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Zum Thema Adobe

Weia
Weia12.04.2106:03
Immer wieder mal kommt in Forumsdiskussionen das Unternehmen Adobe (bzw. eines seiner Produkte) zur Sprache, so jüngst in Alternative zu kostenpflichtigen PDF Tools wie Acrobat Pro/DC oder pdf won....

Ich halte Adobe für ein rundum – technisch wie unternehmenspolitisch – schreckliches Unternehmen, das für die IT-Branche verheerendere Auswirkungen hat, als es Microsoft je hatte, und bin daher oftmals mit Kritik zur Stelle. Das bringt mir regelmäßig ein paar Dislikes ein und Kommentare, dass Adobe-Software doch gar nicht so schlecht sei, das Unternehmen OK und vor allem seine Programme „Industriestandard“. Ein tatsächlicher Industriestandard würde natürlich von einem einschlägigen Gremium beschlossen und niemals Programme, sondern nur Datenformate etc. umfassen; gemeint ist hier, dass Adobe-Programme aufgrund ihrer Verbreitung in manchen Branchen „alternativlos“ scheinen, weil all die anderen, mit denen es zu kooperieren gilt, sie schließlich auch nutzen würden – ein klassisch sich zirkulär selbststabilisierendes Argument, das für Mac-Nutzer besonders seltsam ist, da sie es gegenüber Windows seinerzeit ja auch nicht gelten ließen.

Um nicht immer wieder von vorne dagegen anargumentieren zu müssen, möchte ich hier eine Grafik posten, die meines Erachtens mehr oder weniger für sich selbst spricht: Den Kursverlauf der Adobe-Aktie vom Börsengang des Unternehmens (1986) bis heute:



Die Kursentwicklung teilt sich im Wesentlichen in drei sofort ins Auge fallende Abschnitte ein:

In der Innovationsphase fanden praktisch die gesamten grundlegenden Innovationen statt, die Adobe zur Informationsgesellschaft beigesteuert hat und die aus der IT überhaupt nicht mehr fortzudenken sind. In dieser Zeit verhundertdreißigfachte sich der Kurs – verdientermaßen, könnte man angesichts des Geleisteten sagen.

Dann aber fiel Adobe nichts Neues mehr ein und das Unternehmen versuchte im Wesentlichen, die erreichte Marktposition zu halten – leider weniger durch technische Weiterentwicklungen als vielmehr durch unternehmenspolitische Schachzüge wie den Aufkauf von Konkurrenten, allen voran Macromedia. Das gelang notdürftig, aber mehr als ein Jahrzehnt auf der Stelle zu treten, schaffte Adobe damit nicht mehr; das war die Stagnationsphase, in der sich auch die Kurse – erneut verdientermaßen – seitwärts bewegten.

An Ende der Stagnationsphase fiel Adobe auf, dass ihnen nach wie vor nichts Neues mehr einfiel, sie aber dennoch endlich wieder Geld scheffeln wollten wie in seligen Tagen. Daher ersannen sie, unter Ausnutzung ihrer scheinbaren Unentbehrlichkeit, das Abomodell für ihre Software, das man auch schlicht als Erpressung ihres Kundenstammes bezeichnen könnte. Obwohl Innovationen in dieser Softwareabophase ebenso nonexistent waren wie in der Stagnationsphase, stiegen die Kurse zur Freude der Aktionäre nun wieder, immerhin um das siebzehnfache – nunmehr aber völlig unverdientermaßen. Die 500$, die jede einzelne Aktie zulegte, bestehen aus nichts als den den Nutzern von Adobe-Produkten abgepressten Abogebühren.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: für ein Null an Mehrleistung das Siebzehnfache an Ertrag, einfach durch vollkommen schambefreite Ausnutzung einer strategischen Position, in die sich das Unternehmen gebracht hatte. Die für die gesamte Branche schlimmen Folgen solch maßlos erpresserischen Verhaltens werden ja immer wieder diskutiert, auch hier im Forum, sodass ich mir diesbezügliche Anmerkungen spare und es einfach dabei belasse, dass hier der Kapitalismus seine widerlichste Fratze zeigt; mit dem Versprechen der „freien Marktwirtschaft“, Leistung zu belohnen, hat dieser wildgelaufene, pervertierte Mechanismus nicht mehr das Geringste zu tun.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+46

Kommentare

MikeMuc12.04.2107:51
Außer das die PDF/X Standards inzwischen nicht mehr (nur) von Adobe allein bestimmt / festgelegt werden stimme ich dir leider zu.
Leider ist Adobe aber nun mal Marktführer mit Photoshop, Indesign und Acrobat.
Aktionären ist sowas aber egal, die haben andere Rosinen und Phantasien im Kopf, sonst wäre der Aktienkurs nicht da, wo er ist
+1
Serge
Serge12.04.2108:06
Sehr interessant, ebenso danke für die Analyse. Spricht eigentlich dafür, Adobe-Aktien zu kaufen
Zumindest aus Sicht der Aktienentwicklung macht Adobe wohl alles richtig. Aber daher ist leider nicht zu erwarten, dass diese Firma in naher Zukunft wieder "innovativ" wird.
Eine Migration weg von Adobe Software ist ein Weg, der aber leider nicht ganz ohne Verluste geht. Ich arbeite an einer Universität und versuche seit ca. 2 Jahren die Leut weg von Adobe zu bringen (das als ehemaliger Adobe-Trainer, der jetzt keine Kursraumlizenzen für Adobe Software mehr bekommt weil zu teuer und zu umständlich). Es gibt Alternativen, aber alte Gewohnheiten und bestehende Vorlagen erschweren die Migration auf andere Programme erheblich. Bei uns klemmt es hauptsächlich bei InDesign und Acrobat. Die Premiere Nutzer sind inzwischen alle auf DaVinci Resolve migriert und glücklich, von Photoshop redet auch keiner mehr (da gibt es ja eine Reihe von brauchbaren Lösungen), Illustrator war eh nie besonders verbreitet, weil jeder mit Inkscape zufrieden ist. Aber die ganzen Vorlagen für Publikationen sind für InDesign, und eine vollständige Migration auf Affinity Publisher ist nicht möglich, solange das Programm keine Fußnoten (und co.) kann. Und von den anderen Adobe Programmen (die neueren, die mit fehlender Innovation) redet hier eh niemand, weil diese nie verwendet wurden. Bleibt noch Acrobat, aber da sehe ich im Moment auch keine Lösung (wegen pdf/ua, da sieht es bei den Konkurrenten noch duster aus, wobei unsere Verwaltung das ebenfalls bislang geflissentlich ignoriert hat, inklusive der KollegInnen aus der Behindertenvertretung...). Das Adobe-Universum hängt interessanterweise zumindest bei uns nur an wenigen alten Programmen, wobei ich von anderen Unis ein sehr ähnliches Bild erhalte. Bei Unternehmen verstehe ich jedoch den Weg, den Adobe geht durchaus. Aber mit dem Exklusiv-Abo Vertriebsweg kicken Sie sich in nicht ganz klassischen Anwendungsszenarien halt selbst weg.
Insofern kaufe ich dann doch keine Adobe Aktien, denn ich fürchte, ihre "Edu"-Politik wird sich langfristig als schädlich für die Entwicklung herausstellen.
+6
FlyingSloth12.04.2108:11
@Weia
ich bin zwar mit Dir selten einer Meinung, aber Deine Ausfuehrung zu Adobe kann man zu 100% unterschreiben.
Die Executives von Adobe werden das nicht ewig so weitermachen koennen.

