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Apple lässt EU-Deadline für Steuernachzahlung verstreichen

13 Milliarden Euro an Steuernachzahlungen sollte Apple an den irischen Fiskus nachzahlen. So urteilte im vergangenen Sommer die EU-Kommission nach monatelanger Untersuchung von speziell arrangierten Steuervereinbarungen zwischen der Apple-Tochter für das Europageschäft und dem EU-Mitgliedsland Irland. Beide Parteien, also Apple und Irland, gingen daraufhin juristisch gegen das Urteil vor.


Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Apple die von der EU gesetzte Zahlungsfrist verstreichen ließ. Dies bestätigte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auf ihrer Pressekonferenz auf Nachfrage eines Journalisten von CNBC. Eigentlich sollte das Geld bis zum 3. Januar 2017 überwiesen werden.


Versöhnliche Worte
Bemerkenswert dabei ist allerdings die deeskalierende Wortwahl der Kommissarin. „Es ist eine komplizierte Angelegenheit“, gab sie zu. „Es ist eine große Summe, also muss man natürlich zuerst herausfinden, wie man das über die Bühne bringt.“ Deswegen respektiere sie, dass Irland mehr Zeit benötige. Mit den bisherigen Fortschritten sei sie zufrieden, wenngleich nicht klar wurde, welcher Art diese Fortschritte sind.

Der Sprecher des irischen Finanzministers Noonan betonte ebenso wie Vestager die enge Kooperation, obwohl man in der Entscheidung unterschiedlicher Meinung sei. Irland bearbeite die Sache in »voller Kooperation« sowohl mit der EU-Kommission als auch mit Apple.

Der aus der umstrittenen Entscheidung entsprungene Rechtsstreit dürfte nach Ansicht des Finanzministers allerdings bis ins oberste Entscheidungsgremium, den Europäischen Gerichtshof, gehen. Vier oder fünf Jahre werde das dauern. „Ein langsames Fahrradrennen zwischen dem Apple-Fall und dem Brexit kommt auf uns zu“, sagte er auf CNBC-Nachfrage. „Sehen wir mal, wer zuerst ankommt.“ Die EU sieht sich von den britischen Austrittsbestrebungen und dem provokanten US-Präsidenten in Bedrängnis, deswegen strebt Vestager möglicherweise ruhigeres Fahrwasser im Konflikt mit den großen US-Firmen an.

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Kommentare

jensche01.02.17 09:44
So wie ich das immer lese und verstanden habe betrifft die Angelegenheit nicht direkt Apple. Sondern zwischen Irland und der EU.

Die EU stellt keine direkten Forderungen an Apple. Höchsten Indirekt.
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pünktchen
pünktchen01.02.17 09:52
Die EU sieht sich von den britischen Austrittsbestrebungen und dem provokanten US-Präsidenten in Bedrängnis, deswegen strebt Vestager möglicherweise ruhigeres Fahrwasser im Konflikt mit den großen US-Firmen an.

So ein Quatsch. In Irland ist die EU so populär wie nirgendwo sonst, da ist kein Austritt zu erwarten. Und die USA begrüssen es vermutlich sogar unter dem Psycho in Chief wenn ausländische Steuerparadiese geschlossen werden und ihre Firmen dann vielleicht eher auch mal etwas Steuern in den USA bezahlen.

Vermutlich will Irland das Geld eher nicht jetzt sofort haben weil sie es sonst am Ende vielleicht mit Zinsen zurückzahlen müssten. Das wäre kein Problem wenn das allgemeine Zinsniveau nicht so lausig niedrig wäre dass die gesetzlichen Verzugszinsen plötzlich exorbitant hoch erscheinen. Auch nur eine wilde Vermutung, aber eine plausible.


+2
MikeMuc01.02.17 10:50
pünktchen
Irland hat gesagt das sie das Geld gar nicht wollen bzw. der EU-Forderung wiedersprochen. Ergo muß die EU Irland erstmal zwingen damit Irland dann das Geld einfordert. So hab ich das im Kopf behalten.
+1
otof01.02.17 10:59
Das sollten wir kleinen mal machen, da gäbe es Ärger
1x Apple immer Apple
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pünktchen
pünktchen01.02.17 11:01
So ist es. Die Klage Irlands scheint aber keine aufschiebende Wirkung zu haben, zumindest sagt Irland dass sie die Entscheidung der Kommission umsetzen. Es kann natürlich sein dass die irischen Bescheide an Apple noch nicht vollstreckbar (oder nicht mal fertig) sind und Apple deshalb noch nicht bezahlt hat.
+1
ilig
ilig01.02.17 11:05
Kennt hier jemand Quellen, wo das Ergebnis der monatelangen Untersuchungen dokumentiert ist und beründet wird? Ich konnte biher nichts finden.
0
pünktchen
pünktchen01.02.17 11:17
ilig
Kennt hier jemand Quellen, wo das Ergebnis der monatelangen Untersuchungen dokumentiert ist und beründet wird? Ich konnte biher nichts finden.

