Ternus baut Apple um: Schneller, mehr Releases, schlanker, aber mehr Druck


Schon vor der Amtsübernahme des neuen Apple-CEOs hatte sich angedeutet, dass Ternus in einigen Bereichen Umstrukturierungen vornimmt. So wurde beispielsweise die Hardware-Abteilung neu geordnet. Srouji, zuvor Chef der Chipentwicklung, steht nun dem gesamten Bereich vor, und rückte die verschiedenen Teams näher zusammen (siehe
Artikel). Zwischen Hardware Engineering und Führungsebenen soll es weniger Ebenen geben, Design und Produktentwicklung arbeiten verzahnter, zudem holte Ternus die frühere Hardware-Vizepräsidentin Laura Legro zurück und machte sie zu einer seiner engsten Vertrauten. Damit ist es allerdings noch längst nicht getan, wie ein neuer
Bericht beleuchtet.
Weniger feste ZyklenTernus sieht vor, Apples Produktentwicklung schneller und schlanker zu machen. Die klassische Frühjahrs-/Herbst-Taktung soll aufgeweicht werden, sodass Produkte dann erscheinen, wenn sie fertig entwickelt sind – und nicht, weil es bestimmten Abläufen entspricht. Gleichzeitig wolle Apple experimentierfreudiger sein und mehr neue Produktkategorien ausprobieren. Das passt zur bereits geschilderten Strategie, Hardware Engineering, Silicon, Platform Architecture und Advanced Technologies enger zusammenzubringen.
Weniger PersonalSehr deutlich ist auch eine andere Botschaft an die Belegschaft. Reduzierte Neueinstellungen, mehr Leistung aus den bestehenden Teams, laute das Ziel. Gurman zufolge zeigte Ternus sogar eine Folie zur jährlichen Personalentwicklung und argumentierte, Apple müsse mit weniger Mitarbeitern mehr erreichen. Für die 2027er-Planung bedeutet das kleinere Budgetsteigerungen, weitgehend konstante Mitarbeiterzahlen und geringere Marketingausgaben. Gleichzeitig sollen die Produktgruppen schneller und häufiger liefern. Erste Rückmeldungen über eine veränderte Atmosphäre kursieren allerdings bereits. Führungskräfte sprechen den Angaben zufolge von "hektischerer Arbeit", wenn die Produktteams in kürzerer Zeit mehr zu liefern haben.
Aber keine Ausdünnung des KundendienstesIn den vergangenen Wochen seien bereits zahlreiche Manager entlassen worden, so Bloomberg – und Betroffene erhielten wenig Zeit, sich im Unternehmen neue Stellen zu suchen. Das gibt bereits einen Vorgeschmack auf das Schlagwort "leaner Apple". Berichte über einen Kahlschlag im Bereich AppleCare mit 5000 Entlassungen scheinen sich indes nicht zu bewahrheiten. Den Kundendienst teilweise durch KI-Agenten zu ersetzen, stünde vorerst nicht mehr auf der Tagesordnung.