Meinung: Ich werde die Corona-Warn-App installieren – meine Gründe

Die Bekämpfung von neuen Infektionsherden ist das Ziel der neuen Corona-App: Wissen Nutzer um eine mögliche Infektion, kann gezielt getestet werden – je schneller Infizierte Bescheid wissen, desto weniger weitere Personen werden angesteckt. Hier soll die Corona-App Nutzer warnen, wenn diese länger mit Infizierten in Kontakt standen. Leider wurden im Vorfeld schon so viele fragwürdige oder schlichtweg falsche Informationen verbreitet, dass viele technisch wenig bewanderten Anwender vor der Installation zurückschrecken – obwohl der Code der App und die Funktionsweise öffentlich verfügbar ist.


Liest man sich Social-Media-Beiträge oder Forenbeiträge zur Corona-App durch, wird schnell klar, dass viele durch Unwissen, Missverständnisse und Ängste Falschinformationen verbreiten. Fest steht jedoch: Je mehr Nutzer die App installieren, desto besser wird diese funktionieren und ist ein wichtiger Baustein zur Rückkehr zu etwas mehr Normalität. Ich als Entwickler werde die App installieren und auch Verwandten und Freunden empfehlen, diese zu installieren. An dieser Stelle möchte ich in vereinfachter Form auf einige Missverständnisse eingehen, welche durch die komplexe Materie verursacht werden.

Grobe Funktionsweise
Die App soll Nutzer warnen, wenn sich diese im Kreis eines Infizierten aufgehalten haben – und trotzdem die Privatsphäre schützen. Auf den Ersten Blick denken sich viele: Wie soll das denn gehen? Doch es gibt einen Trick, beide Ziele zu erfüllen. Das eigene Smartphone überlegt sich beim ersten Start eine lange Zufallszahl – diese Zufallszahl dient ab sofort als Nutzerkennung, lässt aber keinen Rückschluss auf die Identität des Anwenders zu. Befinden sich zwei Smartphones mit installierter App länger nahe beieinander, tauschen diese via Bluetooth ihre Zufallszahlen aus. Über einen Code des Gesundheitsamtes kann sich ein Nutzer als Infizierter melden – die Zufallszahl wird dann auf einem Server als Infiziert gekennzeichnet. Die Smartphones der Nutzer laden periodisch diese "infizierten" Zufallszahlen herunter und vergleichen, ob sie mit einer in Kontakt standen – falls ja, erhält der Nutzer eine Benachrichtigung, ohne die Identitäten der Kontaktpersonen oder den Standort zu kennen.


Der Code der Bundes-Corona-App ist öffentlich einsehbar und auch Apple hat Beispielcode veröffentlicht, welcher dank der Kommentare auch von Nicht-Entwicklern verstanden werden kann.


Häufige Fragen von verunsicherten Nutzern
Muss ich es melden wenn ich infiziert bin?
Nein, es besteht keine Verpflichtung, eine eigene Infektion zu melden – dies steht jedem offen, das zu tun. Das Labor, das Gesundheitsamt und der Arzt kennt die Zufallszahl auf dem Smartphone des Nutzers nicht und kann keine "Zwangsmeldung" vornehmen.

Muss ich damit rechnen, ein Bußgeld zu bezahlen, wenn ich gegen Auflagen verstoßen habe?
Eine gern geäußerte Befürchtung ist es, dass bei einer Infektion das Fehlverhalten oder Verstöße gegen Auflagen im Vordergrund stehen und die Polizei, das Ordnungsamt oder gar die Staatsanwaltschaft tätig wird – die Corona-App würde laut einiger Bedenkenträgern genau diese Informationen liefern. Diese Befürchtung ist vollständig unbegründet, da die Strafverfolgungsbehörden keine Zuordnung zwischen Zufallszahl und Identität haben – es ist schlichtweg technisch nicht denkbar, dass ein Infizierter ermittelt wird. Auch ein Bewegungsprofil steht technisch nicht zur Verfügung.

