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Apple bittet um Sondergenehmigung: Speicher von sanktionierten chinesischen Unternehmen einkaufen

Die aktuelle Speicherkrise wird auch deswegen zu so einem großen (preislichen) Problem, da der Markt in der Hand dreier großer Anbieter ist – und es daher kaum Möglichkeiten gibt, sich bei einem anderen Konkurrenten umzusehen. Samsung, SK Hynix und Micron dominieren die Branche und bringen es auf einen kombinierten Marktanteil von 93 Prozent. Kleinere Anbieter können indes kaum reagieren, denn der Ausbau von Kapazitäten würde Jahre dauern, extreme Kosten nach sich ziehen, um dann möglicherweise aber erst wieder in einer schwächeren Phase produzieren zu können. Apple sucht nun angeblich nach einem anderen Ausweg und würde gerne Speicherchips eines chinesischen Unternehmens importieren, das eigentlich auf der Sanktionsliste steht.


CXMT als Ausweg? Wäre da nicht die "Blacklist"
ChangXin Memory Technologies (CXMT) ist einer der wichtigsten DRAM-Produzenten in China, darf aber nicht ohne Einschränkungen in die USA liefern – Washington sieht nämlich Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee. Genauer gesagt gibt es zwar kein komplettes Importverbot, allerdings ganz erheblichen regulatorischen Druck und verschiedene Einschränkungen. Der Financial Times zufolge wandte sich Apple daher an das US-Handelsministerium, um politische sowie rechtliche Rückendeckung zu erhalten. Man will sicherstellen, nach Abschluss eines Vertrages nicht plötzlich vor weiteren Sanktionen oder Exportregeln zu stehen. Den Angaben nach habe Apple die Lobbyarbeit inzwischen deutlich ausgeweitet, um sich mit dem Anliegen Gehör zu verschaffen.

Ob es politisch überhaupt durchsetzbar ist?
Politisch handelt es sich um ein recht heikles Unterfangen, immerhin lautet die Devise, Abhängigkeit von China zu reduzieren, anstatt diese noch weiter auszubauen. Der republikanische Vorsitzende des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus ließ bereits erkennen, nicht sonderlich angetan von den Überlegungen zu sein und warnte vor den sich daraus ergebenden Implikationen. Sollte Washington dem Ansuchen stattgeben, würden sich die Einkaufspreise senken lassen – wenngleich schwer abzuschätzen ist, ob eine solche Handelsbeziehung überhaupt zustande kommen könnte.

Kommentare

OliBerlin29.06.26 12:47
Die Sanktionen erweisen sich zunehmend als Eigentor, wie bei der EU auch.
-13
DSkywalker29.06.26 12:57
Das Scheitern der Anfrage / Bitte ist doch schon eingepreist in die neuen, hohen Preise von Apple...
0
KISS29.06.26 13:00
Eigentor der EU.. nun ja.., wenn mein Nachbar es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt und mich elektronisch ausspioniert, wäre ich jetzt nicht gewillt ihn anzustellen, um meinen Rasen zu mähen - auch nicht wenn ich in der Konsequenz einen unordentlichen Garten habe oder einem anderen Nachbarskind mehr zahlen muss.
Diese "Sanktion" trifft mich. Aber so ist das leider, wer wirklich nach seinem Gewissen entscheidet, trifft nicht nur Entscheidungen, die ihm (wirtschaftlich) nützen.
+12
dam_j
dam_j29.06.26 13:12
KISS
Eigentor der EU.. nun ja.., wenn mein Nachbar es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt und mich elektronisch ausspioniert, wäre ich jetzt nicht gewillt ihn anzustellen, um meinen Rasen zu mähen - auch nicht wenn ich in der Konsequenz einen unordentlichen Garten habe oder einem anderen Nachbarskind mehr zahlen muss.
Diese "Sanktion" trifft mich. Aber so ist das leider, wer wirklich nach seinem Gewissen entscheidet, trifft nicht nur Entscheidungen, die ihm (wirtschaftlich) nützen.

Ne was haben wir ein Glück, denn wie wir alle wissen gibt es Menschenrechte nur IN der EU (und da natürlich überall) und Spionage nur AUSSERHALB der EU...
-Ironie-
Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !
-6
Kehrblech29.06.26 14:51
KISS
Diese "Sanktion" trifft mich. Aber so ist das leider, wer wirklich nach seinem Gewissen entscheidet, trifft nicht nur Entscheidungen, die ihm (wirtschaftlich) nützen.
Das ist völlig richtig! Was mich bei dem aktuellen Geschacher um Speicher etc.-Preise nur stört, ist, dass die Speicherhersteller (und wahrscheinlich auch die nachgeordneten "Verbauer") ihre Margen maßlos ausbauen. Nicht so sehr zu Lasten der reichen Amerikaner und EUler, sondern zu lasten sich entwickelnder Staaten, die genauso zur Kasse gebeten werden, obwohl sie die Preiserhöhung sehr viel härter trifft. Und das hat nicht nur mit meinem prinzipiellen Vorbehalten gegen den Kapitalismus zu tun, die mich einfach nicht begreifen lassen, warum ein zuvor schon nach Kostenrechnung gut gehendes Gewerbe, plötzlich seine Preise vervierfachen "muss". – Das ist in Wahrheit nur ein Aufschrei der geldgeilen Besitzer-Egos, die kein Verständnis und keinen Respekt für eingespielte, gut funktionierende Systeme haben und nun Fortschritte auf der ganzen Welt aufhalten, um sich die persönlichen Taschen zu füllen. Es ist erbärmlich und destruktiv, was hier geschieht, wird die Welt zurückwerfen, nur damit ein paar Reiche, die ihren Reichtum längst nicht mehr spüren (und der ihnen daher im Grunde auch egal sein könnte) sich als Lottokönige fühlen können. Leider gibt es nicht einen einzigen Hersteller, der sich bei seinen Preissteigerungen auf ein normales Maß beschränkt. Und das, obwohl man sich gar nicht vorstellen kann, was für einen Ego-Boost das bedeuten würde …
+2
MikeMuc29.06.26 14:54
Apple sollte doch genügend Geldreserven haben um, langfristig gesehen, eine eigene Speicherproduktion in den USA aufbauen zu können. Können sie ja gerne als Lizenznehmer vom TMSC machen. Wenn man das gut verkauft, dann könnte der beste Präsident aller Zeiten glücklich sein und seinen Willy unter die Ausnahme setzen und Apple würde nie wieder unter hohen Speicherpreisen leiden. Falls „Überschüße produziert werden, kann man die ja für Marktpreise verkaufen.
-2
Fontelster
Fontelster29.06.26 15:42
Mich würde die Reihenfolge interessieren.