Und was machen Sie mit der ganzen Kohle?
Siehe hier - die Fuehrungsriege im Privatjet zum Mountainbiken fliegen, wie hier im Maerz 2019.
+1
sahnehering12.04.2108:21
Ich stimme Dir zu, sehe aber Licht am Ende des Tunnels.

Es werden praktisch keine offenen Daten mehr zur Druckerei gegeben, sondern nur noch PDFs. Das befreit die Beteiligten von der "Adobe-Software-Pflicht". Druckereien werden es immer noch haben, aber in meinem Kundenkreis sind schon mehrere auf Affinity gewechselt. O.k. die haben alle auch noch eine Adobe Lizenz für die Altdaten, aber eben keine 5 oder 10 mehr.
Auch ich bin nie von der CS6 auf das Abomodell gewechselt...

Ich denke es dauert, aber entweder sie korrigieren ihren Mietpreis oder sie verlieren Marktanteile...
„Kein Backup, kein Mitleid“
+7
Serge
Serge12.04.2108:35
sahnehering
Ich denke es dauert, aber entweder sie korrigieren ihren Mietpreis oder sie verlieren Marktanteile...
Daran glaube ich nicht. die 80€ Mietpreis pro Mitarbeiter sind doch eigentlich pillepalle aus der Sicht eines größeren Unternehmens. Das klatscht man halt zu den Arbeitskosten dazu und schreibt das beim Finanzamt ab. Fertig. Könnte man auch auf 100€ hoch gehen.
Adobe hat die kleinen doch schon längst abgeschrieben und vergessen. Der Marktanteil ist nicht ganz so wichtig, der Gewinn ist es aber.
+6
sahnehering12.04.2108:45
Serge
Adobe hat die kleinen doch schon längst abgeschrieben und vergessen. Der Marktanteil ist nicht ganz so wichtig, der Gewinn ist es aber.
Stimmt, deshalb kommt ja auch Software für die kleinen hoch... So wie einst Adobe gegen Quark groß wurde... (o.k. da gab es noch andere Gründe)
„Kein Backup, kein Mitleid“
+2
marm12.04.2109:25
Als ich von Windows zu MacOS vor 8 Jahren gewechselt bin, empfand ich als großen Vorteil, dass MacOS aufgeräumt bleibt. Ich kann etwas installieren und einfach wieder löschen. Nun, so einfach, wie ich mir das damals vorgestellt habe, ist es nicht und die Suche nach Restdateien ist dennoch erforderlich.
Adobe verhält sich hingegen wie eine Windows-Wildsau auf dem Rechner: Überall werden Dateien verstreut. Dann wird ein dutzend Programme auf dem Launchpad verteilt. Dazu gibt es eine Cloud, die sich selbst repariert und re-installiert, wenn sie nur zum Teil gelöscht wird (ich bewundere Adobe, dass das geht, ist aber dennoch Malware). Auf meinem neuen Rechner kommt kein Adobe.
Für Lightroom würde ich glatt monatsweise ein Abo abschließen, wenn sich Adobe auf meinem Rechner anders verhalten würde.
+7
milk
milk12.04.2109:28
In der von Weia so bezeichneten Stagnationsphase wurden mal eben InDesign und darauf aufbauende Workflows auf den Markt gebracht und der bisherige Platzhirsch QuarkXPress in die Bedeutungslosigkeit verdrängt. Die anschließende Einführung des Abomodells hat mir als Selbständigem eine Menge Geld gespart, weil ich mir je nach Projekt die passende Software mieten konnte und sie nicht zum Neupreis kaufen musste wegen einer Nutzungsdauer von drei Monaten.

Ich bin nun auch schon länger kein Fan mehr von Adobe, aber da nur Stagnation und anschließendes Melken der Kunden zu sehen, das halte ich für deutlich zu simpel gedacht. Da helfen auch schicke Grafiken, bunte Schrift und Fettdruck nicht.
+15
DTP
DTP12.04.2109:30
Ich bin seit ein paar Monaten Adobe-frei (bis auf ein paar Kaufschriften). Die Macs laufen schneller, denn es sind wesentlich weniger Hintergrundprozesse aktiv. Ich hab leider keinen Screenshot mehr gemacht; wenn ihr Adobe CC laufen lasst, dann geht doch mal in die Aktivitätsanzeige.

Und auch das Datensammeln im Hintergrund seitens Adobe find ich bedenklich. Man kann es zwar im Webinterface abschalten, es wird aber nicht deutlich, ob zwar weiter Daten gesammelt werden und nur nicht im gespeichert oder wirklich keine mehr gesammelt. Oder warum ist sonst die Einstellung nur in meinem CC-Bereich im Web vorhanden und nicht lokal?
+6
beanchen12.04.2109:32
Was die Grafik vor allem deutlich macht, ist die tendenziöse Aussage.
Aber es ist ja gerade Mode Behauptungen aufzustellen, um sie dann in der Luft zu zerreißen.
Ja, Adobe hat es geschafft sich zum "Standard" zu etablieren.
Ja, das Abo-Modell ist eine harte Nuss aber wie ich finde zurecht! Noch heute kommen Kunden und beschweren sich, warum ihre CS5.5 denn nun nicht mehr läuft, wo man doch den Zettel mit der abgeschriebenen Seriennummer so gut verwahrt hat und es doch damals schwer genug war, das auf 20 Rechnern gleichzeitig zum laufen zu bekommen.
Ja, Innovationen müssen heute nicht mehr angekündigt werden. Zum einen aus den zuvor genannten Gründen, zum anderen weil keine Werbung mehr für kostenpflichtige Upgrades auf neue Versionen mehr nötig sind. Wer die Programme aber regelmäßig und intensiv benutzt, wird auch nach wie vor Innovationen finden und bestätigen können.
Ja, es gibt Alternativen und den meisten Benutzern würden die auch reichen. Aus Erfahrung: sie sind nur zu faul umzusteigen. Das kann man aber wohl kaum Adobe ankreiden.
Nein, ich verteile keine Dislikes bei anderen Meinungen, erlaube mir aber eine Eigene.
+10
MikeMuc12.04.2110:18
beanchen
Bei Indesign habe ich seit CS3 keine für mich relevanten Neuerungen gefunden. Es wäre also vollkommen ausreichend gewesen, das bis zur absoluten Fehlerfreiheit zu pflegen und nur kompatibel zu aktuellen Systemen zu halten
-2
jmh
jmh12.04.2110:24
unzufrieden mit adobe? nutze deine offensichtlich unerkannte macht. kaufe nicht, buche nicht!

konsequenz im handeln ist das einzige mittel gegen unzufriedenheit, ohnmacht und empoerung. auch wenn das im konkreten fall einen steinigen weg bedeuten kann: recherche nach alternativprodukten, einarbeitung in neue workflows und bedienweisen, verlust von liebgewonnenen detailfunktionen, mut zur improvisation.

der vorteil: man muss sich nicht mehr ueber diese firma aufregen ...
„wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.“
+7
DTP
DTP12.04.2110:31
milk
Ich bin nun auch schon länger kein Fan mehr von Adobe, aber da nur Stagnation und anschließendes Melken der Kunden zu sehen, das halte ich für deutlich zu simpel gedacht. Da helfen auch schicke Grafiken, bunte Schrift und Fettdruck nicht.
Ich sehe es auch differenzierter. Die Stagnationsphase sehe ich auch, allerdings nur bei den "alten" Produkten. Photoshop, Illustrator, InDesign etc. bekommen kaum noch innovatione neue Funktionen, entweder kleine Pflege oder falls mal ein Konkurrenz was bringt, was die Kunden dann doch wichtig finden.