Gibt es Falschmeldungen? Kann ich Leute "verarschen"?
Gerne wird auch behauptet, dass die App nicht funktionieren kann, da viele Leute einfach aus Spaß melden würden, sie seien infiziert – dies führe zu vielen unnötigen Tests. Doch auch dies ist technisch nicht denkbar, da sich ein tatsächlich Infizierter seine Zufallszahl nur durch einen Code des Gesundheitsamtes als tatsächlich infiziert melden kann. Auch dies geschieht anonym – eine Zuordnung zwischen Zufallszahl und Identität existiert nicht.

Kann der Bund die App für Verfolgung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten nutzen?
"Wehret den Anfängen" – ein gern gesprochener Satz bei Diskussionen um die Corona-App. So ist häufig zu lesen, dass die Polizei etc. die Corona-App künftig für die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten einsetzt. Zum Beispiel bei zu schnellem Fahren. Manche behaupten, die App könne ja GPS nutzen und die Geschwindigkeit ermitteln. Dies ist schlichtweg falsch, da GPS überhaupt nicht von der Corona-App genutzt wird – würde es genutzt, erhält der Nutzer die bekannte iOS-Meldung, ob man der App Zugriff gestatten will. Es ist den Strafverfolgungsbehörden technisch nicht möglich, ein Bewegungsprofil des Nutzers zu erzeugen.

Kann der Bund die App für Tracking patchen?
Die Corona-App wird Updates erhalten – kann der Bund nicht einfach die GPS-Ortung aktivieren und so ein Bewegungsprofil und Wohnort erhalten? Nein, auch das ist nicht möglich, ohne dass der Nutzer hiervon etwas mitbekommt. Ließe die Regierung sich zu einem solch heimtückischen Schritt hinreißen, würde der Nutzer beim Start mit einer Meldung konfrontiert, ob er die GPS-Ortung erlauben möchte – somit würde der Schwindel schnell auffliegen.

Wie geht Ortung, ohne dass GPS genutzt wird?
Der Ort, an dem der Kontakt stattfand, ist für die Corona-App nicht von Relevanz. Durch den Austausch der Zufallszahlen kann ermittelt werden, wer mit wem in Kontakt stand. Wo der Kontakt stattfand, ist vollständig irrelevant und kann im Nachhinein nicht ermittelt werden – GPS ist für die Corona-App deaktiviert.

Wie soll ich bitte kontaktiert werden, wenn der Bund keine Infos über mich hat?
Wenn Sie mit jemand in Kontakt standen, welcher sich nach einigen Tagen als Infiziert gemeldet hat, kann dies Ihr Smartphone einfach herausfinden: Von Zeit zu Zeit lädt das eigene Smartphone die Liste von infizierten Zufallszahlen (nicht Identitäten, die kennt keiner!) herunter und vergleicht diese mit der eigenen, nur lokal gespeicherten Kontaktliste. Gibt es eine Übereinstimmung, wird der Nutzer gewarnt.

Wenn ich die App nicht installiere – findet dann Tracking statt?
Apple bietet nur die Programmierschnittstellen an, welche ab iOS 13.5 vorhanden sind. Ist keine App zu diesen Schnittstellen installiert, passiert: Gar nichts. Daher kann man iOS 13.5 bedenkenlos installieren, selbst wenn man nicht vor hat, die Corona-App zu installieren und hat hiervon keine Nachteile.

Schränkt die Corona-App die Akkulaufzeit ein?
Jein. Die App benötigt Rechenzeit und Rechenzeit benötigt Strom. Wie viel dies im Einzelfall an Akkulaufzeit kostet, werden erst die kommenden Tage zeigen. Sollte die Akkulaufzeit zu stark eingeschränkt sein, ist dies durch eine Deinstallation einfach und ohne bleibenden Schaden zu beheben. Sollte sich die Corona-App als Wirkungsvoll erweisen, wären ein paar Prozent weniger Akku am Abend wohl ein guter Tausch.

Fazit
Ob die Corona-App hilft, die Pandemie einzudämmen, wird sich erst in einigen Wochen bis Monaten zeigen. Doch je mehr Menschen die App installieren, desto mehr Nutzen bringt diese – ich jedenfalls empfehle Freunden und Familie, diese zu installieren. Es gibt keinen objektiven Grund, auf die Installation zu verzichten. Persönlich finde ich es erschreckend, wie viele Falschinformationen verbreitet werden – und wie offen Nutzer über Social Media und in Foren trotz vollständigem technischen Unverständnis haarsträubende Theorien verbreiten.

