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Tim Cook in Deutschland: „Wir brauchen keine Frauenquote, sondern gleiche Bezahlung“

Apple ist stolz darauf, dass es in dem Unternehmen keine »Gender Pay Gap« gebe. Das bedeutet, dass Frauen und Männer für dieselbe Tätigkeit auch den gleichen Lohn erhalten. Dass dies in vielen Unternehmen Deutschlands nicht der Fall ist, treibt die Politik hierzulande seit einiger Zeit um. Tim Cooks gestriger Abstecher nach Deutschland brachte ihn direkt mit diesem Thema in Berührung. Denn nach dem Besuch bei dem münsterländischen Partnerunternehmen Dula (MTN berichtete: ) entschied er sich am Abend für einen Besuch bei den beiden Gründerinnen von »Kitchen Stories«, die auch eine App für iOS, watchOS und tvOS bereitstellen und mit Rezepten Nutzer zum Kochen animieren wollen (Store: ).


Nach dem erfolgreichen Wurf-Wenden eines Pfannkuchens, den der CEO sogleich stolz auf Twitter postete (), gab er der deutschen Ausgabe von Refinery29 ein Interview. Anlässlich des weiblichen Unternehmergeistes von KitchenStories drehte es sich ganz um das Thema Frauen in der Wirtschaft.


Vielfalt lebensnotwendig für Unternehmen
Während bei Apple knapp jeder dritte Mitarbeiter weiblich ist und die Tendenz nach oben zeigt, sieht es in der deutschen Start-Up-Szene noch ganz anders aus; nur 13,9 Prozent der Gründer sind Frauen. „Mit 13,9 Prozent sollte niemand zufrieden sein“, stimmte Cook sogleich der Kritik der Fragestellerinnen zu. Unternehmen könnten nur dann erfolgreich sein, wenn sie Diversität auf allen Ebenen zulassen und alle Menschen ansprechen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller oder religiöser Orientierung. Es ist das gleiche Argument, welches Cook im Widerstand gegen Präsident Trumps umstrittenes Einreisedekret immer wieder vorbringt.


Frauenquote nicht zielführend
Nichtsdestotrotz kann er mit einer fixen Frauenquote, die bei der Besetzung von Führungskräften einen gewissen Anteil von weiblichen Mitgliedern erzwingt, nichts anfangen. „Die Frauenquote könnte ja auch durchaus 75 Prozent betragen; das weiß man vorher nicht“, sagte er. Stattdessen müsse man eine Arbeitsatmosphäre fördern, die Frauen dazu motiviere, sich einzubringen. Außerdem fange die Frauenförderung schon in der Schule an, wo das Interesse der Mädchen für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) geweckt werden müsse.

Temperamentsunterschiede nutzen
Ein jeder Arbeitgeber habe die Aufgabe, auf unterschiedliche Temperamente der Mitarbeiter einzugehen, um die optimale Zusammenarbeit zu erreichen. Das betreffe nicht nur typische Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen. „Da wären zum Beispiel introvertierte und extrovertierte Menschen. Darüber sprechen nur sehr wenige und es ist vielen nicht bewusst, aber das wird garantiert großen Einfluss auf beispielsweise eine Brainstormingsession in einem großen Team haben. Und wenn man das als Führungskraft nicht einzuschätzen weiß, geht eine ganze Menge Potenzial verloren.“

Weiterführende Links:

Kommentare

PheysX
PheysX08.02.17 13:32
Ich finde den Vergleich zwischen Arbeitnehmern bei Apple und Gründerinnen in Deutschland nicht wirklich passend. Ich bin mir sicher, dass Otto auch prozentual eine Menge Frauen beschäftigt.
Interessant zu wissen wäre wie viele Prozent der Gründer in den USA weblich sind.
-1
macguy08.02.17 14:12
Gab es nicht zig News, dass Apple in Apple Stores nicht einmal rechtlich konform abrechnet und bezahlt. Davon will er nichts wissen.

Mal ganz zu schweigen von den Arbeitsbedingungen in Asien, die zwar nicht direkt bei Apple arbeiten, aber für Apple produzieren.
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apfelnaut08.02.17 14:18
Es gibt in Deutschland Firmen in denen Frauen weniger als Männer bekommen für die gleiche Arbeit? Würde ich mal gerne Wissen welche das sind. Bitte jetzt keine Beispiele wo das Gehalt Verhandlungssache ist.
Ansonsten, wer auf dem großen Dampfer Kapitän spielt, kann leicht über die Ruderboote schimpfen die hinter ihm sind. Er sollte mal bei einem Apple Lieferanten anheuern. Mal sehen ob er dann immer noch Zeit hat sich über die Schulbildung von Mädchen gedanken zu machen um sie in die "richtige" Richtung zu schubsen.
-5
pünktchen
pünktchen08.02.17 14:23
Bei Apple gibt es ja wenigstens ein paar Frauen im Vorstand. Wobei in der obersten Leitungsebene bei Apple allerdings auch nur exakt eine Frau sitzt = 9%.

