Journals>Vorzeichnung>Was das Palm Pre taugen kann

Was das Palm Pre taugen kann

Nachdem die diesjährige Macworld eine mittlere Enttäuschung war (zu diesem einleitenden Satz bitte nicht 90% der Kommentare) konnte man sich ja in Ruhe auf die CES konzentrieren. Netterweise hat Palm mit der neuen WebOS Plattform auch gleich noch was Nettes vorgestellt, denn das iPhone hat jetzt tatsächlich Konkurrenz.

Zwar beschweren sich schon einige 'echte Fanboys', dass sowieso alles von Apple kopiert worden wäre, man einfach noch nicht genug vom Gerät gesehen hätte oder Palm schlicht nicht die Marktgröße besitze eine neue Plattform zu promoten. Im Übrigen alles Argumente, die damals von denselben Leuten FÜR das iPhone genutzt wurden. Im Folgenden möchte ich mich zum einen auf die von mir genannten 3 Kernkritiken eingehen, diesen aber eine kurze Abhandlung über die Innovationen voran schicken.

WebOS

Palm nutzt statt Windows Mobile oder PalmOS nun ein neues, speziell entwickeltes Betriebsystem namens WebOS ein. Dieses vermutlich im Kern auf Linux basierende System bietet zwei (werbewirksame) Hauptkomponenten; Synergy, ein Datensammlungsdienst und Cards, das Benutzerinterface. Fangen wir an mit dem tiefer im System liegenden Synergy, welches einige neue Ansätze beinhaltet. Aus der Technischen Sicht ist Synergy einfach ein abstraktes Dateisystem. statt sich Gedanken machen zu müssen welche Daten wann wohin gespeichert werden müssen, kann man durch ein einfaches Interface Daten auf dem Gerät, sowie Daten im Internet bei verschiedenen Anbietern gleichwertig behandeln. Die gezeigten beispiele umfassten vor allem das Kontakmanagement, so kann Synergy das Facebook (amerikanisches meinVZ)-Bild mit den bei Google Mail gespeicherten Kontaktdaten und der im Telefonbuch stehenden Adresse verbinden. Klingt ganz nett aber was ist wirklich cool an der ganzen Idee? Microsoft und Apple, ohne das Wort zu nutzen, vertreten die Digital Hub Strategie, d.h. das digitale Leben dreht sich um den Heimcomputer, welcher synchron mit allen anschließbaren Geräten bleibt. Also beispielsweise die Bilder von der Kamera holt, auf der Festplatte speichert und verwaltet, sowie Tools zum editieren bietet. Das iPhone funktioniert prinzipiell ganz genauso, nicht so Synergy auf dem Pre. Stattdessen ist Synergy ein digitaler Sammler, man verwaltet nicht weiter stumpf verschiedene Konten, die man miteinander Synchron hält, sondern ein eine über mehrere Services gespannte Information. Ein interessantes Versprechen, welches den digitalen Hub raus aus dem Arbeitszimmer (Windows Home Server lässt grüßen) rein das Internet befördert. Jetzt hat Apple natürlich diese Problem erkannt, aber mit MobileMe nur einen Bezahlservice veröffentlicht, der viele aus diversen Gründen abschreckt. Zum einen ist ein großer Teil der Funktionen kostenlos erhältlich, zum anderen schreckt doch das Sammeln aller Informationen an einem Ort einige Leute ab. Synergy bringt hier einen neuen Trend und ist dafür jede Vorschusslohrbeeren Wert.

