MacBook Pro mit OLED-Touchscreen: Ausführliche Testberichte erschienen


Schon kurz nach der Vorstellung des neuen MacBook Pro gab es zahlreiche Hands-on-Berichte, denn ausgewählte Journalisten durften das Gerät auf einer Apple-Veranstaltung in Los Angeles direkt ausprobieren. Während das neue Display Begeisterung auslöste, gingen die Meinungen zum praktischen Nutzen der Touch-Bedienung deutlich auseinander. Inzwischen sind auch die ausführlichen Testberichte erschienen, welche nach einigen Tagen mit dem Gerät im tatsächlichen Einsatz entstanden. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.
OLED-Display: Wie groß ist der Fortschritt?David Pierce von
The Verge vergibt neun von zehn Punkten und bezeichnet das neue MacBook Pro als "eines der beeindruckendsten Notebooks, das Apple je hergestellt hat". Vor allem das Tandem-OLED-Display kann man seiner Ansicht nach kaum genug loben. Dieses punkte mit besonders hohen Kontrasten und den kräftigen Farben. Auch Chance Miller von
9to5Mac sieht einen enormen Fortschritt gegenüber Mini-LED – obwohl die bisherigen Geräte bereits auf sehr hohem Niveau lagen. Ausdrücklich gelobt werden außerdem verbesserte Blickwinkel. Aussagekräftig sind zudem die Messwerte von
Tom's Guide. Beim getesteten 14‑Zoll-Modell ermittelte man eine Spitzenhelligkeit von 1.980 Nits, beim 16-Zoll-Gerät waren es 1.949 Nits. Damit liegt Apple nur knapp unter den versprochenen 2.000 Nits bei HDR-Inhalten.
Touch-Bedienung: Mehr als eine Spielerei?In diesem Punkt bestätigen sich weitgehend die Eindrücke der ersten Hands-on-Berichte von vergangener Woche. Pierce berichtet, dass er die Touch-Funktion im Alltag regelrecht vergesse. Praktisch sei das direkte Vergrößern von Fotos mit zwei Fingern bzw. die Bedienung von Videos. Allerdings tippte er während der Testphase nur fünf- oder sechsmal täglich auf das Display, für eine Hauptfunktion hält er es nicht.
Positiver äußert sich Tony Polanco von Tom's Guide. Er habe in der Vergangenheit zahlreiche Windows-Notebooks mit Touchscreen ausprobiert, keines reagiere jedoch so unmittelbar wie das neue MacBook Pro. Verzögerungen oder Probleme mit Drittanbieter-Anwendungen seien ihm nicht aufgefallen. Er verwende die Fingerbedienung sogar häufiger, als er ursprünglich dachte.
Leistung, Kühlung und AkkulaufzeitHinsichtlich der Performance gibt es keine Überraschungen. Apple verwendet weiterhin Chips vom Typ M5 Pro und M5 Max, Benchmarks liegen auf dem Niveau der bisherigen Modelle. Bemerkenswert ist dabei, dass die dünneren und leichteren Gehäuse offenbar keine Leistungseinbußen verursachen. Beim Kühlsystem sind die Erfahrungen allerdings unterschiedlich. Pierce beobachtete, dass die Lüfter schon anlaufen, bevor sich das Gehäuse merklich erwärmt. Miller konnte hingegen bei seinen alltäglichen Aufgaben keine Lüftergeräusche feststellen.
TechRadar erreichte mit dem MacBook Pro 16" 24 Stunden und 21 Minuten im Videotest, was Apples Angabe sogar noch übertrifft. Tom's Guide testete kontinuierliches Surfen über WLAN und kam auf 16:56 Stunden (14") bzw. 21:24 Stunden (16").
Fazit der TesterBesonders häufig wird neben dem Display auch das geringere Gewicht im Vergleich zum bisherigen Modell gelobt. The Verge hält den Aufpreis von 400 Dollar gegenüber den bisherigen Modellen grundsätzlich für gerechtfertigt. Allerdings gebe es für Besitzer aktueller MacBooks kaum einen zwingenden Grund zum Wechsel. TechRadar sieht das Gerät vor allem für professionelle Anwender als sinnvolle Anschaffung, die von der höheren Bildqualität tatsächlich profitieren. Tom's Guide stößt sich hingegen eindeutig am hohen Einstiegspreis – Apple lasse sich die Verbesserungen ausgesprochen gut bezahlen. Eine Gemeinsamkeit gibt es in fast allen Tests: Obwohl Apple erstmals Touch auf den Mac bringt, betrachten die Tester überwiegend das OLED-Display, das geringere Gewicht und die ausgezeichnete Akkulaufzeit als die eigentlichen Kaufargumente.