Wurden erst die Preise erhöhnt und gleichzeitig/hinterher gefragt, ob (bzw. wie weit) das überhaupt nötig war?

Oder ist die letzte Erhöhung das Ergebnis eines negativen Bescheids der Regierung?
+1
rudluc29.06.26 15:59
OliBerlin
Die Sanktionen erweisen sich zunehmend als Eigentor, wie bei der EU auch.
Ethik ist mir etwas wert.
+4
hepar09
hepar0929.06.26 18:08
Fontelster
Wurden erst die Preise erhöhnt und gleichzeitig/hinterher gefragt, ob (bzw. wie weit) das überhaupt nötig war?

Egal, ob die Sondergenehmigung erteilt wird oder nicht, wird das an den Preisen nichts mehr ändern, sondern nur an Marge!
+1
haschuk29.06.26 19:02
MikeMuc
Apple sollte doch genügend Geldreserven haben um, langfristig gesehen, eine eigene Speicherproduktion in den USA aufbauen zu können. Können sie ja gerne als Lizenznehmer vom TMSC machen. Wenn man das gut verkauft, dann könnte der beste Präsident aller Zeiten glücklich sein und seinen Willy unter die Ausnahme setzen und Apple würde nie wieder unter hohen Speicherpreisen leiden. Falls „Überschüße produziert werden, kann man die ja für Marktpreise verkaufen.

Ich gehe davon aus, dass in den bestehenden Verträgen bis 2030 das darin ausgeschlossen wurde.

Und warum herrscht hier immer wieder die Meinung, dass mal ein Herausstampfen einer RAM-Fab so abläuft wie ne Brotbackmaschine zu kaufen und selbst Brot zu backen? Alle Zutaten dafür kann man ja anscheinend im Supermarkt kaufen. 🥴
+4
haschuk29.06.26 19:08
OliBerlin
Die Sanktionen erweisen sich zunehmend als Eigentor, wie bei der EU auch.

Weil die richtigen Entscheidungen aus den Auswirkungen der Sanktionen nicht getroffen werden. Die Sanktionen an sich sind diskutabel aber die Entscheidung dafür kann ich nachvollziehen.
+1
brad12majors29.06.26 21:46
KISS
Eigentor der EU.. nun ja.., wenn mein Nachbar es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt und mich elektronisch ausspioniert …
Wie gut, dass wir die USA haben. Die nehmen‘s mit Völker-, Menschenrechten und elektronischem Ausspionieren bekanntlichermaßen ganz genau.
Ironie off.
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haschuk29.06.26 21:49
Und wenn man sich den Bericht von Heise heute durchliest , könnte die Strategie ne ganz andere werden, und das Neo ist (unfreiwillig) der Vorreiter. Den Basisrechner für 90% des Volks für 900$. 4GB RAM und 64GB SSD. Der Rest ist Cloudcomputing. Einstiegstarif 55$, der Pro-Tarif liegt dann bei 1799$, pro Monat wohlgemerkt. Netto. Zzgl. Sales Tax und 31% Energiesteuer…
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KISS29.06.26 22:27
brad12majors
Wie gut, dass wir die USA haben. Die nehmen‘s mit Völker-, Menschenrechten und elektronischem Ausspionieren bekanntlichermaßen ganz genau.
Ironie off.
Und deshalb versucht die EU gerade von US Produkten unabhängiger zu werden, z.B. eigene Office Alternativen voran zu bringen und Behörden PCs weg von Windows zu bekommen. Wir können gerne darüber sprechen, ob das nicht schneller gehen sollte.
dam_j
Ne was haben wir ein Glück, denn wie wir alle wissen gibt es Menschenrechte nur IN der EU (und da natürlich überall) und Spionage nur AUSSERHALB der EU...
-Ironie-
In der EU ist sicher nicht alles perfekt. Wenn ich unsere Abschottungspolitik im Mittelmeer sehe, könnte ich schreien. Da lassen wir Menschen einfach ertrinken obwohl Seetüchtige Schiffe direkt vor Ort sind. Aber irgendwo muss man ja anfangen. Tun wir genug? Eher nicht. Aber wenig ist immer noch besser als nichts. Und wenn die Sanktionen gegen Drittstaaten schon als "Eigentor" bezeichnet werden, wie viel mehr Kritik gibt es dann an Maßnahmen innerhalb der EU. Denn auch dort bedeutet moralisches Handeln am Ende auch Verzicht auf Wohlstand.
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axmax02.07.26 12:20
Viele von uns würden mehr Geld ausgeben für Nachhaltigkeit und Ethik, wenn wir wüssten, dass das nicht schamlos ausgenutzt wird, um seitens der Unternehmen damit noch mehr Geld zu machen.
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