Auf der anderen Seite nutzt Palm eine überarbeitete und raffiniertere iPhonebedienung ein. Moderne Betriebsysteme (ja, auch Windows 7) nutzen den Desktop nicht weiter als App-Launcher, zu viele Applikationen sind mittlerweile auf dem typischen Win/Mac installiert, stattdessen wird der Desktop immer mehr zu einem Ort für Multitasking Expose und das mir nicht einfallende Win7 pedant lassen grüßen. Palm geht hier einen ähnlichen Weg, nachdem Apple gezeigt hat, dass man aufpassen sollte nicht zu viele Funktionen in ein Programm zu integrieren ist der Desktop zwar weiterhin auf nur eine Funktion begrenzt, diesmal aber Multitasking. Gerade hier fühlt sich das aktuelle iPhone etwas 'Last-Gen' an. Der 'App-Launcher', also Apples Desktop ist ein separates als Programmgelöst. Vor allem aber kann man durch alle offenen Programme in einem CoverFlow ähnlichen Interface gehen, ohne wie bei WinMo einen Taskmanager benutzen zu müssen. Palm schein also nicht nur einen Prozessor zu verbauen, der durchaus mehrere Anwendungen erlaubt, sondern vor allem ein Interface gefunden zu haben, dass Apple aller Ehren macht.

Die neue Oberfläche läuft jetzt aber nicht auf einem (für Linux üblichen) Fenstermanager mit Grafkbibliothek sondern in einem vermutlichen Webkit basierten Browser Interface. WebOS'Applikationen werden Ausschließlich in HTML, CSS und JavaScript geschrieben. Techniken also, über die nun jeder schon mal geschimpft hat. Was viele nicht verstehen ist, dass Palm hier anders als Apple den Entwicklern ein hier Mojo zur Verfügung stellt. Also das WebOS Framework Mojo bietet den Programmierern die Möglichkeit auf viele Funktionen des Betriebsystems zuzugreifen, so kann man Telefonate starten oder auch SMS schreiben oder auf den Kalender zugreifen (die letzten beiden gehen in übrigen auch mit Cocoa Touch auf dem iPhone nicht). Viele verstehen nicht wie einfache Webtechniken komplexe Anwendungen ermöglichen sollen. Zwar zeigt uns MobileMe oder auch GoogleDocs schon seit längerem das Gegenteil... aber gut. Warum aber setzt Palm auf die so negativ konnotierten Techniken wie HTML, JS oder CSS? Browser sind über die letzten Jahre nicht nur in ihren Funktionen umfangreicher oder in ihrer Ausführung schneller geworden sondern auch deutlich sicherer, keine Andere Programmumgebung ist so gut Abgesichert wie eine Webseite. Wer sichere Programmausführung haben will (Es ist in erster Linie ein Telefon) braucht eine Interpretierte Sprache und eine gute (!!!) Laufzeitumgebung. Java hat sich durch seine ausufernden Funktionen und/oder unzureichende Mobile Edition selbst disqualifiziert und Server-Script Sprachen haben keine Ausgabemechanismen. Wenn man länger darüber nachdenkt hatte sich Palm nur zwischen einem Browser und Flash zu entscheiden, und weil wir es hier nicht mit dem AdobePhone zu tun haben, sehen wir eine freie und unabhängige Umgebung. Aber die Wahl der Programmiersprache sagt erstmal nichts über die prinzipielle Mächtigkeit der daraus entstehenden Programme aus.

Die Gegenkritik

Haben die bei Apple kopiert? Alter Schwede, ja! Aber warum sollte in der Computerindustrie eine gute Idee auf einen Hersteller begrenzt sein? Mal Ehrlich, Apple hat auch sehr viel Zeit mit WinMo und PalmOS Geräten verbracht um deren Schwächen zu finden, genauso wie Palm auf die Newton Erfahrung aufgebaut hat. Wichtig ist, dass Palm das erste Gerät liefert, das iPhoneOS wirklich sinnvoll erweitert! Synergy und das Interface bauen sinnvoll auf die iPhone lehren auf und verwässern dabei keinen der Grundgedanken die Apple richtig gedacht hat. Im Übrigen müssen wir uns keine Sorgen um das iPhone machen, wenn nötig haben die sehr schnell ein iPhoneOS 3.0. Palm zeigt aber einer ganzen Gruppe von Verfolgern, dass es eben nicht reicht ein Keyboard an das iPhone dranzukleben, es als innovativ zu verkaufen und dann über Apples Marketing zu schimpfen. Genauso scheint man hier gelernt zu haben, dass es eben nicht reicht eine schöne fingertouch Oberfläche über einen Stift PDA zu kleben. Das alles sollte der Apple Fanboy doch begrüßen, schließlich wollen wir doch alle einen (von Apple dominierten) vor Innovation strotzenden Markt.

