Linux-Installation auf dem Mac am Beispiel von Xubuntu 12.04 und einem Mac mini "late 2009" | Journals | MacTechNews.de
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Dienstag, 16. Juli 2013 - 00:59 Uhr·Journals von redACTED

Linux-Installation auf dem Mac am Beispiel von Xubuntu 12.04 und einem Mac mini "late 2009"

Motivation:

Mac OS X ist ein schickes Betriebssystem, aber es gibt zunehmend mehr Gründe, es nicht zu nutzen: Apples Zensurbestrebungen und Kooperation mit der NSA, die fehlende Unterstützung älterer Computer und der daraus folgende Upgradezwang für Hard- und Software. Wer noch einen Mac hat, aber auf ein sicheres, freies Unix umsteigen will, kann relativ problemlos Linux auf seinem Intel-Mac installieren.

Als Beispiel dient hier Xubuntu 12.04 () und ein Apple Mac mini "late 2009".


Ziele:

- Linux bootet als Standard von der internen Platte, Mac OS X bei Bedarf von externer Platte.
- Verschlüsseltes System und Benutzerdaten.


Bevor es losgeht:

Mein Mac mini hatte 4 GB RAM installiert, da er aber 8 GB verträgt, habe ich ihn vor der Linux-Installation mit Hilfe der entsprechenden Anleitung () aufgerüstet. Zum Test des eingebauten RAMs muß man allerdings Memtest86+ von der Xubuntu-CD verwenden, der bei Mac OS X 10.6 mitgelieferte Apple Hardware Test kommt mit 8 GB RAM nicht klar; Mac OS X 10.6 selbst erkennt und verwendet die 8 GB ohne Probleme.


Festplatten-Aufteilung und Boot:

Ich habe die interne Platte komplett für Linux vorgesehen. Das hat den Vorteil, daß ich mich nicht mit Bootmanagern und dergleichen herumschlagen muß und einen klassischen MBR nutzen kann. Wenn ich Linux booten will, schalte ich einfach den Computer ein. Wenn ich Mac OS X booten will, schalte ich die externe Firewire-Platte ein, auf der Mac OS X installiert ist, und drücke beim Start des Computers die Alt-Taste zur System-Auswahl.


Installation von Xubuntu:

Eine CD mit Xubuntu 12.04 (64 Bit) "Alternate Install" brennen und davon booten ("Alt" drücken). Der Installer kann selbständig ein verschlüsseltes System anlegen, dafür wählt man zuerst, daß man _kein_ verschlüsseltes Homeverzeichnis haben will und danach bei der Partitionierung der Festplatte "LVM mit Verschlüsselung". Der Installer legt eine kleine Boot-Partition an (rund 256 MB), eine verschlüsselte Swap-Partition (etwas größer als das verfügbare RAM) und eine große verschlüsselte Partition für das System und die Nutzerdaten. Bei Bedarf kann man die Partitionen und Größen auch selbst festlegen.


Treiber für die nVidia-Grafik:

Nach der Installation des Systems und dem ersten Booten sollte man das Programm "Additional Drivers" (beziehungsweise seine deutsche Entsprechung) aufrufen und die proprietären nVidia-Treiber installieren ("NVidia accelerated graphics driver (post-release updates)"), wenn man zwei Monitore am Mac mini betreibt. Im Fall der Treiber-Installation sollte man in der Config-Datei /etc/default/grub die Bootparameter anfügen: "nomodeset noacpi reboot=acpi". (Der Mac mini hat ansonsten bei mir nach dem Booten nichts angezeigt. _Nicht_ das Programm "nvidia-xconfig" ausführen!)


Wartezeit beim Booten verkürzen:

Der Mac wartet beim Booten eine Weile auf ein ihm bekanntes Betriebssystem, diese Wartezeit kann man verkürzen - leider nicht ganz unterbinden - durch folgendes Vorgehen:
In Mac OS X im Terminal als root eingeben:
bless --device /dev/disk0s2 --setBoot --legacy
(Mit der Angabe der richtigen Boot-Partition, also die kleine, auf der Linux den Ordner /boot gespeichert hat. In meinem Fall war /dev/disk0s2 unter Mac OS X /dev/sda2 unter Linux.)


