Push-Nachrichten von MacTechNews.de
Würden Sie gerne aktuelle Nachrichten aus der Apple-Welt direkt über Push-Nachrichten erhalten?

Apples Warnung vor sinkenden Margen – Ernüchterung an der Börse

Apples Quartalszahlen konnten zunächst begeistern, denn das Unternehmen steigerte den Umsatz und den Gewinn um rund zwölf Prozent. Beide Werte stellen neue Rekorde für ein Septemberquartal dar. Blickt man auf die Probleme des Gesamtmarkts, vor allem hervorgerufen durch die Speicherkrise, war das alles andere als selbstverständlich. Dennoch reagierten Anleger zunehmend skeptisch, als Apple im anschließenden Conference Call über die Aussichten für das wichtige Weihnachtsgeschäft sprach. Wie so oft griff die Device "sell the news" – wenngleich tatsächlich vorsichtigere Prognosen verkündet wurden.


Erst Euphorie, dann etwas Ernüchterung an der Börse
Mit den Ausführungen zum kommenden Quartal änderte sich die Stimmung an der Börse. Zwischenzeitlich fiel der Kurs auf 323,33 Dollar, was einem Rückgang von 4,43 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von 338,32 Dollar entspricht. Direkt nach Versand der Pressemitteilung mit den konkreten Werten hatte Apples Aktie hingegen noch zugelegt. Die Reaktion belegt typisches Anlegerverhalten, welches nicht vergangene Erfolge, sondern die weitere Geschäftsentwicklung betrachtet. Hierzulande wiederholte sich das Spiel nach Börsenstart, AAPL ist ebenfalls rund 5 Prozent niedriger als noch vor einer Woche bewertet.

Sinkende Margen – also ein Minus in der Kerndisziplin
Im abgelaufenen Quartal erreichte Apple eine Bruttomarge von 47,9 Prozent, nachdem diese drei Monate zuvor noch bei 50,1 Prozent gelegen hatte. Bei den Hardware-Produkten fiel der Wert sogar von 40,1 auf 37,2 Prozent. Als wesentliche Ursache nannte Finanzchef Kevan Parekh die stark gestiegenen Speicherpreise. Für das laufende Weihnachtsquartal stellt Apple zwar einen neuen Umsatzrekord in Aussicht, allerdings eine wesentlich niedrigere Bruttomarge von nur noch 45 bis 46 Prozent. Wovon sehr viele Unternehmen träumen, ist bei Apple fast schon eine Hiobsbotschaft.

Speicher – und zeitversetzte Umsatzverbuchung
Neben den unverändert hohen und teils weiter steigenden Speicherpreisen spielt laut Apple auch Siri AI eine Rolle. Einerseits entstehen zusätzliche Kosten für die Cloud-Infrastruktur, andererseits muss Apple einen Teil der Umsätze mit Geräten, die entsprechende Dienste enthalten, über deren Nutzungsdauer verteilen. Beide Faktoren belasten die ausgewiesene Marge. Hinzu kommen weiterhin Lieferengpässe bei verschiedenen Mac- und iPad-Modellen sowie beim neuen iPhone Duo.

Kommentare

sonnendeck03.11.26 11:53
gerade bei den steigenden Speicherpreisen, verstehe ich noch immer nicht warum die sich nicht weiter bei Intel engagieren und da dann selber Speicher produzieren, gerade XBM klingt intresant da müsste doch so langsam eine Möglichkeit da sein das gewinnbringend selber in die Hand zu nehmen.
0
Bitsurfer03.11.26 11:57
sonnendeck
gerade bei den steigenden Speicherpreisen, verstehe ich noch immer nicht warum die sich nicht weiter bei Intel engagieren und da dann selber Speicher produzieren, gerade XBM klingt intresant da müsste doch so langsam eine Möglichkeit da sein das gewinnbringend selber in die Hand zu nehmen.
Weil aktuell TSM der Technologieleader ist. Die machen Chips in 2 nm Strukturbreite was andere, auch Intel, noch länger nicht können.
0
maccroat6803.11.26 12:04
Ich habe es vorausgesehen und trotzdem nicht gehandelt und keine Gewinne mitgenommen. Das ärgert mich. Ich bin mir aber zu 100 Prozent sicher: Bis Ende des Jahres steht die Aktie bei 350 bis 360 US-Dollar. Beim letzten Mal war es genauso.

Apple hat rund 2,5 Milliarden aktive Geräte. Das iPhone-Geschäft wird weiter wachsen, genauso wie das App-Geschäft.

Apple hat den KI-Trend bewusst oder unbewusst verschlafen – zumindest den Wettlauf um das, was die großen LLM-Anbieter derzeit anbieten. Dafür hat Apple bislang auch nicht diese gewaltigen Summen verbrannt.

