Bereiche
News
Rewind
Tipps & Berichte
Forum
Galerie
Journals
Events
Umfragen
Themenwoche
Kleinanzeigen
Interaktiv
Anmelden
Registrierung
Zu allen empfangenen Nachrichten
Suche...
Zur erweiterten Suche
Push-Nachrichten von MacTechNews.de
Würden Sie gerne aktuelle Nachrichten aus der Apple-Welt direkt über Push-Nachrichten erhalten?
Forum
>
Software
>
Zurück in die Zukunft … Das Ende von Software
Zurück in die Zukunft … Das Ende von Software
MacStudio
13.10.26
10:33
Hallo,
das Faszinierende an Geisterfahrern ist, dass sie denken, alle anderen fahren falsch. Ich bin so einer.
Als ich Anfang der 90er meine berufliche Karriere als Kreativer in den großen Werbeagenturen in Hamburg und Düsseldorf startete, sah der Job folgendermaßen aus:
Als Art Director saß ich an einem leeren Tisch mit Bleistift und Papier und musste mir etwas ausdenken. TV-/Kinospots, Plakate und Anzeigen. Die Anzeige wurde mit wenigen Worten beschrieben und dazu eine Bleistiftzeichnung gemacht. Die Umsetzung machte das „Atelier“. Das waren Schriftsetzer, heute Mediengestalter genannt. Briefe wurden diktiert. Ich hatte deshalb ein kleines Diktiergerät. Geschrieben wurden die Texte von Schreibkräften. Später bekam ich auch einen kleinen Macintosh SE mit RagTime. Im Prinzip war das dann der „Nachfolger der elektrischen Schreibmaschine“. So blieb das bis Mitte der 90er.
Dann kam Adobe bzw. die Vorläufer davon. Das Atelier wurde geschlossen und ich musste die Layouts selber machen. Später kamen dann sogar der Filmschnitt und die Druckvorstufe dazu. Kurz: Was früher ein riesiges Team war, wurde zur „One-Man-Show“. Wurde ich anfangs zu 100 % für meinen „Gehirnschmalz“, sprich meine Ideen, bezahlt, betrug der Ideenanteil an meiner Arbeit nun nur noch wenige Prozent. Der Rest war die Bedienung der Maus, des Cursors und Menüs.
Nun ist die KI da!
Ich diktiere nun wieder meine Briefe (ohne Word, Office usw.). Ich mache kleine Skizzen und die KI setzt das um. Aus Briefings und Moodboards werden Filme und Fotostrecken. Wie früher. Wieder habe ich 100 % für meine Ideen und meinen Gehirnschmalz. Das ist doch toll. Geil. Nice. Cool.
Kann es nicht sein, dass die letzten 25 Jahre die Idee, einen Arbeitsprozess, der vieler einzelner Berufe und Qualifikationen bedarf, in einer App, nennen wir sie Adobe Creative Suite, in einer One-Man-Show zu integrieren, eine Sackgasse war? Ich meine damit das DENKEN und HANDELN in einer Person zu vereinen.
Es ist doch viel effektiver, wie bis zu den 90ern seine Briefe zu diktieren, anstatt sich in die Bedienung von „Office und Word“ einzuarbeiten. Als kreativer Werber skizziere ich wieder und gebe meine Ideen ins Atelier, nun die KI, anstatt mich durch Menüs von Apps zu arbeiten. Einen Kostenvoranschlag diktiere ich und mein Agent erstellt eine perfekte Kostenaufstellung mit allem drum und dran als PDF. So wie früher die „Sekretärin“ bzw. das Projektmanagement.
Alles wie früher. Ende des App-Irrweges.
Sind wir Boomer die Geisterfahrer? Liegen wir Boomer falsch, wenn die KI die Welt der Pre-90er-/00er-Jahre zurückholt? Wenn wieder Briefe diktiert und Ideen skizziert werden? Wenn wieder ausschließlich Ideen und der Gedanke zählt?
Zurück in die Zukunft
Hilfreich?
+33
Kommentare
1
2
>|
cfkane
13.10.26
10:49
Das ist mal ein interessanter Blickwinkel. Scheint dir wieder mehr (kreative) Freiräume zu ermöglichen.
Für die Setzer bzw. Mediengestalter sieht es u.U. anders aus. In deinem Beispiel verlieren sie ihre Aufgabe an die KI.
Hilfreich?
+9
MacStudio
13.10.26
11:00
Ja, aber die haben bereits Anfang der 0er Jahre Ihren Job verloren, nämlich als ich deren Job mit Adobe übernehmen mußte. Und "Fräulein Müller zum Diktat" gibt es tatsächlich nicht mehr.
Hilfreich?
+4
Windwusel
13.10.26
11:00
Ich denke keiner liegt liegt unbedingt falsch, denn viele Wege führen nach Rom.
KI kann einen Mitarbeiter ersetzen, aber ist nicht immer der bessere Mitarbeiter.
Ich habe in letzter Zeit mehrere der großen KI ausprobiert, in der kostenpflichtigen Variante, und für meinen Zweck gab es einen klaren Sieger. Aber je nach Zweck ist ein anderer „Mitarbeiter“ womöglich geeigneter. Also ganz wie im richtigen Leben mit echten Mitarbeitern.
Ein Mitarbeiter ist zudem nur so gut wie sein Werkzeug. Gib dem Grafiker Paint oder dem Schreiber nur TextEdit, dann sehen die Ergebnisse entsprechend aus. Will heißen eine KI ist mit einem Photoshop natürlich besser aufgestellt als mit Paint. Die Entwicklung dieser Werkzeuge war also keineswegs umsonst. Sie waren der Wegbereiter und dienen Mensch wie KI weiterhin als Werkzeug.
Um es mit Mandos Worten zu sagen: Das ist der Weg!
„Meine Devices: MacBook Air (13,3-inch, 2025), iPhone 16 Pro, AirPods Pro (2. Gen, USB-C), Apple TV 4K (2022), HomePod mini (1. Gen)“
Hilfreich?
+3
desko75
13.10.26
11:06
Für Dich, mit Deiner Erfahrung und Deinem Werdegang fühlt es sich so an, als würden die 90er zurück kommen.
Du kannst den Vergleich zwischen damals und heute herstellen, weil Deine berufliche Karriere in den 90er Jahren gestartet ist, die Du heute fortführst. Du kennst Beides.
Das ist weder falsch noch richtig. Jeder sieht etwas anderes in den Fähigkeiten von KI. Ein heute 12jähriger wird diesen Vergleich sicher nicht herstellen können und etwas anders in KI sehen.
Die Idee war schon immer die Grundlage für kreatives Arbeiten. Ohne Idee, keine Originalität.
Dass Kreative sich mit tooling rumschlagen müssen, war aber auch schon immer so. Zur Umsetzung einer Idee gehört auch immer Handwerk. Der Pinsel muss geführt werden, die Schriften müssen gesetzt werden, das Foto muss entwickelt werden, ... Ein Kreativer muss also auch immer Werkzeuge beherrschen, um seine Idee zu materialisieren.
KI ist eine Abkürzung. KI übernimmt jetzt das tooling und die Umsetzung. Genau das, was früher Deine menschlichen Assistenten gemacht haben. Das kann gut oder schlecht sein. Aber die Idee sollte immer von einem Menschen kommen. Und die Idee ist auch das einzig wertvolle in dieser Kette. Werkzeuge sind nur Mittel zum Zweck, können sich ändern und man kann lernen, sie zu bedienen.
Hilfreich?
+5
feel_x
13.10.26
11:11
Die Entwicklung, die Arbeit eines kreativen Jobs wieder 100% kreativ zu machen, ist natürlich absolut super.
Freut mich sehr, so einen Beobachtungs-Bericht aus erster Hand zu lesen.
Kann aber auch Menschen verstehen, die vor dieser Entwicklung Angst haben: Einfache Tätigkeiten sind halt einfach ersetzbar. Schade, dass Bildung in den letzten Jahrzehnten so "uncool" geworden ist. Wenn Schule ein Ort der menschlichen Kreativität wäre, müssten weniger Leute Angst vor dieser Veränderung haben.
Ich selbst finde die Entwicklung toll. Insbesondere die menschliche Kreativität darf gerne wieder mehr Platz im Alltag bekommen.
Dazu der Gedanke:
Es gibt in jeder Epoche Entwicklungen, bei denen Jobs von Maschinen übernommen werden, die vorher Menschen erledigt haben.
Mal so aus der Lameng:
Wassermühlen: Menschliche Arbeit/Tierarbeit
Mechanische Uhren: Ausrufer
Buchdruck: Abschreiber/Kopisten
Mechanische Webstühle: Heimweber
Dampflokomotive: Kutschenfahrer
Schreibmaschine: Handschriftliche Schreiber und Schreibdienste
Telefonvermittlung: Telefonistinnen
Fließband: Handwerker
Geldautomaten: Bankangestellte
Tabellenkalkulation: Buchhalter, Schreibkräfte, Datenerfasser
Selbstbedienungskassen: Kassierer
Industrieroboter: Produktionsarbeiter
Malls: Märkte/Einzelhandel
Onlineshops: Malls
Ergebnis
- Insbesondere Muskelkraft wurde ersetzt: Mechanik übernahimmt körperliche Arbeit
- Produktionsverfahren verbessert: Mehr Output bei gleichem oder weniger Input und weniger Ausschuss
- Wissen für die Menschheit wird günstiger und schneller zugreifbar
Der entscheidende Punkt: Technischer Fortschritt hat schon oft menschliche Arbeit ersetzt. Ob daraus dauerhaft weniger Beschäftigung entsteht, hängt davon ab, ob neue Tätigkeiten entstehen und wie flexibel die Gesellschaft mit dem Wandel umgehen kann. Das Thema Grundeinkommen ist ja in Diskussionen immer wieder auch mit dem Thema KI verbunden. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt.
