Siri AI und KI-Training: Apple bittet um Freigabe für Weiterentwicklung


Große Sprachmodelle (LLMs) stellen die Basis von vielem, was heute als künstliche Intelligenz entwickelt und angeboten wird. Für deren Entstehen sind große Datenmengen notwendig, bevorzugt solche, die den jeweiligen Einsatzzweck widerspiegeln. Diesem Bedarf kann sich auch Apple nicht entziehen, wie der Einrichtungsdialog von Siri AI zeigt: Entwickler berichten davon, dass sie von Apple aufgefordert werden, anonymisierte Nutzungsdaten für die Weiterentwicklung von Siri und Apple Intelligence bereitzustellen.
Der Dialog erscheint, wenn ein Nutzer eine Einladung zur (derzeit stark limitierten) Betaversion von Siri AI annimmt. Unter der Überschrift „Verbessere Siri & Apple Intelligence“ bittet das Betriebssystem um den Zugriff auf Text- und Audio-Interaktionen mit Siri, Diktieren und Übersetzen. „Um Ihre Privatsphäre zu schützen, werden diese Daten nicht mit Ihrem Apple Account verknüpft, und es werden Schritte unternommen, um persönliche Details zu entfernen.“
Änderung eines Blog-BeitragsDiese Anfrage könnte auf ein Umdenken in jüngster Vergangenheit zurückzuführen sein. Diese Vermutung legt eine auffällige Änderung eines Beitrags auf Apples Machine-Learning-Blogs nahe: Im Abschnitt
Responsible AI erklärt der Konzern, was die ethischen Grundlagen der eigenen KI-Forschung sind. Unter „Protect Privacy“ schreibt Apple: „Ihre privaten persönlichen Daten und Interaktionen werden niemals zum Trainieren unserer Foundation-Modelle verwendet“ – bis Ende August. Danach ergänzte Apple diesen Passus mit dem Halbsatz „… es sei denn, Sie entscheiden sich explizit dazu, diese zu verbessern.“
Juristische LeitlinienIn einem am 9. September veröffentlichten
Dokument legt Apple offen, wo die den LLM-Eigenentwicklungen zugrunde liegenden Daten herkommen. Darin findet sich ein Abschnitt zu „Einbeziehung von aggregierten Informationen von Nutzern“. Darin heißt es:
Für Apple-Nutzer, die sich dafür entscheiden, Gerätedaten an Apple weiterzugeben, kann Apple datenschutzkonforme Verfahren einsetzen, um Daten über aggregierte Trends zu erfassen – darunter auch über die von Apple Intelligence verarbeiteten Inhalte –, um Apple Intelligence zu verbessern. Dank dieser Schutzmaßnahmen kann Apple diese aggregierten Daten nutzen, um zu verstehen, wie Apple Intelligence verbessert werden kann, ohne dabei individuelle Nutzerdaten oder Inhalte zu erfassen.
Keine automatische AktivierungSo ist die Freigabe dann auch gestaltet: Anwender werden bei der Aktivierung der Siri-AI-Beta gebeten, anonymisierte Nutzungsdaten für Apple freizugeben. Das unterscheidet sich stark von vielen KI-Anbietern, welche sämtliche Interaktionen in Gänze auf ihren Servern speichern und den Hinweis darauf im Kleingedruckten verbergen. Allerdings verwendet Apple einige Tricks, um eine Zustimmung möglichst wahrscheinlich zu machen: Der blaue, hervorgehobene Button erteilt eine Einwilligung. Wer nicht will, muss den grauen Button darunter auswählen. Obendrein ist dieser mit „nicht jetzt“ beschriftet – ein Hinweis darauf, dass das Betriebssystem später erneut nachfragt.