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Bericht: Magnet Forensics kann iPhone-Neustart nach 72 Stunden Inaktivität verhindern

iPhones haben den Ruf, nur schwer zu knacken zu sein. Umso mehr dürften sich Anbieter von Software für Sicherheitsbehörden hinter den Kulissen rühmen, wenn es ihnen gelingt, Apples Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Ein Mechanismus, den der iPhone-Hersteller seit iOS 18.1 implementiert, ist ein automatischer Neustart des Smartphones, wenn es mindestens 72 Stunden lang nicht entsperrt wurde. Magnet Forensics hat offenbar schon Anfang 2025 einen Weg gefunden, diesen Neustart zu verhindern, wie 404 Media berichtet.


"Before First Unlock" erschwert Zugriff extrem
Der Hintergrund ist relativ simpel: Solange man auf einem iPhone nach einem Neustart keine Authentifizierung durch PIN oder Passwort durchführt, ist der Zugriff auf die Daten des Geräts erheblich schwieriger bis unmöglich. In diesem "Before First Unlock" genannten Zustand beißen sich unter anderem Behörden regelmäßig die Zähne aus, wenn sie sichergestellte Apple-Smartphones einsehen wollen. Anders ist die Lage nach der erstmaligen Entsperrung. Dieser Modus heißt "After First Unlock" und lässt sich daran erkennen, dass die biometrische Entriegelung – zum Beispiel durch Face ID – funktionsbereit ist. Für Akteure mit Interesse an den Nutzerdaten ist dieser Zustand deutlich vorteilhafter, forensische Tools können dann einfacher auf gewisse Gerätedaten zugreifen.

Apples Schutzmechanismus umgangen
Ein normal verwendetes iPhone befindet sich in der Regel im AFU-Zustand, schließlich ist nur so eine aktive Nutzung möglich. Um zu verhindern, dass die Geräte reihenweise nach einem Verlust oder einer Beschlagnahmung geknackt werden können, implementiert Apple seit iOS 18.1 einen erzwungenen Neustart. Nach 72 Stunden startet das Smartphone von sich aus neu, wenn es der Nutzer dazwischen nicht mehr entsperrt hat. Für viele Behörden ist dieser Zeitraum zu kurz, um die Daten auf den iPhones zu sichern. Laut einem Firmenvideo von Magnet Forensics ist das Unternehmen in der Lage, mit einem als GrayKey Preserve bezeichneten Gerät diesen automatischen Reboot zu verhindern. So lässt sich ein dauerhaft vereinfachter Zugang zu den Nutzerdaten herstellen.

Keine Details, Angebot seit Anfang 2025
Technische Details enthält das Video von Magnet Forensics laut 404 Media nicht. Da dieses schon von Anfang 2025 stammt, besteht das Angebot, den "Inactivity Reboot" zu vermeiden, vermutlich bereits seit einiger Zeit. Durch das Bekanntwerden wäre jedoch denkbar, dass Apple nun seinerseits Wege sucht, das Umgehen der Sicherheitsmaßnahme zu verhindern. Das Katz-und-Maus-Spiel dürfte in die nächste Runde gehen.

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