Durchbruch: Asahi Linux erstmals auf M3-Chips installierbar


Während der Intel-Ära war die Kompatibilität zu alternativen Betriebssystemen etwas, mit dem Apple explizit warb: Wer wollte, konnte Windows oder Linux auf dem Mac betreiben. Mit Boot Camp integrierte Apple sogar einen Einrichtungsassistenten für Windows-Installationen in Mac OS X. Mit dem Umstieg auf hauseigene ARM-Chips beendete der Konzern dieses Engagement. Einem kleinen Team ehrenamtlicher Entwickler ist es zu verdanken, dass Anwender seit 2023 eine Alternative zum vorinstallierten System nutzen können. In einem
Blog-Beitrag gab das Team bekannt, dass Asahi Linux auch auf M3-Macs läuft.
Auf Unterstützung seitens des Konzerns in Cupertino können die Entwickler nicht bauen. Zwar sei die Firmware der Apple-Silicon-Prozessoren bewusst so ausgelegt, dass sie alternative Betriebssysteme zulassen, doch sei die Hardware nicht öffentlich dokumentiert. Ein großer Bestandteil der Arbeit bestehe also aus Reverse Engineering, berichtete Sven Peters auf dem
39C3. Erst jetzt, neun Monate später, konnte der M3-Treiber weitestgehend fertiggestellt werden.
Experimenteller ModusWer das auf der
Projektseite angegebene Installationsskript per Kommandozeile startet, wird derzeit auf einem M3-Mac weiterhin abgewiesen. Man muss diesen Befehl um einen Parameter ergänzen, um zu bestätigen, dass die Risiken des experimentellen Status bekannt sind:
curl -L https://alx.sh/ | EXPERT=1 sh
Derzeit bleiben einige Baustellen. So ist es aktuell unter Asahi Linux nicht möglich, einen M3-Mac in den Ruhezustand zu versetzen. Auch der HDMI-Ausgang bleibt an diesen Rechnern aktuell funktionslos. Anwender mit einem Mac Studio mit M3 Ultra sollten von einer Installation vorerst absehen – deren Chip wurde bisher nicht ausreichend getestet.
GPU nur eingeschränktZum aktuellen Entwicklungsstand hat Asahi Linux nur eingeschränkten Zugriff auf die integrierte GPU der M3-Chips. Ansonsten werden bereits viele Komponenten unterstützt: WLAN, Bluetooth, USB 3, Mikrofone und die integrierte Kamera funktionieren. Der experimentelle Modus soll lediglich einige Wochen aufrechterhalten werden – bevorzugt bis zur Veröffentlichung einer Betaversion von Fedora Linux 45. In einem separaten
Fortschrittsbericht geben die Asahi-Linux-Entwickler einen detaillierten Einblick in die derzeitigen technischen Herausforderungen.