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"Neuer Schallwandler (Swiss-Made) eingezogen" von Yosemite82

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Ausgangsbeitrag

Yosemite8205.03.2110:27
Hallo zusammen

Nachdem das alte Harman/Kardon System langsam aber sicher nach 17 Jahren sein Lebensende erreicht hatte (brauchten zum Schluss immer etwas Pegel oder einen Schlag oben aufs Gehäuse um Hochtöne abzuspielen), war es an der Zeit für neue Lautsprecher. Da ich seit Jahren die Produkte von Piega optisch sehr ansprechend finde, die Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben ist und auch der Klang sich durchaus hören lassen kann, ist ein Paar Piega ACE 50 in Schwarz ( ) am Dienstagabend bei uns eingezogen.
Ursprünglich sollten es eigentlich die TMicro 60 AMT werden. Da ich mich aber lange nicht dazu durchringen konnte, die Bestellung aufzugeben (die alten Lautsprecher funktionierten ja nach wie vor), verging einige Zeit. Als ich dann im Januar den Newsletter mit der Ankündigung für die ACE 50 erhalten habe, war ich sofort vom neuen Design angetan. Nach einer Hörprobe hier im örtlichen Fachgeschäft und einem verschämt guten Preis war dann die Bestellung nur noch eine Formsache.

Zuerst zu meinem Hintergrund: Ich komme ursprünglich aus der Audio-Video-Branche (gelernter Fernseh-Radio-Elektriker). Hab daher sicherlich ein gewisse Affinität zum Thema. Bin aber beim besten Willen kein audiophiler Mensch. Was nicht heissen soll, das mir der Klang egal wäre . Als Zuspieler dient ein etwas betagter Denon AVR-2809 in 2.1 Konfiguration (in unserer alten Wohnung war es ein 5.1 Setup - jedoch immer im 5-Kanal Stereo genutzt, da wir höchst selten Filme geschaut habe (aktuell gar kein TV mehr)).

Wie ist der Klang? Für mein Empfinden sind die ACE 50 sehr neutral spielend. Stimmen lösen sich sehr gut von den Chassis und die Detailtreue ist besser, wie alles was ich bisher gehört habe. Hoch und Mitteltöne klingen sehr natürlich. Im Tieftonbereich fehlt mir persönlich etwas Druck und Tiefgang, was ich aber durch sanftes Anheben der Tiefen weitestgehend kompensieren konnte. Meine Referenzlieder waren bisher:
- Emeli Sandé - Live at Royal Albert Hall - Read All About It (Part II)
- Phil Collins - 2015 Remastered - In The Air Tonight
- Meat Loaf - I'd Do Anything For Love
- Dune - Who Wants To Live Forever
- Oliver Koletzki - Hypnotized
- Herbert Grönemeyer - Demo (Letzer Tag)

Wirklich Zeit um die Lautsprecher in Ruhe zu geniessen hatte ich dank Familie und mehr wie genügend Arbeit im Moment nicht. Bin aber bis jetzt sehr Happy mit dem Entscheid, die ACE 50 ausgewählt zu haben

PS: Sorry für das schlechte Foto. Aber die Lichtverhältnisse aktuell sind hier eine Katastrophe und auf die Schnelle hatte ich nur das iPhone zur Hand
„Think Different - Drive Different“

Kommentare

macdevil
macdevil05.03.21 10:37
Glückwunsch, tolle Lautsprecher!

Einspielen nicht vergessen
Wie poste ich richtig: Ich schreibe einfach überall irgendwas hin. Egal wie unnötig mein Post ist.
Loc
Loc05.03.21 12:58

Das scheinst Du anders zu empfinden
too old to die young
ilig
ilig05.03.21 13:02
Loc
Aus welcher Quelle stammt das
Loc
Loc05.03.21 13:23
ilig
too old to die young
piik
piik05.03.21 13:34
Naja, nicht audiophil aber diese blumige Sprache: "Stimmen lösen sich sehr gut von den Chassis ..:"
Das ist das Äquivalent zur Beschreibung von Wein, ähnlich präzise (und nicht wirklich aussagekräftig).

