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iPad 2 Verkaufsstart in Deutschland Teil 2

Teil 2 des großen Journals zum Verkaufsstart des iPad 2 in Deutschland. Teil 1 findest du hier:


Die Kameras:

Erstmals verbaut Apple auch Kameras für Videos und Fotos im iPad. Hintergrund dafür ist die Implementierung des Hauseigenen FaceTime Standards für Videoanrufe. So gibt es im iPad 2 auf der Vorderseite nun eine Kamera mit VGA Auflösung (640x480 mit 30FPS) und auf der Rückseite eine weitere für Videos in HD Qualität (720p mit 30FPS).


Aber nicht nur FaceTime nutzt die neuen Kameras, Apple spendiert dem iPad 2 auch das vom Mac bekannte Photo Booth. Mit diesem App kann man eigene Fotos aufnehmen und mit diversen Effekten versehen. Bis zu 9 Vorschaubilder können dabei dank der Power des A5 Prozessors live angesehen werden.


Erste Praxistests bescheinigen den verbauten Kameramodulen aber eine eher durchwachsende Bildqualität. Gerade die HD Kamera auf der iPad 2 Rückseite enttäuscht dabei sehr. Es scheint sich bei dem verbauten Modul um das gleiche wie im aktuellen iPod touch 4G zu handeln. Die effektive Auflösung bei Fotos beträgt beim iPad 2 demnach nur geringe 0,7 MegaPixel. Für einen schnellen Schnappschuss gut genug, für etwas ambitioniertere Fotoarbeiten oder wichtige Erinnerungen eher ungeeignet. Auch die HD Videoqualität ist mehr bescheiden als gut. Im direkten Vergleich mit der 5 MegaPixel Kamera im aktuellen iPhone 4, verliert das iPad 2 haushoch. Doch muss man Apple zugutehalten das ein Tablet auch nicht unbedingt prädestiniert sein muss für einwandfreie Fotos, ein kleines bisschen mehr Qualität hätte dem iPad 2 in diesem Bereich aber durchaus doch gut getan.

iPad 2 Testfotos (Quelle: Engadget)

iPad 2 Testvideo (Quelle: Engadget):

Der Akku:

Man könnte annehmen das Apple in diesem Bereich Abstriche machen musste beim iPad 2, verbraucht doch der A5 Dual-Core Prozessor deutlich mehr Energie als die alte Single-Core A4 CPU. Doch auch hier konnte Apple dank neuer Akku- und Softwaretechnologien den alten Wert des iPad 1 von ca. 10 Stunden Akkulaufzeit aufrecht erhalten. Möglich macht dies unter anderem ein neues Akkudesign, welches statt 2 dicker Akkuzellen wie beim alten iPad, auf drei dünnere aufbaut und somit z.B. das dünnere Gehäuse erst möglich macht.


Hinzu kommen Stromspartechniken im iOS Betriebssystem, welche den Prozessor optimal auf die gerade laufenden Prozesse einstellt. So kann es sein das bei wenig rechenintensiven aufgaben ein Kern vollkommen ruht und so Energie gespart wird. Engadget hat im Dauertest (abspielen eines MPEG4 Videos in dauerschleife, WiFi eingeschaltet, Bildschirm Helligkeit bei ca. 65%) eine Akkulaufzeit von 10 Stunden und 26 Minuten feststellen können. Mit diesem Wert schlägt das iPad 2 übrigens das Konkurrenzprodukt Motorola Xoom um gute 2 Stunden.

Zubehör:

Zusammen mit einem neuen Apple Produkt kommt auch immer ein Haufen neues Zubehör auf den Markt. Aufgrund der neuen dünneren Gehäuseform passen viele Schutzhüllen oder Docks des alten iPads nicht mehr beim neuen iPad 2 und müssen somit neu angeschafft werden. Auch Apple selbst bietet mit dem iPad 2 wieder eigenes Schutz-Zubehör an. Die Smart Cover getaufte Hülle ist aber keine Hülle im klassischen Sinne, denn das Smart Cover schützt lediglich die Displayvorderseite des iPads. Die Aluminium Rückseite bleibt leider vollkommen ungeschützt, hier bietet es sich an auf Lösungen, z.B Schutzfolien, von anderen Anbietern zu warten.


