Apple-Manager kommentiert Verzicht auf ProMotion mit 120 Hz beim neuen iPad mini


Mit dem Anfang der Woche präsentierten iPad mini 8 hat Apple einiges überarbeitet. Das Tablet ist dünner und leichter geworden, verfügt erstmals über ein OLED-Display und bietet dank des A20 Pro erheblich mehr Leistung. Eine Neuerung blieb allerdings aus, denn ProMotion mit bis zu 120 Hz Bildwiederholrate fehlt. Stattdessen arbeitet das neue Panel weiterhin mit lediglich 60 Hz, womit ProMotion dem iPad Pro vorbehalten bleibt und in kein anderes iPad-Modell wanderte. In einem Interview äußerte sich nun ein Apple-Manager zu dieser Entscheidung, die durchaus für Kritik sorgte.
Schnellere Pixel sollen für flüssigere Darstellung sorgenDavid Pakula, Apples Vice President of Hardware Engineering, erklärte gegenüber dem YouTuber Christopher Lawley, die Qualität eines Displays lasse sich nicht an einem einzelnen technischen Merkmal festmachen. Mit OLED reagieren die Bildpunkte ohnehin mehr als zehnmal schneller als bei einem LCD-Panel, führt er aus. Dadurch komme es zu deutlich weniger Bewegungsunschärfe, was gemeinsam mit dem verbesserten Kontrast, der höheren Helligkeit und der Farbdarstellung ein überzeugendes Gesamtpaket ergebe.
Aber: Das ersetzt keine 120 HzAllerdings sind Reaktionszeit und Bildwiederholrate zwei unterschiedliche Eigenschaften. Eine kürzere Reaktionszeit reduziert durchaus Unschärfe bei schnellen Bewegungen, während 120 Hz doppelt so viele Bildaktualisierungen pro Sekunde ermöglichen – gerade beim Scrollen oder bei schnellen Animationen kann dies einen deutlich flüssigeren Eindruck vermitteln. Die OLED-Technik gleicht den Verzicht auf ProMotion daher nicht vollständig aus.
Es waren wohl eher Kostengründe – und Platzierung im SortimentWeshalb Apple die höhere Bildwiederholrate beim neuen iPad mini nicht anbietet, beantwortete Pakula im Interview letztlich nicht. Allerdings kann man hier begründete Spekulationen anstellen. Berichten aus der Zulieferkette zufolge setzt das Unternehmen beim iPad mini auf ein LTPS-Panel. Die Pro-Modelle verwenden hingegen die aufwendigere LTPO-Technik – und derlei Komponenten sind deutlich teurer. Apple hätte vermutlich noch mehr als ohnehin schon an der Preisschraube drehen müssen, wenn man die Entscheidung nicht zulasten der Marge treffen wollte. Gleichzeitig grenzt man aber das mini auch stärker vom Pro ab, denn wer ProMotion möchte, muss zur teureren Ausführung greifen.