Fensterbuttons links:

Die Fensterbuttons kann man, wie bei Mac OS X üblich, auf die linke Seite schieben, im Kontrollpanel SettingsWindow Manager, Bereich "Style".


Dual-Monitor-Betrieb:

Für zwei Bildschirme kann man die Position und den Hauptbildschirm in einem Skript angeben, was man in den Autostart von XFCE eintragen kann und welches z.B. folgendes enthält:
xrandr --output DVI-I-1 --right-of DP-0
xrandr --output DVI-I-1 --primary




Viel Spaß!

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Kommentare

cdyFlorian
Cooler Post
Allerdings verstehe ich nicht, warum Du bei Gelegenheit nicht auf ein richtig freies System wie Debian, Gentoo, etc wechselst?
Letzten Endes weiss man nicht was Canonical in Ubuntu für Hintertürchen einbaut...
BTW: Der GRUB Bootloader kann Mac OS X booten. Somit sollte es kein Problem sein, mehrere Systeme auf der Mac-internen Platte zu nutzen
„Wenn ein Mac alt wird, dann mein Hackintosh
redACTED
cdyFlorian:
Ich habe Gentoo ausprobiert, war mir aber bisher zu umständlich. Vielleicht beim nächsten großen Wechsel. Mir bleibt zu hoffen, daß eventuelle Canonical-Hintertüren es nicht in Xubuntu geschafft haben.

Soweit ich weiß, kann Grub Mac OS X aber auch nur über einen Zwischenloader booten? Selbst wenn nicht, ein System pro Platte erscheint mir unkomplizierter, gerade weil es so einfach ist, beim Booten mit der Alt-Taste zu wählen.
Hannes Gnad
Mac OS X ist ein schickes Betriebssystem, aber es gibt zunehmend mehr Gründe, es nicht zu nutzen: Apples Zensurbestrebungen und Kooperation mit der NSA, die fehlende Unterstützung älterer Computer und der daraus folgende Upgradezwang für Hard- und Software. Wer noch einen Mac hat, aber auf ein sicheres, freies Unix umsteigen will, kann relativ problemlos Linux auf seinem Intel-Mac installieren.

Als Beispiel dient hier Xubuntu 12.04 () und ein Apple Mac mini "late 2009".


Ziele:

- Linux bootet als Standard von der internen Platte, Mac OS X bei Bedarf von externer Platte.
- Verschlüsseltes System und Benutzerdaten.
Die Kooperation mit der NSA kann ich nicht einschätzen. Zensur bzgl. des OS gibt es von Apple aber eher nicht. Auf einem Mac mini Late 2009 läuft 10.8 wie 10.9. FileVault 2 existiert.

So ganz erkennen kann ich den Sinn nicht - wenn ich mal ein Linux brauche, lebt das fein in einer VM.
redACTED
Hannes:
Wenn Du den Sinn der Sache nicht erkennst, dann ist das vollkommen in Ordnung. Ich habe die kurze Anleitung ja nicht persönlich für Dich geschrieben.

Der Mac mini 2009 diente als ein Beispiel. Schon das Modell davor kann nicht mehr mit aktuellen Betriebssystemen von Apple umgehen - mit Linux (und Windows, aber darum soll es hier nicht gehen...) dagegen wunderbar.

Ich glaube aber auch, daß ich nicht allein mit meinem Unmut über Apples generelle Entwicklung (Zensur im AppStore, iPhonisierung von OS X, Hardware, ...) bin und sich deswegen einige Leute nach einem neuen System umsehen - das kann dann eben auch auf vorhandener Apple-Hardware laufen.
SchaubFD
Hallo,