Hilfreich?
+6
feel_x
13.10.26
11:21
Windwusel
Ich habe in letzter Zeit mehrere der großen KI ausprobiert, in der kostenpflichtigen Variante, und für meinen Zweck gab es einen klaren Sieger. Aber je nach Zweck ist ein anderer „Mitarbeiter“ womöglich geeigneter. Also ganz wie im richtigen Leben mit echten Mitarbeitern.
Immer dran denken: Der Mitarbeiter KI ist aktuell etwa 3 Jahre alt. Gut, er hat mehr Wissen als ein dreijähriger. Aber noch ist die KI ja eher nutzbar wie ein kompliziertes Werkzeug und die Qualität des Outputs hängt extrem am Input.
desko75
Dass Kreative sich mit tooling rumschlagen müssen, war aber auch schon immer so.
Genau das stimmt nicht. Viele Kreative konnten früher 100% kreativ sein und wurden nur für ihre Ideen bezahlt.
desko75
Zur Umsetzung einer Idee gehört auch immer Handwerk. Der Pinsel muss geführt werden, die Schriften müssen gesetzt werden, das Foto muss entwickelt werden, ... Ein Kreativer muss also auch immer Werkzeuge beherrschen, um seine Idee zu materialisieren.
Das ist nicht richtig. Kreativität lässt sich in vielen Bereichen vom Handwerk trennen. Beim Maler: Unbenommen, der muss wahrscheinlich selbst seine Ideen auf die Leinwand bringen.
Aber ich kenne einen erfolgreichen Comic-Autor, der selbst kaum zeichnen kann und einen Buch-Autor, der Legastheniker ist und andere die Schreibarbeit machen lässt.
Das "MUSS" und "IMMER" in "Dass Kreative sich mit tooling rumschlagen müssen, war aber auch schon immer so." ist die Entwicklung, die MacStudio beschrieben hat. Nö, war es nicht.
Und genau das wird zum Glück durch KI wieder aufgebrochen.
Hilfreich?
+1
MacStudio
13.10.26
12:03
@feel_x Danke.
Ganz früher, in den 50ern, gab es die Trennung zwischen „Weißkitteln“ und „Blaukitteln“. Das bedeutet: Techniker und Akademiker trugen im Büro weiße Kittel, Handwerker in der Produktion den „Blaumann“.
In den späten 90ern wuchs beides zusammen. Theorie und Praxis wurden eins. Was aus meiner Boomersicht falsch lief, ist, dass die Theorie bzw. die Idee mit dem Handwerk gleichgesetzt wurde. Ganz konkret war es in der Werbung und den Medien sogar so, dass das „Buchstabenrumschieben“ in Adobe wichtiger war als das, was da eigentlich steht, also die Bedeutung und die Idee.
Durch die KI zählt nun wieder ausschließlich die Idee, der Gedanke. Das Handeln wird wieder abgetrennt. Der Kapitän muss nun nicht mehr selbst im Maschinenraum Kohle schaufeln. Er macht wieder seinen Job auf der Brücke.
Ja, es kann natürlich nicht nur Kapitäne geben. Aber es ist halt kacke, wenn man Kohleschaufler ist. Deshalb finde ich die Ratschläge, die einem heute gegeben werden, etwas „Praktisches mit den Händen zu lernen“, sprich im Maschinenraum zu arbeiten, für komplett falsch. Denn die Annahme, dass die KI den „Kapitän“ ersetzt, teile ich nicht. Die KI ersetzt das Handeln, nicht das Denken.
Deshalb ist Bildung, Bildung und noch einmal Bildung wichtig. Ideen, Denken und Gehirnschmalz. Nur wer einen Brief diktieren kann, kann auch eine KI steuern. Das meine ich total ernst.
Hilfreich?
+2
t.stark
13.10.26
12:08
Bei uns hat neulich jemand App-Icons mit KI erstellen wollen. Aber ohne gestalterische Grundlagen weiß man nicht was man der KI sagen soll.
Hilfreich?
0
MacStudio
13.10.26
12:30
t.stark
Bei uns hat neulich jemand App-Icons mit KI erstellen wollen. Aber ohne gestalterische Grundlagen weiß man nicht was man der KI sagen soll.
Wie etwas aussehen soll ist egal. Ob blau, grün, rot. Egal. Es geht darum was es aussagen soll. Was soll es transportieren und kommunizieren? Eine gestalterische Ausbildung ist dafür nicht zwingend notwendig. Derjenige bei Euch hat schlicht nicht nachgedacht. Logik und Problemlösung... Hätte er den besten Grafiker der Welt über ein Telefongespräch briefen können?
Oder ganz oldschool im Sinne der 20er Jahre des Bauhaus: Der Inhalt bestimmt die Form.
Ach, und noch was: Ich bin 56 Jahre alt und muss noch 15 Jahre, wenn nicht gar 20 Jahre lang mit Euch zusammenarbeiten. Ich bin ein produktiver Teil der Arbeitsgesellschaft und kein Dinosaurier.
Und was „früher“ betrifft: Der Teil der Bevölkerung, der noch mit dem Diktieren von Briefen aufgewachsen ist, also so wie ich, macht rund 38 Prozent der Bevölkerung in Deutschland aus. Das entspricht ungefähr 32 Millionen Menschen.
Hilfreich?
+3
breaker
13.10.26
12:33
t.stark
Bei uns hat neulich jemand App-Icons mit KI erstellen wollen. Aber ohne gestalterische Grundlagen weiß man nicht was man der KI sagen soll.
Na kannst du schon, nur kommt dann da so ein Prompt bei raus wie "Erstelle mir coole und moderne App Icons für eine Gesundheits-App" oder so ähnlich, und natürlich kommt dann dabei nichts "Kreatives" bei raus. Ist gar nicht mal so unähnlich zu Briefings, die an einen AD gehen, und da lauter Buzzwords wie cool, aufmerksamkeitsstark etc drin stehen, ohne wirklich zu formulieren, was man sich eigentlich so vorstellt (bzw. es vielleicht auch nicht formulieren kann oder es schlicht nicht weiß).
Hilfreich?
+3
sudoRinger
13.10.26
13:02
MacStudio
Was soll es transportieren und kommunizieren? Eine gestalterische Ausbildung ist dafür nicht zwingend notwendig. Derjenige bei Euch hat schlicht nicht nachgedacht. Logik und Problemlösung... Hätte er den besten Grafiker der Welt über ein Telefongespräch briefen können?
Mit Kollegen führe ich immer wieder dieselbe Diskussion über unsere Website: „XY hat eine tolle Website, und wir dagegen … Wir sollten AB beauftragen, den kenne ich, der baut uns das günstig.“ Beliebt ist auch: „Firma CB hat unser Produkt nicht verstanden, wir brauchen dringend eine neue Website.“
Ich halte dann immer dagegen, dass wir es sind, die die Strategie der Firma formulieren sollten und die Inhalte der Website. Wir können unmöglich unsere Selbstdarstellung an einen Wordpress-Kreativen delegieren.
Ich mache die Website jetzt lieber selbst bevor ich unsere Unternehmensstrategie an einen Kreativen delegiere. Ein Architekt überlässt die Gestaltung eines Hauses auch nicht dem Maurer, aber er mauert auch nicht selbst.
Hilfreich?
+4
MacStudio
13.10.26
13:08
https://www.instagram.com/reel/DeaHvJwspBB/?dlrf=dGViNzBsOHVyN3Q2
Zum Thema, ein kurzer Ausschnitt - wer Instagram verwendet.
Meine These: Adobe ist so ein Bullshit
Hilfreich?
-1
konnektor
13.10.26
13:12
desko75
Für Dich, mit Deiner Erfahrung und Deinem Werdegang fühlt es sich so an, als würden die 90er zurück kommen.
Du kannst den Vergleich zwischen damals und heute herstellen, weil Deine berufliche Karriere in den 90er Jahren gestartet ist, die Du heute fortführst. Du kennst Beides.
Das ist weder falsch noch richtig. Jeder sieht etwas anderes in den Fähigkeiten von KI. Ein heute 12jähriger wird diesen Vergleich sicher nicht herstellen können und etwas anders in KI sehen.
Das gilt doch aber für alles Wiederkehrende: nur wer in den 70ern Schlaghosen getragen hat, wird Dir heute sagen können, ob es sich noch genauso anfühlt. Wer Schlaghosen als neuen Modetrend kennen lernt, wird keinen Vergleich ziehen können.
Ich sehe durchaus Parallelen zwischen den Prozessen von früher und KI, so kann man heute wieder viel analog machen und die KI übernimmt die Übersetzung in die digitale Welt. Das fängt an mit handschriftlichen Notizen und geht weiter in der Produktion.