Schwierig finde ich wenn es sich um eine geschlossene Männerrunde handelt in welcher gerne der unausgesprochene Konsens herrscht dass Frauen da nichts zu suchen haben. Und da kann eine Frauenquote schon hilfreich sein.

Was das dem grossen Rest der Mitarbeiter bringt wenn die Herren da oben mit ein paar Damen ergänzt werden ist mir allerdings unklar. Ich würde da nicht mal auf Frauensolidarität oder mehr Verständnis für familienkompatible Arbeitsbedingungen hoffen. Gerade Karrierefrauen sind da gerne noch dämlicher als ihre männlichen Kollegen. Die anderen Frauen sollen es schliesslich auch nicht einfacher haben als man es gehabt hat.

-1
mac-mark
mac-mark08.02.17 14:24
Mal ein wirklich sympathisches Bild von Cook!

Dass die Quote Quatsch ist, das ist, hoffe ich, unstrittig...
+6
pünktchen
pünktchen08.02.17 14:32
mac-mark
Dass die Quote Quatsch ist, das ist, hoffe ich, unstrittig...

Nein ist es nicht. Ich durfte selbst bewundern wie sich geschlossene Männergremien mit Händen und Füssen und den albersten Argumenten dagegen gewehrt haben das bei ihnen auch eine Frau Platz nehmen darf und bei solch Gruppendynamik ist etwas Zwang ganz hilfreich weil sich sonst nie was ändert.
+2
gorgont
gorgont08.02.17 15:10
Ich glaube es gibt prozentual aber auch einen deutlich geringeren Anteil an Frauen die an führende Positionen wollen als bei Männern. Für viele Frauen (auch prozentual) ist Familie und Freizeit sicherlich wichtiger als für Männer...
Daher wird es niemals eine Quote von 50/50 geben.
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+3
mac-mark
mac-mark08.02.17 15:43
pünktchen
mac-mark
Dass die Quote Quatsch ist, das ist, hoffe ich, unstrittig...

Nein ist es nicht. Ich durfte selbst bewundern wie sich geschlossene Männergremien mit Händen und Füssen und den albersten Argumenten dagegen gewehrt haben das bei ihnen auch eine Frau Platz nehmen darf und bei solch Gruppendynamik ist etwas Zwang ganz hilfreich weil sich sonst nie was ändert.
Verstehe deinen Punkt, aber das wird die wirkliche Mentalität nie ändern. Anstatt an den Folgen herumzudoktern und die ultimative Wahrheit Unternehmen aufzuzwingen, sollten die Ursachen angegangen werden.
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Embrace08.02.17 15:45
Quoten sind Schwachsinn. Es sollte bei der Arbeit um Leistung gehen und nicht um das Geschlecht. Ansonsten könnte man ja ein komplettes Abbild der Gesellschaft (Geschlecht, sexuelle Orientierung, körperliche Gesundheit, Religion etc.) fordern. Also 5–10 % Homosexuelle müssen beschäftigt werden, 13 % Behinderte (und bitte darauf achten, dass 52 % davon Männer sind), nicht mehr als 29 % Katholiken, 36 % müssen konfessionslos sein und so weiter. Absolut lächerlich.
+6
pünktchen
pünktchen08.02.17 16:03
Embrace
Quoten sind Schwachsinn. Es sollte bei der Arbeit um Leistung gehen und nicht um das Geschlecht.

Schön wärs aber meiner persönlichen Erfahrung nach ist eben das bei geschlossenen Männerklüngeln nicht der Fall. Da kann eine Frau noch so viel leisten, sie darf nicht rein. Am liebsten wird einem selbst möglichst ähnliches Mittelmass kooptiert.
mac-mark
Verstehe deinen Punkt, aber das wird die wirkliche Mentalität nie ändern. Anstatt an den Folgen herumzudoktern und die ultimative Wahrheit Unternehmen aufzuzwingen, sollten die Ursachen angegangen werden.

Ich denke schon dass das die Mentalität ändert. Wenn es erst mal normal ist dass auch Frauen im Vorstand sitzen dann gibt es keinen Grund mehr die nächste Bewerberin schon deshalb auszusortieren weil sie weiblich ist.