Ein Missbrauch ist technisch ausgeschlossen und im allerschlimmsten Fall wird sich die App als wirkungslos entpuppen – aber in keinem Falle schaden. Im günstigsten Fall ist die Corona-App eine effiziente Möglichkeit, gezielt auf mögliche Infektionen zu testen und Infektionsketten zu unterbrechen – und somit Leben zu retten. Hier geht es zur Corona-Warn-App im App Store:

Kommentare

Quickmix
Quickmix16.06.20 10:38
Ist schon installiert 👍
+9
Lacsap16.06.20 10:42
stimme dir zu 100% zu
+6
Joerg271
Joerg27116.06.20 10:44
Danke für die ausführliche Beschreibung....
Ich sehe auch oft auf Facebook, mit welchem Halbwissen da gehandhabt wird...Hauptsache etwas dazu gesagt....

Ich habe sie installiert und sehe auch kein Beinbruch....
+6
Phil Philipp
Phil Philipp16.06.20 10:46
Ich befürchte einen Mißbrauch oder dummen Scherz, an den vermutlich noch keiner gedacht hat:
Jemand kann sich ja auf der App selbst als "infiziert" melden (eine Weitermeldung ans Gesundheitsamt oder Verifizierung findet ja nicht statt, oder doch?) fährt dann einmal einen Tag mit der S-Bahn kreuz und quer durch die Stadt und freut sich dann einen Ast, weil er rings um sich herum ungefähr tausend Menschen in helle Aufregung versetzt...?

Oder habe ich da was falsch verstanden?
___
Grundsätzlich finde ich die App schon gut und sinnvoll und sie scheint auch sicher zu sein. Aber ich bin noch am zögern, ehrlich gesagt.

____
Edit 10.55h: Fenvarien
Ja danke für den Hinweis - Du hast recht ... hab tatsächlich nur bis "muss ich melden, wenn ich..." gelesen und direkt reflexhaft Blödsinn geschrieben. Aber ich lass das mal so stehen.

Also dann habe ich mit der App tatsächlich erstmal kein Problem mehr.


-21
Fenvarien
Fenvarien16.06.20 10:47
Phil Philipp Tipp: Am besten erst die Meldung lesen, dann kommentieren Besonders empfehle ich den Passus "Gibt es Falschmeldungen? Kann ich Leute "verarschen"?"
Ey up me duck!
+38
DogsChief
DogsChief16.06.20 10:47
Danke CMK für diese sachliche Einschätzung. Es kursiert soviel Aluhut-Blödsinn, dass ich vermute, die App wird nicht häufig genug installiert. Von den ursprünglichen etwas über 80% der Installierungswilligen ist weniger als die Hälfte übrig, wenn man den Berichten Glauben schenken kann.

Ich werde jedenfalls deinen Beitrag hier als lesenswerte Lektüre empfehlen, um in meinem Bekannten- und Freundeskreis Aufklärung zu betreiben.

Nochmals Danke.
Es ist besser beim zweiten Mal zu scheitern, als es erst gar nicht versucht zu haben. ( Bear Heart )
+9
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck16.06.20 10:48
Joerg271
Ich sehe auch oft auf Facebook, mit welchem Halbwissen da gehandhabt wird...Hauptsache etwas dazu gesagt....