Ich finde den Gedankengang sehr charmant. KI ersetzt keine Jobs, zumindest keine, die jemand auf Dauer machen will.
Hilfreich?
+1
wolfgag
13.10.26
13:43
Soweit die Theorie.
In der Praxis kommt es aber nun erstens oft vor, daß ich die Fehler, die vorher die KI gemacht hat, von Hand wieder ausbügeln muss und zweitens wird gestalterische Arbeit durch die KI extrem entwertet - sprich der Kunde denkt sich:
das macht doch eh die KI, darf also nix kosten.
Sprich anstatt mich nur noch auf Konzeption und Gestaltung konzentrieren zu können, habe ich jetzt mehr nervige Arbeit für weniger Budget...
Davon abgesehen, nehme ich auch nach wie vor lieber selber einen Stift in die Hand, anstatt x mal zu prompten, bis die KI endlich alles dahin schiebt, wo ich es gerne hätte.
Hilfreich?
+4
Fontelster
13.10.26
14:13
MacStudio
[…]
Alles wie früher. Ende des App-Irrweges.
[…]
Zurück in die Zukunft
Interessante Idee, die aber, was deine (und auch meine) Arbeit betrifft, leider den logischen nächsten Schritt auslässt.
Ganz früher:
Firma/Produzent → Werbeaentur (oder ähnliches) → Du (kreative Arbeit) → Schriftsetzer, Fotografen & Co. (ausführende Arbeit)
Dann:
Firma/Produzent → Werbeagentur → Du (bist jetzt Schriftsetzer, Fotograf usw.)
Demnächst:
Firma/Produzent → Werbeagentur → Du → KI (macht die »eigentliche Arbeit«)
Das ist aber wahrscheinlich nur eine kurze Übergangszeit. Vermutlich wird es nämlich irgendwann so aussehen:
Firma/Produzent → KI
Mit anderen Worten: langfristig wird sich deine Arbeit nicht wieder »zurückverändern«, sondern eher in großen Teilen wegfallen. Warum sollen die Produzenten noch eine teure Werbeagentur beauftragen, wenn die KI das – mehr oder weniger gut (langfristig aber sicher immer besser) direkt erledigen kann und am Ende fertige Druckdaten/Fotos/Filme ausspuckt. Und auch wenn die Werbeagentur selber mit KI arbeitet und günstiger würde, es wäre vermutlich trotzdem immer günster, diesen »Zwischenhändler zu sparen und es direkt an die KI zu übergeben.
Hilfreich?
+2
TMS
13.10.26
14:18
Naja, ich denke eher, dass es gerade für Boomer leicht ist, sich mit dem Trick "aber kreativ sein kann sie nicht" in die Tasche zu lügen.
Es dürfte doch nur eine Frage der Zeit sein, wo der Manager sagt: Kreative, die mir ihre Vorstellungen aufdrücken wollen, brauche ich nicht. Ich formuliere meine Vorstellungen und KI macht Vorschläge. MaW. ist KI dann nicht nur Handlanger, sondern auch Ideengeber.
Und dann lacht die KI
Hilfreich?
0
Wauzeschnuff
13.10.26
14:44
wolfgag
Davon abgesehen, nehme ich auch nach wie vor lieber selber einen Stift in die Hand, anstatt x mal zu prompten, bis die KI endlich alles dahin schiebt, wo ich es gerne hätte.
Ist doch perfekt => mach' eine Skizze, schieb sie der KI rüber und sag ihr, dass es so aussehen soll ("Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" <= auch der KI). Also genau so wie man es vor >30 Jahren auch gemacht hätte (ohne KI aber dafür mit entsprechend verantwortlichem Team). Und ja, auch damals gab es oft mehrere Iterationen, nur eben sehr viel langsamer.
Hilfreich?
+1
t.stark
13.10.26
15:00
breaker
t.stark
Bei uns hat neulich jemand App-Icons mit KI erstellen wollen. Aber ohne gestalterische Grundlagen weiß man nicht was man der KI sagen soll.
Na kannst du schon, nur kommt dann da so ein Prompt bei raus wie "Erstelle mir coole und moderne App Icons für eine Gesundheits-App" oder so ähnlich, und natürlich kommt dann dabei nichts "Kreatives" bei raus. Ist gar nicht mal so unähnlich zu Briefings, die an einen AD gehen, und da lauter Buzzwords wie cool, aufmerksamkeitsstark etc drin stehen, ohne wirklich zu formulieren, was man sich eigentlich so vorstellt (bzw. es vielleicht auch nicht formulieren kann oder es schlicht nicht weiß).
Eine gelungene Analogie wie ich finde. Dennoch in dem Fall nicht zutreffend. Ich würde sogar sagen, dass dir person sehr genau geschrieben hat, was sie will. Gerade deswegen kam nur Müll dabei heraus, weil die Person Icons nichts versteht. Oder noch genauer: Die KI hätte helfen können ein Icon zu erstellen, aber nur wenn man sie als Designressource genutzt hätte, nicht als reine Malmaschine.
Hilfreich?
0
Wauzeschnuff
13.10.26
15:01
Fontelster
Warum sollen die Produzenten noch eine teure Werbeagentur beauftragen, wenn die KI das – mehr oder weniger gut (langfristig aber sicher immer besser) direkt erledigen kann und am Ende fertige Druckdaten/Fotos/Filme ausspuckt.
Weil die KI - wie jede Maschine - immer nur mehr vom selben produziert. Und gerade in einer Aufmerksamkeitsökonomie (bzw. in der Werbung) ist das wenig hilfreich. Der Witz der hier die relevante Rolle spielt: Die KI hat keine Ahnung wie der menschliche Blickwinkel aussieht - und LLMs werden dies - technologiebedingt - niemals "wissen" können. Und für diesen Blickwinkel wird es immer Menschen brauchen. Die KI kann nicht einschätzen was hilfreich, angenehm oder widerlich wirklich bedeuten. Sie kann bestenfalls aufgrund ihrer Trainingsdaten wahrscheinliche Verbindungen ziehen.
Und genau deshalb ist KI immer nur ein Werkzeug - ganz ähnlich jeder anderen Maschine. Um es plakativ zu sagen: Man muss nicht im Detail verstehen warum eine Maschine eine bestimmte Reaktion zeigt, um zu wissen, dass sie bestimmte Grenzen hat.
Hilfreich?
+1
MacStudio
13.10.26
15:05
Spannend. Viele argumentieren hier immer noch aus der Sicht der letzten 25 Jahre. Kein Mensch braucht Werbeagenturen. Kein Mensch braucht Grafiker. (Achtung: Ich spitze jetzt massiv zu!)
Das sind alles Erfindungen, ja, ich meine sogar Bullshitjobs, der letzten Jahre, die in der Adobe Creative Suite gipfelten.
Es ist doch eine Errungenschaft, dass Firmen und Entscheider nun direkt ansagen können, was sie wollen, ohne Werbeagenturen beauftragen zu müssen. Ein echter Gewinn. Es ist doch ein Gewinn, dass der Kapitän keine Kohleschaufler mehr im Maschinenraum benötigt und der Chef keine Sekretärin. Wir brauchen ja auch keine Hufeisenschmiede und Kutscher mehr.
Das bedeutet für die „Kohleschaufler“ und „Sekretäre“: Bildet Euch weiter, lernt, lernt, lernt, denn Eure Hilfsarbeiten sterben aus. So war es schon immer und so wird es immer sein.
Ich persönlich habe die Werbung und das Fotografieren schon längst aufgegeben und berate nun Mittelständler bei der Digitalisierung. Und da bin ich ein echter Geisterfahrer, denn ich berate die alten Tugenden und plötzlich können auch komplett Branchenfremde tolle Ergebnisse erzielen – siehe meinen ersten Post oben, am Anfang.
Ich erzähle nichts von "Prompts", sondern von "Briefe diktieren". Bei mir gibt es in KI Kursen nur Papier und Bleistift. Damit kommen alle über 40 gut zurecht – und produzieren später ziemlich gute Ergebnisse mit KI. Bessere als die jungen !!!
Und wenn ich davon nicht mehr leben kann, lerne ich eben noch etwas anderes. So war es in der Menschheitsgeschichte schon immer. Und das ist gut so.
Am Ende werden die Denker gewinnen, nicht die die Ausführen. So meine Behauptung. Darum halte ich Software (wie Adobe) für Dinosaurier.
Hilfreich?
+1
Fontelster
13.10.26
15:14
Wauzeschnuff
Und genau deshalb ist KI immer nur ein Werkzeug - ganz ähnlich jeder anderen Maschine.
Das stimmt natürlich. Im einen Fall benutzt die Werbeagentur das Werkzeug, im anderen Fall einer aus der Hersteller-Firma.
Hilfreich?
+1
MacStudio
13.10.26
15:21
Fontelster
Mit anderen Worten: langfristig wird sich deine Arbeit nicht wieder »zurückverändern«, sondern eher in großen Teilen wegfallen. Warum sollen die Produzenten noch eine teure Werbeagentur beauftragen, wenn die KI das – mehr oder weniger gut (langfristig aber sicher immer besser) direkt erledigen kann und am Ende fertige Druckdaten/Fotos/Filme ausspuckt. Und auch wenn die Werbeagentur selber mit KI arbeitet und günstiger würde, es wäre vermutlich trotzdem immer günster, diesen »Zwischenhändler zu sparen und es direkt an die KI zu übergeben.
