Nicht-invasive Blutzuckermessung: Forscher vermelden Durchbruch mit smartem Ring


Apple beschäftigt sich seit etlichen Jahren damit, die Apple Watch mit einer speziellen Gesundheitsfunktion auszustatten: Die smarte Uhr soll irgendwann einmal in der Lage sein, nicht-invasive Blutzuckermessungen vorzunehmen. Ähnliche Ziele verfolgt auch eine Reihe von anderen Unternehmen. Trotz einiger Erfolgsmeldungen und zahlreicher Patentanmeldungen kann man aber bislang noch keine Geräte erwerben, welche über dieses Feature verfügen. In Cupertino treibt man die Entwicklung weiter intensiv voran, wie unter anderem eine vor wenigen Wochen bekannt gewordene Personalentscheidung zeigt (siehe
). Forscher und Ingenieure der University of California San Diego (UC San Diego) haben jetzt nach eigenen Angaben einen smarten Ring entwickelt, der neben dem Glukosegehalt des Blutes weitere wichtige Biomarker ohne Verletzung der Haut bestimmen kann.
Smarter Ring bestimmt Glukosegehalt und weitere BiomarkerDen smarten Ring präsentierten die Entwickler jetzt auf dem Portal „Nature Communications“ in einer umfangreichen wissenschaftlichen
Abhandlung. Das Gerät wirkt den in einer Veröffentlichung der UC San Diego enthaltenen
Fotos zufolge etwas klobig. Das ist jedoch wenig überraschend angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Prototyp handelt. Der Ring verfügt über etliche Sensoren, welche bereits seit Jahren in der Apple Watch und anderen vernetzten Uhren zu finden sind, etwa Herz- und Atemfrequenz sowie Schlafrhythmus. Er zeichnet sich allerdings durch eine Neuerung aus, die es in dieser Form bislang noch nicht gab: Spezielle Sensoren sind in der Lage, den stets auf der Haut befindlichen Schweiß des Ringträgers zu analysieren und somit nicht-invasiv auf diverse Biomarker zu untersuchen. Neben der Bestimmung des Blutzuckers lassen sich damit unter anderem die Gehalte an Vitamin C, Harnsäure und Laktat im Körper sowie die Alkoholkonzentration im Blut ermitteln.
Kontinuierliche Messung für optimale Insulin-DosierungEine gewichtige Rolle für Diabetiker kommt darüber hinaus der Bestimmung des Ketongehalts zu. Der Ring ist den Forschern und Ingenieuren zufolge in der Lage, diesen ebenso wie den Glukosewert kontinuierlich zu messen. Das ermögliche Betroffenen die optimale Dosierung ihrer Insulingaben, sagt Professor Joseph Wang vom Aiiso Yufeng Li Family Department of Chemical and Nano Engineering an der UC San Diego. Unter seiner Federführung arbeitete ein zwanzigköpfiges Team an der Entwicklung des Rings. Das Gerät wird mit einem iPhone gekoppelt und sendet die ermittelten Sensorwerte an eine eigens erstellte App. Die Akkulaufzeit des Rings ist derzeit mit rund zwölf Stunden noch sehr bescheiden. Sie dürfte sich im Verlauf einer Weiterentwicklung, womöglich durch Unternehmen mit entsprechender Erfahrung wie Apple, allerdings signifikant erhöhen lassen.