Eigentlich sind es viele Worte um die Wertung "Mir gefällt der Klang.", was adäquater wäre in meinen Augen.
Mr. Weisenheimer05.03.21 14:28
Von der Box ist wirklich nicht viel zu erkennen, außerdem nur eine.
5.0-Stereo ist jetzt vorbei. Warum "Denon AVR-2809 in 2.1 Konfiguration"? Hast du noch einen Sub dazu?
"Stimmen lösen sich sehr gut von den Chassis und die Detailtreue…" - damit fange ich auch nicht allzu viel an, schon gar nicht im Zusammenhang mit den Musikbeispielen, die da als "Referenz" genannt werden…
Entscheidend für die Klangqualität ist in erster Linie die Qualität der Aufnahme.
Wie dem auch sei: viel Spass mit den neuen Lautsprechern.
Frost05.03.21 15:05
piik
Naja, nicht audiophil aber diese blumige Sprache: "Stimmen lösen sich sehr gut von den Chassis ..:"

Na ja, man merkt schon ob bei der Wiedergabe die Saengerin mitten im Raum oder nur zwischen den beiden Boxen zu stehen scheint.
Bzw. ob man erkennen kann das Instrumente im Raum in der Tiefe des Raumes gestaffelt angeordnet sind oder sich alle so gut wie auf einer Linie zwischen den beiden Lautsprechern befinden.

Dafuer braucht man kein bischen Audiophil zu sein, das kann jeder leicht beim Hoeren von Musik feststellen.
ilig
ilig05.03.21 16:28
Loc
Danke für den Link. Dass es jetzt zu den Vorgängerboxen eine fast doppelte Bassleistung gibt ist nett gesagt. Die untere Grenzfrequenz wird mit 45 Hz angegeben. In einem Testbericht ist auf der 2. Seite zu lesen:
Wiedergabe. Kombiniert man jedoch einen guten (und vor allem tiefreichenden) Subwoofer so hinzu, dass er lediglich die unterste Oktave ergänzend abdeckt (ohne die Standboxen nach unten hin zu begrenzen), so verleiht man der eh schon exzellenten Räumlichkeit der Wiedergabe einen weiteren ungeahnten Schub. Dann geht beispielsweise bei guten Orgelaufnahmen nochmals ein Vorhang auf.

Der Eindruck den Yosemite82 vom Tiefton der Boxen hat scheint nach dieser Testbeschreibung wohl berechtigt zu sein. Bei einem Preis von fast 2.000,- € finde ich das etwas schade.
Krypton05.03.21 17:14
Den Effekt des «sich ablösenden» Klangs kann ich auch voll und ganz nachvollziehen. Ich hatte mal ein günstiges Teufel 5.1 System. Wenn das im Stereo-Modus für Musik betrieben wurde, hat es sich extrem so angehört, dass der Sound (Stimmen, Instrumente) «direkt an den Boxen» klebt. Bei anderen Lausprechern ergab sich im selben Raum/Ort ein ganz anderes Verhalten, hier war der Klang eben im Raum, wie es sein sollte.

Ähnlicher Effekt bei Monitor-Lautsprechern am Mac. Hier hatte ich mal ein paar Yamaha HS50 stehen, die eine fantastische Tiefenstaffelung hergaben (man konnte bei einzelnen Musiker/Instrumente/Stimmen) super die Position und die Tiefe (wie weit hinten oder vorne stehen sie auf der virtuellen Klangbühne) hören. Der Rest der Box (fehlender Bass, leichtes Rauschen, empfindliches geklickere bei Handyanrufen) war leider nicht so prall).

Man muss das vermutlich einmal selbst gehört haben, um die «blumigen Beschreibungen» zu verstehen. Wenn die Läden wieder auf sind, kann ich da einen Besuch im Fachgeschäft sehr empfehlen. Das öffnet einem wirklich die Ohren. Für die Monitore war ich etwa bei Thomann (soll keine Werbung sein, daher kein Link). Hier konnte man in einem Raum etwa 30 aufgebaute Lautsprecherpaare mit eigens mitgebrachter Musik beliebig lange probehören (zumindest so lange, bis die nächsten Kunden auftauchten). Die Unterschiede sind frappierend.