Werbeagenturen sind die Dampfmaschinen und die Kutscher der 80er bis 20er Jahre. Niemand brauchte sie vorher, niemand braucht sie danach. Ideen und Gedanken bleiben. Und Ki gibt einem die Superkraft seine Ideen und Gedanken umzusetzen. Beispiel: In einer Diktatur kommen Denker und Autoren ins Gefängnis, keine Schriftsetzter und After Effects Bediener.
Hilfreich?
-1
t.stark
13.10.26
15:37
Ideen und Gedanken bleiben. Und Ki gibt einem die Superkraft seine Ideen und Gedanken umzusetzen. Beispiel: In einer Diktatur kommen Denker und Autoren ins Gefängnis, keine Schriftsetzter und After Effects Bediener.
In meiner Erfahrung zeichnet sich im betrieblichen Alltag genau das leider nicht ab. Es ist eher so, dass die Leute, die vorher für eine Aufgabe zuständig waren, das jetzt einfach nicht mehr machen. Warum? Weil die Hierarchie in der Organisation reinknallt. Jeder mit einem hohen Posten kann jetzt eine Aufgabe angehen, für die er sich für kompetent genug hält ein Prompt einzugeben. Ob dann weiter unten Kompetenz dafür da ist - nicht nur für die Umsetzer, sondern eben genau für die kreativen Denker, ist völlig egal. Die werden einfach nicht mehr involviert, weil weiter oben entschieden wird, dass man es selbst gut genug kann.
Hilfreich?
+4
marcocampo
13.10.26
15:39
Hallo liebe Boomer-Kollegen der Kreativbranche.
Ich finde den Grundgedanken sehr gut, Dinge nicht tun zu müssen, die nicht Kern der Sache sind.
Aber ich sehe kein Zurück in die Zukunft, denn eines gewinnen wir bei dieser Betrachtung nicht zurück:
»ZEIT«
Zeit für Überlegungen, Zeit für Diskussionen, Zeit für Perspektivwechsel, Zeit für Alternativen, Zeit für Loslassen und Wiederfinden, Zeit zum Hinterfragen, Zeit zum Qualitätfinden … jeder, der kreative Prozesse kennt, weiss wovon ich spreche.
Für die Zeitaufwände in der Kreation galt folgende Faustformel (habe ich 2016 mal so geschrieben):
»Was in den 80ern vier Wochen dauerte, dauert in den 90ern nur noch zwei Wochen, in den 00ern noch eine Woche und in den 10ern gerade noch 3 Tage … ein Verhältnis von 10:1 – gilt jedoch so nur für Reinzeichnung, Satz, Litho und Produktion. Gute Ideen kosten immer noch das gleiche Geld.«
Die KI befeuert nicht die kreativen Prozesse, sie befeuert die Umsetzung, was diese Zeitaufwände in unseren 20ern wohl auf einen Tag reduziert, wenn nicht auf Stunden oder Minuten.
Das wird wohl dazu führen, dass wir mit Skizzieren und Illustrieren, Schneiden und Kleben, mit Scannen und Klicken, Coden und Schreiben in der Folge nichts mehr erwirtschaften können, diese Handwerke sterben aus. Dabei wird die kostenlose Baseline der Branche (früher Clipart und Quark-Templates) mit einem Schlag derart hoch gelegt, dass das Fundament der aktuellen Kreativbranche in seiner Wirtschaftlichkeit mit einem Schlag völlig erodiert.
Diese Branche, wie ich und meine Boomer-Kollegen sie noch erlebt haben, ist genauso tot wie der Bleisatz, der Ausbildungsberuf des Druckvorlagenherstellers und des Schriftsetzers, und davon kommt in professioneller, ertragsorientierter Hinsicht auch nichts mehr zurück.
Sicherlich werden einige Meister der Kunst auch weiterhin handwerklich herausragend Gutes produzieren, aber lediglich der schmale Markt der Originale sichert Existenzen, finanziert mit den wohlwollenden Aufträgen von langjährigen Boomer-Kunden. Die zwangsläufig genauso aussterben wie die Software von gestern.
Nochmals zurück zum Kern, zum Anfang meiner Betrachtung für kreative Prozesse:
Uns geht Zeit für mehr Qualität verloren, indem wir Zeit einsparen.
Natürlich steht es uns frei, uns mehr Zeit zu nehmen.
Aber niemand bezahlt sie uns, weil uns unsere Langsamkeit im Kontext KI weniger glaubwürdig macht.
Ein Dilemma, das es aufzulösen gilt!
KI in kreativen Prozessen nutzen ist ein MUSS, ja. Tolle Sache, bin dabei.
Ich muss aber gestehen, ich habe dabei keinen 80er flashback, sondern muss learning-by-doing verstehen, was es wirklich ist, während es sich rasend schnell entwickelt. Was mich physisch echt fordert (Boomer eben).
Kanibalisierung war wahrscheinlich nie einfacher als heute. Und Kreative neigen eh dazu. Also Vorsicht.
Ein abschliessender Satz will mir irgendwie nicht gelingen, aber vielleicht so:
Die Monetarisierung (Wertschätzung) von Kreation, sowie die Kreativen selbst, werden durch KI wahrscheinlich besser (klüger), aber der Markt dafür wird dramatisch schrumpfen. Was dann bleibt? Bestenfalls mehr Qualität. Aber keine Geisterfahrer
Ich glaube, für Qualität findet sich immer ein Markt, und Wertschätzung.
Wenn es eine Wahrnehmung für sie gibt.
Hilfreich?
+3
macblubb
13.10.26
15:53
Fontelster
Das ist aber wahrscheinlich nur eine kurze Übergangszeit. Vermutlich wird es nämlich irgendwann so aussehen:
Firma/Produzent → KI
Mit anderen Worten: langfristig wird sich deine Arbeit nicht wieder »zurückverändern«, sondern eher in großen Teilen wegfallen. ...
So siehts aus, bzw. das sehe ich jetzt schon: In einer meiner Eigenschaften als, ich sage mal Anzeigengestalter, bekomme ich teilweise sogenannte "fertige" Druckvorlagen von Kunden. Also um im Schema zu bleiben Firma/Produzent → KI → Weiterverarbeitung (Ich). Leider fehlt hier meistens eine Werbeagentur, Designer/in, irgendjemand der strategisch denkt sowieso.
Leider weil: Hier kommen von der KI in keinster Weise fertige Druckdaten, weil Firma/Produzent nicht weiss was benötigt wird. Mit entsprechendem Unwissen des Produzenten schafft auch die KI keine druckfähigen Vorlagen.
Leider auch: Es fehlt oft der gesunde Menschenverstand: Es wird nicht verstanden warum eine z.B. briefmarkengroße Vorlage im Hochformat sich für ein 10mal so großes Querformat nicht eignet.
Und Design? Also über Design müsste sich ja dann jemand Gedanken machen. Unternehmensstrategie? Nichts denken, einfach Ki irgendwas generieren lassen, Hauptsache es sieht im Moment gut aus im Auge der Firma/Produzent. Es ist egal, wie was aussieht und ob es strategisch überhaupt Sinn macht.
sudoRinger sagte vorhin "Ein Architekt überlässt die Gestaltung eines Hauses auch nicht dem Maurer, aber er mauert auch nicht selbst." Was ist aber wenn der Architekt fehlt und der Bauherr (mittels schlechtem Prompt, entsprechend mieser KI-Anleitung) dem Maurer sagt wie er mauern soll?
Vor dem Hintergrund wäre hier immer noch eine kreative, denkende Instanz (siehe MacStudios Ideengeber) dringend notwendig, die aber bereits jetzt schon wegfällt. Ich sehe das gerade ziemlich negativ, weil ich befürchte, dass Firma/Produzent sich mit minderwertigen (KI-)Lösungen zufrieden gibt.
„Don't touch anything and don't go to the toilet!“
Hilfreich?
+4
MacStudio
13.10.26
16:06
@ marcocampo
Du hast recht. ZEIT.
Selten werde ich länger als 1 bis 5 Tage gebucht. Nie mehr als eine Woche. Niemals.
Aber dafür bekomme ich als Berater auch mehr Geld. Ich kann gerade so davon leben. Knapp. Da ich mir nun keine teuren Macs, Kameras etc. mehr kaufen muss, geht das. Aber reich werde ich damit nicht mehr.
Dafür habe ich allerdings auch Zeit, 20 Tage pro Monat Rennrad zu fahren und zu LERNEN. Ich habe nebenbei mit ü50 noch ein zweites mal studiert (wie einige hier wissen, habe ich meine Masterarbeit über KI geschrieben). Und Zeit ist mir inzwischen wichtiger als Geld.
Aber ich habe auch keine Kinder! Nur Katzen. Mein damaliges „Werber-Fotografen-Jetset-Leben“ kann ich mir nicht mehr leisten.
So, ich trainiere jetzt für meinen nächsten Radmarathon. Rauf aufs Rad ...
