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Sonntag, 4. November 2012 - 09:07 Uhr·Journals von Semmelrocc

Fusion Drive auf älteren Macs einrichten

Als Apple auf der Keynote im Oktober 2012 neue Mac minis und iMacs vorstellte, erntete das geheimnisvolle FusionDrive sofort eine Menge Aufmerksamkeit. Kurz erklärt werden bei dieser Technik eine SSD und eine herkömmliche Festplatte zu einem Laufwerk kombiniert, was natürlich die Geschwindigkeitsvorteile des Flash-Speichers mit dem günstigen Massenspeicher von Festplatten kombiniert. Zusätzlich sorgt das Betriebssystem dafür, dass Daten, die häufig gebraucht werden, automatisch auf der SSD landen und andere, seltener gebrauchte Dateien auf der HDD landen.

Nachdem ich dann die ersten Artikel* las, die sich mit der "mutmaßlich" darunter steckenden Technik beschäftigten, juckte es mich natürlich in den Fingern, das mal selbst auszuprobieren. Die Voraussetzungen in Form meines Versuchsobjekts waren schon gegeben: Ein Macbook Pro von Anfang 2011 mit einer Intel Series 330 SSD mit 180 GB sowie einer Seagate Momentus XT Hybrid-Festplatte mit 500 GB Kapazität an Stelle des ausgebauten Superdrives. Und natürlich war auch ein frisches Time Machine zur Stelle, das ich während meiner Versuche auch brauchen würde!

Vorbedingungen und Warnhinweise
Ein aktuelles Backup ist Pflicht, denn beim Einrichten werden alle Daten von den Festplatten gelöscht.
In meinem Fall musste ein zweiter Mac mit Mountain Lion (ein Mac mini late 2009) für die Installation herhalten, denn so, wie es unten in den Artikeln beschrieben wird, hat es bei mir leider nicht funktioniert. Demnach soll man den Rechner von einem Installationsmedium aus starten (z.B. 10.8.2 auf USB-Stick) und die internen Platten per Terminal zum Fusion Drive formatieren. Das hat bei mir nicht funktioniert. Stattdessen erhielt ich Fehlermeldungen und das System ließ sich nicht darauf installieren. Hier also mein Weg, der funktioniert hat. Folgendes braucht ihr dafür:
- Mac mit interner SSD und HDD (hier Macbook genannt)
- Aktuelles Backup
- Zweiter Mac mit Mountain Lion (fortan "Mac mini" genannt, weil das mein Hilfsgerät war)
- Firewire- oder Thunderbolt-Kabel, um die beiden Macs verbinden zu können
- Mountain Lion Installationsprogramm

1.
Macbook mit Drücken der T-Taste beim Start im Target-Modus starten und mit Mac mini verbinden. Damit erscheinen die internen Laufwerke des Macbook als externe Festplatten auf dem Desktop des Mac mini.
2.
Festplattendienstprogramm öffnen und die beiden Laufwerke des Macbook löschen (so dass jedes Laufwerk jeweils 1 Partition aufweist; Partitionsschema GUID, Volumeformat HFS+ journaled).
3.
Terminal öffnen und
diskutil list
eingeben. Damit erhaltet ihr eine Liste der auf dem System verfügbaren Laufwerke und ihrer internen Bezeichnungen:
MacbookPro-SK:~ sk$ diskutil list
/dev/disk0
#: TYPE NAME SIZE IDENTIFIER
0: GUID_partition_scheme *180.0 GB disk0
1: EFI 209.7 MB disk0s1
2: Apple_CoreStorage 179.7 GB disk0s2
3: Apple_Boot Boot OS X 134.2 MB disk0s3
/dev/disk1
#: TYPE NAME SIZE IDENTIFIER
0: GUID_partition_scheme *500.1 GB disk1
1: EFI 209.7 MB disk1s1
2: Apple_CoreStorage 499.8 GB disk1s2
3: Apple_Boot Boot OS X 134.2 MB disk1s3
/dev/disk2
#: TYPE NAME SIZE IDENTIFIER
0: Apple_HFS MacFD *670.0 GB disk2
Hier müsst ihr die Laufwerksnamen des Macbook notieren, also im obigen Beispiel disk0 und disk1. ACHTUNG: Da das Macbook ja am Mac mini fremdgestartet ist, hat es wahrscheinlich höhere Nummern, z.B. disk3 und disk4. Wenn ihr die falschen Laufwerke notiert, löscht ihr im nächsten Schritt möglicherweise die falsche Festplatte! Ihr erkennt die richtigen Laufwerke z.B. an der Kapazität der Platten.
4.
Jetzt gehts ans Eingemachte: Die beiden Platten werden jetzt zu einer logischen Volumegruppe kombiniert. Folgenden Befehl im Terminal ausführen (als Superuser oder root):
diskutil cs create FusionDrive disk0 disk1
"FusionDrive" ist dabei ein frei wählbarer Name. Verzichtet aber bitte auf Sonderzeichen oder Leerzeichen.
5.
Damit ist schonmal ein "fusioniertes" Laufwerk entstanden, das nun noch partitioniert werden muss. Dazu brauchen wir die eindeutige Identifikationsnummer des neuen Laufwerks, das wir gerade angelegt haben. Die kriegen wir durch Eingabe von
diskutil cs list
.
CoreStorage logical volume groups (1 found)
|
+-- Logical Volume Group F628F010-3CFF-4BC7-90CE-CD61EC7C44E1
=========================================================
Name: FusionDrive
Size: 989010051072 B (989.0 GB)
Free Space: 9922387968 B (9.9 GB)
|
+-< Physical Volume 52A10DE8-6CDB-4906-962D-7FD567208CDF
| ----------------------------------------------------
| Index: 0
| Disk: disk0s2
| Status: Online
| Size: 239713435648 B (239.7 GB)
|
+-< Physical Volume C16BEA28-3857-4F00-A3FF-95B6242772C6
| ----------------------------------------------------
| Index: 1
| Disk: disk1s2
| Status: Online
| Size: 749296615424 B (749.3 GB)
|
+-> Logical Volume Family BD058799-5A3E-4005-B323-CF858ADC6C5A
----------------------------------------------------------
Encryption Status: Unlocked
Encryption Type: None
Conversion Status: NoConversion
Conversion Direction: -none-
Has Encrypted Extents: No
Fully Secure: No
Passphrase Required: No
So sieht die Ausgabe aus. Die erste lange Zahl nach "Logical Volume Group" müssen wir kopieren, weil wir sie zum Partitionieren benötigen. Bitte beachtet, dass ihr in diesem Schritt auch die Kapazität des Laufwerks eingeben müsst. Ihr solltet 5-10 GB weniger als die angezeigte verfügbare Kapazität angeben. Im obigen Beispiel werden knapp 990 GB (aus 240 GB SSD und 750 GB HDD) angezeigt, man sollte hier nur 980 GB formatieren. In meinem Fall (180 GB SSD und 500 GB HDD) wurden knapp 680 GB Kapazität angezeigt, ich habe nur 670 GB formatiert (um Platz für Recovery Partition etc. zu lassen).
6.
Der Befehl zum Partitionieren:
diskutil cs createVolume F628F010-3CFF-4BC7-90CE-CD61EC7C44E1 jhfs+ MacFD 670g
Damit erstelle ich aus dem Core Storage-Laufwerk eine Core Storage-Partition im HFS+-Format (mit Journal natürlich) und 670 GB Kapazität und nenne es "MacFD". Hier habt ihr wieder freie Hand, könnt den Namen der Festplatte aber auch später noch im Finder ändern.
7.
Das war's schon! Das neue Laufwerk sollte auf dem Desktop erscheinen und man kann jetzt den Mountain Lion Installer starten und das Betriebssystem auf dem Macbook (im Target Modus) installieren. Wenn man direkt das Time Machine-Backup zurückspielen möchte, sollte man das Macbook mit externem Installationsmedium (z.B. USB-Stickk mit Mountain Lion Installer) hochfahren, weil man dort direkt auswählen kann, das System von Time Machine wiederherzustellen.