Was den Bass angeht. Da gibt’s je nach Hersteller auch verschiedene Definitionen. Manche unterscheiden etwa den Tiefbass (20-40 Hz) vom mittleren (40-100 Hz) und oberen Bass (100-150 Hz), so dass durchaus ein starker «Bass» aber nahezu völlig fehlender Tiefbass möglich ist. Auch gibt’s da verschiedene Vorlieben. Manche kommen ohne oder mit minimalem Tiefbass aus, ich empfinde eine Anlage ohne tiefes Fundament als wenig emotional. Würde ich nicht haben wollen.
Frost05.03.21 17:17
ilig
Bei einem Preis von fast 2.000,- € finde ich das etwas schade.

Wer die Piega Boxen schon mal gesehen hat der weiss wie schmal diese sind. Optisch sind deren Boxen schon schick und haben sicher damit einen hohen WAF aehnlich z.B. auch den Beolab 18 Floeten.
Nur wo bitte soll bei dieser Breite der Treiber fuer einen bis in den Keller reichenden Tiefbass verbaut sein?
Wenn man das integriert moechte dann muss man sich schon eher so etwas wie einen Klipsch Cornwall IV oder einen Tannoy Canterbury hinstellen.
Die Frage ist nur wer sich solch haessliche Teile freiwillig in seine Wohnung stellt, die Person kann eigentlich nur Single sein,
denn die Scheidung ist einem danach sicher.
ilig
ilig05.03.21 17:38
Frost
Nur wo bitte soll bei dieser Breite der Treiber fuer einen bis in den Keller reichenden Tiefbass verbaut sein?
Die Frage stellt sich m.E. gar nicht. Deshalb rät der Testbericht ja auch zu einem Subwoofer.
Krypton05.03.21 18:14
Frost
Nur wo bitte soll bei dieser Breite der Treiber fuer einen bis in den Keller reichenden Tiefbass verbaut sein?
Rein technisch hätten sie auf der Front noch zwei weitere Tieftöner einbauen können. Membranfläche kann man auch durch mehrere Chassis erreichen. Oder man macht die Boxen aktiv und baut etwas «Computational Audio» ein. Wenn man hört, wie kleine Handtaschen Bose oder JBL Böxchen oder etwa ein HomePod (selbst der mini) im Bassbereich aufspielen, dann ist es heute schwer erklärbar, wenn 2000 € Boxen da nicht mithalten können.
Frost05.03.21 18:27
Krypton
Wenn man hört, wie kleine Handtaschen Bose oder JBL Böxchen oder etwa ein HomePod (selbst der mini) im Bassbereich aufspielen

Kann man machen, nur hat dann das was da am Ende rauskommt, im Gegensatz zu den Piegas, nichts mehr mit Musik zu tun.
Loc
Loc05.03.21 21:29
Ein Lautsprecher hat in aller erster Linie die Aufgabe das Tondokument zu reproduzieren und nicht zu interpretieren.
Da gehört vom Subbass bis zum höchsten Ton alles dazu.
Auch Töne die unser Gehör nicht hören kann, werden wahrgenommen und sind Teil der Musik.
Nur das Ganze kann Musik "vollkommen" reproduzieren.
Ein Homepod z.B. macht sicher keinen Bass. Wer das meint hat noch nie Tiefe Töne gehört
too old to die young
Yosemite8205.03.21 21:51
@macdevil: Mit dem Einspielen halte ich es wie in der Anleitung beschrieben: In den ersten Wochen mit nicht zu starken Pegeln, wechslende Musikrichtungen. Wenn ich die Lautsprecher einspiele wie im Piega Forum beschrieben, lässt mich meine Frau in die Geschlossene einliefern

@Loc: Bass ist vorhanden. Keine Frage. Aber Bauartbedingt (die Lautsprecher sind nur ca. 14cm breit), geht da eben nicht so viel im Tieftonbereich wie bei einer fetten Standbox. Aber dessen war ich mir bewusst und deswegen lasse ich mir auch nicht die Freude an den ACE nehmen. Zudem: Sollte es mir effektiv zuwenig in die Tiefe gehen, kann ich die ACE jederzeit um einen Subwoofer ergänzen.