Hilfreich?
0
MacStudio
13.10.26
16:12
macblubb
dem Hintergrund wäre hier immer noch eine kreative, denkende Instanz (siehe MacStudios Ideengeber) dringend notwendig, die aber bereits jetzt schon wegfällt. Ich sehe das gerade ziemlich negativ, weil ich befürchte, dass Firma/Produzent sich mit minderwertigen (KI-)Lösungen zufrieden gibt.
a: geduld. Vieles hat auch mit der Wirtschaftskrise zu tun.
b. Das ist ein Problem des Zugangs. Als „Maschinenraumkohleschipper“ kannst Du eben nicht mit dem Kapitän und dem Reedereibesitzer reden. Du brauchst Zugang zum richtigen CEO. Mittleres Management oder gar Marketing ist genauso tot wie Werbung.
Und zum Thema Kapitän: Und ein Satz, den ich oft bei der Akquise verwende: „Ich bin der Kapitän. Mein Job ist es das Schiff zu steuern. Es hat schon einmal eine Reederei- und Schiffsbesitzer dem Kapitän Vorschriften gemacht. Das war bei der Titanic.“
Hilfreich?
0
konnektor
13.10.26
16:45
Fontelster
Mit anderen Worten: langfristig wird sich deine Arbeit nicht wieder »zurückverändern«, sondern eher in großen Teilen wegfallen.
Das hieß es schon bei Einführung der digitalen Fotografie und natürlich sind Fotografenjobs weggefallen aber doch nichts ernsthaft Kreatives, eher die Knipserjobs oder die wurden einfach schneller erledigt, so dass ein Auftragnehmer mehr Jobs abarbeiten konnte.
Um es mal auf die IT zu übertragen: es ist kein Problem PC-Probleme durch eine KI analysieren und auch beheben zu lassen. Fallen dadurch Jobs in der qualifizierten IT weg? Ich glaube nicht, denn der ITler wird sich mit größeren, neueren Herausforderungen, z.B. Cyber-Sicherheit beschäftigen und gerne auf so Sachen wie kaputte Treiber verzichten. Was wegfällt, sind die PC-Hilfen, deren Dienstangebote man sich vom Ampelmasten abreißen kann. Keine Firma wird den Angestellten erlauben mit Admin-Rechten den PC selbst zu reparieren, auch nicht mit KI.
Hilfreich?
+3
Fontelster
13.10.26
17:40
macblubb
Leider weil: Hier kommen von der KI in keinster Weise fertige Druckdaten, weil Firma/Produzent nicht weiss was benötigt wird. Mit entsprechendem Unwissen des Produzenten schafft auch die KI keine druckfähigen Vorlagen.
Es wird nicht verstanden warum eine z.B. briefmarkengroße Vorlage im Hochformat sich für ein 10mal so großes Querformat nicht eignet.
Das stimmt so weit und das Problem mit den Bildern kenn ich selber von meiner Arbeit. Aber solche Probleme dürften vermutlich nur am Anfang vorkommen. Sobald die Druckerei (oder sonstige hintergeschaltete Profis) sagen »das geht so nicht, weil …«, wird diese Information beim nächsten mal an die KI weitergegeben: »bedenke die Auflösung für die Größe x mal x meter«, »Erstelle in CMYK« usw. Es ist kein
grundsätzliches
Problem, die KI-Anwender lernen dazu, die KI auch.
macblubb
Ich sehe das gerade ziemlich negativ, weil ich befürchte, dass Firma/Produzent sich mit minderwertigen (KI-)Lösungen zufrieden gibt.
Die Frage war doch schon immer nicht zwangsläufig »ist es gut?«, sondern meistens »ist es gut
genug
?«
Es bekam schon immer in der Regel der günstigste (brauchbare) Anbieter den Job.
konnektor
Das hieß es schon bei Einführung der digitalen Fotografie und natürlich sind Fotografenjobs weggefallen aber doch nichts ernsthaft Kreatives, eher die Knipserjobs oder die wurden einfach schneller erledigt, so dass ein Auftragnehmer mehr Jobs abarbeiten konnte.
Das kann man so oder so sehen:
»About You macht mit KI das Fotostudio überflüssig«
»KI-Bilder statt Modefotografie«
Hilfreich?
+1
MacDino
13.10.26
18:17
breaker
t.stark
Bei uns hat neulich jemand App-Icons mit KI erstellen wollen. Aber ohne gestalterische Grundlagen weiß man nicht was man der KI sagen soll.
Na kannst du schon, nur kommt dann da so ein Prompt bei raus wie "Erstelle mir coole und moderne App Icons für eine Gesundheits-App" oder so ähnlich, und natürlich kommt dann dabei nichts "Kreatives" bei raus. Ist gar nicht mal so unähnlich zu Briefings, die an einen AD gehen, und da lauter Buzzwords wie cool, aufmerksamkeitsstark etc drin stehen, ohne wirklich zu formulieren, was man sich eigentlich so vorstellt (bzw. es vielleicht auch nicht formulieren kann oder es schlicht nicht weiß).
Eben! - Da fehlt die Kreativität. Dass ein Icon „Cool“ aussehen soll ist NICHT KREATIV! Es beschreibt auch nichts. Es ist nur so dahin geplappert und so sieht dann auch das Ergebnis der KI aus.
Kreativität bedarf des Nachdenkens und Erschaffens - das geht selten in zwei Sekunden.
Hilfreich?
+3
rosss
13.10.26
19:13
Fontelster
Das kann man so oder so sehen:
»About You macht mit KI das Fotostudio überflüssig«
handelsblatt
About You hat trotzdem keine Bedenken. „Wir haben keine Sorgen, dass die Kunden Vorbehalte gegenüber KI-generierten Bildern haben“, sagt Jansen. Es werde aber auch nicht gekennzeichnet. „Nur in den Social Media schreiben wir es zuweilen dazu, und da bekommen wir eher positives Feedback.“
Artikel von Ende Juli. Seit Anfang August gilt die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte in der EU.
Abgesehen von solchen Rechtsfragen habe ich null Vorstellung davon, wie eine KI aus realen Klamotten ein Modellfoto generieren kann. Muss der Praktikant alles anziehen, und dann Handyfoto?
Ich habe bisher nur Versuche mit der Adobe Photoshop KI gemacht. Manchmal mit gutem Ergebnis, meistens unbrauchbar. Ich muss erst noch lernen, richtig zu prompten.
Hilfreich?
0
pentaxian
13.10.26
20:37
MacStudio
Ach, und noch was: Ich bin 56 Jahre alt und
muss
noch 15 Jahre, wenn nicht gar 20 Jahre lang mit Euch zusammenarbeiten.
Sorry, aber dann hast Du irgendwas falsch gemacht in Deinem Leben...
„mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)“
Hilfreich?
-14
Roony
13.10.26
21:21
Schöne Diskussion hier !
Nicht nur der Opener hier oben vergisst dabei, daß hier nur ein kleines Zeitfenster beschrieben wird.
Ich war auch als sog. "Kreativer" in eurem Boot. Ich finde, wir Kreativen überschätzen diesen inflationär gebrauchten Begriff ! Diese sog. "Kreativen" gibt es überall ! Auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette.
Warum sollten nicht in allzu kürzer Zeit (Hockey-Stick Kurve) überhaupt noch "menschliche Kostenfaktoren" zwischengeschaltet werden ?
Ich als Fotograf bin schon lange raus aus der Kette.
FRONTELSTER hat hier genau den Nagel auf den Kopf getroffen.
Nur fehlt mir doch der letzte Punkt: das fertige Produkt.
Firma
KI
Produkt (inkl. Produktion, Marketing/Vertrieb usw.)
Meine Tochter, 26 sagte neulich zu mir, du Papi, es gibt bald keine Apps mehr ! !
Ich hatte einen kleinen Augenblick gestutzt – fand den Spruch aber sehr weise.
Wir sehen doch Alle schon jetzt, dass die großen DENKER keine sonderlichen Ideen mehr haben, die uns weiterbringen und sog. "kreativ" sind. DAS übernimmt immer mehr KI und ihre Agenten. Da soll sich der 56 jährige MACSTUDIO doch noch ein bisschen freuen, wenn er noch ein paar Monate/Jahre mit seinen "Ideen" Geld verdienen kann. Aber sicher nicht lange mehr. Adobe wird doch gerade in Windeseile von KIAgenten rechts überholt und ausgemustert. Microsoft-Pprodukte gerade genauso. Es braucht keiner mehr Adobe und auch die Microsoft Suite nicht mehr. Und auch keine Ideengeber von außerhalb der Firma. In der Tat gibt es demnächst nur noch One-Man-Shows, die mithilfe KI ALLES machen. Und da die Menschen immer dümmer werden und die KI immer schlauer, wird sich das IdeenNiveau schon bald den sog. menschlichen "Kreativ-Ideegebern". mind. angleichen und das in absehbarer Zukunft.
