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macOS nicht mehr „zertifiziertes UNIX“? Apple-System von der Liste der Open Group verschwunden

Dass macOS auf UNIX basiert, ist kein Geheimnis. Zu Anfangszeiten von Mac OS X warb Apple mit dem quelloffenen Unterbau und ließ viele Versionen des Desktop-Betriebssystems von der Open Group zertifizieren. Blickt man aktuell auf die Liste zertifizierter Produkte, fehlt Apple in der Aufstellung – nur IBM, HP sowie SCO finden Erwähnung. Auf Reddit führte diese Entdeckung zu Spekulationen, dass Apple fortan auf die Zertifizierung verzichtet. Doch gibt es Anzeichen dafür, dass es sich lediglich um eine temporäre Auszeit handelt.


Denn tatsächlich findet sich das aktuelle macOS 27 Golden Gate nicht auf der Liste der für eine Single UNIX Specification zertifizierten Betriebssysteme. Wer die Liste nach der Marke „UNIX 03“ filtert, findet macOS 26 Tahoe als zertifiziertes System, sowohl für Intel- als auch für Apple-Silicon-Macs. Apples bis Mitte September aktuelles Betriebssystem kann sich also weiterhin als „UNIX-zertifiziert“ bezeichnen. Schaut man zudem auf die Mitgliederliste der Open Group, findet sich Apple dort weiterhin – in der Kategorie „Silver Members“. Apple veröffentlicht zudem weiterhin den Kernel der konzerneigenen Betriebssysteme, XNU, in regelmäßigen Abständen auf GitHub.

Eine Frage der Zeit?
Software-Zertifizierungen sind meist mit Einreichen, Überprüfen sowie Nachbessern der jeweiligen Programme verbunden. Es ist also möglich, dass es lediglich eine Frage der Zeit darstellt, bis auch macOS 27 Golden Gate als zertifiziertes UNIX bezeichnet werden kann. Möglicherweise erzeugten die umfangreichen Umbauten, welche durch den Wegfall der x86-Architektur notwendig wurden, eine Verzögerung im Zertifizierungsprozess.

25 Jahre alter Standard
Andererseits ist die Frage berechtigt, wie relevant es für Apple-Anwender ist, dass die aktuelle Version ihres Mac-Betriebssystems dem ein Vierteljahrhundert alten Standard entspricht: Die technischen Spezifikationen für UNIX 03 wurden im Jahr 2001 verabschiedet. Die einzige neuere Version, UNIX V7, stammt aus dem Jahr 2013; derzeit ist dafür nur IBMs AIX Version 7.2 TL5 zertifiziert – auf IBMs eigenen POWER™-Prozessoren.

Kommentare

t.stark
t.stark16.10.26 16:51
Ich bin nicht sicher, ob "UNIX-zertifiziert" wirklich etwas bringt. Ein echter Linux Unterbau hingegen hätte einen riesigen Mehrwert. Das ist einfach ein Betriebssystem, das sich sehr positiv entwickelt hat, aber es ist wohl einfach zu spät und der Aufwand wäre immens.
Steve Jobs
„...and it’s very Linux-like. Very much so. It’s got Free BSD Unix, which is the same as Linux. So it looks almost the same to developers.“
Ja schön wär's.
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cfkane16.10.26 17:13
War da nicht mal ein Bericht, daß die Unix-Zertifizierung für macOS inzwischen eh ein Witz ist, da so viele Konfigurationseinstellungen geändert werden müssen, um den Unix-Test zu bestehen, daß dieses Zertifikat für das normale macOS gar nichts bringt bzw. aussagt?

Habe irgendwo auch einmal gelesen, wie die erste Zertifizierung zustande gekommen sein soll. Lief wohl ungefähr so ab (nach meiner Erinnerung):
  • Steve Jobs verkündete die Unix-Zertifizierung. War aber gar nicht vorhanden, hohe Strafzahlung drohte.
  • Ein Entwickler bot Jobs an, Mac OS X für eine Million USD so anzupassen, daß es den Test besteht. Jobs schlug ein.
  • Entwickler arbeitete unter Termindruck, war quasi fertig.
  • Da mergte das OS-Team überraschend den Code für die Intel-Umstellung ins Repository! Entwickler mußte von vorne anfangen!
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gfhfkgfhfk16.10.26 17:25
HP-UX ist mittlerweile eingestellt, und der Support komplett ausgelaufen. SCO ist ebenfalls alt. D.h. es befindet sich nur noch IBM auf der Liste mit aktuellen Produkten.
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Metty
Metty16.10.26 17:35
Es wäre schlecht wenn sich masOS immer weiter von UNIX entfernt. Es gibt hunderte von UNIX basierten Tools, die auch auf macOS laufen. Je weiter sich Apple davon entfernt, desto schwieriger wird es diese Tools am laufen zu halten. Da die meisten auf Open Source Support angewiesen sind, droht ein Wegfall vieler dieser Programme.
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Der Mike
Der Mike16.10.26 17:51
Metty
Es wäre schlecht wenn sich masOS immer weiter von UNIX entfernt. Es gibt hunderte von UNIX basierten Tools, die auch auf macOS laufen. Je weiter sich Apple davon entfernt, desto schwieriger wird es diese Tools am laufen zu halten. Da die meisten auf Open Source Support angewiesen sind, droht ein Wegfall vieler dieser Programme.

Das mag sein, aber auch Linux war niemals ein Unix. Genau genommen ist Linux an sich sogar nur ein Kernel.

Auch dessen Abwendung von X11 hin zu Wayland (GNOME, KDE) samt systemd ist für Old-School-Unices-Fanboys Sodom und Gomorra und keine "reine Lehre" . Ich hingegen mag Wayland und systemd, schon wegen launchd. SysVinit ist unter Linux bis auf Randgruppen tot, selbst schon lange unter Debian.

Vor 20 Jahren war eine Unix™-Zertifizierung noch recht werbewirksam, ebenso POSIX, das ist aber längst rum …

Den meisten Apple-Kunden war all das schon damals ziemlich egal.

Selbst seit 1994 samt NetBSD damals unterwegs - neben AmigaOS und System 7 -, Linux lief hier zu Hause zuerst auf PowerPC-Hardware, erst sehr viel später auf x86, dann aber gleich samt x64|AMD64 und sehr schnell mit UEFI.
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