@piik: Ich bin wirklich kein Audiophiler und die Piegas sind die mit Abstand teuersten Lautsprecher die ich jemals besessen habe. Aber ob Stimmen am Lautsprecher kleben oder eben frei schwebend im Raum sind, das hört auch ein Mensch mit einem guten Ohr. Hör mal das Album von Emeli Sandé - Live at Royal Albert Hall auf verschiedenen Lautsprechern. Du wirst erstaunt sein, was für unterschiede sich da auftun. Ich hatte als Geschäftswagen einen Peugeot 308 II SW: Obwohl nur das Standard-Lautsprechersystem verbaut war, kam man sich vor wie mitten im Konzertsaal. Als ich dann das gleiche Album in meinem BMW mit "nur" HiFi-System gehört habe, war ich echt erschrocken: Die Stimmen lösten sich nicht von den Lautsprechen. Man hat keinen räumlichen Eindruck. Aber wenn du das Gefühl hast, dass sei wie beim Wein mit "Blumig" und solchem Scheiss - sei dir der Vergleich gegönnt

@Mr. Weisenheimer: Lange Geschichte (ich versuche es kurz zu halten): Wir hatten früher einen Pionieer Plasma ohne Lautsprecher. Zu der Zeit auch ein Harman/Kardon HTKS11 5.1 Lautsprecher-System (dieses wurde nun durch die Piegas abgelöst) und die wurden am Denon betrieben. Da wir kleine Kinder haben (5 & knapp 2) und wir nicht möchten, dass vor dem dritten Lebensjahr sinnlos in die Glotze geschaut wird, haben wir beim Umzug in unsere ETW absichtlich auf einen TV verzichtet. Beim Umzug habe ich dann von 5.1 auf 2.1 gewechselt. In erster Linie weil wir selbst als wir noch ne Flimmerkiste hatten, seltenst 5.1 genutz haben (meistens 5 Kanal Stereo), zum andern weil der Wohnbereich kein sicheres aufstellen des FL-Lautsprechers erlaubt hätte. Der Denon durfte bleiben, da er zum einen damals nicht gerade das billigste Modell war, zum andern er nach wie vor mehr wie nur zuverlässig seinen Dienst verrichtet.
Zu den Musikbeispielen: Mag sein, dass das keine Refernz ist. Mir ehrlich gesagt mindestens so Lang wie Breit. Das ist die Musik die ich oft höre und entsprechend auch recht gut kenne (und somit Unterschiede in der Wiedergabe überhaupt wahrnehmen kann). Wobei ich gerade das Emeli Sandé Album von der Aufnahmequalität eben gegenüber sehr vielen anderen Aufnahmen als sehr gut empfinde.
Und ob jetzt auf dem Foto 1 Piega, 2 Piegas oder 8 Piegas sind, kommt doch jetzt echt nicht darauf an? Aktuell verzichte ich auf eine optimale Aufstellung der Lautsprecher, um die Gefahr des Umschmeissens der Lautsprecher durch eines unserer Kinder zu verhindern (der linke Lautsprecher wird direkt am Ende der Wand zum Flur hin aufgestellt). Daher ist der zweite Lautsprecher aktuell nicht fotogen platziert(!)

@Ilig: Der Preis von € 2000.- sagt nichts über den Klang im Tieftonbereich aus. Wie auch andere Poster hier erwähnten: Bass kommt von Membranfläche. Aufgrund der grösse der Lautsprecher (14cm Breit / 16cm Tief) kann da nur begrenzt was kommen. Aber man kann dem mit Hilfe eines Subwoofers abhilfe schaffen.
Der Preis setzt sich aus der pefekten Verarbeitung, dem Herstellungsland Schweiz, dem verwendeten Material, etc. zusammen. Und da sind die € 2000.- meines Erachtens absoult gerechtfertigt.

@Krypton: Danke für deine Ausführungen. Genau so ist es. Jeder der mal den Unterschied gehört hat, versteht meinen "blumigen" Vergleich. Und im Gegensatz zum Wein kann dieser blumige Vergleich eigentlich jeder nachvollziehen.

@Frost: Genau so ist es. Meine Frau hat sofort "JA" zu den Ace 50 (aber auch schon zu den TMicro 50) gesagt. Die längste Diskussion haben wir weder über den Preis noch über Alternativen geführt. Am längsten dauerte die Diskussion ob wir sie in Silber oder Schwarz kaufen.
Die Beolab 18 sind ewigs her, dass ich die gehört habe. Daher wage ich hier keinen Vergleich mit den ACE zu machen.
Think Different - Drive Different
Yosemite8205.03.21 21:52
Loc
Ein Lautsprecher hat in aller erster Linie die Aufgabe das Tondokument zu reproduzieren und nicht zu interpretieren.
Volle Zustimmung. Und da sind die Piegas meiner Meinung nach echt super. Alles klingt sehr natürlich und nicht gekünstelt wiedergegeben
Think Different - Drive Different
Tirabo06.03.21 13:21
Loc

Auch Töne die unser Gehör nicht hören kann, werden wahrgenommen und sind Teil der Musik.
Nur das Ganze kann Musik "vollkommen" reproduzieren.