In den neueren Bereichen sehe ich Adobe dann doch als innovativ. XD (ok, abgekupfert von Sketch), Aero, Dimension, Substance, Mixamo, Spark etc.

Und darum sehe ich das als problematisch (ist aber nicht spezifisch für Adobe, sondern für alle BigTechs): Die Kund:innen, die nur die "alten" Hauptprodukte brauchen, finanzieren die neuen Produkte, die sich nicht wirklich im Markt behaupten müssen, sondern querfinanziert werden. Adobe kann damit kleinere Anbieter (zB Sketch) vom Markt drängen, da XD (noch) kein Geld verdienen muss. Finanzierungen fließen aber nicht zum "alten" Kunden in Form von Innovation zurück, sondern nur zu neuen. Und das Geld finanziert auch Zukäufe (die wieder nur in neuen Bereichen erfolgen).

Also eigentlich ein Fall für die Kartellämter, oder?

Und auf jeden Fall ein Aufruf an uns alle, nutzt "kleine, innovative" Anbieter und nicht das, was alle machen. Aber das kenne ich noch aus der Vergangenheit "ich hoffe, dass mehr Menschen xyz nutzen, damit Adobe mal Konkurrenz bekommt (ich natürlich nicht, ich nutze das, was am bequemsten für mich ist, was alle nutzen und was ich schon immer benutzt habe)".
+5
pünktchen
pünktchen12.04.2110:50
Weia
Um nicht immer wieder von vorne dagegen anargumentieren zu müssen, möchte ich hier eine Grafik posten, die meines Erachtens mehr oder weniger für sich selbst spricht: Den Kursverlauf der Adobe-Aktie vom Börsengang des Unternehmens (1986) bis heute:

So sagt das überhaupt nichts aus, du müsstest den Kursverlauf schon noch in Bezug zur Entwicklung des gesamten Marktes setzen. NASDAQ also wohl.
+7
Weia
Weia12.04.2114:55
milk
In der von Weia so bezeichneten Stagnationsphase wurden mal eben InDesign und darauf aufbauende Workflows auf den Markt gebracht
Nö, InDesign war die letzte große Innovation der Innovationsphase, die damit endete. Steht auch extra so in der Grafik.
da nur Stagnation und anschließendes Melken der Kunden zu sehen, das halte ich für deutlich zu simpel gedacht
Der Kursschwenk von der Stagnationsphase in die Softwareabophase fällt praktisch auf den Monat genau mit Adobes Einführung des Abomodells zusammen. Das hältst Du für Zufall? Nun, ich erinnere mich noch sehr genau an die damaligen Kaufaufrufe der Börsenanalysten und ihre durchgerechnete Begründung.
Da helfen auch schicke Grafiken, bunte Schrift und Fettdruck nicht.
Du meinst, lieblos hingeschludert und schwer lesbar wäre seriöser?
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
chessboard
chessboard12.04.2115:11
Ach Gottchen, wofür manche Leute Zeit haben 🤷‍♂️.
Wem Adobe nicht gefällt, der nutzt deren Programme eben nicht. Wer die Funktionen braucht, kalkuliert das Abo in seine Preisgestaltung mit ein.
Muss man aus allem eine Weltanschauung machen?
+9
Weia
Weia12.04.2115:21
jmh
unzufrieden mit adobe? nutze deine offensichtlich unerkannte macht. kaufe nicht, buche nicht!
[…]
der vorteil: man muss sich nicht mehr ueber diese firma aufregen ...
Ich habe (außer einer Uralt-Acrobat-Version, die mal einem Scanner kostenlos beilag) nie eine Software von Adobe besessen und könnte sie ja nicht mal nutzen, weil deren technisch so ungeheuer hochwertigen Produkte ja noch nicht einmal auf meinen stets case-sensitive formatierten Speichermedien laufen würden … Da bin ich also ziemlich machtlos; mit Liebesentzug kann ich Adobe nicht drohen, denn die war nie da.

Regst Du dich nur über Dinge auf, die Dich persönlich betreffen? Ich rege mich meist über den Zustand der Welt auf.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
Tenner
Tenner12.04.2115:23
marm
Für Lightroom würde ich glatt monatsweise ein Abo abschließen, wenn sich Adobe auf meinem Rechner anders verhalten würde.

Lightroom CC aus dem Mac App Store verhält sich da vorbildlich.

Man kann sich sogar mit "Apple anmelden". Leider ist auf dem Mac noch nicht die gleiche Verknüpfung mit Fotos gegeben wie es unter iOS/iPadOS seit Jahren möglich ist (aus Lightroom direkter Zugriff auf die Fotos-Datenbank).
+1
Weia
Weia12.04.2115:30
pünktchen
So sagt das überhaupt nichts aus, du müsstest den Kursverlauf schon noch in Bezug zur Entwicklung des gesamten Marktes setzen. NASDAQ also wohl.
Nö, das spielt hier eine völlig untergeordnete Rolle. Nimm pars pro toto das uns allen wohlvertraute größte Unternehmen der Welt: Die Apple-Aktie stagnierte über den größten Teil von Adobes Innovationsphase und verfünfzigfachte sich während Adobes Stagnationsphase. Im letzten Jahrzehnt stiegen beide Aktien, aber aus völlig unterschiedlichen Gründen.

Makroökonomische Faktoren haben in beiden Fällen hier kaum eine Bedeutung.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
Weia
Weia12.04.2115:41
chessboard
Ach Gottchen, wofür manche Leute Zeit haben 🤷‍♂️.
Du machst Dir ausschließlich über den kleinen Kokon Gedanken, in dem Du lebst? Ich wüsste dann nicht, wozu ich überhaupt auf der Welt bin.
Wem Adobe nicht gefällt, der nutzt deren Programme eben nicht.
Das habe ich auch nie getan. Aber was hat das mit der Bewertung des Verhaltens eines Unternehmens zu tun? Ich kritisiere auch Waffenhersteller, obwohl ich noch nie eine Waffe in der Hand hatte.
Muss man aus allem eine Weltanschauung machen?
Was hat eine Analyse wirtschaftlicher Entwicklungen mit Weltanschauung zu tun? Oder ist bei Dir alles Nachdenken über größere Zusammenhänge Weltanschauung?
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+7
jmh
jmh12.04.2115:43
Weia
Regst Du dich nur über Dinge auf, die Dich persönlich betreffen?

die gefahr, den erregungsradius ueber die eigene betroffenheit hinaus zu erweitern, lauert im persoenlichen alltag natuerlich immer und ueberall .

man kann aber im einzelfall oft etwas dagegen tun ...
„wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.“
+5
marm12.04.2115:48
Tenner
marm
Für Lightroom würde ich glatt monatsweise ein Abo abschließen, wenn sich Adobe auf meinem Rechner anders verhalten würde.
Lightroom CC aus dem Mac App Store verhält sich da vorbildlich.
Hmm, das ist eine interessante Info. Was mir nämlich auch nicht gefällt, ist, dass die Alternativen wie ON1, Luminar, DxO, Capture One usw. jedes Jahr mit Updates um die Ecke kommen für 2/3 des Neupreises. Wenn ich aber nur in drei von zwölf Monaten tatsächlich Zeit habe, mich um meine Fotosammlung zu kümmern, liege ich mit einem monatsweise buchbaren Abo günstiger, als wenn ich der Versuchung nicht widerstehen kann Updates zu kaufen.
Edit: Was ist das für eine ungewöhnliche Preisgestaltung? Monatlich 11,99*12=143,88, jährlich 144,99?
+1
Weia
Weia12.04.2115:49
jmh
die gefahr, den erregungsradius ueber die eigene betroffenheit hinaus zu erweitern, lauert im persoenlichen alltag natuerlich immer und ueberall .
Darin siehst Du eine Gefahr? Ich sehe darin eine Aufgabe. Ich will definitiv nicht, dass es mich emotional kalt lässt, wenn an anderer Stelle der Welt Menschen im Elend leben.

