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Bloomberg: Ternus auf den Spuren von Jobs – Comeback des früheren Hardware-/Design-Fokus?

Als sich die Hinweise vor einem Jahr immer weiter verdichteten, dass Apple an einem geordneten Übergang von Cook auf Ternus hinarbeitet, war in vielen Kommentaren die Hoffnung zu lesen, es möge wieder Jobs-ähnlichere Entwicklungsprozesse geben. Damit gemeint war vor allem, dem Produktdesign mehr Stellenwert zu geben – wohingegen Cook bekanntlich in diesen Fragen nicht übermäßig involviert war. Einem Bericht von Bloomberg zufolge gibt es tatsächlich solche Änderungen, denn Ternus verfolge in einigen Bereichen eine etwas andere Linie. Während Tim Cook seine Stärken vor allem in Lieferketten, operativen Abläufen und Finanzstrategie ausspielte, greife Ternus offenbar verstärkt dort selbst ein, wo sein eigener fachlicher Hintergrund liegt: bei Hardware, Produktentwicklung und Design.


Für Finanzen/Logistik setzt Ternus auf CFO und COO
Die Themenbereiche Finanzstrategie und Lieferketten wolle Ternus demnach stärker CFO Kevan Parekh und COO Sabih Khan überlassen, während er enger mit Hardware-Chef Johny Srouji und Engineering-Leiter Tom Marieb zusammenarbeite. Dies sei intern auch offen kommuniziert worden. Bloomberg zufolge erklärte Ternus vor Mitarbeitern, er habe sich während der Übergabe mit Cook darüber unterhalten, wie er seine Stärken am besten einbringen könne – und das sei eben Hardware.

Seit vielen Jahren wieder ständige CEO-Besuche im Designstudio
Besonders deutlich zeigt sich die neue Gewichtung beim Design. Ternus besucht das Designstudio laut Bloomberg inzwischen mehrmals pro Woche und arbeitet dort direkt mit den Teams für Industrial Design und Human Interface Design zusammen. Teilweise soll er sogar mehrfach an einem Tag vorbeischauen. Zum Vergleich: Tim Cook habe sich ungefähr einmal im Monat für rund eine Stunde dort aufgehalten – wohingegen man Steve Jobs nachsagt, mehr Zeit mit Jony Ive als in seinem eigenen Büro verbracht zu haben.

Weiterhin kein übergeordneter Designchef mehr geplant
Einen übergeordneten Designchef, der gleichzeitig Industrial Design und Human Interface Design leitet, hat Apple bereits seit Jony Ives Weggang 2019 nicht mehr. Die beiden Bereiche wurden fortan wieder separat geleitet und unterstanden zeitweise dem damaligen COO Jeff Williams. Dann übernahm Cook zunächst, um die Aufgabe später auf Ternus zu übertragen. Laut Bloomberg plane Apple aber auch unter dem neuen CEO nicht, wieder einen Chief Design Officer einzusetzen. Stattdessen setzt Apple auf die vorhandene Führungsstruktur. Molly Anderson verantwortet Industrial Design, Steve Lemay das Human Interface Design. Wenn Ternus allerdings dauerhaft so viel Zeit in jene Bereiche investiert, ist der Posten wohl tatsächlich nicht unbedingt erforderlich.

Kommentare

massi
massi05.10.26 09:52
Eigentlich braucht Apple mal jemand, der sich verstärkt um die Software kümmert. Da liegen m.E. im Moment die Schwächen bei Apple.
+12
MacSquint
MacSquint05.10.26 10:08
Seh ich auch so. Über die Hardware gibts wesentlich weniger zu meckern als über die Software…@@massi
+5
Frank Drebin
Frank Drebin05.10.26 11:07
Hair Force One hat meiner Meinung nach ausgedient und gehört ersetzt…
-7
evanbetter
evanbetter05.10.26 11:41
Steve Ballmer würde jetzt schreiend über die Bühne hopsen: "Software, Software, Software!" – Ich sag's mal dezenter: "Software!"
Dort brennt's nicht grad aber ist schon arg staubig und hat Wackelkontakt.
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
0
Fontelster
Fontelster05.10.26 12:10
»Tim Cook habe sich ungefähr einmal im Monat für rund eine Stunde dort aufgehalten«

Was das Human Interface angeht, könnte das eine Erklärung für das Liquid Glass-Desaster sein. Vor allem das Icon-Problem.
0
holk10005.10.26 12:46
Man sollte aus der persönlichen Abneigung zum Liquid Glas Design kein „Desaster“ machen. Die große Mehrheit findet es gut und mit iOS und macOS 27 sind auch die anfänglichen Schwächen weitgehend beseitigt.
+4
Fontelster
Fontelster05.10.26 13:54
holk100
Die große Mehrheit findet es gut und mit iOS und macOS 27 sind auch die anfänglichen Schwächen weitgehend beseitigt.

Genau das meine ich: die »anfänglichen Schwächen«. Das Problem ist nicht OS27, sondern 26.
OK, es war kein Desaster, aber der vermutlich erhoffte Erfolg war es auch nicht.
Wenn die Mehrheit es schon bei 26 gut gefunden hätte, hätte Apple nichts ändern müssen. Der Widerstand war offensichtlich groß genug, dass Apple sich dazu gezwungen sah.

Und was die Icons betrifft: die haben nicht nur Apples eigenen Design-Guidelines widersprochen (schlimm genug), sondern waren dann auch noch dermaßen katastrophal schlecht umgesetzt, dass man es vermutlich nur als Desaster bezeichnen kann.
Ich empfehle dazu nochmal diesen Artikel, es lohnt sich (meiner Meinung nach):
+2

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