Willkommen in der Welt der Esoterik

Das Gleiche behaupten ja Heilpraktiker die Homöopathie (Zehnerpotenzen und so) verabreichen.

Übrigens, in Produktionen gibt es in der Regel High-Cut und Lo-Cut im Hörschwellenbereich, um keine unnötigen Dynamik- und Pegelverluste zu bekommen. Das macht man auch nicht ohne Grund.
ilig
ilig06.03.21 16:00
Tirabo
Willkommen in der Welt der Physik bzw. Akustik. Was Loc geschrieben hat ist vollkommen richtig. Töne die unser Gehör nicht hören kann nehmen wir trotzdem war. Nicht über das Gehör sondern über unseren Körper. Das können Gehörlose auch. Deshalb können Gehörlose auch tanzen, musizieren oder z.B. komponieren. Du hast wahrscheinlich schonmal einen Bass erlebt den Du in der Magengrube gespürt hast. Das ist ein recht bekanntes Beispiel für die körperliche Wahrnehmung von Tönen. Vergleichbares kannst Du in einer relativ großen Kirche beim Orgelspiel spüren. Guckst Du hier und hier. Das hat also weder mit Esoterik noch mit Homöopathie zu tun.
Tirabo06.03.21 21:25
@ilig

Das hat doch nichts mit dem Thema zuDie Verlinkungen hättest du dir sparen können, ich habe mit dem Thema beruflich zu tun.

Ich bezog mich auf diese Aussage:
„Ein Lautsprecher hat in aller erster Linie die Aufgabe das Tondokument zu reproduzieren und nicht zu interpretieren.“

Bis hierhin bin ich einverstanden. Danach wurde es leider widersprüchlich und unglücklich. Denn man muss zwischen Aufmahme und Wiedergabe unterscheiden. Damit -worauf du ja hinaus wolltest- ein tiefer Bass auch spürbar ist, brauchen wir eher eine spezielle Form der Wiedergabe, die in der Lage ist, tiefe Töne in dieser Kraft zu produzieren. Selbst mit 80 Herz könnte ich noch ein Erdbeben mit zerstörerischer Wirkung erzeugen, wenn ich die entsprechenden Hilfsmittel dafür zur Verfügung hätte.

Wie gesagt, es kommt hier allein auf hier die Wiedergabe an und nicht auf die Aufnahme. Ein Rumpeln des Bühnenbodens bei einer Mikrofonaufnahme könnte so manchen Verstärker und Lautsprecher an die Belastbarkeitsgrenze bringen, wenn man dieses Rumpeln zulassen würde. Desweiteren würde eine Aussteuerungsanzeige sofort darauf ansprechen und eine Übersteuerung anzeigen. Wenn du nun noch weitere Mikrofonkanäle hast, bei denen Rumpelgeräusche auch nicht unterdrückt werden, hast Du in der Summe ein gewaltiges Problem. Dieses Problem könnte man nur durch Herabsetzung der Pegel eingrenzen, womit wir völlig nutzlos die Dynamik der Musik einschränken. Daher bedient man sich des Lo-Cuts. Die meisten Mikrofone haben dies bereits als Schalter eingebaut.

Mit den hohen Tönen ist es bei der Aufnahme ebenso. Es gibt Spitzen, die wir gar nicht wahrnehmen, die aber Pegelmeter ohne Probleme erkennen können. Auch diese Spitzen können Probleme im Mix in der Summe bereiten. Gerade in der digitalen Umgebung mit 0 dB FullScale müssen diese Spitzen unbedingt vermieden werden, um kein Clipping zu haben. In der analogen Welt ist es auch nicht besser.

