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Bericht: Metas KI-Agent Muse liest private Nachrichten ohne Freigabe

Ein kleiner Computer mit einem leistungsfähigen KI-Agenten, kostenlos bereitgestellt in der Cloud? Was im ersten Moment wie ein gutes Angebot aussieht, sollte wohlüberlegt sein. Ganz besonders sorgfältiges Abwägen ist angeraten, wenn der Agent auf dem eigenen Mac ungefragt auf private Daten wie Nachrichten zugreift. Genau das scheint Metas neuer Agent Muse zu machen, jedenfalls legt dies ein Erfahrungsbericht des Tech-Journalisten Jason Aten nahe, der das KI-System ausprobiert hat.


Muse läuft in einer VM und soll Nutzer unterstützen
Die Idee hinter Muse ist einfach: In einer virtuellen Maschine läuft ein eigenes System auf Linux-Basis, inklusive Browser. Dort befindet sich auch Muse, der neue KI-Agent von Meta. Per App kann man vom Mac und iPhone aus auf ihn zugreifen und sich bei seinen Aufgaben unterstützen lassen. Nutzer haben dabei die Wahl, auf welche ihrer Informationen der Agent zugreifen darf – so die Theorie. In der Praxis ist der Agent offenbar aber in der Lage, selbst ohne ausdrückliche Freigabe auf private Daten zuzugreifen – und macht ohne zu fragen davon Gebrauch. Diese Erfahrung schildert der Journalist Jason Aten, wie er auf Inc.com berichtet.

Muse kennt Inhalt privater Nachrichten
Aten installierte die Muse-App auf dem Mac und seinem iPhone. Festplattenvollzugriff gewährte er ihr nach eigener Aussage nicht und wurde seiner Erinnerung nach auch nicht dazu aufgefordert. Den Zugriff auf Kalender, Nachrichten und persönliche Daten habe Aten aktiv verweigert. Nachdem er eine Zeit lang mit dem Agenten interagiert hatte, machte dieser ohne Aufforderung Vorschläge für eine Kolumne auf Basis der gerade geführten Konversation mit einem Podcast-Partner. Auf Nachfrage, woher der Bot das wisse, antwortet dieser, er hätte die Vorschauen gesehen, die beim Empfang einer Nachricht auf dem Mac angezeigt werden. Die dazugehörige Datenbank gelesen habe der Agent nicht. Nach weiteren Untersuchungen stellte Aten jedoch fest, dass Muse die lokale Datenbank vom Mac als Datenquelle bis Zeile 187.462 synchronisiert hatte.

Probleme bei Produktdesign und technischer Umsetzung
Da Meta damit wirbt, Muse wäre gebaut, um Sicherheit und Nutzerkontrolle in den Vordergrund zu stellen, richtet sich Atens Kritik vor allem gegen das Vorgehen des KI-Agenten, für das er Meta in der Verantwortung sieht. Die Produktumsetzung sei untragbar, selbst wenn er den Festplattenvollzugriff erteilt hätte. Er habe Muse zu keinem Zeitpunkt aufgefordert, die Nachrichten zu lesen oder etwas zu tun, wofür der Inhalt der Nachrichten erforderlich gewesen wäre. Die versprochene Transparenz und Nutzerkontrolle bliebe so auf der Strecke.

Neben diesen berechtigten Kritikpunkten bleibt weiterhin die Frage offen, wie Muse technisch an diese Daten kam. Auch eine Diskussion mit David Singleton von Meta auf Threads konnte keine echten Aufschlüsse geben. Eigentlich ist das Berechtigungssystem auf Apples Geräten so gestaltet, dass Daten ohne Freigabe nicht zugänglich sein sollten.

Kommentare

M1kRR
M1kRR29.09.26 12:56
Meta entwickelt sich - durchgehend über alle Anwendungen hinweg - zu einem Spionage Unternehmen. Social Media Apps, die Anwender und deren Verhalten profilieren. KI Brillen, die gerade mit Macht auf allen Plattformen beworben werden. KI Software, die - natürlich versehentlich - Anwenderverhalten und private Inhalte ausspioniert. Schöne neue Welt. Die Gelackmeierten (altes Wort, ich weiss) sind die Anwender, die Apps wie Facebook in den zeitigen Jahren, als Facebook noch vorgab, eine Community App sein zu wollen, private Daten anvertraut haben.
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Fontelster
Fontelster29.09.26 12:57
»Da Meta damit wirbt, Muse wäre gebaut, um […] Nutzerkontrolle in den Vordergrund zu stellen«

Das muss man einfach nur richtig verstehen: Nutzerkontrolle heißt, den Nutzer zu kontrollieren.
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M1kRR
M1kRR29.09.26 13:15
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MacTaipan29.09.26 13:25
Alleine ein eigenes Betriebssystem in einer VM als App zu verteilen ist doch schon total bescheuert.
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MartinGrebe
MartinGrebe29.09.26 13:49
Meta halt...
Wer immer noch auf die reinfällt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Egal was du auch tust im Leben, gib immer 100%. Außer du gehst Blut spenden.
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