Was sind den deines Erachtens die Ursachen und wie sollte man die angehen?
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iMäck
iMäck08.02.17 16:05
mac-mark

Erinnere mich an einen Kommentar von von der Leyen in einer Talkshow. In Ihrer Pol. funktion sollte sie einmal eine Kandidatenliste absegnen, es war keine einzige Frau drauf. Sie weigerte sich und erst eine überarbeitete wurde abgesegnet.

Es gibt eine, nennen wir es "Tradition" und diese muss erst mal aufgebrochen werden.

Ich wäre für eine zeitlich begrenzte Quote (20-25% für 3-4 Jahre) und dann sehen wie es sich entwickelt.

Denn dort wo seit 20...30... 40 Jahren keine Frau war, wird von alleine auch keine Frau rein kommen.
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senf_308.02.17 17:10
gorgont
Ich glaube es gibt prozentual aber auch einen deutlich geringeren Anteil an Frauen die an führende Positionen wollen als bei Männern. Für viele Frauen (auch prozentual) ist Familie und Freizeit sicherlich wichtiger als für Männer...
Daher wird es niemals eine Quote von 50/50 geben.
Das ist so eine Sache mit dem Glauben. Manche glauben ja auch daran, dass die Erde eine Scheibe ist. Wahrer wird's dadurch nicht. Viele Frauen müssen sich zwischen Karriere und Familie entscheiden. Entweder oder. Männer haben dieses Problem oft nicht. Da scheitert es mit der Führungsstelle schon oft daran, dass man einer Frau die Stelle nicht gibt, weil sie schwanger werden könnte, schwanger ist oder Kinder hat.
+1
rafi08.02.17 18:35
macguy
Mal ganz zu schweigen von den Arbeitsbedingungen in Asien, die zwar nicht direkt bei Apple arbeiten, aber für Apple produzieren.
So gesehen beschäftigst auch du Leute in Asien. Ich finde es abartig daneben, wie du mit denen umgehst! Bezahl denen endlich mal anständige Löhne!
Und was hast du dir bloss bei diesen Arbeitsbedingungen gedacht?!
Ach behalts für dich, mit solchen Menschenverachtern will ich nichts zu tun haben.
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jensche08.02.17 23:39
Der lohnunterschiedsmythos ist doch schon mehrfach statistisch wiederlegt.
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Siam09.02.17 05:29
Da hat er ausnahmsweise mal Recht.
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Josch
Josch09.02.17 08:53
Moin zusammen,
pünktchen
Embrace
Quoten sind Schwachsinn. Es sollte bei der Arbeit um Leistung gehen und nicht um das Geschlecht.

Schön wärs aber meiner persönlichen Erfahrung nach ist eben das bei geschlossenen Männerklüngeln nicht der Fall. Da kann eine Frau noch so viel leisten, sie darf nicht rein. Am liebsten wird einem selbst möglichst ähnliches Mittelmass kooptiert.
[...]

auch und gerade durch geschlossene Klüngel und - ich nenne es mal "engere" Freundschaften - geht es selbst in Männerdomänen nicht selten mehr um die Seilschaften als um die Leistung Ginge es nur um das Können würde die Gesellschaft wesentlich besser dastehen.
+1
Borbarad09.02.17 09:27
apfelnaut
Es gibt in Deutschland Firmen in denen Frauen weniger als Männer bekommen für die gleiche Arbeit? Würde ich mal gerne Wissen welche das sind. Bitte jetzt keine Beispiele wo das Gehalt Verhandlungssache ist.

Das Problem gibt es.

Nur ist dies nicht dort wo es um gute Gehälter geht - dort sind meistens Lohnbandbreiten-Modelle im Einsatz, welche eine spezifisch Geschlechterunterschiedliche Bezahlung nicht zulassen.

Die wirkliche Ungleichheit und absichtliche schlechte Bezahlung betrifft die weniger gut bezahlten Jobs von Krankenschwester, Pflegefachkraft bis hin zur Putzfrau.

Das Problem ist nur, dass das was die Ministerin von sich gibt sich auf die erst genannte Gruppe bezieht. Da wo es wirklich von nutzen wäre, darum kümmert die sich nicht.