Bei Anthropic & Co. muss sich erst noch zeigen, ob daraus langfristig ein Geschäftsmodell entsteht, das die horrenden Investitionen innerhalb eines überschaubaren Zeitraums rechtfertigt. Jede Anfrage und jeder generierte Token kosten die Anbieter Geld. Die Angebote werden immer günstiger. Wie die investierten Summen wieder hereinkommen sollen, ist mir ein Rätsel – vor allem angesichts der zusätzlichen Konkurrenz durch offene Modelle aus China.

Apple verkauft dagegen die Hardware, auf der die Modelle lokal laufen, und ist damit weitgehend aus dem Schneider: Die Hardware ist verkauft, und für lokal generierte Tokens entstehen Apple keine laufenden Serverkosten. Insgesamt werden die Kosten dadurch deutlich geringer ausfallen.

Für die Zusammenarbeit mit Alphabet rechne ich mit rund einer Milliarde US-Dollar jährlich. Diese Partnerschaft überbrückt die Zeit, bis Apples eigene Infrastruktur entsprechend ausgebaut ist. Ich gehe davon aus, dass die eigenen Systeme im Betrieb um ein Vielfaches günstiger sein werden. Gleichzeitig werden die Chips in Macs und iPhones so leistungsfähig, dass sie den größten Teil der alltäglichen KI-Aufgaben lokal und offline erledigen können.

Für die Funktionen, die weiterhin in der Cloud laufen, wird Apple ein erweitertes Abo anbieten, eingebunden in die eigene iCloud. Dieses Angebot wird sich dem geneigten Apple-Nutzer deutlich einfacher verkaufen lassen als ein separates Abo von OpenAI oder Anthropic.

Meine Rechnung ist einfach: 125 Millionen zahlende Nutzer – rechnerisch fünf Prozent der genannten Gerätebasis – zu jeweils 10 US-Dollar im Monat ergeben bereits 1,25 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Monatsumsatz. Das sind 15 Milliarden US-Dollar im Jahr, und das bei einer aus meiner Sicht deutlich günstigeren Kostenstruktur. Deshalb bin ich überzeugt, dass Apple das gut machen wird.

Ich könnte außerdem wetten: Sobald einer der heutigen LLM-Platzhirsche die Erwartungen seiner Investoren enttäuscht und die Bewertung einbricht, wird Apple mit vollen Kassen bereitstehen. Falls Apple die Technologie dann überhaupt noch benötigt, wird sich das Unternehmen diese vergleichsweise günstig einverleiben.

Besonders gespannt bin ich außerdem auf einen weiteren Player: Ilya Sutskever mit SSI – Safe Superintelligence Inc. Ich bin überzeugt, dass er noch einiges in petto hat. Wenn das kommt, was ich vermute, wird es den gesamten KI-Markt auf den Kopf stellen.

Trotzdem ärgert mich die verpasste Gewinnmitnahme. Ich bin aber überzeugt, dass der gestrige Kursverlust spätestens in einem Monat wieder wettgemacht ist. Dann geht das ganze Spiel von vorne los.

Mich würde interessieren, ob jemand das ähnlich sieht oder ob ich einen Denkfehler in meiner Argumentation habe. Feedback ist willkommen.
+2
xcomma03.11.26 12:09
maccroat68
Für die Zusammenarbeit mit Alphabet rechne ich mit rund einer Milliarde US-Dollar jährlich.
Google zahlt jährlich $20 Milliarden an Apple für eine popelige Suchmaschinenvoreinstellung im Safari:


Da finde ich $1 Milliarde für die AI Zusammenarbeit etwas tiefgegriffen.
0
mkummer
mkummer03.11.26 12:16
Seit mindestens 10 Jahren immer das gleiche Spiel: Rekordzahlen im Quartal - die Kurse sinken.
0
maccroat6803.11.26 12:23
Ich beziehe mich mit der Apple zahlung an Alphabet auch auf einen Bloomberger Bericht.
https://news.bloomberglaw.com/ip-law/apple-nears-deal-to-pay-google-1-billion-a-year-for-siri-ai
0
torgem03.11.26 12:24
xcomma
maccroat68
Für die Zusammenarbeit mit Alphabet rechne ich mit rund einer Milliarde US-Dollar jährlich.
Google zahlt jährlich $20 Milliarden an Apple für eine popelige Suchmaschinenvoreinstellung im Safari:


Da finde ich $1 Milliarde für die AI Zusammenarbeit etwas tiefgegriffen.

Das allerdings könnte unter Druck geraten, wenn die Suche nicht mehr so viel einbringt durch ki Konkurrenz
AAPL: reduzieren
0

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.