Pressemitteilung:
Die Entscheidung: (130 Seiten)
0
mayo8101.02.17 13:01
Irland ist ein Nettoempfänger der EU. Es ist daher schon skandalös, wenn man sich einen Wettbewerbsvorteil verschafft und diesen illegal erworbenen Vorteil, mit Zahlungen der anderen EU-Staaten ausgleicht. Wenn Irland alle Unternehmen so behandeln würde, wäre dieser Staat nicht sicherlich nicht mehr finanzierbar.
+1
Siam01.02.17 13:26
Importverbot verhängen.
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sierkb01.02.17 14:03
heise (31.01.2017): EU-Wettbewerbskommissarin: Irland soll Steuermilliarden von Apple einziehen
Die viermonatige Frist ist bereits verstrichen, betonte die Wettbewerbskommissarin am Dienstag und forderte das Land dazu auf, 13 Milliarden Dollar von dem iPhone-Konzern einzusammeln – auch wenn die hohe Summe es komplizierter mache.
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat Irland aufgefordert, beim US-Konzern Apple die 13 Milliarden Euro Steuern aus dem aufsehenerregenden Beihilfeverfahren einzusammeln. "Es ist Sache des EU-Mitgliedsstaats, unbezahlte Steuern einzuziehen", erklärte Vestager am Dienstag bei einer Anhörung im irischen Parlament. Die viermonatige Frist dafür sei bereits verstrichen. "Wir machen aber kein großes Aufheben darum." Sie räumte ein, dass die hohe Summe es komplizierter mache.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten Ende August nach jahrelanger Prüfung befunden, dass die Steuervereinbarungen von Apple in Irland unerlaubte staatliche Beihilfe darstellen. Apple habe deutlich weniger als den für alle Unternehmen geltenden Satz von 12,5 Prozent gezahlt.

Apple und Irland gehen gegen Steuerentscheidung vor

Sowohl Irland als auch Apple gehen gegen die Entscheidung vor. "Was die Kommission hier macht, ist eine Schande für europäische Bürger, sie sollte sich schämen", erklärte Apples Finanzchef Luca Maestri im Dezember. Schon nach der Entscheidung im Spätsommer hatte Apple-Chef Tim Cook die Steuerforderung als "politischen Scheiß" kritisiert.

Das Verfahren beim Gericht der Europäischen Union beziehungsweise in letzter Instanz möglicherweise auch noch beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) dürfte Jahre dauern. Trotz der Widersprüche müsse des Geld jedoch erst einmal sichergestellt werden, betonte Vestager. Apple hatte seinerzeit angekündigt, entsprechende Rückstellungen zu bilden.

[Update 1.02.2017 12:05 Uhr]

Die EU-Kommission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Apple-Sonderdeal für keine andere Firma verfügbar gewesen sei, führte Vestager außerdem an. Die Wettbewerbshüter hätten bei den Ermittlungen unter anderem Informationen von 19 anderen Firmen in Irland eingeholt. Solche Steuervereinbarungen seien von Natur aus einzigartig und auf die einzelnen Unternehmen zugeschnitten, argumentierte die Kommissarin. (Mit Material der dpa) / (lbe)


pünktchen
Vermutlich will Irland das Geld eher nicht jetzt sofort haben weil sie es sonst am Ende vielleicht mit Zinsen zurückzahlen müssten. Das wäre kein Problem wenn das allgemeine Zinsniveau nicht so lausig niedrig wäre dass die gesetzlichen Verzugszinsen plötzlich exorbitant hoch erscheinen. Auch nur eine wilde Vermutung, aber eine plausible.

heise (18.01.2017): Steuerstreit mit der EU: Strafzahlung für Apple könnte sich um 1,5 Milliarden erhöhen
Laut einem Analysten fallen auf die Rückzahlung, die dem iPhone-Konzern in Irland droht, hohe Zinszahlungen an.
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