Wollte ich im Februar 2007 ein iPhone kaufen? Und ob! Obwohl ich das Gerät nicht in der Hand gehalten hatte, für viel zu teuer hielt und nicht wusste was mir das mobile Internet bringen könnte wollte ich eins haben. So ging es vielen! Der Trick ist, dass ich auch nach Marktstart noch eins haben wollte und mir dann schlussendlich kaufte. Wir haben vom iPhone zum damaligen Zeitpunkt kaum mehr Demos gesehen als vom Pre bisher, aber ist das schlimm? Viele Hersteller wollen dringend Geräte mit Windows Mobile 6.5 bauen, davon haben wir noch gar nichts gesehen, das G1 zeigten uns auch das erste Mal wie Android wirklich arbeitet (und das bei einem OpenSource Projekt!) Es schein einfach üblich zu sein nicht bei einer Präsentation die komplette Katze aus dem Sack zu lassen, nur kurz zwei Pfoten zu zeigen. Dafür kann man das Gerät kaum meiden.

Kann Palm das Pre überhaupt promoten? Wie wär’s mit, kann ein Musikplayer und Heimcomputer Produzent ein Telefon auf den Markt bringen? Letzteres hat sich mit 'Ja' schon selbst beantwortet, ersteres wird sich zeigen müssen. Allerdings ist Palm kein unbekannter im Enterprise Markt. Das Pre hat seine Position als iPhone Konkurrent allerdings auch durch die Tatsache gefunden mit 'Sprint' einen exklusiven Vertreiber in den USA gefunden zu haben. Wer zu Sprint will, aber ein iPhone haben möchte findet hier einen halbwegs ebenwürdigen Konkurrenten. Allein das sichert zwar keinen Marktanteil aber sehr gute Werbung, und schließlich ist Marketing doch alles.

Abschließend möchte ich mich nicht für oder gegen das Pre aussprechen, ich hoffe nur vielleicht den einen oder anderen auf die nächsten Wochen und Monate im Mobile bereich eingestimmt zu haben und eventuell die Spannung auf zukünftige Produkte wieder gehoben zu haben. Wir könnten hier ein erstes echtes Jahr mit iPhonekonkurenz erleben.

Kommentare

MacAndy15.01.09 22:06
Also ehrlich gesagt habe ich kein grosses bedenken, dass auch dieser Palm scheitern wird. Ich habe schon 2 mal einen Palm gekauft weil die gesagt haben, es sei ein neues wunderbares System und auf der Website und den Demovideos hat immer alles super ausgesehen und funktioniert. Aber Alltagstauglich war für mich bisher kein Palm, Synchronisation ist umständlich, das System instabil und die Apps kriegt man auch nur kompliziert drauf. Es hat nämlich einen guten Grund, warum auf dem iPhone nicht mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen können, und Palm wird das auch nicht hinbekommen das brauchbar umzusetzen.

Und das User Interface ist ja so dreist von Apple kopiert, das ist echt peinlich für Palm. Aber was solls vielleicht kann sich ja Palm so noch vor dem Konkurs retten, wenn wenigstens ein paar Leute sich den Pre kaufen
dreyfus15.01.09 22:22
..., keine Andere Programmumgebung ist so gut Abgesichert wie eine Webseite. Wer sichere Programmausführung haben will (Es ist in erster Linie ein Telefon) braucht eine Interpretierte Sprache...

Manchen deiner Gedanken kann ich ja folgen, aber Obiges ist komplett nicht nachvollziehbar.

Die Aussage, dass Palm eine Größe im Enterprisebereich ist, sehe ich auch eher als nebulös an... die spielen da praktisch keine Rolle mehr.

Die meisten Nutzer wollen nun einmal Daten mit ihrem Computer synchron halten und Palm hat hier die OS X Nutzer nie unterstützt. Ein Telefon, dass mir aufnötigt entweder die Datenkrake Google zu nutzen, oder mir einen privaten Exchange Server zu kaufen, wenn ich irgendetwas synchron halten will, fällt einfach durch.