Ich versuche ganz im Gegenteil, meine Emotionen zu bändigen bei Dingen, die nur mich selbst betreffen, denn so wichtig bin ich nicht.
man kann aber im einzelfall oft etwas dagegen tun ...
Der Zustand der Welt lässt befürchten, dass Du damit Recht hast.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
0
schaudi
schaudi12.04.2115:52
Der (für mich!) einzige Vernünftige Ersatz für Lightroom wurde leider vor vielen viele Jahren eingestellt und durch eine generische Consumerlösung ersetzt.
Und ja ich habe viele Ausprobiert, kürzlich sogar erst wieder, da ich A3 erst im vorigen Jahr endgültig den Rücken zugekehrt habe. Als A3 abgekündigt wurde hatte ich mir schon einmal alles andere angesehen und war von nix zu begeistern. Lightroom war damals gefühlt das selbe, wie vor meiner A3 Zeit. Also ja - da hat einiges lange Zeit stagniert.

Aber heute? Es hat sich super entwickelt. Auch Photoshop habe ich mir bei der Gelegenheit wieder einmal angesehen und war ebenso positiv überrascht. Hast du dir die Produkte eigentlich jüngst mal wieder genau angesehen oder gehst du nur davon aus, dass nichts besser wurde? Ich zweifle ernsthaft an, dass du dir mal einen Monat gegönnt hast um deine Behauptungen auch zu überprüfen, so wie du schreibst...
+4
schaudi
schaudi12.04.2116:08
Weia
Wem Adobe nicht gefällt, der nutzt deren Programme eben nicht.
Das habe ich auch nie getan. Aber was hat das mit der Bewertung des Verhaltens eines Unternehmens zu tun? Ich kritisiere auch Waffenhersteller, obwohl ich noch nie eine Waffe in der Hand hatte.

Oh der ist gut - den muss ich nochmal explizit aufgreifen: Echt jetzt?

Klar kannst du Waffenhersteller grundsätzlich kritisieren, auch ohne je eine Waffe genutzt zu haben - für die Art ihres Produktes das sie anbieten. Wenn du aber die tatsächliche Produktqualität kritisieren willst, solltest du es zumindest einmal ausprobiert haben und eine Gewisse Ahnung von der Thematik haben. Du kritisiert hier Adobe aber für die Qualität ihrer Produkte und nicht für die Art der Produkte die sie anbieten. Oder habe ich etwas falsch verstanden und dir geht es nur darum Adobe zu kritisieren, weil sie Kreativsoftware anbieten?
+6
Weia
Weia12.04.2116:12
schaudi
Hast du dir die Produkte eigentlich jüngst mal wieder genau angesehen
Nein, das kann ich nicht, weil dieses Unternehmen es ja nicht mal fertigbringt, die vor Jahrzehnten durch schludriges Programmieren eingeschleppten Groß-/Kleinschreibungsfehler in ihrem Code zu fixen, sondern stattdessen doch allen Ernstes erwartet, dass all ihre Kunden ihre Macs nach Adobes Vorstellungen konfigurieren (also mit dem Boot-Volume in APFS case-insensitive). Ich nutze aber halt nunmal APFS case-sensitive und werde sicher nicht meinen gesamten Mac neu aufsetzen, um irgendeine Adobe-Software zu testen, bloß weil Adobe nicht mal das auf die Reihe bekommt, obwohl sie im Geld ersticken. Das ist auch in dieser Hinsicht ein wirklich unsägliches Unternehmen.

Aber darum ging es hier ja gar nicht, sondern um die Abopolitik des letzten Jahrzehnts. Die Versiebzehnfachung des Aktienkurses wird ja nun nicht daran gelegen haben, dass Photoshop etwas verbessert wurde.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
-1
marm12.04.2116:16
Tenner
marm
Für Lightroom würde ich glatt monatsweise ein Abo abschließen, wenn sich Adobe auf meinem Rechner anders verhalten würde.
Lightroom CC aus dem Mac App Store verhält sich da vorbildlich.
Mal gerade Lightroom aus dem App Store installiert. Diese Version erlaubt nicht die Fotoverwaltung ohne Abo, wie die Version direkt von Adobe. Heißt, ich kann nur auf die Fotos zugreifen, wenn ich abonniere.
Die Version von Adobe direkt benötigt hingegen ein Bezahl-Abo, um die RAW-Entwicklung nutzen zu können. Die Fotoverwaltung funktioniert aber auch ohne Abo.
+2
jmh
jmh12.04.2116:21
Weia
Darin siehst Du eine Gefahr? Ich sehe darin eine Aufgabe. Ich will definitiv nicht, dass mich das emotional kalt lässt, wenn an anderer Stelle der Welt Menschen im Elend leben.

vielleicht sollten wir doch lieber bei adobe bleiben. abzudriften oder den diskussionsraum zu erweitern hilft den meisten forendiskussionen nicht .

ich habe diese firma erfolgreich aus meinem werkzeugkasten verbannen koennen, nachdem ich mich einst zunaechst ebenso ueber die einfuehrung des alternativlosen abos emport hatte. fuer mich war und ist es wichtig, lizenzen zu besitzen und mich selbstbestimmt zum upgrade entschliessen zu koennen. abos sind m. e. ok, so lange der kunde auch die wahl hat, ohne regelmaessiges verfallsdatum eine lizenz zu kaufen.

cs 6 premium habe ich so lange genutzt, wie ich konnte, aber seit catalina bin ich komplett weg von diesen produkten. es ist hier fuer mich so, als ob diese firma nicht existieren wuerde.

resultat: kein groll mehr!
„wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.“
+2
milk
milk12.04.2116:28
Weia
Ich nutze aber halt nunmal APFS case-sensitive und werde sicher nicht meinen gesamten Mac neu aufsetzen, um irgendeine Adobe-Software zu testen
Du kommst eben nicht aus der Mac-Welt. Da war das schon immer so, dass man ein nicht-case-sensitives Dateisystem hatte. Und bestimmte Software ist deshalb schluderig programmiert. Wahrscheinlich sogar ziemlich viele. Deswegen haben nur ganz wenige Mac-Anwender case sensitive in Verwendung. Und nun kommst du daher, bestehst auf einem nicht-üblichen File System und motzt anschließend über Adobe, deren Programme du nach eigener Aussage noch nie verwendet hast.

Ein typischer Weia halt.

Und jetzt, wo Leute dir erklären, dass deine Argumentation irgendwie dämlich ist, hast du mal wieder die Schrotflinte mit Laberpatronen geladen und schießt auf alle, die es wagen, dir zu widersprechen, solange bis man vor lauter Weia-Meta-Diskussion das eigentliche Thema nicht mehr sieht.
+9
Weia
Weia12.04.2116:29
schaudi
Du kritisiert hier Adobe aber für die Qualität ihrer Produkte und nicht für die Art der Produkte die sie anbieten.
Ich kritisiere Adobe primär für ihre Unternehmenspolitik und nur in zweiter Linie für die Qualität ihrer Produkte, wobei ich meine, dass die mangelnde Sorgfalt, die in der Geschichte mit den in über 20 Jahren nicht beseitigten Groß-/Kleinschreibungsfehlern im Code zum Ausdruck kommt, Bände spricht. Aber die Qualität war nicht der Fokus dieses Beitrags, das wäre noch einmal ein Kapitel für sich.