Mit Hilfe von Magneten wird das Smart Cover direkt am iPad Gehäuse angebracht, eine automatische Arretierung sorgt für den perfekten Sitz des Covers. Durch die clevere Faltung des Smart Covers, kann es zudem als iPad Stütze in verschiedenen Positionen benutzt werden.

Apples Smart Cover im Video:

Das Smart Cover kommt in insgesamt 10 Farben, 5 davon in Polyurethan und weitere 5 aus edlem Leder.


Deutsche Preise stehen bisher noch nicht fest, in den USA beträgt der Preis für die Polyurethan Variante $39 und für die Leder Variante $69. Es darf aber davon ausgegangen werden das der deutsche Preis wie so oft bei Apple 1:1 übernommen wird.

Ein weiteres neues Zubehörteil von Apple ist der Digital AV Adapter. Dieser erlaubt das anschließen des iPads an ein TV Gerät über den HDMI Anschluss. Beim iPad 2 kann durch das so genannte „spiegeln“ das auf dem iPad angezeigte Bild live und ohne spürbare Verzögerung parallel auf dem TV Gerät angezeigt werden. Nützlich um Vorträge zu halten oder Präsentationen durchzuführen.


Mit dem alten iPad Modell funktioniert das spiegeln allerdings nicht. Dort können lediglich Filme (bis HD 720p) und Diashows über das TV Gerät abgespielt werden. Der Digital AV Adapter ist in den USA zum Preis von $39 erhältlich. Leider muss man sagen dass dieser Preis nicht in Relation zur erbrachten Leistung steht. Hier sollte auf preisgünstigere Lösungen von dritt-Anbietern gewartet werden.

Fazit:

Das Apple iPad 2 ist zweifelsohne eine Weiterentwicklung und ein Schritt vorwärts in die richtige Richtung. Jedoch ist es insgesamt gesehen doch mehr Evolution als Revolution. Es wurde an vielen Kleinigkeiten wie etwa der Größe, dem Gewicht und dem Arbeitsspeicher nachgebessert und einige neue Features hinzugefügt. Wie etwa das Gyroskop oder die beiden Kameras für FaceTime und Photo Booth. Gerade die Kameras enttäuschen aber dabei sehr in der gebotenen Qualität. Warum sich Apple nicht für etwas höherwertige Kameramodule entschieden hat bleibt wohl unbeantwortet. Bietet doch heutzutage faste jedes Mittelklasse Handy mehr Bildqualität. Vielleicht war es einfach eine Kostenfrage, wollte man doch unbedingt den Preis des Vorgängermodells halten, auch um der nahenden Konkurrenz einen Schritt voraus zu bleiben. Für FaceTime oder mal einen Schnappschuss reichen die verbauten Kameras aber allemal aus. Wer hochwertige Aufnahmen machen möchte, wird wohl sowieso eher zu einer richtigen Kamera oder zum iPhone 4 greifen als zum sperrigen iPad.


Die Leistung des A5 Dual-Core Prozessors und der auf 512MB verdoppelte Arbeitsspeicher hingegen bringen einen mehr als deutlichen Leistungsschub mit sich. Auch wenn diese derzeit wohl von so gut wie keinem App voll ausgenutzt wird, ausgenommen vielleicht Apples iMovie App in Version 1.2. Dies wird sich aber in den kommenden Monaten ändern. Gerade im Spiele Bereich können sich die Entwickler mit der bis zu 9x stärkeren Grafik und dem neuen Gyroskop beim iPad 2 so richtig austoben.