Das Bauen auf HTML etc. ist ja für einfache Dinge oder den Kontakt mit Webdiensten eine nette Idee und macht Sinn. Wie aber werden es zig Anwendungen, auf die Palm Nutzer seit Jahren setzen (wie Documents to Go), Programme die eine lokale Datenbank benötigen oder grafisch aufwendige Spiele auf diese Plattform schaffen? Ich sehe hier mehr Beschränkungen als Vorteile.

Palm wird RIM nicht angreifen können - zumindest auf viele Jahre nicht und im Entertainment/Fun Sektor ist die Platform zu beschränkt... es gibt keinen Preis, kein Lieferdatum und bis jetzt nur einen Provider auf dem absterbenden Ast. Der Erfolg wird sich erst noch zeigen müssen.
MacRabbitPro15.01.09 22:39
dreyfus

Du sagst es. Das Pre würde ich bestenfalls als ein "iPhone Light" bezeichnen.

Mit Cocoa Touch und allen Frameworks (OpenGL, OpenAL, etc..) des iPhone kann es aus Entwicklersicht nicht mithalten - JavaScript hin oder her. Cocoa spielt da in einer ganz anderen Liga und ermöglicht eine ganz andere Art von Apps wie interpretiertes JavaScript.

Interessant finde ich auch, dass als Apple im letzten Jahr zuerst versucht hat Apps auf Web/JavaScript Basis auf dem iPhone zu propagieren, sie von der Entwicklergemeinde fast gelyncht worden sind.
Und jetzt wird der JavaScript Karms auf dem Pre quasi als Offenbarung gefeiert...

Und was Palm angeht - deren Produkte, Versprechungen, Mac Unterstützung und Geschäftsverhalten in der Vergangenheit - dazu möchte ich an dieser Stelle besser nix sagen.
FloydThreepwood
FloydThreepwood15.01.09 23:21
MacRabitPro
Hab ich da einen Absatz vergessen? Majo macht den großen Unterschied. Ein iPod Touch ist mit Webapps fas die hälfte der Zeit nicht nutzbar, und auch generell fehlte es an Unterstützung von Apple. Es reicht halt nicht zu sagen "Macht ne Website und nehmt meinetwegen script.aculo für die Effekte". Mojo wird dem Entwickler diese Hürde abnehmen, GPS und Synergy Zugriff ermöglichen, da liegt der unterschied!

dreyfus
Sync: Ich nutze nun seit 2 Jahren schon online Kallender&Mail&Kontakte und ärgere mich schon länger, dass ich immer vom iPhone auf den Mac ins Netz Syncen muss. Meine Datenquellen haben sich da schon deutlich weg vom Rechner verschoben.
HTML: HTML&CSS machen ohnehin nur die Optik, in gewissen Sinne wie Quartz2D. JavaScript ist durchaus Fähig zu komplexen Anwendungen, die in der iPhone 2D Liga spielen. Wenn du hier die Anwendungen näher betrachtest wirst du schnell feststellen, dass viel ohnehin nur clever ausgenutzte Cocoa Features sind, hier bin ich mal auf Details für Mojo gespannt. Technisch ist die Hürde hier aber wirklich sehr klein!
Was leuchtet dir denn bei dem zitierten Text nicht ein?
fabano
fabano16.01.09 09:07
Palm wollte 2007 das erste Netbook herausbringen. Laut Specs war der Foleo perfekt für unterwegs und zwischendurch. Die Kritiker haben sich überschlagen und dem Foleo und damit Palm eine rosige Zukunft vorausgesagt. Und was ist daraus geworden? Das Gerät hat den Markt nie gesehen und umgekehrt. Ein paar Monate später kam der eePC und das war es dann. Ich denke bei Palm kann man sich erst einmal gemütlich zurücklehnen und wenn das Gerät dann wirklich bei amazon.com erscheint, kann man sich Gedanken machen, ob der Pre eine neue Generation von Smartphones darstellt oder nicht. Wie gesagt, Palm muss bei mir erst einmal das Foleo-Syndrom überwinden...
maybeapreacher
maybeapreacher16.01.09 11:39
FloydThreepwood: Ich denke, Dreyfus störte sich an der Aussage, dass Webanwendungen die gesichersten überhaupt seien. Denn das sind sie faktisch nun mal nicht. Die meisten Sicherheitslücken und Probleme, die wir in letzter Zeit hatten, hängen mit Webanwendungen und interpretiertem Code zusammen. Ich erinnere an ActiveX, JavaScript, CrossSiteScripting, nicht zu vergessen die ganzen massiven Bugs in Interpretern wie JRE, oder .Net.

