Kimi AI aus China jetzt mit macOS-App für agentische Aufaben


Seit der ersten Vorstellung von ChatGPT im Jahre 2022 hat sich viel getan auf dem weltweiten Markt für Künstliche Intelligenz. Neben dem US-amerikanischen Konkurrenten Anthropic – der OpenAI inzwischen sogar bei der
Unternehmensbewertung übertrifft, sind auch einige große Anbieter aus China hinzugekommen. Während DeepSeek schon länger in Deutschland medial präsent ist, versucht Moonshot AI nun ebenfalls weltweit mit seinem Chatbot "Kimi" durchzustarten. Kurz nach der Vorstellung des neuen Modells in diesem Monat gibt es eine passende App für macOS und Windows.
Kimi K3 als Spitzenmodell – auch in der macOS-AppOpenAI hat gerade erst eine neue Desktop-App eingeführt und muss sich im Nachgang der Veröffentlichung unter anderem damit befassen, dass sein neues Spitzenmodell Sol unter ungünstigen Umständen lokale Ordner auf Macs ungefragt
löschen kann. Währenddessen versucht Kimi K3 sich als Helfer bei anspruchsvollen Aufgaben im Arbeitskontext zu positionieren. Eine erklärte Zielgruppe der neuen Desktop-App sind
Wissensarbeiter. Die Anwendung ähnelt stark dem Konzept, das OpenAI seit Kurzem mit seiner neuen Desktop-Version ebenfalls verfolgt und Anthropic schon vor einigen Monaten eingeführt hat: Nicht mehr bloß eine Oberfläche für den Chatbot zur Verfügung zu stellen, sondern agentische Fähigkeiten direkt auf dem Computer zu integrieren. Kimi kann in der Desktop-Anwendung Dateien auslesen und bearbeiten, sich wiederholende Aufgaben autonom durchführen, Ordner durchsuchen und eine Reihe von Veränderungen auf dem Computer vornehmen. Die Bezeichnung "Work" spiegelt wider, dass die Funktionen der Desktop-App stärker für die Unterstützung bei der Arbeit konzipiert sind. Man interagiert nicht mehr nur mit dem Chatbot, sondern arbeitet stärker direkt mit ihm zusammen, wie mit einem Kollegen.
Was hinter Moonshot und Kimi stehtKimi K3 wird im Moment als neue Hype-KI gefeiert, Moonshot – das Unternehmen dahinter – existiert aber schon seit 2023 und hat seinen Sitz in Peking. Besonderen Wert legt das Unternehmen auf seine Open-Weight-Modelle. Das sind Large Language Models (LLM), deren trainierte Gewichte öffentlich sind. Dadurch kann man sie herunterladen, lokal betreiben und verändern. Solche LLMs gibt es ebenfalls von OpenAI, aber Moonshot veröffentlicht auch größere Modelle, nicht nur solche aus Nebenprojekten. Trainingsdaten und Trainingsmethoden bleiben aber weiterhin geheim, wie bei allen anderen größeren Anbietern. Anthropic warf mehreren aus China stammenden Anbietern von KI im
Februar 2026 vor, Claude zum Training ihrer Produkte verwendet zu haben. Einer davon war Moonshot. Ob die Geheimhaltung über die Trainingsmethoden damit zu tun hat, ist nicht bekannt.