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Unbezahlbar? Wie sich das "Pro" in Apple-Notebooks immer mehr verschob

Es gab Zeiten, in denen die Entscheidung für ein MacBook "Pro" oder noch früher ein "Power"Book nicht unbedingt bedeutete, dass man professionell mit seinem Computer arbeitete oder maximale Performance benötigte. Oft wollte man einfach nur ein Notebook mit ausreichenden Leistungsreserven und möglichst wenigen Kompromissen. Ähnlich sah es einst beim Power Mac oder auch beim Mac Pro aus. Vor 20 Jahren zählten Mac-Tower noch zur Standardausstattung an vielen Schreibtischen, denn selbst bei trivialen Aufgaben wie Scrollen auf Webseiten bemerkte man oft Leistungsunterschiede. Als Notebooks immer leistungsfähiger wurden, begann für Desktop-Macs der Abschwung – und das PowerBook bzw. MacBook Pro stellte für viele die naheliegende erste Wahl dar.

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Wer heute ein neues MacBook kauft, steht vor einer anderen Situation. Schon die günstigeren Modelle erfüllen Ansprüche, für die früher deutlich teurere Geräte notwendig waren. Gleichzeitig hat Apple die Pro-Klasse in Preisregionen und Leistungsbereiche geführt, die für einen Großteil der Kundschaft weder erschwinglich noch erforderlich sind. Der Namenszusatz "Pro" ist immer stärker zu dem geworden, wonach er auch klingt: ganz oberes High-End.

Als das MacBook Pro zum Standardmodell wurde
Wie weit sich der Begriff zeitweise von seiner ursprünglichen Bedeutung entfernte, zeigt das Jahr 2009. Apple machte damals aus dem bisherigen Alu-MacBook 13" kurzerhand ein MacBook Pro. Für 1.149 Euro erhielt man ein solides Notebook mit beleuchteter Tastatur, guter Anschlussausstattung und ordentlicher Leistung – kein Computer für allerhöchste Ansprüche, sondern ein attraktives Gesamtpaket für alle Nutzer. Das MacBook Air erfüllte damals eine ganz andere Rolle, denn zunächst handelte es sich um ein ziemlich teures Prestigeprodukt, dessen dünne Bauweise mit erheblichen Kompromissen einherging. Die vernünftige Wahl war daher meist, sich für ein Pro-Gerät zu entscheiden.

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Spätestens Apple Silicon brachte einen Wandel
Einen entscheidenden Umbruch brachte der Wechsel zu Apple Silicon vor sechs Jahren. Plötzlich arbeitete im MacBook Air derselbe M1-Chip wie im kleinen MacBook Pro. Bei alltäglichen Aufgaben war das lüfterlose und günstige Air genauso schnell. Der Vorsprung des Pro zeigte sich vor allem dann, wenn über längere Zeit durchgängig hohe Performance gefragt war. Nachdem Notebooks ohnehin längst für viele Nutzer zum Primärgerät geworden waren, standen Mac-Käufer vor einer neuen Situation. Die Leistungsunterschiede zwischen Pro und Nicht-Pro schrumpften auf einen Schlag.

Pro bedeutet inzwischen immer stärker "Spezialwerkzeug"
Wer zum neuen MacBook Pro greift, muss für das Basismodell mit M6 mindestens 2.299 Euro ausgeben. Beim OLED-Modell mit M5 Pro beginnen die Preise sogar erst bei 3.299 Euro. Dafür erhält man auch Eigenschaften, die sich zunehmend an ganz konkrete Anforderungen richten. Mehr CPU- und GPU-Kerne, wesentlich höhere Speicherbandbreiten, riesige RAM-Konfigurationen, mehr externe Displays in hoher Auflösung – all das richtet sich kaum an Alltagsnutzer. Gleiches gilt für den Mac Studio, den Apple als lokales KI-Rechenmonster positioniert. Eine gewisse Sonderstellung nimmt das reguläre MacBook Pro mit Basis-M6 ein – wenngleich es alles andere als sicher ist, ob diese Zwischenklasse dauerhaft eine große Zukunft hat.

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Air oder gar Neo können, was früher Pro sein musste
Selbst ein MacBook Neo mit seinem iPhone-Prozessor ist für fast alle alltäglichen Aufgaben bestens gerüstet – auf das MacBook Air trifft die Aussage noch viel stärker zu. Mit M5, 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB SSD-Speicher erhält man für 1.399 Euro (13") bzw. 1.699 Euro (15") ein Notebook, das weitaus mehr als nur Surfen und Büroarbeiten beherrscht. Bildbearbeitung, Softwareentwicklung, andere anspruchsvollere Aufgaben – all das funktioniert reibungslos auf einem Gerät, das zu Zeiten der "alten, schönen" Preise vielleicht zu einem Pro- oder einst Power-Modell für deutlich über 2000 Euro geworden wäre. So sehr man auch über Apples aktuelle Preise schimpfen kann, bisweilen durchaus zu Recht: Selten war es so günstig, einen Mac zu kaufen, bei dem man im Alltag kaum Leistungskompromisse eingehen muss – wenngleich die Feststellung vor der Preisrunde im Juni noch eindeutiger zutraf.