Glaube, darauf wollte er hinaus.
MacRabbitPro16.01.09 12:15
maybeapreacher

also die JRE und auch .NET sind alles, aber keine Interpreter!
FloydThreepwood
FloydThreepwood16.01.09 12:17
maybeapreacher

Klar hatte wir da die meisten Probleme, schließlich bietet der Rechner hier ja auch die größte Angriffsfläche. Daddurch haben die Softwareingenieure aber jetzt auch den größten Einblick in die möglichen Angriffspunkte erlangt und über die letzten Jahre konstant ein sehr stark Abgesichertes System aufgebaut.

Es hat schon seinen Grund, dass wir immer seltener von Sicheheitslcken hören, die Sturm und Drang Zeit aus den Jahren 2002 - 2004 ist nicht beendet worden, wiel die Hacker ausgestorben sind, sondern, weil einige grundlegende verbesserungen an den angegriffenen Programmen vorgenommen wurden.

Palm klinkt sich hier in eine Platform ein, die mit Abstand die kürzesten Entwicklungszyklen bietet, Sicherheit und Features werden ständig verbessert. Ist doch praktisch oder?
dreyfus16.01.09 13:07
maybeapreacher

Exakt. Nicht einmal Rieseunternehmen wie die Telekom schaffen es, Internetangebote sicher zu machen (und die tun nun wirklich alles, damit legitime Nutzer kaum an ihre eigenen Daten kommen) - komplette Anwenderdaten über Monate fast frei zugänglich... Nichts ist sicherer als die Synchronisierung über eine Hardwareverbindung. Kaum eine Systemkomponente, egal auf welcher Plattform, wird öfter kompromittiert als der Browser. JavaScript bietet keine strengen Typprüfungen, Code und SQL-Injections sind vielfach möglich etc. und als absoluter Sicherheitshöhepunkt, lassen sich .js Dateien und HTML Seiten jederzeit herunterladen und gemütlich auf solche Lücken hin überprüfen... dagegen halte ich selbst Visual Basic für sicher.

FloydThreepwood

HTML/CSS/JS die kürzesten Entwicklungszyklen? Von was redest Du? Man verschwendet bei diesen Entwicklungen horrende Zeit alleine für das Erzeugen von Grafiken - etwas das man in Visual Studio oder InterfaceBuilder in Minuten zusammenklickt, dauert da Wochen - die Anpassung an die verschiedenen Geometriemodelle der Browser (nicht einmal Firefox und WebKit richten Elemente pixelgleich aus, von IE rede ich lieber gar nicht) gibt es als Bonus noch dazu. In einer echten objektorientierten Programmiersprache erstelle ich ein Modell, definiere meine Objekte, habe sauber getrennt Header und Code, klicke die Oberfläche zusammen und gut ist's.

Wäre Apple bei HTML/CSS/JS als Entwicklungsumgebung geblieben, es gäbe keine 14000 Anwendungen.
MacRabbitPro16.01.09 13:16
HTML/CSS/JS die kürzesten Entwicklungszyklen? Von was redest Du? Man verschwendet bei diesen Entwicklungen horrende Zeit alleine für das Erzeugen von Grafiken - etwas das man in Visual Studio oder InterfaceBuilder in Minuten zusammenklickt, dauert da Wochen - die Anpassung an die verschiedenen Geometriemodelle der Browser (nicht einmal Firefox und WebKit richten Elemente pixelgleich aus, von IE rede ich lieber gar nicht) gibt es als Bonus noch dazu. In einer echten objektorientierten Programmiersprache erstelle ich ein Modell, definiere meine Objekte, habe sauber getrennt Header und Code, klicke die Oberfläche zusammen und gut ist's.

