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Millionenausgaben: Apple einer der aktivsten Lobbyisten in der EU

Apples Auseinandersetzungen mit der Europäischen Union rund um den App Store, Digital Markets Act, Interoperabilität und neue KI-Funktionen finden nicht nur öffentlich statt. Eine Auswertung der Financial Times zeigt, wie intensiv der Konzern auch hinter den Kulissen mit europäischen Entscheidungsträgern spricht. Seit der Europawahl im Juni 2024 kam Apple demnach auf 257 Treffen mit Vertretern von EU-Parlament und EU-Kommission. Gleichzeitig gibt das Unternehmen jährlich zwischen acht und neun Millionen Euro für Lobbyarbeit in Brüssel aus. Bei Google waren es sogar 302 dokumentierte Zusammenkünfte, bei Amazon 239.


Apple äußert sich nicht zu Inhalten
Gegenüber der Financial Times erklärte Apple gemeinsam mit Amazon sinngemäß, man tausche sich mit politischen Entscheidungsträgern über Themen aus, die für Kunden und das eigene Geschäft wichtig seien. Welche konkreten Gespräche in die 257 Termine einflossen, lässt sich aus der Zahl aber natürlich nicht ablesen. Das Transparenzregister weist jedoch generell aus, welche Politikfelder Unternehmen beeinflussen möchten und mit welchen Institutionen Treffen stattfanden.

Worüber Apple in Brüssel spricht
Aus den veröffentlichten Registerangaben lässt sich daher gut ablesen, welche Themen Apple besonders beschäftigen. Dazu zählen wenig überraschend der Digital Markets Act und Digital Services Act, daneben aber auch Verbraucherschutz und der geplante Digital Fairness Act, Datenschutz, Cybersicherheit sowie europäische Vorgaben zu KI und Daten. In einzelnen veröffentlichten Kontakten nennt Apple konkret den AI Act, Data Act, die NIS2-Richtlinie und den Cyber Resilience Act. Hinzu kommen Umwelt- und Produktvorgaben sowie Themen rund um Zahlungsdienste. Die 257 Treffen lassen sich damit nicht auf einen einzigen Konflikt mit der EU reduzieren – der DMA nimmt aber sichtbar einen besonders großen Raum ein.

Acht bis neun Millionen Euro pro Jahr
Auch die Ausgaben sind bemerkenswert. Apple meldet für Lobbyarbeit in Brüssel 8 bis 9 Millionen Euro pro Jahr. Meta liegt allerdings bei mehr als 10 Millionen Euro. Unternehmen müssen für diese Zahl alle Kosten zusammenrechnen, die unmittelbar mit ihrer Interessenvertretung gegenüber EU-Institutionen zusammenhängen. Dies schließt unter anderem Personalkosten der Lobby-/Public-Affairs-Mitarbeiter, anteilige Büro- und Verwaltungskosten, Reisen und Veranstaltungen, PR- und Kampagnenausgaben, externe Berater und Kanzleien sowie Mitgliedsbeiträge an Verbände ein.

Kommentare

Macmissionar02.10.26 15:12
So gefühlt dermaßen knechtend, wie die EU Apple behandelt, scheinen die Lobby-Ausgaben nicht zu wirken. Aber schlimm, daß so etwas überhaupt sein muß. Aber vor Jahren gab es ja das berühmte HUAWEI-Video von Sonneborn, wo "wir" Normalbürger einmal Einblick bekamen, wie so etwas abläuft.
Muß schön sein, zu Canapés und Champagnerschlabbern eingeladen zu werden, Gratisgeschenke zu erhalten und anschließend dann überzeugt vom Gastgeber entsprechend abzustimmen …
A Mac is like a Wigwam: No Windows, no Gates, no Backdoors, Peace, Harmony – and an Apache inside.
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