Apple kauft OLED-Displays in größeren Mengen – Reaktion auf geänderten Markt?


Die Tim-Cook-Ära von Apple ist geprägt von hocheffizienten Produktionsabläufen. Um Kosten bei der Lagerhaltung zu sparen, beschränkt sich das Komponentenlager in den südostasiatischen Fertigungsstätten üblicherweise auf Bestände, welche für die nächsten vier Wochen Produktion ausreichen. Bei OLED-basierten Bildschirmen hat Apple allerdings vor einiger Zeit offenbar ein neues Regelwerk in Kraft gesetzt: Künftig halte man Displays für sechs Wochen vor,
berichtet das Branchenportal "Electronic Times".
Laut dem Bericht diene diese Maßnahme hauptsächlich der Stabilisierung der Kosten für den Komponentenerwerb. Tatsächlich steigen Preise für elektronische Bauteile seit Monaten in beträchtlichem Maße; insbesondere Arbeits- und Festspeicher sowie Chipproduktion ist immens teuer geworden. Der Einkauf von größeren Mengen bei OLED-Displays reduziert die Kosten pro Stück; somit spare der Konzern Geld, so die Theorie. Die steigenden Lagerkosten würden dadurch mehr als wettgemacht. Obendrein könnten Ersparnisse bei der Bildschirmkomponente die steigenden Preise etwa von Arbeitsspeicher kompensieren.
Vorteil bei steigenden PreisenDiese Methode hat einen zweiten Vorteil, welcher sich bei kontinuierlich steigenden Stückkosten bemerkbar macht: Durch die frühzeitige Bestellung großer Mengen spart der Konzern Geld und gewinnt Spielraum, um plötzliche Preisanstiege auszusitzen und bestenfalls einige Wochen abzuwarten, bis die Komponentenpreise wieder fallen.
Anhaltende NachfrageDoch nennt der Bericht auch noch einen anderen möglichen Grund für die umfangreiche Lagerhaltung: Apple habe ein überraschend gutes Sommerquartal verzeichnen können. Üblicherweise setzt der Konzern vergleichsweise wenige iPhones in den Monaten vor der Vorstellung neuer Modelle ab. In diesem Jahr blieb die Nachfrage nach iPhone 17, 17 Pro, 17 Pro Max und Air jedoch weiterhin sehr hoch; Apples globaler Marktanteil im zweiten Jahresquartal sei 13 Prozent höher gewesen als im Vorjahr.