Wäre Apple bei HTML/CSS/JS als Entwicklungsumgebung geblieben, es gäbe keine 14000 Anwendungen.

Exakt - besser kann es nicht gesagt werden!
FloydThreepwood
FloydThreepwood16.01.09 13:28
dreyfus

Falsche Perspektive: Ich hab doch klar die Perspektive des Browsers und nicht des Webentwicklers eingenommen! Die Browser entwickeln sich schon immer rasanter, schonmal nen Webkit Nightly ausprobiert?

Aber um bei deiner Perspektive zu bleiben, es ist erheblich einfacher in Dreamweaver eine Webseite zusammenzuklicken und dann ein JS drüberzubügeln, als den Interface Builder zu benutzen auch wenn man dann wirklich sehr einfach in XCode weitermachen kann. (schonmal ein nib in eine Andere Nib einzuführen versucht ohne den Controller aus seiner Programmhierarchie zu reißen?) Widget Entwickler werden dir im übrigen auch von schnellen Entwicklungszeiten vorschwärmen.

Im übrigen fallen alle von dir genannten Kritikpunkte doch schonmal weg, weil das Pre ja nur auf einen Browser aufsetzt. Ist ja nicht so als würde mal zufällig Gecko und dann Webkit genutzt. Zm erstellen von Grafiken würde ich gerne mal fragen in welchen Anwendungen du diese für nötig hältst? Wie man mittlerweile auch im Internet lesen kann bietet Mojo eine Auswahl an Standartkomponenten (= HTML+CSS) für Anwendungen an.
Johloemoe
Johloemoe16.01.09 13:46
Hmmh, an sich ja kein schlechter Artikel, ABER:
1. Zur Zeit halte ich die "Digital Hub Strategie" so wie du sie nennst noch für sinnvoll, ich brauchen Synchronisierung und sowas alles. Mails auf dem iPhone sollten die gleichen sein wie auf dem Mac, neue Telefonnummern vom iPhone sollten ins Addressbuch etc... Zudem hat das iPhone den großen Vorteil iTunes. Alles zentral an einem Ort (Sync, Musik, Videos, Fotos kopieren, Apps kaufen, Musik kaufen). Im Pre hast du nen lustiges Konglomerat aus Amazon MP3, Google, Exchange und anderem Kram.

2. Das Programmiermodell halte ich für höchst bescheiden. Sicherlich ist es früher oder später für die meisten Apps möglich äquivalent gut in HTML/JS umgesetzt zu werden, aber man wird NIEMALS die Leistungsfähigkeit einer nativen implementation erreichen. JS wird halt interpretiert (bzw. neuerdings auch schon teilweise in Bytecode kompiliert), DOM-Manipulation ist immernoch teurer als einfach mittels Quartz irgendwo was neu zu zeichnen etc.. Zumal der Sicherheitsfaktor noch sehr interessant wird. Man kann mit Javascript einfach zu viel Quatsch machen, da es eben eine dynamische Sprache ist. Jede x-beliebige Anwendung kann das Telefon zum Abturz bringen (denken wir mal an Speicherauslastung etc..)

Das Palm Pre ist sicherlich sehr interessant, hat aber so wie ich das sehe doch einige große Nachteile. Ich wunder mich aber immernoch wo der ganze Hype herkommt.. Die Schlagzeilen waren immer "revolutionär" und "größerer Schritt als das iPhone" etc. Mir ist da nicht großartig was aufgefallen (Synergy ist sicherlich nett, aber wie oben erwähnt finde ich Sync zur Zeit noch besser) und Multitasking allein macht bei mir keine Revolution.
dreyfus16.01.09 14:30
FloydThreepwood