Gleiches ist mit der Quotendiskussion. Idee ist ehrenhaft, Ausführung aber total mangelhaft. Man kann etwa sagen das gut 70% der Deutschen Wirtschaftskraft auf MINT Relevante "Produkte" basiert. Wenn man sich dann diese Firmen im genaueren anschaut, da liegt der Anteil von M zu W bei etwa 80% zu 20% (wenn es sehr gut ist 75 zu 25). Und in den relevanten Studienfächern ist es heute leider auch nicht viel besser. Aber um das einendliche Problem dahinter will sich die Ministerin nicht kümmern. Lieber ist es Ihr das hier per Quote und der Quotendiskussion in der Öffentlichkeit es darauf hinauslaufen soll (muss), dass 80% der Belegschaft 50% der Tobjobs bekommt und die anderen 20% der Belegschaft 50% der Tobjobs bekommt.

Ein Schelm wer da böses denkt.

B
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pünktchen
pünktchen09.02.17 09:46
Josch
auch und gerade durch geschlossene Klüngel und - ich nenne es mal "engere" Freundschaften - geht es selbst in Männerdomänen nicht selten mehr um die Seilschaften als um die Leistung Ginge es nur um das Können würde die Gesellschaft wesentlich besser dastehen.

So ist es - allerdings ist das schwer anzugehen. Am ehesten helfen da wohl formalisierte Bewerbungsverfahren, so albern ich Assessment-Center sonst auch finde.
Borbarad
Das Problem ist nur, dass das was die Ministerin von sich gibt sich auf die erst genannte Gruppe bezieht. Da wo es wirklich von nutzen wäre, darum kümmert die sich nicht.

Yep, es handelt sich eindeutig um einen Elitendiskurs. Am Rande kommt dann das Argument dass weibliche Führungskräfte das Klima verändern würden und dann auch die Frauen ganz unten es irgendwann irgendwie besser haben würden. Was völliger Quatsch ist - auch Managerinnen zahlen nicht freiwillig höhere Gehälter.
Borbarad
Gleiches ist mit der Quotendiskussion. Idee ist ehrenhaft, Ausführung aber total mangelhaft. Man kann etwa sagen das gut 70% der Deutschen Wirtschaftskraft auf MINT Relevante "Produkte" basiert.

Ich weiss ja nicht wo du die Zahl her hast aber in der kompletten Industrie arbeiten nur ca 1/4. Nun kann man sich natürlich hinstellen und behaupten dass der Rest nur am Tropf der Industrie hängt. Man kann es aber auch genauso gut andersrum betrachten: ohne den viel grösseren Dienstleistungssektor auch keine Industrie.

PS: BIP 69 / 30 / 1 %
Borbarad
Wenn man sich dann diese Firmen im genaueren anschaut, da liegt der Anteil von M zu W bei etwa 80% zu 20% ... das hier per Quote und der Quotendiskussion in der Öffentlichkeit es darauf hinauslaufen soll (muss), dass 80% der Belegschaft 50% der Tobjobs bekommt und die anderen 20% der Belegschaft 50% der Tobjobs bekommt.


Die Topjobs um die es in der Diskussion geht gehen ja nicht an die Ingenieure etc. sondern an die BWLer und allenfalls noch Juristen. Und da sind Frauen eher leicht überdurchschnittlich vertreten.
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Borbarad09.02.17 10:01
pünktchen
Borbarad
Gleiches ist mit der Quotendiskussion. Idee ist ehrenhaft, Ausführung aber total mangelhaft. Man kann etwa sagen das gut 70% der Deutschen Wirtschaftskraft auf MINT Relevante "Produkte" basiert.

Ich weiss ja nicht wo du die Zahl her hast aber in der kompletten Industrie arbeiten nur ca 1/4. Nun kann man sich natürlich hinstellen und behaupten dass der Rest nur am Tropf der Industrie hängt. Man kann es aber auch genauso gut andersrum betrachten: ohne den viel grösseren Dienstleistungssektor auch keine Industrie.

Ich meine aber das genau: Wirtschaftskraft, nicht Anzahl der Jobs. Oder anders gesagt: Dort wo vernünftig gezahlt wird. Sprichwort Lohnungleichheit

Und was BWL und Recht angeht: Klar, aber gesamtbezogen auf eine "Firma oder das Produkt" ändert der dort etwas höhere Anteil nicht wirklich was.

Selbst habe zwei weibliche Vorgesetzte und sogar einen recht hohen Anteil von weiblichen Technischen Fachkräften in meinem Project. Trotzdem liegt der Anteil von weiblichen Personen in dieser überdurchschnittlichen Firma nur bei knapp 22%.........


B
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pünktchen
pünktchen09.02.17 10:08
Borbarad
Ich meine aber das genau: Wirtschaftskraft, nicht Anzahl der Jobs.