kleiner Tipp, sehe dir mal Sabayon Linux an. Das ist ein Gentoo Based Linux und hat ZFS gleich noch mit an Board. Hat einen graphischen Installer und vorcompilierte Quellen. Die Installation ist genau so einfach wie die von den meisten anderen Distributionen.
Starfish
gibt es eine Linux-Distribution für den Mac Mini Late 2012, die nötige Treiber für Grafik und Netzwerk, IR beinhaltet?
Sollte geeignet sein für Menschen die keine Ahnung von Linux haben (nämlich mich).
Ich will einen Macmini HTPC auf Linux Basis für XBMC.
„Der Macintosh ist katholisch: das Wesen der Offenbarung wird in einfachen Formeln und prachtvollen Ikonen abgehandelt. Jeder hat das Recht auf Erlösung.“
Hannes Gnad
redACTED
über Apples generelle Entwicklung (Zensur im AppStore, iPhonisierung von OS X, Hardware, ...)
Mir scheint es oft, daß dieser Unmut damit zu tun hat, daß nicht verstanden wird, warum Apple bestimmte Dinge so macht.
redACTED
SchaubFD:
Danke, hört sich gut an.
sierkb
Hannes Gnad
Mir scheint es oft, daß dieser Unmut damit zu tun hat, daß nicht verstanden wird, warum Apple bestimmte Dinge so macht.

Nicht immer gleich den Fehler und die Schuld bei den Anderen suchen und mit dem Finger auf sie zeigen, ein wenig mehr selbstkritische Selbstbetrachtung wäre mMn doch schon angebracht. Denn man könnte es auch so herum sehen: Apple kommuniziert und produziert in einem nicht mehr kleinen Maße an vielen Menschen und ihrem Bedarf vorbei.

Eigentlich sollte aber doch genau das, was Dir da scheint, gar nicht erst passieren, weil's mal jahrelang Apples nachgesagte Stärke war, nämlich "It just works!" -- Nachfragen und Erklärungen, warum und wie etwas funktioniert und was Apple sich dabei gedacht hat nicht nötig, da alles selbsterklärend und selbst dem letzten DAU sofort einsichtig und erschließlich und er sich von Apple genau da verstanden, abgeholt und unterstützend begleitet fühlen sollte, wo er gerade steht und wo er hin will...

Da krachen immer öfters eben die offenbar verschiedenen Perspektiven und Ansprüche aufeinander und laufen auseinander statt harmonisch konform in eine gemeinsame Richtung zu gehen.

Apple rühmte sich doch immer damit, schon im Voraus zu wissen, was der Anwender überhaupt will und wo dieser hin will. Dem ist offenbar immer öfters nicht so, dieses feinfühlige Gespür lässt Apple seit einiger Zeit immer mal wieder vermissen.
redACTED
Hannes:
Das ist natürlich eine hübsche Erklärung. Wir sind alle nur zu doof und sollten einfach mehr Vertrauen haben. Die NSA will auch nur unser Bestes.
git push
Hi redACTED,

Lass dir keinen Quatsch erzählen von anderen Personen in dem Thread hier die meinen OSX über alles....


Ich hatte damals meinen Imac nur wegen dem Design gekauft. OSX hatte ich mir angeguckt, gelacht und wieder gelöscht. Es ist mir einfach viel zu unflexibel / statisch und viel zu sehr auf Apple Hardware / Software beschränkt. Ich selbst nutze aber Debian (debian.org) und kein Ubuntu aber selbst FreeBSD lief wunderbar auf der Kiste.

Da die Kiste durch full encryption nun doch recht lahm laufen wird (bei SSD dann dm-cache), gib ihm etwas die Sporen. Kompilier und konfiguriere dir rxdsk. Das ist Memcached für Arme und Desktops.
Voll verschlüsselt ist aber immer noch nichts ! Mit RAM scrapers komm ich locker an deine Daten ran. Internet access ohne Tor und NUR MIT VERIFIZIERTEN EXIT NODES ???!!! Da musst du aber noch ein paar Schippen nachlegen


@Starfish
"gibt es eine Linux-Distribution für den Mac Mini Late 2012, die nötige Treiber für Grafik und Netzwerk, IR beinhaltet?
Sollte geeignet sein für Menschen die keine Ahnung von Linux haben (nämlich mich).
Ich will einen Macmini HTPC auf Linux Basis für XBMC."

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