Während ich das Rendering von WebKit über alles schätze, die praktisch tägliche Weiterentwicklung und das ewige Gepatche von Browsern sind eben eher ein Risiko/Mehrarbeitsfaktor als ein echter Vorteil. Was heute funktioniert, geht am nächsten Tag nicht mehr; eine Hintergrundgrafik die heute pixelgenau sitzt, überdeckt beim nächsten Build plötzlich Text... ein kompiliertes Programm sieht immer gleich aus. Ich habe noch nie bei einem fertigen Programm nachträglich Änderungen am Interface vornehmen müssen, Programme, die ich vor 14 Jahren für Windows 95 geschrieben habe, sehen heute noch gleich aus und haben jedes OS Upgrade klaglos überlebt - bei Webtechniken undenkbar. Dieser Aufwand ist für 80 Cent-Anwendungen einfach nur Blödsinn. Beispiel: Wir haben eine Intranet-Anwendung in der Firma, die ich mit HTML/CSS/PHP verzapft habe - die Portalseite sieht in Safari (aktuelle Leopard Variante), WebKit Nightly Build, OmniWeb und der Safari 4 Developer Preview jeweils geringfügig anders aus (alle vier nutzen WebKit). Der Pflegeaufwand ist einfach zu hoch.

Ich nutze Dreamweaver seit Version 1 und er hat sicher ein paar Vorteile, aber weder erzeugt er fehlerfreien Code, noch ist das auch nur ansatzweise schneller als InterfaceBuilder. Es ist ein Webeditor, keine Programmierumgebung - kein Debugger, keine Variablenüberwachung, keine Breakpoints... Alleine der Aufwand in HTML/JS eine sinnvolle Validierung von Eingaben durchzuführen, mit Krücken wie AJAX Feldwerte dynamisch nachzuladen etc. ohne das es irgendeine sinnvolle IDE dafür gäbe... nein Danke.

Das mit den Standardkomponenten ist ja schön und gut - wird aber in der Realität der Eitelkeit der Entwickler zum Opfer fallen, wie auf jeder anderen offenen Plattform auch. Jeder will seine eigenen Formen, Schriften, Farben und denkt er kann es besser; es wird keine Woche dauern, bis auf Google Code und Sourceforge Myriaden von alternativen GUI Kits, Skins etc. auftauchen - im Endeffekt reisst das die gesamte Plattform herunter, da es kein einheitliches Look and Feel mehr gibt (siehe LiMo, Android ist schon im Auslieferungszustand nicht konsistent). Wer den ganzen Riesenaufwand betreibt eine gute/perfekte Synthese aus Hardware und Software zu schaffen (mal angenommen das Pre funktioniert auch nur ansatzweise so wie vorgestellt) und dann das Wohl und Weh der Userexperience in die Hände von Webfricklern legt, hat von Apple nicht genug gelernt. Von Performance Profiling der Applikationen will ich gar nicht reden... eine Cocoa Applikation kann ich exakt auf Speicherverbrauch, CPU Last, Ansprechzeiten etc. testen - Widgets in einer Multitaskingumgebung niemals.
croc_one
croc_one16.01.09 21:41
Bisschen lan für eine News, oder? Wäre meiner Ansicht nach in der Journal Ecke besser aufgehoben.
MacRabbitPro16.01.09 23:56
croc_one

Verstehst Du deinen Kommentar eigentlich selbst? Ja? dann bist Du wohl der Einzige!
muxel19.01.09 11:03
Ich denke zwar nicht, dass das Pre dem iPhone gefährlich wird, aber eine brauchbare Konkurenz zum iPhone kann nicht schaden! Das könnte Apple (hoffentlich) dazu bringen, einige der Kritikpunkte am iPhone anzugehen. Es sind ja ein paar ganz brauchbare Ideen dabei, die ich an meinem iPhone auch gerne hätte! Daher drücke ich Palm die Daumen, dass sie es tatsächlich schaffen, das Pre auf den Markt zu bringen.
jungfrau
jungfrau21.01.09 13:20
muxel so isses! ich finde auch die qwertz-tastatur sollte erwähnung finden und die nützung des gehäuses für gesten. palm macht damit schlicht druck auf apple. die ganze konnektivität - BT ! - ist doch beim iphone ärgerlich. mit dem palm kannst du jedweden blauzahn ansteuern, seien es lautsprecher, sei es zum sync. ich bin gespannt ob das pre auch texte editieren kann...es wird häufig so getan als sei das iphone im sync bereich spitze und das ist es definitiv nicht. mobile me ist da nur ein thema
eb22.01.09 16:02
Hinweis:

Auf der Palm Webseite kann man sich die Keynote mit der Präsentation des Pre anschauen.
dreyfus23.01.09 00:34

Kleiner Nachtrag: Ein recht interessanter Artikel (allerdings auf Englisch), der sich mit den Fürs und Widers auseinandersetzt, findet sich hier
papito23.01.09 10:01
Wenn man mal ein paar Jahre zurückblickt, dann gab es ein nettes Gerät namens Apple Newton. Im Prinzip die Eiwomisau unter den damaligen PDAs (sofern es welche gab). Irgendwann gab es dann einen Palm Pilot (damals noch US Robotics). Der war zwar in den meisten Bereichen schlechter, hat sich aber trotzdem bis zum Marktführer hochgearbeitet während der Newton beerdigt wurde...

Man sollte also nie einen Newcomer unterschätzen!
dreyfus24.01.09 17:08
papito

Newcomer? Hier liegt aber eine Geschichtsumdeutung guidoknoppschen Ausmasses vor... Palm (Handspring) hat das erste Smartphone 2002 auf den Markt gebracht - Apple kam über 5 Jahre später.
Gott
Gott25.01.09 16:39
Hallo Floyd!

Interessanter Artikel, aber leider ziemlich übersät mit Rechtschreib- und Satzbaufehlern. Könntest Du das nochmal überfliegen und korrigieren?
Danke.
o.wunder
o.wunder01.03.09 10:41
Ich als iPhone Anwender freue mich über den frischen WInd den der Palm Pre bringt.

Beim iPhone stört mich die AppStore Politik schon gewaltig und auch, das Applikationen keine Daten miteinander tauschen können, daher auch keine Zwischenablage etc.

Die Bevormundung von Apple stört mich schon sehr und einige meiner Arbeitskollegen so sehr, das Sie andere Geräte kaufen, obwohl sie mit einem iPhone geliebäugelt hatten.

Palm kopiert - ok
Apple auch!

Palm hat aber auch einige neue Dinge eingeführt die nicht schlecht sind mit dem Palm Pre.

Ich finde es gut das Apple Druck bekommt und sich dann vielleicht ein wenig "normaler" benimmt und auch Standard Techniken/Protokolle vollständig einbaut, so wie andere Hersteller es eben auch tun.

o.wunder
o.wunder01.03.09 10:47
Ach ja - ich vergaß.

War bis vor 2 Jahren absoluter Palm Fan mit einem Palm Vx.

Dann folgte eine einjährige Leidenszeit mit WinMobie.

Der uralte Palm Vx ist in den PIM Funktionen immer noch wesentlich ausgefeilter und viel schneller zu bedienen als das aktuelle iPhone 3G - so etwas zeigt dann doch auch mal wo APple eigentlich steht und das auch Apple noch sehr viel dazulernen muß!

MacAndy:
Was Du da über den Palm schreibst kann ich absolut nicht nachvollziehen!
Palm Programme installiert man durch einen einfachen Doppelklick auf der App und nachfolgendem Sync.

Der Sync läuft bei Palm auf Knopfdruck per Kabel oder Bluetooth vollautomatisch und zwar EINSCHLIEßLICH aller Daten von Drittherstellern - DAS kann Apple heute NICHT und Palm schon seit ca 8 Jahren!


Systemweite Suche und andere Schmankerl hatte Palm schon vor 8 Jahren und Apple heute noch nicht beim iPod Touch oder iPhone, da kann man ja noch nicht mal nach den Notizen im Adressbuch suchen!

Also mal immer Schön langsam mit dem iPhone/iPod touch Hype.
Apple ist halt auch sehr briliant beim Marketing!

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um diese Funktion nutzen zu können.