Ich hatte die Zahlen unten noch nachgetragen: Anteil der Industrie am BIP ist auch nur gut 30%. Wobei Industrie jetzt nicht mit MINT Jobs deckungsgleich ist - aber es ist doch ein Hinweis darauf das Wirtschaft viel mehr ist als nur die Produktion technischer Dinge.
Borbarad
Und was BWL und Recht angeht: Klar, aber gesamtbezogen auf eine "Firma oder das Produkt" ändert der dort etwas höhere Anteil nicht wirklich was.

Das nicht - aber eben bezogen auf die Führungskräfte um die es bei der Quotendiskussion ging. Ich kann mich nicht an irgendeine Frauenquotendiskussion für technische Berufe erinnern. Und auch an keine für die komplette Belegschaft.
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Borbarad09.02.17 10:29
pünktchen
Borbarad
Ich meine aber das genau: Wirtschaftskraft, nicht Anzahl der Jobs.

Ich hatte die Zahlen unten noch nachgetragen: Anteil der Industrie am BIP ist auch nur gut 30%. Wobei Industrie jetzt nicht mit MINT Jobs deckungsgleich ist - aber es ist doch ein Hinweis darauf das Wirtschaft viel mehr ist als nur die Produktion technischer Dinge.

Was ist denn Industrie bzw wo grenzt denn die Statistik denn nun genau ab? Nur der Ingenieur oder auch die Anwältin die den Vertrag für die Industrie aufsetzt? Oder ist es die metallverarbeitende Fachkraft oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit?....
pünktchen
Das nicht - aber eben bezogen auf die Führungskräfte um die es bei der Quotendiskussion ging. Ich kann mich nicht an irgendeine Frauenquotendiskussion für technische Berufe erinnern. Und auch an keine für die komplette Belegschaft.


Das wäre ja schön. Ist aber leider nicht so.

Da braucht man nur einmal die Zeitung aufschlagen und die entsprechen Shows in TV schauen..... es wird eingetrichtert und suggeriert und so weiter das man das Anrecht überall hat...

Das ganze Thema ist nur noch populistisch und extrem realitätsfern (Ich glaube in Norwegen ist dies mittlerweile auf die Spitze getrieben worden...)... Und daher gebe ich Cook mit der Zeile 100% recht.

B
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pünktchen
pünktchen09.02.17 10:41
Borbarad
Was ist denn Industrie bzw wo grenzt denn die Statistik denn nun genau ab? Nur der Ingenieur oder auch die Anwältin die den Vertrag für die Industrie aufsetzt? Oder ist es die metallverarbeitende Fachkraft oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit?....

Das wird generell nach Betrieben abgegrenzt. Wenn die Anwältin und der Ingenieur bei VW angestellt sind dann zählen sie zur Industrie, arbeiten sie in einer Kanzlei bzw. einem Ingenieurbüro für VW dann sind sie Dienstleister. Arbeiten sie bei einem Zulieferer von VW dann sind sie wieder Industrie. Die Statistik ist daher natürlich sehr grob, aber ich wüsste gerade nicht wo ich was aussagekräftigeres finde.

Borbarad
Da braucht man nur einmal die Zeitung aufschlagen und die entsprechen Shows in TV schauen..... es wird eingetrichtert und suggeriert und so weiter das man das Anrecht überall hat...

Das ist dann aber allenfalls der Subtext der bei dir ankommt. Und das mag auch Absicht sein. Nur gleiche Chancen für das oberste 1% der Arbeitnehmerinnen zu fordern klingt ja nicht so gut. Aber eben das wird inhaltlich gefordert und nichts anderes.

Borbarad
(Ich glaube in Norwegen ist dies mittlerweile auf die Spitze getrieben worden...)

Auch in Norwegen geht es nur um die Führungsetage der Unternehmen, die haben seit 2008 eine Frauenquote von 40%. Schon im mittleren Management sieht das anders aus und da hat sich durch die Frauenquote auch nichts geändert. Weiter unten sowieso nicht.
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Borbarad09.02.17 11:00
pünktchen
Das wird generell nach Betrieben abgegrenzt. Wenn die Anwältin und der Ingenieur bei VW angestellt sind dann zählen sie zur Industrie, arbeiten sie in einer Kanzlei bzw. einem Ingenieurbüro für VW dann sind sie Dienstleister. Arbeiten sie bei einem Zulieferer von VW dann sind sie wieder Industrie. Die Statistik ist daher natürlich sehr grob, aber ich wüsste gerade nicht wo ich was aussagekräftigeres finde.