Und ja, natürlich kenne ich die Programme, aber notgedrungen halt nur auf Rechnern von Freunden, denen ich technisch helfe.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
-3
Weia
Weia12.04.2116:34
jmh
vielleicht sollten wir doch lieber bei adobe bleiben. abzudriften oder den diskussionsraum zu erweitern hilft den meisten forendiskussionen nicht .
Gerne. Ich habe mit der Erweiterung ja nicht angefangen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
-5
chessboard
chessboard12.04.2116:38
Weia
Du machst Dir ausschließlich über den kleinen Kokon Gedanken, in dem Du lebst? Ich wüsste dann nicht, wozu ich überhaupt auf der Welt bin.
Ich habe jedenfalls keine Zeit, Adobe-Charts zu analysieren und grafisch mit (fragwürdigen) bunten Einteilungen pädagogisch aufzubereiten um meiner Abneigung gegen Software, die ich nicht benutze, ein argumentatives Stützkorsett zu verpassen. (Eigentlich sollte ich auch keine Zeit haben, mich hier im Forum herumzutreiben, aber ich bin leider auch nicht imun gegen Prokrastination.)
Aber wem so etwas einen Sinn im Leben gibt, dem soll das unbelassen bleiben.

Davon mal abgesehen ist deine Analyse ganz allein deine persönliche Interpretation. Da du selbst nach eigener Aussage Adobe Programme überhaupt nicht nutzt, solltest du eigentlich mit der Bewertung, ob Neuerungen nun inovativ sind oder nicht, vielleicht etwas zurückhaltender sein. Ob die Neuerungen, die es unbestreitbar gab und weiterhin gibt, nun nützlich sind oder nicht, wird jeder Nutzer für sich entsprechend seinen Anforderungen bewerten. Für jemanden, für den Affinity Photo oder Pixelmator alle Bedürfnisse erfüllt, ist dann Photoshop eben nicht mehr innovativ. Ein anderer freut sich über jede Optimierung des Workflows und Automation von Arbeitsabläufen.

Adobe ist entgegen deiner steilen These nicht allein deshalb so im Markt etabliert, weil es immer die anderen auch benutzen. Die Sache ist einfach die, dass es keine wirklich konkurrenzfähigen Programm-Suites anderer Hersteller gibt. Ich habe es über zwei Jahre lang mit Alternativen ausprobiert und habe mich in den zwanzig Jahren mit Adobe-Programmen nicht so viel über fehlende oder fragwürdig umgesetzte Funktionen geärgert. Viele der alternativen Programme sind im Grunde One-Trick-Ponies (gut, die vielleicht nicht 1 sondern 10 Tricks beherschen). Und eine Zusammenarbeit zwischen diesen Programmen herzustellen ist dann noch mal ein anderes Thema.

Es hat schon seine Gründe, warum Adobe seit der Einführung der Abos die Kunden nicht in Scharen davon gelaufen sind. Das hätte nämlich durchaus passieren können. Quark hat es sich so z.B. mit seiner Kundschaft verscherzt, denn damals gabe es mit Indesign auch ein wirklich konkurenzfähiges Produkt auf dem Markt.
Das existiert trotz der Euphorie über die Affintiy Programme (die sich nach nun über 7 Jahren im Markt aber auch als Strohfeuer entpuppt) eben nicht.

Du kannst ja deinen persönlichen Feldzug gegen Adobe (durch deren Programme übrigens weder Menschen getötet noch ins Elend gestürzt wurden) führen. Andere benutzen die Programme eben, bis sich etwas besseres für's Geld findet.
+5
jmh
jmh12.04.2116:42
Weia
Gerne. Ich habe mit der Erweiterung ja nicht angefangen.

ansichtssache. jetzt bitte nicht empoeren ...
„wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.“
0
Peter Eckel12.04.2116:55
milk
Du kommst eben nicht aus der Mac-Welt. Da war das schon immer so, dass man ein nicht-case-sensitives Dateisystem hatte. Und bestimmte Software ist deshalb schluderig programmiert. Wahrscheinlich sogar ziemlich viele. Deswegen haben nur ganz wenige Mac-Anwender case sensitive in Verwendung.
Diese Analyse der Sachlage und der Gründe für die Probleme der Adobe-Software mit case-sensitiven Dateisystemen dürfte zu 100% ins Schwarze treffen. Insbesondere das Thema "Schludrigkeit".
milk
Und nun kommst du daher, bestehst auf einem nicht-üblichen File System
Hier muß ich Weia dann aber doch mal beipflichten: "Case-sensitive" ist eine von macOS unterstützte Option. Nicht Standard, aber unterstützt. Ein "Premium"-Softwarehersteller, der zu faul, zu fett oder schlicht zu arrogant ist, durch seine Schlampigkeit induzierte Bugs aus seiner ihm einen sehr umfangreichen Gewinn verschaffenden Software zu entfernen, die den Einsatz mit einem von ihm unterstützten Betriebssystem und mit einem von diesem wiederum unterstützten Dateisystem verhindern, muß sich ein von Herzen kommendes Gemaule schon gefallen lassen.
„Ceterum censeo liberum facierum esse delendum.“
+8
Weia
Weia12.04.2117:13
milk
Du kommst eben nicht aus der Mac-Welt.
Darf man macOS nur benutzen, wenn man „aus der Mac-Welt kommt”, was auch immer das heißen mag?
Da war das schon immer so, dass man ein nicht-case-sensitives Dateisystem hatte.
Und Du hältst Das war schon immer so ernsthaft für ein gutes Argument? Gut, macOS ist, wie die interne Versionsnummerierung eindeutig zeigt, OPENSTEP nn. Und OPENSTEP nutzte schon immer case-sensitive Dateisysteme. Und nun? (Und ja, ich „komme aus der OPENSTEP-Welt“. )
Und bestimmte Software ist deshalb schluderig programmiert.
Das ist doch keine Entschuldigung, wenn das Betriebssystem auch case-sensitive als Option anbietet. Und selbst wenn es das nicht täte: Schludrigkeit ist nie zu entschuldigen, ganz egal, ob sie (absehbare) Folgen hat oder nicht. Genau das ist das Mindset, das ich im Kern bei Adobe kritisiere: mangelnde geistige Disziplin, weil es ja vermeintlich niemand merken wird.

Ich halte mal ein Zitat von Steve Jobs dagegen: Greatness is communicated in everything you do (Quelle: ). Ein Satz, den ich zu 100% unterschreibe (wie praktisch alles von Steve Jobs, der ja bekanntlich darauf bestand, dass Platinen ästhetisch ansprechend sein müssten, auch wenn sie nie jemand zu Gesicht bekäme). Und so gesehen ist Adobe eben das ungreateste große Software-Unternehmen, das es je auf den Mac geschafft hat. Es hat schon Gründe, warum Steve Jobs Adobe verachtet hat.
Wahrscheinlich sogar ziemlich viele.
Richtig, am Anfang sind da viele Unternehmen darüber gestolpert. Aber alle, wirklich alle, haben das über kurz oder lang gefixt, selbst Microsoft. Nur Adobe nicht. Die haben stattdessen die Chuzpe, in ihr Installationsprogramm eine Routine einzubauen, die im Falle eines case-sensitiven Dateisystems die Installation blockt und den Nutzer auffordert, seinen Mac neu aufzusetzen. Das ist wirklich ohne Worte.

