iFixit zerlegt gefälschte Apple Watch Ultra 3, AirPods Max 2 und AirPods Pro 3


Eine Rolex oder Omega für 50 Euro, das Lacoste-Shirt für 5 Euro, die Ray-Ban für 15 Euro oder die Nike-Turnschuhe für 25 Euro – nicht nur beim Spaziergang durch Urlaubsorte findet man allerorts Händler am Straßenrand, die genau das anbieten. Je nach Markt lassen sich auch Schnäppchen für Apple-Hardware schießen, so beispielsweise Apple Watch Ultra 3, AirPods Max 2 und AirPods Pro 3 zu niedrigen zweistelligen Preisen. Natürlich haben die genannten Produkte eines gemeinsam, denn bei keinem entspricht das aufgedruckte Logo dem tatsächlichen Hersteller. iFixit erwarb die drei Apple-Geräte auf einem Verkaufsplatz in China und warf dann einen Blick darauf, welche Hardware Käufer in Wirklichkeit erhalten.
Außen: Apple – bis man die Geräte anfasstDie Fälschungen imitieren zwar die äußere Gestaltung der Apple-Produkte täuschend echt, doch das war es dann schon mit den Gemeinsamkeiten. Bereits die Materialwahl zeigt fühlbare Unterschiede, doch die großen Abstriche kommen dann bei der Funktionalität und Verarbeitung. Hinzu kommen schlechte Lötstellen, fehlende Sensoren, nicht identifizierbare Akkus und Bauteile, die lediglich Wertigkeit vortäuschen sollen – etwa Stahlgewichte in den AirPods-Max-Kopien. Besonders problematisch sind die unmarkierten Lithium-Akkus, denn so lassen sich weder Kapazität noch Zertifizierung nachvollziehen. iFixit rät daher, solche Batterien grundsätzlich als potenziell unsicher zu betrachten.
Funktionen der Originale? FehlanzeigeBei der gefälschten Apple Watch Ultra 3 fiel iFixit schon bei der Bedienung auf, dass mit watchOS kaum mehr als die Oberfläche imitiert wird. Das Antippen von Apps löste nicht die jeweilige Funktion aus, sondern aktivierte lediglich einen rot eingefärbten Nachtmodus. Im Inneren fand iFixit einen 260-mAh-Akku, der lose im Gehäuse saß und direkt mit der Platine verlötet war. Auch bei den gefälschten AirPods Max 2 verschwanden die Gemeinsamkeiten mit dem Original schnell. Statt Aluminium setzt die Kopie Kunststoff ein, Funktionen wie aktive Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus fehlen komplett. Am nächsten an das Original kamen die gefälschten AirPods Pro 3, wenngleich sich das ebenfalls nur auf das Äußere und nicht das billige Innenleben bezieht.
Große Sorgfalt, um beim schnellen Ausprobieren nicht aufzufallenDie spannendste Erkenntnis ist nicht, dass Fälschungen schlechter sind als die Originale – das dürfte jedem schon vorher bewusst gewesen sein. Interessant bleibt vielmehr, wie gezielt sie inzwischen genau jene Punkte nachahmen, die beim schnellen Ausprobieren Vertrauen erzeugen, darunter Gehäuseform, Pairing-Animationen, Gewicht, Magnetbefestigungen und sogar scheinbare Sensorflächen. Erst bei der Benutzung sowie beim Zerlegen zeigt sich, dass viele dieser Details reine Kulisse sind.