Eben. VW z.B hat einen Frauenanteil von etwa 18%. Nimmt man meinetwegen noch die Zulieferer, Dienstleister etc. dazu kann man von 30% oder so ausgehen. Und genau das meine ich mit MINT relevant und dort wo das Geld verdient wird.

Das ist in etwa das Problem und eben auch das Problem jeglicher gesetzlicher Quote oder 50:50 etc Ansicht oder oder. Es funktioniert nicht bzw. hebelt das System aus. Und zwar bestimmt nicht so wie sich die Ministerin und die Frauen sich es Wünschen.
pünktchen

Das ist dann aber allenfalls der Subtext der bei dir ankommt. Und das mag auch Absicht sein. Nur gleiche Chancen für das oberste 1% der Arbeitnehmerinnen zu fordern klingt ja nicht so gut. Aber eben das wird inhaltlich gefordert und nichts anderes.

Nö. Ich habe zwei weibliche Vorgesetzte (Contract Management im Grossanlagenbau) und Fachlich gesehen ist mir das Geschlecht so wichtig wie der Sack Reis in China.

Was ich allerdings sehe, ist was rechts und links neben mir in der Berufswelt passiert. Das Pendel schlägt nun in die andere Richtung aus.....
pünktchen
Auch in Norwegen geht es nur um die Führungsetage der Unternehmen, die haben seit 2008 eine Frauenquote von 40%. Schon im mittleren Management sieht das anders aus und da hat sich durch die Frauenquote auch nichts geändert. Weiter unten sowieso nicht.

Mir ist Norwegen(oder war es Schweden?) daher bekannt weil es eben den extremen Auswuchs des Quotendenkens zeigt, wo es nicht genug fachlich qualifizierte Frauen gibt um die entsprechenden Positionen zu besetzen und die daher nun Mehrfachpositionen Innenhaben. Und das hilft dann leider den Frauen, die sich durch Fachwissen und Arbeit eine bessere Position wünschen, auch null bzw. ist Kontraproduktiv.


B
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pünktchen
pünktchen09.02.17 11:34
Du wiederholst dich und ignorierst alles was nicht zu deiner Erzählung passt. Die Anzahl der Frauen in MINT-Berufen ist für die Frauenquote in der Chefetage irrelevant weil das keine MINT-Berufe sind. Was ist daran nicht zu verstehen? Meinst du die Chefetage müsste repräsentativ für das Geschlechterverhältnis im ganzen Betrieb sein? Warum?

Was deine Vorgesetzten damit zu tun haben ist mir schleierhaft.
Mir ist Norwegen(oder war es Schweden?) daher bekannt weil es eben den extremen Auswuchs des Quotendenkens zeigt, wo es nicht genug fachlich qualifizierte Frauen gibt um die entsprechenden Positionen zu besetzen und die daher nun Mehrfachpositionen Innenhaben.

Norwegen. Wenn du dem Link folgst und den Text liest wirst du feststellen dass eben das nicht der Fall ist. Wäre auch seltsam, die Frauen waren bei den Studenten der Wirtschaftswissenschaften schon vor 30 Jahren in der Überzahl.

Natürlich ändert das nichts an den wenigen Ingenieurinnen etc. nur hat das eine mit dem anderen wenig zu tun.
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Borbarad09.02.17 12:16
pünktchen
Du wiederholst dich und ignorierst alles was nicht zu deiner Erzählung passt. Die Anzahl der Frauen in MINT-Berufen ist für die Frauenquote in der Chefetage irrelevant weil das keine MINT-Berufe sind. Was ist daran nicht zu verstehen? Meinst du die Chefetage müsste repräsentativ für das Geschlechterverhältnis im ganzen Betrieb sein? Warum?

Dein letzter Satz ist aber zu 100% genau das was die Quote nicht will, wobei das aber wenn schon Quote der richtige bzw. faire Ansatz wäre, d.H. z.B. 50 Anwaltspersonen: 30 W 20 M, daraus eine Zusammensetzung von 60% zu 40% bei den Management und Head Of und Chef Postionen damit so etwas wie fairness vorherrscht.

Im Moment sagt Quote leider: Erfahrung unwichtig, Qualifikation unwichtig, Beruf unwichtig, Firmenzusammensetzung unwichtig, Weibliches Geschlecht ist nur wichtig. Basta.

Es ist ja auch nicht so das jeder Mann das angeborene Anrecht auf CEO etc. hat. 99,9% der Männer werden das nie schaffen.

Hier liegt das Problem mit der Denkweise von Quoten und genau des Diskussion die von der Ministerin mir Ihren Reglungen, Gesetzen und Äusserungen geführt wird.

