„Tahoe ist nicht mehr geheim“ – Prosser-Anwälte argumentieren mit Veröffentlichung von macOS 26


Am 25. März gewährte der YouTube-Kanal „front page tech“ (fpt.) einen exklusiven Einblick in Apples zukünftiges Look & Feel der nächsten iOS-Version. Was man dort zu sehen bekam, waren nachgebaute Bedienelemente – sie erwiesen sich als erstaunlich treffsicher: Auf der WWDC 2025 stellte Apple mit „Liquid Glass“ das neue Design vor – und verklagte kurz darauf Jon Prosser wegen Geheimnisverrats. Das Verfahren dauert an, und das Gericht veröffentlichte just einen
Fortschrittsbericht.
„Ich zeige euch einfach mal, wie das aussieht, denn ich bin eine Plage.“ Mit diesen Worten leitete Jon Prosser seine
Präsentation ein. Mitteilungen und Dialoge mit größeren Eckradien, mehr Transparenz und simulierten Lichtbrechungseffekten – „glossy, almost glassy“ nannte er dies. Alles sei animiert und nachgebaut, doch man habe das Original betrachten können. Apple glaubte ihm das ganz offensichtlich – und zeigte ihn am 17. Juli 2025 an.
Prosser reagiert nichtLange Zeit reagierte der YouTuber nicht auf Schreiben von Apples Anwälten sowie auf Aufforderungen zur Stellungnahme vor Gericht. Nach mehreren Aufschüben und Konferenzen gab Prosser schließlich nach und übermittelte einige der von Apple angeforderten Unterlagen an Apple. Im Gegenzug erhielten er und seine Anwälte Einblicke in Liquid-Glass-Design-Unterlagen.
Liquid Glass jetzt nicht mehr geheimIm aktuellen Fortschrittsbericht äußerte sich Prossers Anwalt zu diesen Informationen. Die aktuelle Argumentation setzt darauf, die Existenz von Geschäftsgeheimnissen zu hinterfragen:
Es ist schwer zu erkennen, ob einige der Punkte noch immer Geschäftsgeheimnisse sind, ob sie angesichts öffentlicher Bekanntmachungen durch Dritte überhaupt jemals Geschäftsgeheimnisse waren und/oder ob sie aufgrund der Veröffentlichung von iOS 19/26 und Mac OS 26 [sic] keine Geschäftsgeheimnisse mehr sind, da Apple lediglich wörtliche Beschreibungen der angeblichen Geschäftsgeheimnisse vorgelegt hat, anstatt entsprechende grafische Darstellungen bereitzustellen.
Mittäter kooperiertDer Mitangeklagte kooperiert bereits seit Längerem mit Apple; vor einem Jahr beantwortete er fünf Stunden lang Fragen des Unternehmens. Die Teilnahme an einer zweiten Befragung knüpfte er an Bedingungen: Sie solle kurz bleiben sowie innerhalb dieses Monats stattfinden. Zudem wolle er wissen, was Apples Anwälte ihm nun vorwerfen. Eine offensive Verteidigung, wie sie Prosser offenbar anstrebt, wolle er nicht mittragen.
Prosser als Auftraggeber?Apple will dem YouTuber nachweisen, dass er dem Mitangeklagten Geld dafür angeboten hat, dass dieser das iPhone seines Mitbewohners, ein Apple-Entwickler, in dessen Abwesenheit entsperre und in einem FaceTime-Anruf das in Entwicklung befindliche Bedien-Interface vorführe. Tatsächlich floss Geld, doch Prosser gab an, dass dies nicht vorher abgesprochen war. Der Apple-Entwickler, dessen iPhone von seinem Mitbewohner für diese Vorführung entwendet wurde, verlor daraufhin seinen Job. Nach einigen Monaten bei verschiedenen Unternehmen im Silicon Valley ist er jetzt als freiberuflicher Software-Entwickler tätig.