Ideen hat jeder ! Auch die KI ! Nur wesentlich mehr bessere Ideen !! Die Umsetzung von schlechten Creativdirektor-Ideen war damals sehr teuer (weil ggf. nochmal machen....). DAS z.B. gibt es so nicht mehr. Die KI, vielleicht noch nicht heute, aber morgen, setzt diese gar nicht erst mehr um (heutzutage setzten eher wir Menschen die schlechten KI Ideen noch um, mangels Bildung). Wir haben es geschafft, in den letzten 200 Jahren, die körperliche Arbeit den Maschinen zu überlassen ! Wir schaffen gerade mit Hilfe der sog."Superintelligenz" wie sie ja heutzutage genannt werden soll
"hüstel" , die geistige Tätigkeit ab. Und es braucht dafür nur noch ein Bruchteil der 200 Jahre. Ich sehe diese Entwicklung täglich in den Nachrichten. Überall auf dieser Welt. Geisterfahrer, wie sich MACSTUDIO gerade fühlt, wird es bald nicht mehr geben. Die selbstfahrenden Autos kommen gar nicht erst auf so doofe Ideen !
Hilfreich?
+2
frankh
13.10.26
22:33
rosss
Abgesehen von solchen Rechtsfragen habe ich null Vorstellung davon, wie eine KI aus realen Klamotten ein Modellfoto generieren kann. Muss der Praktikant alles anziehen, und dann Handyfoto?
Bild- bzw. Objekttransformationen sind für moderne bildgenerierende Modelle kein grundsäzliches Problem mehr, seit sie Bilder im Prinzip wie Text verarbeiten. Pixelgruppen sind Tokens, statt Wörter oder Silben. Ebenso wie Du Wörter "hinwerfen" kannst und ein LLM sie neu ordnen kann, kann man das mit Bildinhalten bei VLMs (Vision Language Models).
Hilfreich?
+1
Fontelster
13.10.26
22:37
Roony
FRONTELSTER hat hier genau den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ich war nie an der
Front
. Nichtmal bei der Bundeswehr.
Hilfreich?
0
frankh
13.10.26
22:40
Ich bin kein "Kreativer", sondern Softwerker der selben Generation und muss sagen, mit Gen. KI
1) macht jetzt das Entwickeln wieder Spaß, weil ich das ganze mühsame Programmieren nicht mehr machen muss, dass mir jahrzehntelang eigentlich immer im Weg war zwischen Idee/Anforderung und Ergebnis und nur ausgebremst hat.
2) bin ich "mein Geld wieder wert". Ich konzipiere nicht "nur" sondern kann auch gleich die Software dazu bauen, wo ich das Programmieren aus Kostengründen hätte abgeben müssen, dem ich alles hätte aufschreiben/erklären müssen und mit dem ich Korrekturrunden hättte drehen müssen; diese Runden drehe mit github copilot viel schneller, effizienter und billiger
Hilfreich?
+2
Weia
14.10.26
01:46
MacStudio
Kann es nicht sein, dass die letzten 25 Jahre die Idee, einen Arbeitsprozess, der vieler einzelner Berufe und Qualifikationen bedarf, in einer App, nennen wir sie Adobe Creative Suite, in einer One-Man-Show zu integrieren, eine Sackgasse war? Ich meine damit das DENKEN und HANDELN in einer Person zu vereinen.
Diesen Gedanken kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Für mich fühlen sich Tätigkeiten nur „rund“, nur wirklich erfüllend an, wenn alles komplett in meiner Hand liegt. Denken und Handeln zu trennen fand ich eine historisch notwendige Durchgangsstufe der Ausdifferenzierung von Arbeit, aber eben eine entfremdete und damit unbefriedigende.
Der Computer stellte für mich die Möglichkeit dar, erstmals wieder komplexere, ausdifferenzierte Prozesse komplett selbst abwickeln zu können; erst damit begannen solche Prozesse mich überhaupt als Tätigkeit zu interessieren. So habe ich z.B. nie Spaß am Verfassen von Texten gehabt, solange ich deren Druckbild nicht selbst bestimmen konnte, sondern viel lieber Vorlesungen gehalten, die komplett in meiner Hand lagen (einschließlich der Wahl des Raums, in dem sie stattfanden) – erst mit dem Computer und Layoutsoftware hat sich das geändert.
Das Trennen von Denken und Handeln wäre für mich die produktive Dystopie schlechthin.
Es ist doch viel effektiver, wie bis zu den 90ern seine Briefe zu diktieren, anstatt sich in die Bedienung von „Office und Word“ einzuarbeiten.
Wer
Office
und
Word
benutzt, ist ja auch selbst schuld. Ansonsten würde ich heftigst widersprechen. Ein Text, den ich diktiere, wird niemals so gut und geschliffen wie einer, den ich entweder selbst schreiben oder vor Publikum frei vortragen muss (wobei sich diese beiden Typen von Text natürlich ihrerseits stark unterscheiden).
Liegen wir Boomer falsch, wenn die KI die Welt der Pre-90er-/00er-Jahre zurückholt? Wenn wieder Briefe diktiert und Ideen skizziert werden?
Du weißt aber schon noch, was für grässliche Zeit das bezüglich menschlicher Hierarchien war? Dass wir eine KI nicht so misshandeln können wie Untergebene, macht den Schaden, den wir unserer eigenen Psyche zufügen, nur begrenzt geringer.
Wenn wieder ausschließlich Ideen und der Gedanke zählt?
Ideen und Gedanken, die sich nicht am Material abarbeiten, haben keine Substanz. Du kommst mir vor wie jemand, der glaubt, um ein Komponist zu sein, reiche es, einer KI zu sagen
Schreibe mir eine ergreifende Symphonie
.
Der deutsche Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel hat gesellschaftliche Umwälzungen mit einem Mechanismus erklärt, den er
Herr-Knecht-Dialektik
nannte: Die „Knechte“ in einer Gesellschaft, jene untere Klasse, die im Auftrag der Herr(schend)en die Arbeit ausführen muss, gewinnen durch diese Arbeit Erfahrung und Selbstvertrauen, und wenn sie sich schließlich gegen die Unterdrückung durch ihre Herren auflehnen, habe jene, dekadent, faul und fett durchs reine Ideenhaben ohne Anstrengung geworden, dem nichts entgegenzusetzen und werden überrannt. Die Knechte werden die neuen Herren, suchen sich neue Knechte und dann geht das Spiel von vorne los.
Was Du anpreist, hätte zur Folge, tatsächlich von der KI Terminator-gleich überrannt zu werden, ohne noch die Kraft zur Gegenwehr zu haben. Das willst Du?
Zurück in die Zukunft
Eher in eine faulige Vergangenheit …
„“The morality of god caters to the ones in control, how strange, how odd” – Sofia Isella, “Numbers 31:17-18” aus “Something is a shell .”“
Hilfreich?
+3
TMS
14.10.26
04:56
Hegel ist ja nun wirklich überhaupt gar nicht anachronistisch beim Thema KI, oder? Auch als Metapher führt das in die Irre. Die Geschichte von Herr&Knecht war schon zu Hegels Lebzeiten nicht nur veraltet, sondern schlicht nicht mit der Wirklichkeit zusammenpassend.
Hilfreich?
-1
Weia
14.10.26
05:33
TMS
Hegel ist ja nun wirklich überhaupt gar nicht anachronistisch beim Thema KI, oder?
Nö. 🤓
Philosophische Gedanken haben eine etwas höhere Halbwertszeit als Chip-Generationen.
„“The morality of god caters to the ones in control, how strange, how odd” – Sofia Isella, “Numbers 31:17-18” aus “Something is a shell .”“
Hilfreich?
+1
MacStudio
14.10.26
08:59
konnektor
[
Das hieß es schon bei Einführung der digitalen Fotografie und natürlich sind Fotografenjobs weggefallen aber doch nichts ernsthaft Kreatives, eher die Knipserjobs oder die wurden einfach schneller erledigt, so dass ein Auftragnehmer mehr Jobs abarbeiten konnte.
Um es mal auf die IT zu übertragen: es ist kein Problem PC-Probleme durch eine KI analysieren und auch beheben zu lassen. Fallen dadurch Jobs in der qualifizierten IT weg? Ich glaube nicht, denn der ITler wird sich mit größeren, neueren Herausforderungen, z.B. Cyber-Sicherheit beschäftigen und gerne auf so Sachen wie kaputte Treiber verzichten. Was wegfällt, sind die PC-Hilfen, deren Dienstangebote man sich vom Ampelmasten abreißen kann. Keine Firma wird den Angestellten erlauben mit Admin-Rechten den PC selbst zu reparieren, auch nicht mit KI.
Morgen,
zum Thema IT, Foto und Werbung.
Es geht gar nicht darum, ob dies und das mit menschlicher Aufsicht besser ist oder nicht. Egal, ob Code oder Werbung. Die Medien bzw. die Kanäle fallen weg.
In der Werbung ist es so, dass inzwischen praktisch nur noch auf Meta, Google und nun auch ChatGPT geworben wird. Dazu kommen YouTube etc. Auf diesen Kanälen gelten andere Regeln, da sie anders funktionieren. ChatGPT oder Google werden das neue „Betriebssystem“. Das sieht man ja schon bei der klassischen Google Suche. Da spielen Dinge wie Banner, Fotos, Layout etc. keine Rolle mehr. Sie finden schlicht nicht mehr statt.
