Zukünftige A- und M-Chips: Intel und Samsung als neue Partner?


Es ist ein Jahrzehnt her, als man vor dem Kauf eines iPhones nicht wusste, ob der verbaute Hauptchip von TSMC oder von Samsung stammte. Erhielt man einen A9 von Samsung, so war der Energiebedarf geringfügig höher – Apple sprach
damals von zwei bis drei Prozent Abweichung. Erst mit dem A10 wurde TSMC dann zum exklusiven Fertiger und hatte seitdem einen wichtigen Anteil an den großen Fortschritten, die Apple Jahr für Jahr machen konnte. Mehreren Berichten zufolge arbeitet Cupertino jedoch wieder darauf hin, unabhängiger von TSMC zu sein. Laut
Bloomberg laufen nicht nur mit Intel, sondern auch mit Samsung entsprechende Gespräche.
Gespräche mit Intel und SamsungDem Bericht nach führt Apple frühe Verhandlungen mit Intel und besichtigte außerdem ein im Aufbau befindliches Samsung-Werk in Texas, das für fortschrittliche Chipfertigung vorgesehen ist. Konkrete Aufträge oder Verträge gebe es dem Bericht zufolge bislang nicht. Apple habe aber weiterhin Bedenken, bei den wichtigsten Chips auf nicht von TSMC stammende Fertigungstechnologien zu setzen. Samsung ist zwar ein etablierter Auftragsfertiger, liegt im Spitzenbereich aber weiterhin hinter TSMC – Intel kann TSMC ebenfalls kaum das Wasser reichen.
Allerdings gilt TSMC eindeutig als führendTSMC gilt in mehreren Disziplinen als führend – nicht nur wegen der Technologien selbst, sondern auch aufgrund von Skalierung, Ausbeute und gleichbleibender Qualität. Genau hier liegen laut Bloomberg die größten Zweifel an Intel und Samsung, denn beide könnten Apple möglicherweise nicht derart zuverlässig in jenem Umfang und jener Konstanz bedienen, die TSMC zum wichtigsten Apple-Partner gemacht hatten.
Geopolitik ein weiterer FaktorNeben Lieferkettenfragen spielt auch Geopolitik eine Rolle. Apples wichtigste Chips entstehen weiterhin in Taiwan, während die Spannungen zwischen China und Taiwan ein strukturelles Risiko darstellen. Eine teilweise Fertigung in anderen Ländern würde dieses Risiko nicht beseitigen, aber zumindest verteilen. Ein realistisches Szenario wäre wohl weniger, in Zukunft mehrere Fertiger für aktuelle Top-Chips zu beauftragen, sondern die zusätzlichen Partner mit den schwächeren oder Vorjahres-Serien zu betrauen.