügung hat. Und natürlich werde ich weiter Backup machen mit TM auf NAS und C2.

Aber ich möchte mal in die Runde fragen, ob jemand, der nicht so paranoid ist wie ich, auch einzig mit der iCloud (genügend Speicher vorausgesetzt) auskommt. Auch bei einer Neuinstallation. Oder habe ich irgendetwas übersehen?
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Kommentare

spheric
spheric22.05.2011:42
Computer-Regel #1:

Wenn’s wichtig war, hast Du auch ein Backup.
„Früher war auch schon früher alles besser!“
+1
adiga22.05.2011:57
Das ist mir klar und so gehe ich auch vor. Zumindest mit den mir anvertrauten Daten.

Aber wenn ich einem Neubeginner raten würde, wäre aktuell iCloud nicht genügend? Oder übersehe ich etwas, das nicht in iCloud gespeichert wird? (Programme mal ausgenommen)
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spheric
spheric22.05.2018:50
iCloud ist kein Backup.
„Früher war auch schon früher alles besser!“
+4
adiga23.05.2022:56
spheric
iCloud ist kein Backup.
Ein Backup dient zum Wiederherstellen eines definierten Zustandes eines Rechners. Wenn ich einen Rechner platt mache, dann kann ich diesen mit einem Backup wieder auf den Stand des Backups zurück setzen. Das kann ich mit iCloud auch. Also ist es oberflächlich gesehen durchaus ein Backup. Natürlich kann es keine Versionen. Und es ist keine tolle Backupstrategie. Aber das iCloud per se kein Backup sein soll? Logischerweise würde niemand hier in diesem Forum nur auf diese Weise seine Daten sichern.

Aber ausserhalb dieses Forums gibt es einige Mac Benutzer, denen schon der Kauf und das Verwenden einer externen HD zuviel ist. Die möchten nicht darüber nachdenken, am liebsten etwas, was automatisch läuft.

Und darauf zielt meine Frage: Reicht für einen unbedarften Benutzer (also niemand von hier) das iCloud Backup als Backup falls ich ihm seine Kiste neu aufsetzen muss? Oder übersehe ich etwas, welches nicht mit iCloud gesichert wird (Programme ausgenommen)?
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Papierlos24.05.2009:45
Klar kann eine iCloud-Sicherung reichen. Aber das hängt wie immer davon ab. Wenn Du bei mir NAS durch iCloud ersetzt, dann ist es bei mir (fast) so. Die Reduktion auf iCloud-Sicherung setzt voraus, dass der Nutzer nur Programme nutzt, die in iCloud sichern wie beim iPad.

Bei mir:
- Ich habe keine Kunden, die mir sagen, "Könnten Sie mir die Bildversion vom 5.6.2019 bitte senden, bevor Sie das finalisiert haben?" Ich brauche keine alten Versionen. Dennoch finde ich ein TM-Backup der Mail-Library wichtig und das hat mir kürzlich auch geholfen, weil Mail unsauber in ein anderes Verzeichnis kopierte. Selbst auf dem Server wurde alles zerschossen - etliche tausend Duplikate... Bei mir ist eine Versionierung eher ein Schutz vor den Tücken und Macken der Programme.
- Meine Programme speichern ihre Dateien alle, wo ich will - ins Benutzerverzeichnis oder direkt auf das NAS.
- Auf meinem Macbook sind nur Dateien im Benutzerverzeichnis, die mit dem NAS gesynct sind. Das NAS wird gesichert mit einer sparsamen, grob getakteten Versionierung. Wenn ich die Dateien stattdessen alle aus der iCloud beziehen würde - Apple wird die iCloud wohl schon sichern...

Muss ich mein Macbook neu aufsetzen, muss ich also die Programme neu installieren, die Einstellungen sind verloren, die Dateien jedoch beziehe ich durch den Sync mit NAS (und das könnte die iCloud sein) neu. Um schnell wieder arbeitsfähig zu sein, habe ich jedoch einen Clone.

