MacBook Pro mit OLED-Touchscreen: Die bisherigen Rückmeldungen früher Tester


Die Pressesperre für ausführlichere Testberichte dürfte erst am Dienstag oder Mittwoch kommender Woche fallen. Allerdings hatten zahlreiche frühe Tester bereits die Gelegenheit, etwas Zeit mit dem neuen MacBook Pro zu verbringen. Inzwischen haben sich auch viele dazu geäußert, was ihre ersten Erfahrungen waren – die sich nach dem kleinen Apple-Event in Los Angeles sammeln ließen. Die ersten Eindrücke fallen eindeutig positiv aus, doch es gibt eine Einschränkung. Die Meinungen zum praktischen Nutzen der Touch-Bedienung gehen nämlich weit auseinander.
Display: beeindruckend, Gewichtsreduzierung: vorteilhaftBesonders beeindruckt zeigen sich die Tester vom neuen Tandem-OLED-Display. Samuel Axon von
Ars Technica bezeichnet den Bildschirm als enormen Fortschritt gegenüber der bisherigen Mini-LED-Technologie. Helligkeit, Schwarzwerte und Dynamikumfang seien außergewöhnlich gut. Ähnlich fällt das Urteil von
Engadget aus. Nathan Ingraham hält den Bildschirm sogar für noch beeindruckender als das bereits hochgelobte Display des iPad Pro.
Eine weitere Verbesserung, die in den ersten Berichten immer wieder auftaucht, ist das geringere Gewicht. Vor allem beim 16-Zoll-Modell macht sich die Einsparung von gut 300 Gramm gegenüber dem bisherigen Modell mit M5 Pro deutlich bemerkbar. Auch die kleinere Dynamic Island anstelle der bisherigen Kamera-Aussparung kommt gut an – kaum überraschend, so viel Zuspruch das Feature von Anfang an auf dem iPhone genossen hatte.
Touch-Bedienung: Gelungene Umsetzung, aber umstrittener NutzenBei der Touch-Bedienung herrscht deutlich weniger Einigkeit. Über die technische Umsetzung äußern sich die frühen Tester überwiegend positiv. Eingaben werden schnell erkannt, Gesten zum Scrollen und Vergrößern funktionieren zuverlässig. Apple hat macOS außerdem an mehreren Stellen angepasst, beispielsweise durch vergrößerte Bedienelemente während der Berührung. Skeptischer zeigt sich der YouTuber Marques Brownlee. In seinem
Hands-on-Video lobt er zwar die Geschwindigkeit und Präzision des Touchscreens, sieht jedoch keinen entscheidenden Vorteil gegenüber der herkömmlichen Bedienung.
Die Hand müsse permanent vom Trackpad zum Bildschirm wechseln, zudem bleibe die ungünstige Armhaltung ein Problem. Auch einige bekannte Probleme anderer Touchscreen-Notebooks hat Apple offenbar nicht vollständig beseitigt. Obwohl das Scharnier für die Fingerbedienung verstärkt wurde, lässt sich der Bildschirm durch kräftigere Berührungen weiterhin sichtbar in Bewegung versetzen.
Federico Viticci von
MacStories sieht im Touchscreen hingegen eine längst überfällige Erweiterung. Als langjähriger iPad-Nutzer hält er die Kombination aus Tastatur, Trackpad und gelegentlicher direkter Bildschirmbedienung eindeutig für sinnvoll.
Ein frühes FazitAuffällig ist, dass Apples erster Touch-Mac vor allem für Eigenschaften gelobt wird, die gar nichts mit der neuen Eingabemöglichkeit zu tun haben – was auch zu unserem heutigen
Kommentar passt. Das deutlich verbesserte Display und das geringere Gewicht dürften für viele Interessenten wesentlich stärkere Kaufargumente darstellen. Ob sich die Fingerbedienung in der alltäglichen Praxis tatsächlich als Vorteil erweist, muss sich erst noch zeigen. Die Auslieferung des Geräts beginnt am Freitag der kommenden Woche, anschließend dürfte es noch sehr viel mehr Erfahrungsberichte geben.