Das ist mittlerweile wirklich erschreckend. Was auf Social Media und in Foren da alles für einen Scheiss zu lesen ist: Die Corona-App sei die Wiederauferstehung des Dritten Reiches, Merkel will Methoden wie in Nord-Korea umsetzen, das RKI ist die neue NSA....
+8
andi.bn16.06.20 10:48
Phil Philipp
Ich befürchte einen Mißbrauch oder dummen Scherz, an den vermutlich noch keiner gedacht hat:
Jemand kann sich ja auf der App selbst als "infiziert" melden (eine Weitermeldung ans Gesundheitsamt oder Verifizierung findet ja nicht statt) fährt dann einmal einen Tag mit der S-Bahn kreuz und quer durch die Stadt und freut sich dann einen Ast, weil er rings um sich herum ungefähr tausend Menschen in helle Aufregung versetzt...?
Man kann sich eben nicht einfach so als infiziert melden! Nur wenn man vom Gesundheitsamt einen Code bekommt. Die einzigen die damit Mist bauen könnten, wären wohl das Gesundheitsamt selbst. Das wird es wohl kaum tun. Jede Infizierung wird dort ja dokumentiert.
Aber steht ja alles im Text ...
+12
jeti
jeti16.06.20 10:57
Heute noch gehört:
"Ich installiere nicht da die App Bluetooth benutzt
und ich dann meine Bluetooth-Kopfhörer nicht parallel nutzen kann.“ 🤦🏼‍♂️
+8
Phil Philipp
Phil Philipp16.06.20 10:57
andi.bn
Stimmt, hab zu flüchtig gelesen. Zu wenig Kaffee heute morgen.
+6
Phil Philipp
Phil Philipp16.06.20 11:11
Fenvarien
naja, so gaaaanz technisch unmöglich scheint es wohl nicht zu sein - hier ein Zitat zum selben Thema aus der "Süddeutschen". Aber grundsätzlich scheinen sich da doch schon Leute ziemlich viel Gedanken zum Thema Trolle gemacht zu haben.
Süddeutsche Zeitung
Wie soll ein Missbrauch der App verhindert werden?

Um Fehlalarme zu minimieren, sollen sich nur Menschen als infiziert melden können, die tatsächlich das Virus in sich tragen. Im Idealfall läuft das über QR-Codes, die Testlabore im Fall einer positiven Diagnose aushändigen. Nutzer können den Code dann selbst einscannen und ihre Daten übertragen. Doch längst nicht alle Labore besitzen die dafür notwendige Technik. Deshalb müssen sich Nutzer telefonisch über eine Hotline verifizieren, um eine Tan zu erhalten. Psychologisch geschulte Mitarbeiter sollen mithilfe von Testfragen herausfinden, ob sie es mit einem Infizierten oder einem Troll zu tun haben, der das System missbrauchen will. Die Hotline breche an dieser Stelle mit dem Versprechen der Anonymität, sagt Anke Domscheit-Berg, netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion. "Zum Versand einer Tan muss man fremden Mitarbeitern die eigene Handynummer mitteilen."
+1
Caliguvara
Caliguvara16.06.20 11:17
Danke an @cmd für die klaren Worte! Diese werden leider immer noch bitter benötigt!!
Don't Panic.
+3
LoCal
LoCal16.06.20 11:18
Joerg271
Ich sehe auch oft auf Facebook, mit welchem Halbwissen da gehandhabt wird...

Da muss man einfach mit:
Wenn Du das hier lesen kannst, dann hast Du keine Entschuldigung mehr, die Corona-Warn-App zu installieren
antworten
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
-1
maclooser16.06.20 11:23
Es gibt in der Zwischenzeit wirklich sehr viele Personen, die gegen alle Meinungen und Einstellungen sind. Es ist eine traurige Entwicklung, die sich in der letzten Zeit immer mehr verbreitet. Aus meiner Sicht ist es nur vernünftig, bei dieser App freiwillig mit zu machen. Wissen ist Macht; nichts wissen macht auch nichts. In meinem Fall möchte ich zumindest auf der sicheren Seit sein. @mactechnewsTeam vielen Dank für eure Mühen und weiter so!
+8
adiga
adiga16.06.20 11:27
Bitte noch erwähnen, dass diese Aussagen nur für Deutschland gelten. In der Schweiz ist gemäss Angaben im AppStore die Installation nur für diejenigen Personen gestattet, welche für die Pilotphase vorgesehen sind. Für alle andern ist es immmer noch nicht gestattet. Zuerst muss die Pilotphase verlassen werden und die gesetzliche Grundlage geschaffen werden damit die Installation für alle Personen gestattet ist.
0
coosmannc16.06.20 11:27
LoCal
Joerg271
Ich sehe auch oft auf Facebook, mit welchem Halbwissen da gehandhabt wird...

