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Echtheitsbeweis bei Fotos: EU-Bürger bleiben bei Apple Reference Images außen vor

Bei der Vorstellung des iPhone 18 Pro widmete Apple erwartungsgemäß einige Minuten dem Thema der KI-gestützten Bildbearbeitung: iOS 27 wird auf unterstützter Hardware in der Lage sein, Fotos mit von Apple Intelligence erzeugten Materialien zu ergänzen, um etwa den Bildausschnitt zu vergrößern oder einen 3D-Effekt zu simulieren. Danach widmete sich Präsentatorin Maryam Azimi dem umgekehrten Fall: Wie lässt sich die Echtheit fotografischer Aufnahmen nachweisen? Für diesen Zweck gibt es im iPhone 18 Pro eine neue Funktion namens Apple Reference Image. Doch diese Funktion steht in China und EU-Ländern nicht zur Verfügung.


Die Prozedur, welche Apple für diesen Zweck entwickelt hat, ist aufwendig: Die reinen Sensordaten werden bei der Aufnahme sicher signiert. Das eigentliche Referenzbild entsteht allerdings nicht auf dem iPhone 18 selbst. Stattdessen wird dazu Apples anonymisierte KI-Cloud „Private Cloud Compute“ genutzt. Anschließend landet das Resultat wiederum im lokalen Speicher und bleibt parallel zur bearbeiteten Version des Fotos gesichert – „wie ein digitales Negativ“. Während der Vorstellung erschien bereits ein kleiner Hinweis: „Apple Reference Image ist in China und der EU nicht verfügbar.“

Signierte Referenzaufnahmen in der Bildersammlung stellen für Journalisten ein praktisches Werkzeug dar – sofern sie weder in China noch in der EU arbeiten. (Quelle: Apple)

Ohne Angabe von Gründen
In der Fußnote zur Ankündigung erklärt der Konzern, dass die Funktion in China nicht zum Verkaufsstart bereitstehen wird – aufgrund von regulatorischen Voraussetzungen. Für die EU fehlt eine Begründung, dafür gibt es ein Trostpflaster: In den 27er-Systemen können Anwender Apple Reference Images betrachten sowie bearbeiten. Nur das Erzeugen neuer Aufnahmen mit dem iPhone 18 Pro wird EU-Bürgern verwehrt.

Nicht die einzige Einschränkung
In den Fußnoten der Pressemitteilung finden sich weitere Einschränkungen: Siri AI wird in der EU zunächst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS verfügbar sein. Funktionen, die auf Siri AI basieren, werden in der EU ebenfalls nicht auf iOS, iPadOS und watchOS verfügbar sein. „Apple arbeitet intensiv daran, einen Weg zu finden, welcher die Privatsphäre und Sicherheit seiner Nutzer gewährleistet“, führt der Konzern in der Fußnote aus. Für deutschsprachige Anwender besteht dazu noch eine weitere Hürde: Deutsch findet sich nicht auf der Liste der Sprachen, welche im Oktober für Siri AI fertiggestellt sein werden.

Siri AI ist nicht verfügbar in der EU – aber auch noch gar nicht fertig in deutscher Sprache. (Quelle: Apple via YouTube)

Kommentare

Garak
Garak10.09.26 19:47
Apple arbeitet intensiv daran, einen Weg zu finden, welcher die Privatsphäre und Sicherheit seiner Nutzer gewährleistet

War das nicht DAS Credo von Apple, dies sowieso schon immer zu machen? 🤔
+2
MLOS10.09.26 19:51
Apples Strategie zeigt leider Wirkung. Von vielen Apple-Usern habe ich schon gehört, dass man der EU inzwischen negativ gegenübersteht, Apple trägt keine Schuld, alles kommt nicht in die EU weil die EU das nicht will, höre ich auch oft.
Apple befeuert also die Meinungsmache gegen die EU, ein absolut widerliches Unterfangen.
Dabei nutzen sie ähnliche Propagandawerkzeuge, die auch von rechts genutzt werden. Alles einfach vorkauen, oberflächlich belassen und irgendwelche Scheinargumente bringen, die zunächst logisch klingen, aber kein, aber auch gar kein Fundament haben - richtig argumentiert wird ja gar nicht richtig.
Wenn dann kritisch nachrecherchiert wird und aufgezeigt wird, wie es wirklich ist, ist das Narrativ aber schon fest in den Köpfen verankert und es ist nur noch sehr schwer, mit echten Fakten zu den Nutzern durchzukommen.
Gerade im Hinblick auf Siri AI geht es Apple scheinbar nicht um Privatsphäre. Denn wenn ich Siri AI bzw. den Agenten oder das LLM austauschen könnte, evtl durch eine Applikation, die rein lokal arbeitet, auch wenn das schlechtere Ergebnisse erzielt, und ich mir das aussuchen kann, ist das für den Nutzer besser, aber halt nicht für Apple.
Aber Apple will ja nur das beste für seine Kunden…
+3
Coldplayer
Coldplayer10.09.26 20:09
Das stimmt. Bei mir z.B. - aber es ist doch auch ok, die EU teilweise kritisch zu sehen. Ich finde sie Bevormundung der sogenannten Gatekeeper absolut unangebracht. Kann ja auch nicht jeder so obrigkeitshörig sein wie du. und dein Vergleich mit rechter Propaganda kann ja wohl nicht dein Ernst sein. Damit verharmlost du viele politische Probleme, die wir haben.
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