Ökonomisch nennt man das Externalisieren interner Kosten: Statt den Bugfix zu finanzieren, wälzt das bitterarme Adobe die Kosten auf die betroffenen Nutzer ab: sollen die doch, jeder einzelne, ihren Mac neu aufsetzen. Die dadurch vergeudete Gesamtarbeitszeit ergibt zwar volkswirtschaftlich einen Schaden relativ zum einmaligen Bugfix von Adobe, aber was kümmert das dieses Unternehmen schon?
Deswegen haben nur ganz wenige Mac-Anwender case sensitive in Verwendung.
Richtig. Und genau das ist doch mein Argument: Wegen Adobes minderer Qualität wird vielen Nutzern faktisch eine Wahlmöglichkeit genommen.
Und nun kommst du daher, bestehst auf einem nicht-üblichen File System
Ich präferiere die Wahlmöglichkeit. Und ich bestehe auf einer Gründlichkeit beim Schreiben von Software, die mit Adobes Verhalten in dieser Frage prinzipiell unvereinbar ist.
und motzt anschließend über Adobe, deren Programme du nach eigener Aussage noch nie verwendet hast.
Weil ich es eben nicht konnte und weil bereits diese eine Geschichte den minderen Qualitätsanspruch eines Unternehmens offenbart, das ich aufgrund dieser ihren Produkten offenkundig zugrundeliegenden Geisteshaltung auch gar nicht sonderlich vermisse.
Ein typischer Weia halt.
Mag sein, dass solche Überlegungen für mich typisch sind. Im Gegensatz zu Dir finde ich das aber gar nicht schlimm, sondern sogar gut.
Und jetzt, wo Leute dir erklären, dass deine Argumentation irgendwie dämlich ist,
Mein Eindruck bislang in diesem Thread wäre freilich, dass die in der Minderzahl sind.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+3
Zippo12.04.2117:22
Es gibt meines Erachtens bei Adobe-Software keinen Lock-In-Effekt. Austauschformate sind in der Regel PDF für fertige Layouts und PDF, EPS, TIFF und JPEG für die angelieferten Grafiken. Alle paar Jahre kommt es tatsächlich mal vor, dass ich ein PSD mit Ebenen erhalte. Für diese seltenen Fälle könnte man sich sicherlich auch eine Adobe-freie Lösung einfallen lassen.
Das heißt meinen Kunden und Partnern ist es völlig wurscht mit welcher Software ich arbeite.

Und den Preis für das Paket finde ich absolut angemessen (wenn man wie ich den enthaltenen Zugriff auf die professionellen Fonts benötigt, ist es geradezu geschenkt). Der Preis für das Photo-Abo mit Lightroom und Photoshop ist sogar so günstig, dass es sich jeder Hobbyist leisten kann.

Wie schnell man mit überzogenen Preisen und fehlendem Support seine Profikundschaft verlieren kann, hat Quark zur Jahrtausendwende vorgemacht. Dasselbe würde bei Adobe auch passieren, wenn es einen Anlass dazu gäbe.
+7
janos_ad
janos_ad12.04.2117:32
Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung nicht. Im Vergleich zu den Kosten die früher alle paar Jahre für ein Upgrade der CS fällig waren, ist CC geradezu erschwinglich. Das was sie sehr intelligent gemacht haben ist, Produktpiraterie einen Riegel vorzuschieben, weil es, ähnlich wie mit Netflix und Spotify, plötzlich erschwinglich war das Produkt legal zu erwerben. Im Vergleich zu einmaligen 2000€ kann ich mir die (mit Rabatt) etwa 200€ im Jahr als Student leisten, und damit sogar kommerziell Arbeiten. Hinzu kommen Cloud Features die vorher nicht enthalten waren. Beispielsweise spare ich mir die Kosten für Squarespace seitdem ich mein Portfolio bei Adobe habe.

Wer wirklich nur Gelegenheitsnutzer ist regt sich zurecht darüber auf, dass es keine Standalone Apps ohne Abo mehr gibt. Insbesondere wenn die neuen Features nicht benötigt werden. Aber das schöne ist doch, dass es inzwischen Alternativen gibt, die durchaus verbreitet sind – Affinity allen voran.

In diesem Sinne kann man Adobe sicher monopolistisches Verhalten vorwerfen, aber dennoch verstehe ich die Emotionalität der Debatte nicht.


Disclaimer: Ich habe einige Semester für Adobe als Student Rep gearbeitet.
+5
Weia
Weia12.04.2117:56
chessboard
Ich habe jedenfalls keine Zeit, Adobe-Charts zu analysieren
Ja nu, das gehört mehr oder weniger zu meiner Arbeit.
Davon mal abgesehen ist deine Analyse ganz allein deine persönliche Interpretation.
Das haben Analysen so an sich, dass sie die Interpretation desjenigen sind, der sie durchführt.

Solltest Du damit zum Ausdruck bringen wollen, dass ich ohne zugrundeliegende Recherche aus dem hohlen Bauch heraus ein buntes Bildchen gemalt habe: Nein, dem war nicht so. Aber die Präsentation hier war keine wissenschaftliche Abhandlung (ich werde ohnehin immer wieder gescholten, meine Beiträge seien zu akademisch).
Die Sache ist einfach die, dass es keine wirklich konkurrenzfähigen Programm-Suites anderer Hersteller gibt.
Aber mit dem Konzept von Programm-Suites gehen die Probleme bereits los. Adobe verfolgt das ja sehr explizit, aber de facto heißt das, Adobe-Programme interagieren untereinander prima, aber mit dem Betriebssystem schlecht. Dabei sind eine der Stärken von macOS gerade die systemweiten Dienste, die auf der systemisch korrekten Ebene angesiedelt sind: z.B. ein gemeinsames Rechtschreibwörterbuch nur einmal um Fachvokabular ergänzen zu müssen und alle Programme profitieren davon. Nutzen Adobe-Programme die systemweite macOS-Rechtschreibkorrektur? Als ich das letzte Mal geguckt habe, nein.

„Programm-Suiten“ führen dazu, dass zwar die ausgetretenen Pfade, für die sie erstellt wurden, gut bedient werden, aber neue, bis dato ungewöhnliche Kombinationen von Programmen nicht. So wird Kreativität behindert. Würden alle Programm sich der macOS-Diensteintegration bedienen, würden alle Programme fugenlos miteinander zusammenarbeiten können und nicht nur die eines Herstellers.
Und eine Zusammenarbeit zwischen diesen Programmen herzustellen ist dann noch mal ein anderes Thema.
Nicht, wenn sie alle macOS-Dienste konsequent nutzen.
Adobe (durch deren Programme übrigens weder Menschen getötet noch ins Elend gestürzt wurden)
Nunja, direkt nicht. Aber die Softwareabophase ist ein sehr gutes Beispiel für die in der Informationsgesellschaft möglich gewordenen massiven Umverteilungsprozesse mit einer immer größeren Konzentration des gesellschaftlichen Reichtums. Und diese Entwicklung ist ein enormes gesellschaftliches Problem und stürzt Menschen am Ende ins Elend und tötet sie, gerade in den USA.