Da muss man einfach mit:
Wenn Du das hier lesen kannst, dann hast Du keine Entschuldigung mehr, die Corona-Warn-App zu installieren
antworten

Und ich werde die App nicht installieren, weniger aus Datenschutzgründen, sondern weil ich den Sinn nicht verstehe. Eine Meldepflicht besteht nicht. Eine Nachverfolgung scheint mir auch - wenn überhaupt - nur schwer möglich. Ich werde mich kaum an jemanden erinnern, dem ich vor einer Woche begegnet bin - ausser es ist ein Freund oder guter Bekannter.
Für mich hat die App eher den Anschein, dass sie dazu dient, dass sich die Smartphones etwas unterhalten können.
Aber bitte - jeder soll die App nutzen, wenn er meint dass sie was bringt. Jeder soll aber auch verstanden werden, wenn er die App eben nicht nutzen will.
-33
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck16.06.20 11:34
coosmannc
Die App ist ja genau dafür da, dass du dich nicht erinnern musst – durch Austausch der Zufallszahlen weiss die App, mit welchen Zufallszahlen du Kontakt hattest. Ist eine der Zufallszahlen als infiziert markiert worden, weißt du zwar nicht, wer das war – aber du weißt, dass du ein erhöhtes Risiko hast. Die App warnt dementsprechend.

Wenn du keine Datenschutzbedenken hast, aber den Sinn anzweifelst, spricht nichts gegen eine Installation. Das schlimmste, was dann passieren kann, ist ein bissel weniger Akkulaufzeit.
+10
adiga
adiga16.06.20 11:36
coosmannc
LoCal
Joerg271
Ich sehe auch oft auf Facebook, mit welchem Halbwissen da gehandhabt wird...

Da muss man einfach mit:
Wenn Du das hier lesen kannst, dann hast Du keine Entschuldigung mehr, die Corona-Warn-App zu installieren
antworten
Und ich werde die App nicht installieren, weniger aus Datenschutzgründen, sondern weil ich den Sinn nicht verstehe. Eine Meldepflicht besteht nicht. Eine Nachverfolgung scheint mir auch - wenn überhaupt - nur schwer möglich. Ich werde mich kaum an jemanden erinnern, dem ich vor einer Woche begegnet bin - ausser es ist ein Freund oder guter Bekannter.
Für mich hat die App eher den Anschein, dass sie dazu dient, dass sich die Smartphones etwas unterhalten können.
Aber bitte - jeder soll die App nutzen, wenn er meint dass sie was bringt. Jeder soll aber auch verstanden werden, wenn er die App eben nicht nutzen will.
Es ist eher andersrum. DU kriegst eine Meldung, falls Du mit jemandem in Kontakt warst, der/die COVID-19 hat. Dann kannst Du zu Deinem Arzt gehen und den Test machen.
+6
LoCal
LoCal16.06.20 11:37
coosmannc
Eine Nachverfolgung scheint mir auch - wenn überhaupt - nur schwer möglich.
Ich werde mich kaum an jemanden erinnern, dem ich vor einer Woche begegnet bin - ausser es ist ein Freund oder guter Bekannter.

Aber genau das ist doch der Grund für die App!
Du kannst Dich nicht daran erinnern, aber dein iPhone! Nicht an die konkrete Person, aber an die anonymisierte ID …

(Ich weiss ja nicht wie oft man es den Menschen noch erklären muss, aber ihc mach es noch mal)
Also, nehmen wir an:
- Du bist vernünftig und nutzt die App.
- Am Freitag bekommst Du die ersten Symptome
- Am Sonntag starkes Fieber
- Am Montag lässt Du dich testen
- Am Mittwoch bekommst Du das Testergebnis und es ist leider postiv
- Nun bekommst Du entweder einen QR-Code oder eine TAN, diese gibst Du in die App ein
- Innerhalb der nächsten 24 Stunden werden alle Nutzer der Corona-Warn-App informiert, dass sie innerhalb der letzten 14 Tage einer infizierten Person nahe gekommen ist.

Du musst dich also nicht mehr zurückerinnern … das macht die App für dich.
Und das ganze funktioniert trotzdem völlig anonymisiert …

wunderbar, oder?

Aber eventuell willst Du es überhaupt nicht verstehen …
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+30
leunam16.06.20 11:37
coosmannc
LoCal
Joerg271
Ich sehe auch oft auf Facebook, mit welchem Halbwissen da gehandhabt wird...

