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Macs mit Touch – warum aus dem strikten Nein das neue MacBook Pro wurde

Jahrelang vertrat Apple die feste Überzeugung, dass ein Touchscreen in einem Mac nichts verloren habe. Das Unternehmen argumentierte mit ergonomischen Nachteilen, denn die Bedienung eines aufrecht stehenden Displays mit ausgestrecktem Arm sei denkbar unbequem. Außerdem erfordere macOS aufgrund kleiner Controls eine wesentlich präzisere Steuerung, als dies mit Fingern möglich sei. Was bei großflächigen Elementen wie beispielsweise App-Symbolen kein Problem darstellt, kann vor allem in Einstellungsdialogen rasch zu einer Herausforderung werden. Direkte Touch-Bedienung wolle man ausschließlich auf dem iPhone und iPad anbieten, hieß es unzählige Male von offizieller Seite. Bekanntlich ist diese strikte Trennung fortan Geschichte. In einem ausführlichen Interview mit Wired erklären drei hochrangige Apple-Manager, weshalb das Unternehmen seine Meinung jetzt geändert hat.


Ternus: Touch darf keine Nachteile mit sich bringen
John Ternus erläutert gegenüber Wired, dass sich am grundlegenden Bedienkonzept des Macs nichts ändere. Dieser bleibe in erster Linie ein Computer, der über Tastatur und Trackpad gesteuert werde. Es gebe allerdings Situationen, in denen eine direkte Berührung des Displays komfortabler und praktischer sei. Apple wollte allerdings weder mehr Gewicht noch ein dickeres Gehäuse in Kauf nehmen, weswegen man auch jetzt erst technisch weit genug war. Hardwarechef Johny Srouji fügt hinzu, technische Fortschritte bei Displaytechnik und Prozessoren seien der Grund für den Kurswechsel gewesen.

Immer mehr Kunden erwarten Touch-Bedienung
Marketingchef Greg Joswiak nennt noch einen weiteren Aspekt. Gerade professionelle Anwender aus Entwicklung, Wissenschaft und Medienproduktion hätten sich schon lange gewünscht, direkt mit Bildschirminhalten interagieren zu können. Außerdem sei inzwischen eine Generation junger Kreativer herangewachsen, für die Touch-Bedienung vollkommen selbstverständlich ist. Die meisten professionellen Mac-Nutzer besäßen schließlich auch ein iPhone oder iPad.

Es bleiben Widersprüche
Auffällig bleibt dennoch, wie sich die Argumentation von früheren Darstellungen unterscheidet. Vor einigen Jahren hieß es vom damaligen Marketingchef Phil Schiller, man habe entsprechende Bedienkonzepte sogar mit Nutzern getestet. Das Ergebnis habe die ursprüngliche Überzeugung bestätigt, dass Touchscreens für Macs keine gute Idee darstellten. Selbst Ternus betonte noch 2021, der Mac sei vollständig auf indirekte Eingabe ausgelegt und es gebe keinen Grund, daran etwas zu ändern. Auch wenn Apple manche Anpassungen am Verhalten der macOS-Oberfläche vornahm und gewisse Elemente bei aktiver Touch-Bedinung vergrößert, hat sich am Usability-Gesichtspunkt nichts wesentlich geändert. Die Problematik des ausgestreckten Arms bleibt ebenfalls bestehen.

Kommentare

Legoman
Legoman29.10.26 09:52
MTN
Die Problematik des ausgestreckten Arms bleibt ebenfalls bestehen.
Aktuelle Weltlage gut zusammengefasst.
+20
Niederbayern
Niederbayern29.10.26 09:53
kann man ja mal einführen und dann abwarten wie die Resonanz ist. Einstampfen geht immer.
+3
macuser22
macuser2229.10.26 09:58
Legoman
MTN
Die Problematik des ausgestreckten Arms bleibt ebenfalls bestehen.
Aktuelle Weltlage gut zusammengefasst.
🤣

Zum Thema: Als Ergänzung finde ich den Touchscreen ok, muss man ja nicht nutzen. Schade nur, wenn die Geräte dadurch spürbar teurer werden. Muss man in der Praxis sehen, wie die Leute mit der neuen Bedienmöglichkeit umgehen. Ich finde es gut, dass Apple so etwas auch "einfach mal" macht und zur Not wieder zurück nimmt (siehe Touch Bar).
Erkenne dich selbst –//– Nichts im Übermaß
+1
Scrembol
Scrembol29.10.26 10:01
ich hätte auch erwartet, dass Apple mit Touch am Mac noch irgendeine neue Antwort auf ein Problem gefunden hat, was niemandem vorher aufgefallen ist.. die Erklärungen jetzt und die Implementierung ist halt "joah, geht halt"... Dass es geht wissen wir ja seit Jahren. Aber bin dennoch auf die Resonanz gespannt (ob die groß öffentlich ankommt). Ich fänd die Geräte auch toll, ganz ohne Touch. Die Neuerungen insb. an Display, Gewicht und Abmaßen überzeugen ja dennoch.
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+1
macbeutling
macbeutling29.10.26 10:03
Da ich hier bei mir iMacs als Kassensysteme nutze, hätte ich gerne einen iMac mit Touch-Fähigkeiten, dass würde meine Produktivität am POS deutlich verbessern
Glück auf🍀
+2
macster10029.10.26 10:11
macuser22
Zum Thema: Als Ergänzung finde ich den Touchscreen ok, muss man ja nicht nutzen. Schade nur, wenn die Geräte dadurch spürbar teurer werden.
Scrembol
Ich fänd die Geräte auch toll, ganz ohne Touch. Die Neuerungen insb. an Display, Gewicht und Abmaßen überzeugen ja dennoch.

Durch Touch sind die Geräte überhaupt nicht teurer geworden, sondern durch das richtig geile Tandem-OLED-Display. Letzteres ermöglicht zusätzlich die Gewichtsreduktion und eben auch, als kleines Goodie, das niemand nutzen muss, der das nicht möchte, Touch.
+1
L-E29.10.26 10:23
Wer verschmierte Bildschirme liebt, wird Freude am Touch Mac finden.
Ich nicht.
0
clandestin29.10.26 10:27
Jetzt steht dem iPad mit macOS nichts mehr im Wege, Hurra!!
-1
santamariaclaus
santamariaclaus29.10.26 10:31
Also für MacOS auf dem iPad sehe ich halt den Anpassungsbedarf der Bedienelemente, weil ja weiterhin von der Größe her alles auf Mauszeiger ausgelegt ist.
Hier geht es ja zuerst nur mal um Wischgesten und Zoom, etc.
Aber vllt wird ja die Oberfläche mit MacOS 28 dann entsprechend dem iPad Layout angepasst, wie z.B. die sich vergrößernden Punkte bei Fenstern usw.
0

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