Ich bin sowieso nicht damit einverstanden, dass man den Lautsprecher immer als das ultimative „Ehrlichkeitsinstrument“ ansieht, was er gar nie sein kann, weil er bereits reproduziert, meistens noch in einer begrenzten akustischen Umgebung. Selbst die Stereowiedergabe (und Aufnahme) ist ein künstliches Verfahren und hat mit Natürlichkeit gar nichts zu tun. Auch sind Mikrofone im Prinzip dumm und können nicht Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Das können aber unsere Ohren in realen Bedingungen (Details hierzu erspare ich mir mal). Wir können in einer Menschenmenge unter vielen durcheinander sprechenden Menschen einzelne Stimmen selektiv heraushören. Auch im Konzertsaal können unsere Ohren (und Augen!) im Orchester die Harfe hören, obwohl sie durch laute Blechbläsern maskiert wird. Das alles kann ein Mikrofon und ebenso schon gar nicht eine Lautsprecherwiedergabe. Es ist genauso dumm wie das Mikrofon. Unter diesen „künstlichen“ Bedingeungen versagt unser selektives Gehör. Hierfür braucht es dann den Toningenieur, der die künstlerische Entscheidung treffen muss, der Harfe zB. auf der Aufnahme durch entsprechende Mikrofonierung mehr Deutlichkeit zu verschaffen.


Also noch einmal, inwieweit man tiefe Bässe in der Magengegend spürt, hat nichts mit der Aufnahme zu tun, sondern einzig mit der Wiedergabe. Die Frage zu Tönen über 22KHZ ist bei der Aufnahme nicht relevant, weil diese Bereiche bei der Aufnahme so geringe Pegel haben und in der Regel maskiert sind. Desweiteren tummeln sich in diesen Bereichen auch viele Störgeräusche, sodass es nichts bringt sie zu lassen.

Ein grummelnder Tiefbassbereich, der in die Magengegend geht, sehe ich also, um das Zitat oben noch einmal zu erwähnen, eindeutig als eine eindeutige Interpretation, nicht als „getreue Reproduktion“ (der Aufnahme).
sonorman
sonorman06.03.21 22:36
Hallo Yosemite82.

Viel Spaß mit den neuen Speakern! Vielleicht zusätzlich für Dich noch interessant.
Der Test enthält unter anderem ein paar nützliche Aufstellungstipps.
ilig
ilig07.03.21 13:20
Tirabo
Ich bezog mich auf diese Aussage:
„Ein Lautsprecher hat in aller erster Linie die Aufgabe das Tondokument zu reproduzieren und nicht zu interpretieren.“
Wenn Du Dich auf diese Aussage von Loc beziehen wolltes, warum hast dann nicht diese Aussage zitiert sondern eine ganz andere?
Mein Kommentar an Dich bezog sich genau auf das von Dier zitierte.
Auch Töne die unser Gehör nicht hören kann, werden wahrgenommen und sind Teil der Musik.
Nur das Ganze kann Musik "vollkommen" reproduzieren.
Nur deshalb meine Verlinkungen zum Thema Hören und Wahrnehmen.
Ein grummelnder Tiefbassbereich, der in die Magengegend geht, sehe ich also, um das Zitat oben noch einmal zu erwähnen, eindeutig als eine eindeutige Interpretation, nicht als „getreue Reproduktion“
Das Beispiel mit dem Bass meinte ich genauso wie das Beispiel mit der Orgel in der Kirche – also live. Da wird nichts reproduziert. Für mich sind z.B. Vergleichsmöglichkeiten zwischen Livekonzerten die ich erlebt habe und deren Livemitschnitte die ideale Möglichkeit um Lautsprecher zu beurteilen.
evanbetter
evanbetter07.03.21 19:43
Loc
Ein Lautsprecher hat in aller erster Linie die Aufgabe das Tondokument zu reproduzieren und nicht zu interpretieren.
Da gehört vom Subbass bis zum höchsten Ton alles dazu.
Auch Töne die unser Gehör nicht hören kann, werden wahrgenommen und sind Teil der Musik.
Nur das Ganze kann Musik "vollkommen" reproduzieren.
Ein Homepod z.B. macht sicher keinen Bass. Wer das meint hat noch nie Tiefe Töne gehört

Ich gehe davon aus, dass Du noch nie zwei HomePods in Stereo gehört hast.
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
evanbetter
evanbetter07.03.21 19:47
Audiophil ist, wer mit Inbrunst Musik hören kann, ohne dabei (immer) Small talk zu betreiben. Wer sich öffnet für Nuancen und wer Gänsehaut davon bekommen kann.
Diejenigen, die sich nur auslassen darüber, was guter Klang ist und wie gross ein Lautsprecher mindestens sein muss - und in der Steigerung noch wie teuer - haben wir während der Ausbildung (zugegebenermassen böse) "HiFi-Sexuelle" genannt. Man möge es mir verzeihen, oder nicht - ich kann damit leben.