So ist es auch bei der Programmierung. Wenn alles in eine KI-App bzw. in der KI-Cloud zusammenrückt, ob Browser, Fotoprogramm oder Office Anwendungen, dann benötigt man keine einzelnen Apps mehr. Ja, es muss trotzdem programmiert werden, aber eben nicht hier, sondern in den USA (oder China).
Noch einmal anders gesagt: Es ist egal, ob Code oder Typografie vom Menschen besser ist. Das Endprodukt gibt es schlicht nicht mehr. Es wird in der KI selbst in Echtzeit simuliert. Bei den Adobe Plug-ins in Claude und ChatGPT funktioniert das schon ganz gut.
In wenigen Jahren haben die Leute keinen klassischen Computer mehr auf dem Tisch, sondern nur noch ein Streaminggerät für KI Anwendungen. Die Software läuft vollständig in der KI Cloud. Und die befindet sich nicht hier in der EU.
Werbung: Neulich klagte im Gespräch ein bekannter Kreativchef, dass die Budget inzwischen so geschrumpft sind. NEIN, dass stimmt nicht. Sie sind massiv gestiegen. Nur fließen 90% der Summe direkt zu Meta und Google. Ein Teil zu Influencern. That´s the game. Grafiker, Filmer usw. spielen dabei keine Rolle mehr.
So wird es auch einen Teil der IT´ler treffen. Und selbst wennn nicht. Das ganze wird sich nicht mehr in Deutschland abspielen.
Hilfreich?
+2
MacStudio
14.10.26
09:23
Roony
Da soll sich der 56 jährige MACSTUDIO doch noch ein bisschen freuen, wenn er noch ein paar Monate/Jahre mit seinen "Ideen" Geld verdienen kann. Aber sicher nicht lange mehr. Adobe wird doch gerade in Windeseile von KIAgenten rechts überholt und ausgemustert. Microsoft-Pprodukte gerade genauso. Es braucht keiner mehr Adobe und auch die Microsoft Suite nicht mehr. Und auch keine Ideengeber von außerhalb der Firma. In der Tat gibt es demnächst nur noch One-Man-Shows, die mithilfe KI ALLES machen. Und da die Menschen immer dümmer werden und die KI immer schlauer, wird sich das IdeenNiveau schon bald den sog. menschlichen "Kreativ-Ideegebern". mind. angleichen und das in absehbarer Zukunft.
Als Argumentationsbasis dient Dir die Welt der letzten 25 Jahre. Ideen haben mit Adobe und Buchstabenrumschieberei nichts zu tun. Auch Filme wie: „Junge Menschen tanzen auf den Dächern Berlins und trinken dabei Bier. Veltins Light.“ Das ist die kranke alte Welt der 00er bis 30er Jahre.
Ich spreche von der Zeit vor den 90ern. Hier berät ein Creative Director den CEO, dass er anstelle von Bier lieber Fassbrause verkaufen soll.
Wie das dann aussieht, haben Arbeitsbienen (so, wie Weia sie oben mit Hegel beschrieben hat) irgendwo im Maschinenraum umgesetzt. Kanonenfutter ... egal.
Ja, ich spitze es zu. Ich weiß.
In der Zeit vor den Computern waren die Medienleute eher „Unternehmensberater“. Strategen. Dazu musste man sehr gebildet sein. Schlau.
Ich denke NICHT, dass die Innovationskraft von Steve Jobs, Elon Musk und Jeff Bezos durch KI ersetzt werden kann. Okay, sehr hoch gegriffen. Aber ich habe hier im Dorf auch Handwerksmeister, die ähnlich starke Persönlichkeiten sind und mit viel Weitsicht und unternehmerischer Intelligenz eine Firma aufbauen.
Und die brauchen starke Partner, die sie beraten. Wie das am Ende aussieht, wer das praktisch Umsetzt, ob die Hegelschen Sklaven, Indische Programmierer, Freelancer oder Neuronen in einer chinesischen KI, das interessiert nicht.
Ich gebe @Weia recht, nur sehe ich, dass sich die Geschichte zurückdreht und wir wieder in einen neuen Feudalismus geraten. Aber das ist ein anderes Thema.
Hilfreich?
-2
desko75
14.10.26
09:36
feel_x
desko75
Dass Kreative sich mit tooling rumschlagen müssen, war aber auch schon immer so.
Genau das stimmt nicht. Viele Kreative konnten früher 100% kreativ sein und wurden nur für ihre Ideen bezahlt.
desko75
Zur Umsetzung einer Idee gehört auch immer Handwerk. Der Pinsel muss geführt werden, die Schriften müssen gesetzt werden, das Foto muss entwickelt werden, ... Ein Kreativer muss also auch immer Werkzeuge beherrschen, um seine Idee zu materialisieren.
Das ist nicht richtig. Kreativität lässt sich in vielen Bereichen vom Handwerk trennen. Beim Maler: Unbenommen, der muss wahrscheinlich selbst seine Ideen auf die Leinwand bringen.
Aber ich kenne einen erfolgreichen Comic-Autor, der selbst kaum zeichnen kann und einen Buch-Autor, der Legastheniker ist und andere die Schreibarbeit machen lässt.
Das "MUSS" und "IMMER" in "Dass Kreative sich mit tooling rumschlagen müssen, war aber auch schon immer so." ist die Entwicklung, die MacStudio beschrieben hat. Nö, war es nicht.
Und genau das wird zum Glück durch KI wieder aufgebrochen.
Wenn ein Kreativer entscheidet, das die Umsetzung seiner Idee jemand anders übernehmen soll, ist das tooling (1. Ebene) eben "jemand anders macht es" - ein Mensch oder KI. Er benutzt die Menschen, oder die KI wie ein Werkzeug. Das war schon immer so. Ohne Umsetzung ist die Idee des Kreativen wertlos.
Was ist ein Pianist ohne Klavier, ein Maler ohne Pinsel, ein Schreiber ohne Tinte, ein Bildhauer ohne Knete oder Hammer und Meißel, ein Fotograf ohne Fotoapparat, ...
Die Beispiele, die Du hier anführst, sind Ausnahmen. Die gibt es natürlich. Ein Comic-Author muss nicht gut zeichnen können. Es reicht, wenn er schreibt. Und natürlich kann selbst ein Blinder fotografieren, wenn er einen Sehenden als Unterstützung, als Werkzeug hinzuzieht.
Ein Kreativer braucht zwingend Werkzeuge für die Umsetzung. Ob er sie nun selbst bedient oder ob er jemanden anweist, sie zu bedienen und sie damit selbst zum Werkzeug macht. Und von daher erscheint es für den TE wie eine Befreiung, eine Rückbesinnung auf die gute alte Zeit, in der (einige wenige) Kreative den Luxus hatten, einen (menschlichen) Assistenten zu haben, der die Handarbeit macht. Heute ist der Assistent die KI. Sie wird ja auch so genannt - KI-Assistenten. Eigentlich ganz banal.
Hilfreich?
0
rosss
14.10.26
09:43
Ich vorhersage euch, dass in den nächsten Jahren alleine hundert Milliarden Jobs in der Bürokratie durch KI ersetzt werden. Dienstleistungsjobs, die nicht digital ersetzt werden können, werden immer schlechter bezahlt werden, weil „draußen hunderttausend Leute stehen, die deinen Job wollen“. Wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung es sich „im Bürgergeld gemütlich macht“ wird sich das für Konsum verfügbare Einkommen auf vielleicht noch 5% der Bevölkerung konzentrieren, die Gewinnabschöpfung des reichsten Prozents wird dramatisch einbrechen. Ohne Konsum lohnt sich der Betrieb so vieler Rechenzentren nicht mehr, der Einsatz von KI wird für Privatpersonen verboten. Wer sich zuerst den größten Einfluss auf Politiker sichert, lässt jede Konkurrenz als Staatsfeinde verhaften, deren Business verstaatlichen und einstampfen. Aus Selbstschutz übernimmt der letzte Trillionär mit Hilfe von KI-Agenten sämtliche digital gespeicherten Vermögen und die Weltherrschaft.
/sarkasmus /dystopie
Hilfreich?
-3
LoCal
14.10.26
10:30
Als Softwareentwickler habe ich immer noch ein leicht ambivalentes Verhältnis zu KI. Wobei die störenden und beängstigenden Faktoren dabei zu großen Teilen menschengemacht sind. Dinge wie "wir brauchen keine Software-Entwickler mehr" oder "wir brauchen gar keine Software mehr" (kurze Frage: Was ist KI, wenn nicht ein Stück Software?) kommen häufig von Menschen, die wenig Wissen von Softwareentwicklung haben. Gerade erlebe ich diese ganzen Themen wieder bei ArtCraft. Jemand schreibt einen länglichen Text darüber, dass das der letzte Baustein wäre um ein Ende der Software-Konzerne und aller Software-Entwickler zu beweisen. Und auch da kamen dann wieder die, für mich negativen Seiten von KI, in mir hoch. Dann habe ich mich jedoch ein bisschen genauer mit ArtCraft befasst. Das erste war ein Video in dem sich jemand, der den ganzen Tag mit Photoshop arbeitet, mit PhotoCraft beschäftigte. Und es ging dann aber los mit einer ganzen Reihe von "geht-nicht" und das ging von Klicks um Elemente einzuklappen bis zu Funktionen an sich.