Da muss man einfach mit:
Wenn Du das hier lesen kannst, dann hast Du keine Entschuldigung mehr, die Corona-Warn-App zu installieren
antworten
Und ich werde die App nicht installieren, weniger aus Datenschutzgründen, sondern weil ich den Sinn nicht verstehe. Eine Meldepflicht besteht nicht. Eine Nachverfolgung scheint mir auch - wenn überhaupt - nur schwer möglich. Ich werde mich kaum an jemanden erinnern, dem ich vor einer Woche begegnet bin - ausser es ist ein Freund oder guter Bekannter.

Naja genau dafür ist die App da - sie soll Kontakte mit Infizierten im Nachhinein feststellen können, die man eben nicht persönlich kennt.

Unabhängig davon ist es natürlich jedem freigestellt, sie nicht zu nutzen. Das ist mir auch sehr wichtig. Sobald ich für irgendeinen Vorteil irgendwo gefragt werden sollte, ob ich die App laufen habe, würde ich da nicht drauf antworten und da nicht mehr hingehen.

Ob sie tatsächlich "was bringt", wird sich zeigen. Ich bin selbst noch skeptisch, ob die Abstandserkennung ausreichend gut klappt. Aber es ist meiner Meinung nach sinnvoll es einfach mal auszuprobieren.
Ein weiterer Vorteil: Man zeigt den Behörden, dass viele bei sowas mitmachen, wenn man auf Datenschützer und echte Expertenorganisationen wie den CCC hört.
+8
Super8
Super816.06.20 11:37
Phil Philipp

Edit 10.55h: Fenvarien
Ja danke für den Hinweis - Du hast recht ... hab tatsächlich nur bis "muss ich melden, wenn ich..." gelesen und direkt reflexhaft Blödsinn geschrieben. Aber ich lass das mal so stehen.

Also dann habe ich mit der App tatsächlich erstmal kein Problem mehr.



Da steht jemand zu seinem Fehler! Hut ab und weiter so! Wenn es davon noch mehr Menschen gäbe...

Was die App angeht, werde ich sie höchstwahrscheinlich nicht laden, da ich selten das Telefon dabei habe.
+8
penumbra16.06.20 11:38
Der Sinn ist ganz einfach: du bekommst eine Warnung, wenn du längeren Kontakt zu einem infizierten hattest.
Was du dann mit dieser Information machst, bleibt dir überlassen. Die App wird wahrscheinlich Empfehlungen geben, zum Beispiel einen Test oder eine vorsorgliche Quarantäne. Da bin ich selbst mal gespannt.

Unterm Strich ist diese App ein gutes Beispiel dafür, wie man abwägen muss zwischen einem persönlichen Vorteil und einem Vorteil für die Gesellschaft:
Mir persönlich bringt dieser App wahrscheinlich nur Nachteile: wenn ich Kontakt zu einem infizierten hatte, muss ich irgendwelche Dinge tun (Test machen lassen, irgendwo anrufen), womöglich sogar in Quarantäne (habe dazu natürlich keine Lust). Selbst wenn ich mich infiziert habe, besteht ja eine große Wahrscheinlichkeit dafür, dass ich davon gar nichts spüre.
Das ist aber eben nur die komplett egoistische Sicht.
Der eigentliche Sinn der App ist, dass jeder seinen Beitrag dazu leisten kann, dass das Aufflammen von Infektionsnestern frühzeitig erkannt wird und entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden können. Ich schütze damit weniger mich selbst (außer vielleicht, dass ich früher mit einer wie auch immer gearteten Behandlung beginne), aber meine Arbeitskollegen, meine Familie und eben letztendlich alle anderen.

Für mich bleibt unterm Strich: wer sich gegen diese App entscheidet, sagt damit ziemlich viel über seine Persönlichkeit aus.