Tim Cook hat das ja perfect beschrieben:

„Die Frauenquote könnte ja auch durchaus 75 Prozent betragen; das weiß man vorher nicht“, sagte er. Stattdessen müsse man eine Arbeitsatmosphäre fördern, die Frauen dazu motiviere, sich einzubringen. Außerdem fange die Frauenförderung schon in der Schule an, wo das Interesse der Mädchen für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) geweckt werden müsse.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mir ist das Geschlecht bei Vorgesetzen sowas von egal. Nur wenn die fachlich nichts können, kann ich die dann auch nicht gebrauchen bzw. ernst nehmen.

Persönlich arbeite ich sogar lieber in Teams mit einem hohen Frauenanteil da es angenehmer ist (bis auf wenn zwei Alpha Weibchen drin sind, dann heist es in Deckung gehen).

Und was haben meine Vorsetzen damit zu tun? Tja, Die sind in die Chef und Head Of Postion gekommen - nicht weil die Quote was geregelt hat - sondern weil die das können und die sich durchgesetzt haben. Und das ist gut so.

Wieviel vertrauen hat ein Vorgesetzter bei den Mitarbeitern, bei dem man weis das Der oder Die dort nur durch eine "Quote" ist? Nicht besonders viel, wahrscheinlich gegen null. Und das ist unabhängig vom Geschlecht!

B
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pünktchen
pünktchen09.02.17 12:28
Ich kann mich da auch nur wiederholen:
pünktchen
Du wiederholst dich und ignorierst alles was nicht zu deiner Erzählung passt. Die Anzahl der Frauen in MINT-Berufen ist für die Frauenquote in der Chefetage irrelevant weil das keine MINT-Berufe sind. Was ist daran nicht zu verstehen?

Tim Cook hat doch selbst nichts MINTiges studiert sondern eben BWL. Gut "Industrial Engineering" klingt total technisch - aber es geht um die Planung von betrieblichen Abläufen. Danach noch einen MBA, also wieder BWL.

Ich bin gar kein grosser Fan vom staatlichen Karrierturbo für BWLerinnen, nur sind deine Argumente dagegen leider schwach. An zu wenig qualifizierten Bewerberinnen scheitert es in dem Bereich garantiert nicht.
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Borbarad09.02.17 12:44
pünktchen
Ich kann mich da auch nur wiederholen:
pünktchen
Du wiederholst dich und ignorierst alles was nicht zu deiner Erzählung passt. Die Anzahl der Frauen in MINT-Berufen ist für die Frauenquote in der Chefetage irrelevant weil das keine MINT-Berufe sind. Was ist daran nicht zu verstehen?

Tim Cook hat doch selbst nichts MINTiges studiert sondern eben BWL. Gut "Industrial Engineering" klingt total technisch - aber es geht um die Planung von betrieblichen Abläufen. Danach noch einen MBA, also wieder BWL.

Ich bin gar kein grosser Fan vom staatlichen Karrierturbo für BWLerinnen, nur sind deine Argumente dagegen leider schwach. An zu wenig qualifizierten Bewerberinnen scheitert es in dem Bereich garantiert nicht.

Du hast mich nicht verstanden. MINT relevant bedeutet nicht rein Ingenieur sondern was in dem MINT Bereich abreitet bzw. zuarbeitet sowie eine MINT Relevante Firma (also dem Bereich mit der grössten Wirtschaftskraft). Hab ich jetzt schon mehr als ein paar mal geschrieben. Daher ist Cook genauso ein Teil von "MINT Relevant" wie die externe Anwältin.

So, und was die Bewerbung angeht: Das hat mit der Quote null zu tun.

Bewerbung sollte nur darauf hin ausgewählt werden was die Person kann, an Erfahrung hat etc.etc. Das Geschlecht darf dabei keine Rolle spielen. Genauso wenige eine Quote.

Oder willst du mir damit etwa sagen, dass das weibliche Geschlecht bevorteilt werden muss ??????????


Und es gibt mindestens genauso qualifiziert Männer die es bei der Bewerbung nicht schaffen. Das ist garantiert kein reines Frauenproblem.

Nur die Quote die Frau Minister will, hat nochmals weder was mit Firmenzusammensetzung, Berufliche Qualifikation, Berufliche Erfahrung, Berufliche Eignung etc. etc. zu tun. Die ist rein Geschlechterspezifisch.

Das ändern nämlich auch nichts an der Tatsache, das es mehr als genug Aufsichtsräte und Kungeleinen gibt, da nicht nur Wirtschaftlich sondern auch Moralisch und Gesellschaftlich Extrems schädlich sind (Und Frauen sind da nicht besser. Siehe Grade VW).