Was denkst Du, warum ich das hier thematisiere? Sicher nicht, weil ich persönlich Adobe blöd finde. Adobe bündelt einfach wie in einem Brennglas vieles, was in der Informationsgesellschaft schiefläuft.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
jmh
jmh12.04.2118:02
janos_ad
Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung nicht. Im Vergleich zu den Kosten die früher alle paar Jahre für ein Upgrade der CS fällig waren, ist CC geradezu erschwinglich.

das argument kommt immer, ist so gesehen natuerlich auch richtig. aber wenn man selbst den zeitpunkt des upgrades bestimmen moechte und auch kann (z. b. nur alle 3–4 jahre fuer damals gut 600 euro bei einem suite-upgrade ...), faehrt man noch guenstiger, wenn man auf den neuesten "heissen sch**ss" verzichten kann, der sich z. b. fuer mein nutzungsspektrum oft als funktionaler kleckerkram und augenwischerei herausstellte. die subtil gefuehlte noetigung, fuer die neuesten bugfixes doch in den jahresturnus einzusteigen, wurde hier natuerlich immer und eisern ignoriert ...
„wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit.“
+1
chessboard
chessboard12.04.2118:03
Weia
Ökonomisch nennt man das Externalisieren interner Kosten: Statt den Bugfix zu finanzieren, wälzt das bitterarme Adobe die Kosten auf die betroffenen Nutzer ab: sollen die doch, jeder einzelne, ihren Mac neu aufsetzen. Die dadurch vergeudete Gesamtarbeitszeit ergibt zwar volkswirtschaftlich einen Schaden relativ zum einmaligen Bugfix von Adobe, aber was kümmert das dieses Unternehmen schon?
Volkswirtschaftlicher Schaden ! Geht's noch 'ne Nummer größer? Wie viele Mac(!)-Nutzer müssen wohl ein case-sensitives System verwenden und brauchen Adobe-Software? Die meinsten Installationen von Adobe-Software finden sich eh schon lange auf Windows-Rechnern.

Mal davon abgesehen: Was ist an einem case-sensitiven Dateisystem so toll? Was ist der Vorteil davon, dass "Bild1.png" und "bild1.png" und "bilD1.png" unterschiedliche Dateien sind?
-2
MikeMuc12.04.2118:19
Zippo
Es gibt meines Erachtens bei Adobe-Software keinen Lock-In-Effekt.
Aha, interessante Ansicht. Wie willst du deinen Daten einfach in ein Konkurrenzprodukt wie QuarkXPress oder Affinity bekommen? Da nützt die keines deiner genannten Formate. Da bist du schneller, wenn du den Kram neu machst. Das ist ein 1a Lock-In, den Adobe da betreibt. Dazu kommt on top, das jede neue Indesignversion ein neues Format mit bringt, und die meisten Isler nicht in der Lage sind, in Firmen auch mal eine ältere Version zu installieren und zu verhindern, das da auch nur einer selbstständig auf eine neuere Version upgrades. Dann müßen nämlich als nach ziehen, sowohl die Internen als auch alle externen, die am Projekt mitarbeiten. Denen fällt nicht mal im Traum ein, das es den ein oder anderen dann zerreißt weil zB auf seinem Rechner gar kein CC2021 installiert werden kann weil dafür ein System benötigt wird, was auf dem Rechner nicht mehr läuft. Schon sind wir wieder beim "volkswirtschaftlichen Schaden", s.o.

Außerdem ist das Abo für diejenigen, die nicht immer den "neuesten Scheiß" brauchen oder wollen, schnell teurer als ein Einmalkauf. Das Abo ist nach 3 Jahren teuerer als der frühere Kauf. Wem die neuen Funktionen nix bringen gibt also permanent Geld aus für Dinge, die er nicht braucht. Die Ausrede, die Kosten einfach aufs eigene Produkt aufzuschlagen macht es nur für alle wieder teuerer. Schon wieder ein vermeidbarer Kollateralschaden
+2
Weia
Weia12.04.2118:29
chessboard
Meine Güte, was für ein Lamento! Volkswirtschaftlicher Schaden ! Geht's noch 'ne Nummer größer.
Was ist an der Nummer groß? Sobald die aufsummierten Kosten (Arbeitszeit inklusive) aller Betroffenen die Kosten Adobes für die einmalige Bereinigung der Kapitalisierungsinkonsistenzen in ihrem Code übersteigen, ist das ein volkswirtschaftlicher Schaden. Das ist doch eine banale Rechnung und kein großartig aufgeladener Begriff.
Was ist an einem case-sensitiven Dateisystem sol toll?
Das kannst Du doch jedem einzelnen Nutzer überlassen, der diese Option von macOS nutzen möchte. Siehst Du nicht die Anmaßung von Adobe, das als einziger Softwarehersteller weit und breit unmöglich zu machen, wenn man ihre Produkte nutzen will, bloß, weil das einen (angesichts ihrer Gewinne völlig vernachlässigbaren) Aufwand für sie bedeuten würde?
Was ist der Vorteil davon, das "Bild1.png" und "bild1.png" und "bilD1.png" unterschiedliche Dateien sind?
  • Deutsch ist nunmal eine case-sensitive Sprache. Zahl.rtf enthält vermutlich eine mathematische Definition, zahl.rtf eine Mahnung. Es sind schlicht zwei verschiedene Bedeutungen und sollten auch als solche behandelt werden.
  • Kompatibilität mit iOS, das stets case-sensitive ist
  • Leichte Unterscheidung zweisprachiger Dokument-Versionen, z.B. Winter.rtf vs. winter.rtf.

Wichtig ist doch letztlich nur, dass, wenn ein Nutzer die von macOS angebotene Option des case-sensitiven Dateisystem gewählt hat, und sei es aus einer Laune heraus, er später keine Adobe-Software nutzen kann ohne eine komplette Neuinstallation von macOS.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+2
pünktchen
pünktchen12.04.2118:49
Weia
pünktchen
So sagt das überhaupt nichts aus, du müsstest den Kursverlauf schon noch in Bezug zur Entwicklung des gesamten Marktes setzen. NASDAQ also wohl.
Nö, das spielt hier eine völlig untergeordnete Rolle.

Öhm nö. Wenn du den Verlauf des NASDAQ Index für dieselben drei Zeitphasen nimmst welche du dir hier für Adobe rausgepickt hast kommst du auf etwa +1100%, + 55% und +460% - also ebenfalls eine verhältnismässige Stagnation in der Mitte verglichen mit den beiden Boomphasen davor und danach. Nicht ganz so extrem wie bei Adobe, aber eben doch grundsätzlich ein ähnlicher Verlauf.

Da frag ich mich dann schon ob die fundamentalen Einflüsse welche dir sonst egal sind hier wirklich so relevant sind nur weil es dir ins Argument passt.

Wenn du jetzt darlegen könntest dass Adobes Gewinnmarge extrem gestiegen ist wäre das eher ein Argument als der Aktienkurs.
+5
chessboard
chessboard12.04.2118:50
Weia
Was ist an der Nummer groß? Sobald die aufsummierten Kosten (Arbeitszeit inklusive) aller Betroffenen die Kosten Adobes für die einmalige Bereinigung der Kapitalisierungsinkonsistenzen in ihrem Code übersteigen, ist das ein volkswirtschaftlicher Schaden. Das ist doch eine banale Rechnung und kein großartig aufgeladener Begriff.
Worin soll den dieser Schaden bestehen? Darin, dass man sich ein System aufsetzt, das mit der Software, mit der man seine Brötchen verdient, kompatibel ist? Oder darin, dass man die Software nicht nutzen kann, weil man stur ist - also Adobe auch kein Geld rüberschieben wird?