Ich habe sie heute Morgen um sechs gleich installiert, auch meine Familie hat das getan. Vor allem bei den Kindern, die nun wieder mit dem Bus unterwegs sind, ist das bestimmt sinnvoll.
enjoy life in full trains
+11
DeepVolt16.06.20 11:41
Super8
Was die App angeht, werde ich sie höchstwahrscheinlich nicht laden, da ich selten das Telefon dabei habe.
Und du hast in den letzten 3 Monaten dein Verhalten nicht derart ändern müssen, dass es auf diese Kleinigkeit wie 'Smartphone mitnehmen beim aus dem Haus gehen' noch ankommt?
+5
Karsten16.06.20 11:48
@penumbra
"Für mich bleibt unterm Strich: wer sich gegen diese App entscheidet, sagt damit ziemlich viel über seine Persönlichkeit aus."
Eben genau das sind die Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten: Framing. Du stellst die Nicht-Installation in einen negativen Kontext. Oder meintest du, dass der, der sie nicht installiert, ein besonders gut informierter Mensch ist?
Ich will hier keine Corona-Diskussion vom Zaun brechen, aber es gibt tatsächlich auch andere als die "offiziellen" wissenschaftlichen Meinungen. Ich finde, es hat sich herausgestellt, dass die pauschale Diskreditierung Andersmeiender nicht hilfreich ist.
-9
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck16.06.20 11:53
Karsten
In diesem Fall ist es aber keine Meinung, sondern einfach faktenbasiert. Du hast keine objektivierbaren Nachteile, nur potenzielle Vorteile für dich und die Gesellschaft.
+5
LoCal
LoCal16.06.20 12:07
Karsten
Oder meintest du, dass der, der sie nicht installiert, ein besonders gut informierter Mensch ist?

Vielleicht eher ein nicht vernünftig denkender Mensch!
Karsten
Ich will hier keine Corona-Diskussion vom Zaun brechen, aber es gibt tatsächlich auch andere als die "offiziellen" wissenschaftlichen Meinungen. Ich finde, es hat sich herausgestellt, dass die pauschale Diskreditierung Andersmeiender nicht hilfreich ist.

Sprichst Du hier von "alternativen Fakten"… oder was meinst Du mit "andere als die offiziellen"? Und was sind überhaupt die offiziellen?

Die absolute Mehrheit der Wissenschaftler sind sich in Bezug auf CoVid-19 recht einig. Was manche vielleicht falsch verstehen ist, dass sich Dinge im Umgang mit dem Virus immer wieder ändern.
Wurde z.B. in den Anfangstagen ein Nasen-Mundschutz als "nicht so hilfreich" angesehen, gilt dieser nun als wichtiges Utensil im Umgang mit anderen Menschen.
Oder hiess es ganz zu Beginn, dass das Virus nur kurz in der Luft bleibt und dann zu Boden sinkt, so weiss man nun, dass es doch über Aerosole übertragbar ist.

Das mag für manche vielleicht nach orientierungslosem ZickZack-Kurs aussehen, aber vielmehr funktioniert Forschung so.
Das Corona-Virus (das, das CoVid19 auslöst!) ist neu, es ist immer noch kaum erforscht und die Forscher lernen täglich dazu und da kann es täglich zu neuen, teils konträren zu den vorherigen, Ergebnissen kommen.

Einige sind sich aber ALLE Wissenschaftler: Das Virus ist übertragbar und das vorallem über die Luft und auf kurze Distanzen … und genau darum ist die App ein sehr wichtiges und gutes Hilfsmittel.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+17
Goosebump16.06.20 12:09
So viel Ehrgeiz und Engagement würde es beim Thema Umweltschutz sicher nicht geben, nicht im geringsten. Aber warum auch mit richtigen Problemen beschäftigen.
-22
frietbart16.06.20 12:12
dachte die app wuerde auch auf der apple watch lte laufen. ich habe oft garkein iphone mehr dabei.
so macht das wenig sinn.

weiss jemand warum das nicht auf aw funzt? technisch? kein bock drauf? oder was?
-1
LoCal
LoCal16.06.20 12:12
Goosebump
So viel Ehrgeiz und Engagement würde es beim Thema Umweltschutz sicher nicht geben, nicht im geringsten. Aber warum auch mit richtigen Problemen beschäftigen.

Oh … whataboutism!

Wie kommst Du darauf so eine Behauptung aufzustellen?
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+6
Wiesi
Wiesi16.06.20 12:16
LoCal
Oh … whataboutism!

Danke: Das Wort kannte ich noch nicht. Man lernt nie aus
Everything should be as simple as possible, but not simpler
+3
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