Kommentare

Deppomat06.11.26 17:47
Rechenleistung - ja. Speicher - nein. Das ist das eigentliche Problem. Kann ja sein, daß ein Neo oder Air einem genügt, was die CPU und GPU angeht. Aber daß die jahrzehntelange Entwicklung hin zu mehr RAM und Massenspeicher einfach gestoppt hat, ist nicht zu beschönigen. Denn der Bedarf steigt ja weiter.
0
geobat06.11.26 18:03
Und wer ein 16‘ Display will weil die verwendeten Apps viel Platz am Bildschirm benötigen ist nach wie vor gezwungen ein Pro zu kaufen…
Linux am Server, Mac zum arbeiten, Windows zum spielen :)
0
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck06.11.26 18:07
geobat
Gibt dafür das MacBook Air mit 15". Ist ein bissel kleiner, aber für die meisten Sachen wird es sicher genügen.
+1
TMS
TMS06.11.26 18:07
Diese Argumentation kann ich nicht wirklich nachvollziehen.
fen
Schon die günstigeren Modelle erfüllen Ansprüche, für die früher deutlich teurere Geräte notwendig waren.
Ja sowas aber auch. Das ist eine Binse und kein Argument. Ein paar Jahre Unterschied machen bei Computern nunmal eine enormen Leistungsunterschied aus.
Das Einzige, was man daraus schließen kann ist, dass ein Einsteigergerät für praktisch alle lebenspraktische Aufgaben heute mehr als genug Leistung hat. Warum deshalb ein Laptop mit geringerer Leistung (als ein Desktop mit gleicher CPU, RAM und SSD) zwingend so viel teuerer werden muss, kann man daraus nicht ableiten. Leistung wird mit der Zeit einfach billiger, nicht teurer, außer vielleicht im Apple-Distortion-Field.

Dass Die Apple-CPUs dabei nicht eine kontinuierliche Verbesserung, sondern einen echten Sprung in der Leistung brachte, das sehe ich auch so. Trotzdem bleibt Fakt, dass Apple sich alles vergolden lässt und dass sie das aktuell wohl ganz schon heftig treiben. Rohertragsmargen wie Apple mit seit Jahrzehnten deutlich über 40% wären der Traum der etablierten Industrie. Wäre das in der Wirtschaft üblich, wäre ein größerer Teil der Menschheit schlagartig arm und wenige Großaktionäre sehr viel reicher, als sie jetzt sind.

Mein Fazit wäre: Apple macht wirklich tolle Hardware mittlerweile und verlangt dafür, was der Markt hergibt. Ich bezahle den außerordentlichen Gewinn von Apple ja sehenden Auges auch. Es ist schlichter Kapitalismus (ohne Wertung), der hier sichtbar wird.
+3
h.ml06.11.26 18:16
Meine MacPro Ära endete mit dem „Aschenbecher“ von 2013, danach wurden nur noch MacBookPros aktualisiert. Als dann zur Überraschung vieler doch noch mal ein neuer MacPro erschien der optisch wieder an die früheren Käserreiben erinnerte, war klar das sich das Ding von der normalen Konsumerklasse verabschiedet hatte.
Bei den anderen Desktops sieht es ähnlich aus, redete man heute von einem Rechner für „Normalos“ landet man fast Zwangsläufig beim Mac Mini, denn der grosse Bruder Mac-Studio hat ja ebenfalls die irdischen Gefilde verlassen und ist vom Preis her in den den Computer Olymp aufgestiegen.
Allen anderen Rechnern von einst habe ich mittlerweile abgeschworen. Aktuell bin ich „nur“ noch MacBookPro User, derzeit mit dem Modell M3 Max 16“ der aber zu über 90% im Camshell Modus an einem externen Monitor -, HDs zur Datensicherung und Auslagerung betrieben wird und dessen Hauptaufgabe die Bildbearbeitung ist. Den andern täglichen Kram erledige ich fast ausschlieslich mit dem Pad.
Ob ich diese Linie in Zukunft noch weiter verfolge oder irgendwann auch hier ein Downgrade in Erwägung ziehe ist ungewiss.
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t.stark
t.stark06.11.26 18:19
Wenn ich mir heute überlege einen mac mit m5 pro und 2TB SSD zu kaufen und dafür möglichst wenig ausgeben will, dann habe ich die Wahl zwischen einem mac mini und einem MacBook pro. Für beides beträgt der Straßenpreis etwa 2700 Euro. Wie kann denn sowas sein, dass ein Notebook soviel kostet wie ein Desktop - warum so günstig?

Wenn ich die Zuschreibungen lese, passt das genau zu den Zielgruppen, viel besser als früher.
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