Time: Ternus über 15 Jahre Entstehungsgeschichte des iPhone Duo – und die sonstigen "crappy" Foldables


Apple arbeitete zwar seit Jahren auf ein faltbares iPhone hin, zwischenzeitlich auch auf eine solche iPad-Bauweise, erst in diesem Monat kommt das Resultat allerdings auf den Markt. Bereits 2011 hatte Ternus gemeinsam mit fünf weiteren Ingenieuren eine Patentanmeldung für faltbare Geräte eingereicht. Darin ging es unter anderem um die besonderen Anforderungen an Akkus und Leiterplatten. Schon damals sei für ihn absehbar gewesen, dass OLED-Bildschirme eines Tages flexibel werden würden, erklärt Ternus in einem
Interview. Bis aus den ersten Überlegungen ein marktreifes Produkt entstand, vergingen allerdings 15 Jahre.
Nicht überzeugt von früheren ProduktenInsbesondere die frühen faltbaren Smartphones anderer Hersteller konnten ihn nicht überzeugen, führt der Apple-CEO aus. Die Geräte seien empfindlich gewesen, hätten wenig praktischen Nutzen geboten und durch eine deutlich sichtbare Falz den Gesamteindruck beeinträchtigt. Apple habe deshalb nicht einfach eine ähnliche Konstruktion auf den Markt bringen wollen, sondern die technischen Probleme zunächst lösen müssen. "Cheap and crappy" seien die meisten Produkte in ihrer Anmutung gewesen, also billig und minderwertig.
Ternus stellte sich gegen KompromisslösungenWie viel Einfluss der neue Apple-Chef auf die Entwicklung nahm, beschreibt Apples Vice President of Product Design, Richard Dinh. Dieser erinnert sich an eine Diskussion über die Oberfläche des faltbaren Bildschirms. Zur Auswahl stand unter anderem eine Lösung, die den Materialien der Konkurrenz ähnelte. Obwohl Dinh deren Schwächen kannte, erschien sie ihm möglicherweise als ausreichend guter Kompromiss. Ternus habe ihn jedoch ermutigt, weiter nach einer überzeugenderen Lösung zu suchen, statt sich mit dem bereits Erreichten zufriedenzugeben.
Das Ergebnis war eine eigens entwickelte Polymeroberfläche mit Nanotextur. Zusammen mit einer aufwendigen Scharnierkonstruktion, die aus mehr als 100 winzigen Präzisionsbauteilen besteht, soll diese dafür sorgen, dass die Displayfalte kaum noch wahrnehmbar ist. Dazu kam der appletypische Einklang aus Hardware und Software, um alle Komponenten aufeinander auszurichten.
Die zitternden Hände erklärtMit wie viel Anspannung Ternus in Hinblick auf das iPhone Duo bei der Sache ist, zeigte eine interessante Episode. Während Ternus das neue Gerät demonstrierte, bemerkten Zuschauer sichtbar zitternde Hände beim Versuch, die Oberfläche zu bedienen. Gegenüber dem Time Magazine erklärte er später, vor Aufregung kaum geschlafen und entsprechend viel Adrenalin und Koffein im Körper gehabt zu haben.