Wer bisher kein iPad besitzt kann bedenkenlos zum iPad 2 greifen. Da der Preis derselbe geblieben ist wie beim Vorgängermodell kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Wer einen noch günstigeren Einstiegspreis haben möchte, sei es um das iPad so günstig wie möglich mal anzutesten, der sollte sich auf dem hiesigen Gebrauchtmarkt umschauen. Dort sind die Preise für die erste Generation in letzter Zeit stark gefallen. Auch aufgrund des großen Preisnachlasses den Apple direkt für das alte Auslaufmodell gewährt. So sind im Apple Store und bei den direkten Vertriebspartnern derzeit alle iPad 1 WiFi Modelle um 120€ und alle WiFi + 3G Modelle um 100€ reduziert worden. Wer öfters mal im Apple Refurbished Store nachschaut, kann dort mit etwas Glück noch stärker reduzierte, durch Apple aufgearbeitete, Gebrauchtgeräte finden.


Auf die viel gestellte Frage ob sich das Upgrade für Besitzer des alten iPads lohnt, kann man geteilter Meinung sein. Das iPad 2 bietet zwar einige Neuerungen, aber vieles ist auch unverändert zum ersten Modell. So ist das Display zum Beispiel noch dasselbe wie beim iPad 1. Und auch die Akkulaufzeit ist nicht eklatant höher geworden, sondern lediglich fast gleich geblieben. Zudem bieten die verbauten Kameras eine eher bescheidene Bildqualität, wer ein iPhone 4 besitzt wird deshalb wahrscheinlich lieber zu dessen 5 MegaPixel Kamera greifen. Wer aber die gestiegene Performance und das 33% dünnere Gehäuse benötigt, sowie ab und an einen FaceTime Chat über das iPad führen will, kann bedenkenlos zum iPad 2 greifen. Alle die nur „normale“ dinge mit dem iPad machen wie etwa im Internet surfen, E-Mails schreiben oder ab und an mal ein bisschen spielen, können sich getrost zurücklehnen und auf das iPad 3 warten. Für sie bringt das iPad 2 nicht genug Neues mit was einen Umstieg lohnen würde. Wenn man allerdings Hardcore Fanboy ist und es unbedingt haben MUSS, dann kann man natürlich auch aus diesem Grund zuschlagen. Für das alte iPad findet sich bestimmt immer ein Käufer oder eine Freundin.

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Bildquellen:

http://www.apple.com/de/
http://www.engadget.com/
http://www.macgasm.net/

Kommentare

rudolf07
rudolf0722.03.11 15:56
Umfangreiches und aufwändig gestaltetes Journal, wie von dir gewohnt. Danke.
Kleine Korrektur: Tausch mal bei- Es scheint sich bei dem verbauten Modul um dasselbe wie im aktuellen iPod touch 4G zu handeln. - dasselbe gegen das gleiche aus. Ist semantisch besser.
Was die Videoqualität der Rear-Cam betrifft, hier ein paar gesammelte Beispiele, die erheblich besser sind, als der schlecht komprimierte Clip von Engadget.
Vielleicht magst du ja weitere Links dazu in dein Journal einpflegen. Ich denke, dass miniaturisierte Cams für mobile devices in der Qualität, wie sie im iPhone 4 verbaut wurden, immer noch sehr rar sind. Deshalb beschränkt Apple diese halt aufs aktuelle iPhone.
Ansonsten good job dude!
Wenn der Weise auf den Mond zeigt, schaut der Dumme auf den Finger.
bono01
bono0122.03.11 16:34
rudolf07

Danke. Versuche mir zwar immer Mühe zu geben, aber bin halt kein Journalist.
"Ich glaube nicht an den Teufel oder an sein Buch. Aber die Wahrheit ist nicht dieselbe ohne seine Lügen." (God Part II, Song von U2)
janos_ad
janos_ad23.03.11 18:20
Super Zusammenfassung und Ergänzung aller bekannten Informationen. Danke.
Mikemunic24.03.11 11:03
Super vielen Danl - ich seh nur an den Bildern, dass das weisse ipad 3g nicht so gut aussieht, wenn man den schwarzen Strich da so sieht - gibts da noch mehr Bilder?
was
was24.03.11 12:23
gerne gelesen!
relsieg25.03.11 08:43
prima Artikel, sehr interessant.Danke.
Futurama3817.05.11 11:10
Super Artikel Danke

Schade das Apple wieder die Plastiktasten verbaut hat wie bei IPhone 3G . Bein IPad 3 sind da hoffentlich wieder Aluminium Schalter dran.

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