@Yosemite82: Glückwunsch und viel Spass damit!
Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt geschnallt.
Loc
Loc07.03.21 21:37
evanbetter
Ich gehe davon aus, dass Du noch nie zwei HomePods in Stereo gehört hast.

Da hast Du recht.
Aber ich brauche das auch nicht um zu wissen, dass meine Aussage stimmt.
Physik im Alltag ...
too old to die young
Loc
Loc07.03.21 21:51
Tirabo

Willkommen in der Welt der Esoterik

Das Gleiche behaupten ja Heilpraktiker die Homöopathie (Zehnerpotenzen und so) verabreichen.

Übrigens, in Produktionen gibt es in der Regel High-Cut und Lo-Cut im Hörschwellenbereich, um keine unnötigen Dynamik- und Pegelverluste zu bekommen. Das macht man auch nicht ohne Grund.
Genau.
Das macht man, weil die Reproduktionsketten i.d.R. nicht in der Lage sind dies ordentlich wiederzugeben.
too old to die young
Martin8308.03.21 06:27
Piega baut Lautsprecher aus Aluminium. Deren massive Aluwände sind 5mm dick.
Deswegen sind sie z.B. auch nur 15cm breit, wo andere "Holzboxen" locker 22cm breit sind.
Das Innenvolumen bleibt aber gleich, wobei Piega weitaus steifer und fester aufgebaut sind. Auch das ist ein Grund, weshalb es einem vorkommt, die hätten wenig Bass. In Wirklichkeit sind sie einfach super präzise und verzerren nicht. Für tiefste Töne empfiehlt sich dennoch ein Subwoffer.
Yosemite8208.03.21 13:08
sonorman
Hallo Yosemite82.

Viel Spaß mit den neuen Speakern! Vielleicht zusätzlich für Dich noch interessant.
Der Test enthält unter anderem ein paar nützliche Aufstellungstipps.

Danke Freu mich jedes Mal aufs neue, wenn ich ein paar Minuten alleine habe, und die Lautsprecher geniessen kann
Vielen Dank auch noch für den Link. War spannend zu lesen. Bei mir beschallen Sie übrigens fast 50m2 (Wohnen/Essen/Küche - ein grosser, rechteckiger Raum). Klar, dass ist dann mehr Sound zur Unterhaltung/Berieselung wie gezieltes Musik-hören. Dennoch schlagen sich die Säulen echt überraschend gut.
Martin83
Piega baut Lautsprecher aus Aluminium. Deren massive Aluwände sind 5mm dick.
Deswegen sind sie z.B. auch nur 15cm breit, wo andere "Holzboxen" locker 22cm breit sind.
Das Innenvolumen bleibt aber gleich, wobei Piega weitaus steifer und fester aufgebaut sind. Auch das ist ein Grund, weshalb es einem vorkommt, die hätten wenig Bass. In Wirklichkeit sind sie einfach super präzise und verzerren nicht. Für tiefste Töne empfiehlt sich dennoch ein Subwoffer.

Ja, die Wände sind anscheinend echt sehr dünn. Trotzdem bringt ein einzelner Lautsprecher 12kg auf die Waage.
Jetzt nach gut einer Woche immer mal wieder Zeit nehmen um gezielt mal ein Musikstück zu hören muss ich auch etwas die Aussage zur Tieftonwiedergabe relativieren. Es ist eigentlich wirklich erstaunlich, was da raus kommt (den H/K Subwoofer habe ich nach wie vor noch nicht in Betrieb genommen). Bis jetzt hatte ich sehr selten den Wunsch, nach deutlich mehr Tiefgang. Ich spekuliere ja nach wie vor darauf, dass Piega den TMicro Subwoofer durch einen aus der ACE Serie ablöst. Dann wird nochmals investiert. Aktuell halte ich mich zurück.
Think Different - Drive Different

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