Natürlich ist jedes Nutzers persönliche Sache, ob man Möglichkeiten, die das OS bietet, nutzen möchte, oder nicht. Aber ganz ehrlich, deine Beispiele haben mich nicht überzeugt. Und ich glaube kaum, dass irgendjemand, der mit Adobe-Programmen arbeitet (muss oder möchte), zweimal darüber nachtdenkt, in welcher Form er sein macOS installiert. Zur Not macht man sich halt eine Zweitinstallation. Und ich habe noch von keinen Problemen gelesen, die ein nicht-case-sensitives System mit sich bringen würde.
Der Schaden dürfte sich also in sehr engen Grenzen halten.
+2
chessboard
chessboard12.04.2119:00
MikeMuc
Wie willst du deinen Daten einfach in ein Konkurrenzprodukt wie QuarkXPress oder Affinity bekommen? Da nützt die keines deiner genannten Formate. Da bist du schneller, wenn du den Kram neu machst. Das ist ein 1a Lock-In, den Adobe da betreibt.
Das ist doch kein spezielles Problem mit Adobe Programmen. Jede Software unterstützt nur ihre eigenen Formate in Gänze. Alles andere läuft über Export-Funktionen, bei denen immer irgendwas auf der Strecke bleibt oder auseinander fliegt. Da sind die Affinty Programme keinen Deut besser.
Nach der Argumentation hat jede Software ihren Lock-In.
+4
Weia
Weia12.04.2119:28
pünktchen
Wenn du den Verlauf des NASDAQ Index für dieselben drei Zeitphasen nimmst welche du dir hier für Adobe rausgepickt hast kommst du auf etwa +1100%, + 55% und +460% - also ebenfalls eine verhältnismässige Stagnation in der Mitte verglichen mit den beiden Boomphasen davor und danach. Nicht ganz so extrem wie bei Adobe, aber eben doch grundsätzlich ein ähnlicher Verlauf.
Naja, ein Index ist ja nichts als die Summe seiner Bestandteile. Aber klar, nach der IT-Boomphase der 80er/90er war in den 2000ern bei vielen Unternehmen Konsolidierung angesagt, da die grundsätzlichen Innovationen alle getätigt waren; insofern war Adobe da nicht allein, aber das macht die Analyse ja nicht falsch. Besonders war aber ihr Ausweg aus dieser Situation in den 10er Jahren. Eine wesentlicher Teil des NASDAQ-Index-Wachstums kam da ja von ganz neuen Unternehmen, die 2000 noch gar nicht existierten (Facebook, Netflix, Tesla, …); alte Recken haben mit neuen Produkten oder gleich einer Neuausrichtung des ganzen Unternehmens geglänzt (Microsoft, …) oder verharrten eben auf dem Stand von 2000 (Cisco, HP, …), nur bei Adobe gab es statt grundlegender Innovation (ich rede jetzt nicht von Weiterentwicklungen von vorhandenen Produkten im Detail) einen ganz eigenen Ausweg …
Da frag ich mich dann schon ob die fundamentalen Einflüsse welche dir sonst egal sind hier wirklich so relevant sind
Im Dekadenmaßstab habe ich den fundamentalen Einfluss nie bestritten.
nur weil es dir ins Argument passt.
Ich biege mir immer alles so, bis es in mein Argument passt.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
0
Weia
Weia12.04.2119:50
chessboard
Worin soll den dieser Schaden bestehen? Darin, dass man sich ein System aufsetzt, das mit der Software, mit der man seine Brötchen verdient, kompatibel ist?
Wer im Wesentlichen mit Adobe-Software „seine Brötchen verdient“ und sich extra dafür einen Rechner kauft, der wird ihn natürlich von vornherein entsprechend konfigurieren (ob grummelnd oder frohgemut).

Aber es soll ja auch Leute geben, bei denen Adobe-Software und Geld Verdienen nicht so eng aneinander gekoppelt sind, und die ihren Rechner zunächst unter ganz anderen Gesichtspunkten konfigurieren (in der akademischen Welt, in der ich agiere, ist das zum Beispiel so). Wenn sie dann später gerne mal ein Adobe-Programm würden nutzen wollen, wären sie gezwungen, ihren gesamten Rechner neu aufzusetzen. Diese Arbeitszeit in der Summe ist der volkswirtschaftliche Schaden, sobald ihr Kostenäquivalent das der Adobe einmalig entstehenden Kosten für den Bugfix übersteigt.
Und ich glaube kaum, dass irgendjemand, der mit Adobe-Programmen arbeitet (muss oder möchte), zweimal darüber nachtdenkt, in welcher Form er sein macOS installiert.
Nein, natürlich nicht. Aber Du gehst immer davon aus, dass Adobe-Programme, wenn sie denn genutzt werden, sofort im Fokus stehen würden. Bei mir wäre das sicher nicht so. Sie wären nur ein paar Programme von Hunderten.
Und ich habe noch von keinen Problemen gelesen, die ein nicht-case-sensitives System mit sich bringen würde.
Manche wissenschaftliche Open-Source-Software lässt sich dann nicht mehr kompilieren. Und wenn man bislang solch ein System genutzt hat, finden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einzelne Dateien, die sich nur durch die Kapitalisierung unterscheiden und wo daher Datenverlust droht. Mir persönlich ginge es aber auch ganz prinzipiell gegen den Strich, da Deutsch eben nunmal case-sensitive ist und ich es nicht leiden kann, kulturelle Gegebenheiten maschinellen Vorgaben unterzuordnen, wenn das ohne weiteres vermeidbar wäre.

Aber vielleicht sollten wir diesen Aspekt hier auf sich beruhen lassen; er ist ja nicht zentral für das Thema und war eher eine Illustration für Adobes Verhältnis zu seinen Kunden.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+4
Tenner
Tenner12.04.2119:55
marm
Edit: Was ist das für eine ungewöhnliche Preisgestaltung? Monatlich 11,99*12=143,88, jährlich 144,99?
Tipp: An Aktionstagen wie dem Black Friday gibt es an sich immer Jahresprepaid-Karten vergünstigt.
Hier mal zwei Beispiele:

0
Weia
Weia12.04.2119:58
chessboard
Das ist doch kein spezielles Problem mit Adobe Programmen. Jede Software unterstützt nur ihre eigenen Formate in Gänze. Alles andere läuft über Export-Funktionen, bei denen immer irgendwas auf der Strecke bleibt oder auseinander fliegt. Da sind die Affinty Programme keinen Deut besser.
Nach der Argumentation hat jede Software ihren Lock-In.
Da hast Du für die meisten Programme recht, aber da ist natürlich auch ein Problem, das auf die Dauer noch gelöst werden muss.

Es gibt rühmliche Ausnahmen, Texteditoren für ASCII und RTF, Webeditoren, die mit HMTL und CSS als nativen Formaten arbeiten, Programme zur Erstellung von Farbprofilen, deren natives Format ICCv4 ist etc., aber die sind leider klar in der Minderzahl.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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milk
milk12.04.2120:49
Weia
Wenn sie dann später gerne mal ein Adobe-Programm würden nutzen wollen, wären sie gezwungen, ihren gesamten Rechner neu aufzusetzen.
Ja. Weil sie sich vorm ersten Mal Aufsetzen nicht informiert, sich also demnach schlicht zu dumm angestellt haben. Das gleiche Problem kannst du haben, wenn du dir ein 64-Bit-Windows installierst und dann einen Scannertreiber brauchst, der nur in 32 Bit vorliegt. Nicht informiert, dumm angestellt.
Oder, da du ja gern deine NeXT-Wurzeln betonst, wenn man auf einem bereits konfigurierten NeXT nochmal den Simple Network Starter verwendet, um etwas an der Netzwerkkonfiguration anzupassen. Das kann einem sehr nachhaltig die Konfiguration zerstören, was einem erfahrene NeXTies dann auch gerne bestätigt haben: "Deswegen heißt das Programm ja auch Simple Network Starter." Nicht informiert, dumm angestellt.

Ist halt leider in der IT so, dass da die Dinge gerne schief gehen, wenn man sich uninformiert in sie stürzt. Zum Beispiel, indem man einen Mac mit einem case-sensitiven Dateisystem benutzen will.
-2

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