Aber ist der unbedarfte Benutzer nicht in der Regel irgendwie auch ein Chaot? Da sollte möglichst viel gesichert werden

Bezogen auf deine Frage: Was hast Du übersehen? Die Mail-Library.
+2
ela24.05.2010:49
Apple garantiert IMHO keine Datenverfügbarkeit oder -Sicherheit mit der iCloud, oder? Es kann und wird also in den meisten Fällen gut gehen… Wenn aber mal weg ist (oder alles)… Schulterzucken und Pech gehabt würde ich sagen? (und selbst wenn es irgendwo in einem § garantiert sein sollte - wenn etwas weg ist, viel Spaß beim Durchsetzen des Rechtes/Anspruches)

Ich wieder oben gesagtes: Wenn es Dir wichtig ist, machst Du ein (eigenes) Backup. Wenn es eben nicht so wahnsinnig wichtig ist, kannst Du sehr viel Aufwand sparen.

Ich bin sehr froh über mein TimeMachine Backup (obwohl selbst das eher wackelig ist – für ganz wichtiges habe ich zusätzliche Backups OHNE TimeMachine).
Ich nutze z.B. eine Anwendung für die Telefonie (Remote Arbeit für die Firma) und eines Tages fiel mir auf, dass die zunehmend unzuverlässig wurde (klingelte nicht mehr, zeigte den Online-Status meiner Kollegen nicht mehr aktuell an etc.)

… das ist offenbar ein Bug in einer neuen Version der Software (ich hatte ein Update eingespielt). Nun wollte ich die ältere Version installieren aber die gibt es im AppStore einfach nicht - und beim Anbieter auch nicht.
Lösung? TimeMachine! Kurz in die Vergangenheit gescrollt, App wiederhergestellt - Läuft! Eine Sache von 10 Minuten und das Problem war gelöst - dank (versioniertem, vollständigen, vollautomatischem) Backup
+3
spheric
spheric24.05.2015:52
adiga
spheric
iCloud ist kein Backup.
Ein Backup dient zum Wiederherstellen eines definierten Zustandes eines Rechners.
Wenn DAS Deine Definition von „Backup“ ist, dann reicht das natürlich.

„Backup“ bedeutet aber eigentlich eine Datensicherung zur Wiederherstellung verlorengegangener Daten. Das Wort impliziert eine Doppellösung zur Sicherung.

Und das ist iCloud nicht, und jemandem zu empfehlen, kein Backup zu fahren, sondern nur seine Daten in iCloud zu speichern, garantiert, dass er irgendwann Daten verlieren/löschen/überschreiben wird und ohne Möglichkeit dasteht, sie wiederherzustellen.
„Früher war auch schon früher alles besser!“
+2
adiga25.05.2000:44
Ja, da hast Du recht. Meine Fehlüberlegung. Es ist kein echtes Backup, nur quasi eine zeitverzögerte Spiegelung im Netz. Das ist der springende Punkt. Sobald ich auf einem Device eine Datei lösche, wird sie auch von der iCloud entfernt. Um diese gelöschte Datei wieder herzustellen, benötige ich TimeMachine.

Aber wie sage ich es meinem Kinde? Ich habe in meiner Umgebung die eine oder andere Person, welche mich mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht anguckt, wenn ich ihnen sage, dass sie eine Festplatte anstöpseln sollen wenn sie mit dem Mac arbeiten. Damit ein Backup automatisch erzeugt wird. Wenn ich dann nachschaue, resp. helfen soll, finde ich meistens raus, dass die Sicherung schon wochenlang nicht mehr gelaufen ist. Deshalb schalte ich bei ihnen die Cloudsicherung ein, damit ich wenigstens etwas habe, wenn ich einen Rechner neu aufsetzen muss. Für das ist es ok, aber als Backup nicht. Da habe ich mich verrannt.

Danke für die Beteiligung.
+3

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