B
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pünktchen
pünktchen09.02.17 12:55
Borbarad
Du hast mich nicht verstanden. MINT relevant bedeutet nicht rein Ingenieur sondern was in dem MINT Bereich abreitet bzw. zuarbeitet sowie eine MINT Relevante Firma (also dem Bericht mit der grössten Wirtschaftskraft). Hab ich jetzt schon mehr als einpaar mal geschrieben. Daher ist Cook genauso ein Teil von "MINT Relevant" wie die externe Anwältin.

Ja und was hat das dann bitte damit zu tun wieviele Mädchen sich für MINT-Fächer interessieren? Doch wohl eher nichts. Weder Cook noch die Anwältin haben eine MINT-Ausbildung. Die wäre auch hinderlich für ihre Karriere gewesen.
Borbarad
Bewerbung sollte nur darauf hin ausgewählt werden was die Person kann, an Erfahrung hat etc.etc. Das Geschlecht darf dabei keine Rolle spielen.

Tatsächlich tut es das aber. Und zwar nicht zugunsten der Frauen.
Borbarad
Oder willst du mir damit etwa sagen, dass das weibliche Geschlecht bevorteilt werden muss ??????????

Nein es sollte nicht mehr benachteiligt werden. Und wenn aus 55% BWL Studentinnen im mittleren Management 15% und in der Chefetage 5% werden (Zahlen zu Illustrationszwecken frei erfunden) dann spricht einiges dafür das es das nach wie vor wird. Und zwar gerade in Führungspositionen und sicherlich weniger dort wo tatsächlich gearbeitet werden muss.

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Borbarad09.02.17 13:04
pünktchen
Borbarad
Bewerbung sollte nur darauf hin ausgewählt werden was die Person kann, an Erfahrung hat etc.etc. Das Geschlecht darf dabei keine Rolle spielen.

Tatsächlich tut es das aber. Und zwar nicht zugunsten der Frauen.

Ach? Ich kenne Privat keinen Fall in dem das nachgewiesen wurde (das würde teuer für die Firma kommen), aber ich kenn genug Anzeigen in denen steht "Bei Gleicher Qualifikation, wird die weibliche Person bevorzugt"
pünktchen
Borbarad
Oder willst du mir damit etwa sagen, dass das weibliche Geschlecht bevorteilt werden muss ??????????

Nein es sollte nicht mehr benachteiligt werden. Und wenn aus 55% BWL Studentinnen im mittleren Management 15% und in der Chefetage 5% werden (Zahlen zu Illustrationszwecken frei erfunden) dann spricht einiges dafür das es das nach wie vor wird. Und zwar gerade in Führungspositionen und sicherlich weniger dort wo tatsächlich gearbeitet werden muss.


Welche Firmen sind das? Nenne die Namen. Anwälte würden sich freuen.

Oder redetest du nur von Anzahl von Studentinnen? Das hat eben nichts mit Firmen bzw. Abteilungszusammensetzung zu tun.

(Und Fake News gibts es schon genug......)

B
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pünktchen
pünktchen09.02.17 13:24
Borbarad
Ach? Ich kenne Privat keinen Fall in dem das nachgewiesen wurde

Wie willst du das denn auch nachweisen? Es ist ja niemand so blöd und sagt den abgelehnten Bewerberinnen ganz ehrlich: "Tut uns leid, aber wir hätten lieber einen Mann. Mit dem können wir in den Puff und der wird uns auch nicht schwanger."

pünktchen
Welche Firmen sind das? Nenne die Namen. Anwälte würden sich freuen.

Praktisch alle. Und Anwälte würden sich nicht freuen weil das im Einzelfall kaum nachweisbar ist.

Borbarad
(Und Fake News gibts es schon genug......)

Wenn ich ausdrücklich dazu schreibe das ich die Zahlen eben selbst erfunden habe dann sind das wohl kaum Fake News.

Die Realität ist übrigens sehr nah dran:

2011 waren in den Top-200-Unternehmen nur 28 der 942 Vorstandsposten (3,0 %) und 296 der 2.268 Aufsichtsratspositionen (11,9 %) mit Frauen besetzt.1
Im mittleren Management liegt der Frauenanteil deutschlandweit bie 15 % in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden und bei 12 % in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden.2


Und BWL Studentinnen 2012/2013: 48,2%

Ok da lag ich am weitesten daneben. Die Grössenordnung passte aber. Die Juristinnen sind bei 54,1%.
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