Weiter ging es mit der Frage, wie es überhaupt gelingen konnte, diese ganzen Apps zu erstellen. Ganz klar ist es aktuell immer noch nicht, aber es geht sehr in Richtung Decompilierung und Recompilierung. Was aber nichts anderes bedeuten würde: Der kreative Prozess der Software-Entwicklung fand dabei nicht auf Seiten der KI statt. Auf der anderen Seite arbeite ich natürlich auch mit KI, privat ich portiere gerade mein zweites Spiel nach macOS, beruflich nutze ich KI auch. Und da sehe ich an welchen Stellen KI gut ist und wo sie sich teilweise wirklich schlimm anstellt. Das simple "Übersetzen", also z.B. von Direct3D nach OpenGL nach Metal, funktioniert unfassbar gut, ist aber auch etwas, das in unzähligen Tutorials gut dokumentiert ist. Auch die Transition von 32-Bit nach 64-Bit funktioniert super. Die Probleme kommen eher, wenn es dann um Bugs geht, denn da braucht es entweder aktives Eingreifen oder man kann sich schon mal auf ein Prompt-PingPong einstellen, bis die KI den Fehler überhaupt akzeptiert. Als Beispiel: Aktuell arbeite ich an No one lives forever 1. Es gab dann das Problem, dass so gut wie alle Gegenstände um 180 Grad rotiert waren. Ich weiss nicht, wieviele Prompts ich geschrieben hatte, damit das Problem behoben wird. Wurde es nicht, aber die Rückmeldung von Claude war jedes mal: Jetzt passt es. Ich habe es für mich selbst dann schon abgehakt und als händischen Fix auf meine Liste gesetzt, als dann, durch einen Fehler an einer ganz anderen Stelle, der Fehler behoben wurde. Gleiches habe ich auch beruflich erlebt. Ein sehr komplexer SwiftUI-View hatte unter bestimmten Umständen massive Performanceprobleme. Zunächst habe ich mir den View nur analysieren lassen und die KI fand 5 Punkte, die auch alle logisch klangen. Ich hab dann der KI erlaubt die Fixes anzuwenden. Allerdings tat sie dann noch ein bisschen mehr und die View war erstmal Layout-technisch kaputt. Es lies sich fixen, aber es brauchte halt wieder jemanden, der versteht wo das Problem liegt. Kurz gesagt, die Abgesänge auf bestimmte Berufsgruppen und Produktgruppen halte ich für übertrieben. Und was man auch nicht vernachlässigen darf: Sollten mal die echten Kosten von KI durchschlagen, dann sieht alles noch mal ganz anders aus.
„Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem“
Hilfreich?
+9
MacStudio
14.10.26
11:16
desko75
Und von daher erscheint es für den TE wie eine Befreiung, eine Rückbesinnung auf die gute alte Zeit, in der (einige wenige) Kreative den Luxus hatten, einen (menschlichen) Assistenten zu haben, der die Handarbeit macht.
Ja, das ist auch die Sicht meiner sehr linken Berliner Professoren, die die heutige Zeit bejubeln, da durch die neuen Werkzeuge eine „Demokratisierung“ stattfindet und nicht mehr nur „privilegierte Wohlhabende“ in den Genuss kommen, Dinge zu erschaffen. (Nicht jeder kann sich einen Mac, eine Kamera etc. leisten.)
Egal, wo man politisch steht: Tatsache ist, dass wir uns leider wieder zurück in feudale Strukturen entwickeln, in denen wenigen alles gehört und dem Rest das Notwendige „vermietet“ bzw. „verpachtet“ wird. Auf Neudeutsch: Abo.
Diese neuen „Feudalherren“ sitzen nun einmal nicht in der EU. Allein meine Umsatzsteuererklärung, die ich gerade machen muss: 90 % meiner geschäftlichen Ausgaben gehen direkt nach Amerika. OpenAI, Adobe, Amazon etc. Und da ist noch nicht mal Netflix mit drin.
Wo wir uns dann alle einordnen und wo wir in der Welt noch Platz haben, muss jeder selbst wissen.
Meine Strategie ist Bildung, Bildung und Wissen, also Bildung. (Soweit es mein IQ zulässt.)
Hilfreich?
0
desko75
14.10.26
12:11
@MacStudio
Stimme Dir absolut zu. Das ist eine große Gefahr, irgendwann nicht mehr handlungsfähig zu sein.
Einerseits demokratisiert KI die Umsetzung von (guten) Ideen, aber andererseits verlangt das Umsetzen einer Idee Fähigkeiten, die durch die Nutzung von KI auf absehbare Zeit verloren gehen könnten.
Den Code, den jemand mithilfe von Claude produziert, gehört genau genommen nicht mehr der Agentur. Die Erkenntnisse während der Entwicklung landen wieder im Modell und die Wertschöpfung fließt an die KI-Unternehmen. Die Legacy eines Unternehmens lagert also nicht mehr in irgendwelchen (Code-)Archiven der Firma, sondern bei Claude z.B.
Neulich gab es einen Fall, bei dem ein Mathematiker mit Hilfe von KI ein schwieriges mathematisches Problem lösen wollte. Er hat sich dazu Wochenlang mit einem KI-Assistenten unterhalten, nur um dann festzustellen, dass die KI-Firma stolz verkündet, genau dieses mathematische Problem gelöst zu haben. Der Mathematiker hat nicht schlecht gestaunt. Die Wertschöpfung seiner Arbeit hat offensichtlich die KI-Firma abgestaubt.
Bei Bildgenerierung von Produktfotos ist es das gleiche. Es ist viel günstiger, den Fotografen und die Postproduktion durch eine KI zu ersetzen. Und die Ergebnisse sind auch brauchbar. Aber man merkt sehr schnell, dass Bildproduktion schnell zum Erliegen kommt, wenn die KI mal nicht verfügbar ist. Man ist dann schlicht handlungsunfähig.
Und aus diesen Gründen hast Du vollkommen recht, wenn Du die KI-Buden als Feudalherren siehst.
Bei ihnen bündelt sich aktuell die Computerei der Zukunft. Ohne sie geht vermutlich bald nichts mehr.
Und das ist eine beunruhigende Entwicklung.
Hilfreich?
+3
TMS
14.10.26
16:50
Weia
TMS
Hegel ist ja nun wirklich überhaupt gar nicht anachronistisch beim Thema KI, oder?
Nö. 🤓
Philosophische Gedanken haben eine etwas höhere Halbwertszeit als Chip-Generationen.
Das klingt nach Mantra. Eine schlichte Behauptung. Ein Glauben. Ohne Begründung.
Die Thesen von Hegel waren m.A. nach aber schon längst veraltet, als er sie niederschrieb, denn sie bildeten nicht einmal das aktuelle Zeitgeschehen halbwegs plausibel ab, sondern waren eine in meinen Augen geradezu naive Weltvorstellung - denn mit den Revolutionen war es damals schon so eine Sache, die er einfach idealisiert hatte und dahin gebogen, wo er grade wollte. Das Ganze in schwülstiger, aufgeblasener und überredundanter Sprache, damit es nicht gleich auffällt, wie flach das damals schon war.
Hilfreich?
-3
Nately
14.10.26
21:29
rosss
Ich vorhersage euch, dass in den nächsten Jahren alleine hundert Milliarden Jobs in der Bürokratie durch KI ersetzt werden.
Bürokratie (wörtlich die Herrschaft der Verwaltung) schafft sich nicht ab - Bürokratie schafft sich ihre Voraussetzungen selbst. Seit Jahrzehnten warten wir auf die digitale Dividende in Form schrumpfender Wasserköpfe. Die Realität zeigt das genaue Gegenteil. Der Staatsapparat ist hier unangefochten die am stärksten wachsende Branche und es ist noch viel Luft nach oben.
Hilfreich?
+1
Nately
14.10.26
21:47
TMS
Die Thesen von Hegel waren m.A. nach aber schon längst veraltet, als er sie niederschrieb, denn sie bildeten nicht einmal das aktuelle Zeitgeschehen halbwegs plausibel ab
Das ist soweit richtig, allerdings hat er weit weniger Schaden angerichtet, als die ihm folgenden Junghegelianer. Ich fürchte nur, das sehr interessante Topic entgleitet uns hier etwas.
Hilfreich?
0
haschuk
14.10.26
22:04
sudoRinger
Ein Architekt überlässt die Gestaltung eines Hauses auch nicht dem Maurer, aber er mauert auch nicht selbst.
Ein Architekt sollte auch mal gemauert haben, um zu erkennen, dass Gestaltung u.U. an der Praxis der Mauer-Arbeiten scheitern können. Und idealerweise hat er auch auf der Baustelle keine italienischen Sicherheits-Schlüpper an. 😉
Hilfreich?
0
1
2
>|
Kommentieren
Sie müssen sich
einloggen
, um sich an einer Diskussion beteiligen zu können.
10 Jahre AirPods
Siri AI: Feedback
Vor 15 Jahren: Jobs gestorben
Leak: Die neuen Features der Apple Watch Series...
Phil Schiller zieht sich zurück – ein Urgestein...
iPhone 18 Pro: Die aktuellen Lieferzeiten
Hands-on: Erste Live-Erfahrungen mit dem iPhone...
Mac Studio mit M5 Max/Ultra