Mein Macbook Pro läuft seit gestern mit diesem Fusion Drive und fühlt sich gut an. Ich konnte schon beobachten, dass die Schreib- und Leseraten, z.B. mit DiskSpeedTest ausprobiert, bei wiederholter Ausführung deutlich beschleunigt werden. Anfangs lagen sie bei jeweils ca. 85 MB, als ich es später nochmals probiert habe, war die Schreibrate bei über 200 und die Leserate bei 450 MB/s! Auch iPhoto fühlt sich viel flüssiger an im Vergleich zu vorher, wo alle Daten auf der Festplatte lagen.

Ich bin auf euer Feedback gespannt!

*Quellenangaben:
http://arstechnica.com/apple/2012/10/more-on-fusion-drive-how-it-works-and-ho w-to-roll-your-own/
http://www.petralli.net/2012/10/analyzing-apples-fusion-drive-in-an-attempt-t o-retrofit-an-existing-macs-with-an-ssd-and-a-traditional-hard-disk/
http://jollyjinx.tumblr.com/post/34638496292/fusion-drive-on-older-macs-yes-s ince-apple-has

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Kommentare

styler82
Ich habe nun auch ein DIY Fusion Drive erstellt, allerdings auch ein größeres Problem in dem Zusammenhang festgestellt, das ich euch nicht vorenthalten möchte:

Alle in Aperture gespeicherten Videos sind beschädigt.
D. h. das Vorschaubild sieht aus wie ein TV Testbild der 80er Jahre und abspielen lässt sich nichts mehr. Ein erneutes Generieren der Vorschaubilder hilft auch nicht weiter.
Die Angaben zu Pixel- und Dateigröße der Videos sind nach wie vor korrekt.
Auch alle in Aperture gespeicherten Fotos inkl. Änderungen scheinen einwandfrei zu sein.

Zum Setup:
iMac 27" (Mid 2010) mit 1TB HDD und 120GB SSD Samsung 840 Series anstelle des Superdrives.
Meine Aperture Library hat ca. 220GB.
Ich habe irgendwo gelesen, dass die Logik (bzw. Arbeitsweise) des Fusion Drive ausschließlich auf 2012er Macs funktioniert, da nur für diese Geräte ein entsprechender Build vorhanden ist.
Mit der (z. B. in diesem Journal) genannten Anleitung kann man zwar auch auf älteren Macs mehrere Festplatten zu einem Laufwerk zusammenfassen, die von Apple vorgestellte Logik des Speicherns von häufig verwendeten Blöcken auf der SSD und weniger häufig verwendeten auf der HDD funktioniert aber angeblich nicht.
Mit anderen Worten: je nachdem in welcher Reihenfolge man die Platten beim Erstellen des FusionDrive angegeben hat, wird beispielsweise zuerst die SSD (fast) voll geschrieben, dann die HDD. Und das bleibt dann so. Kein intelligentes hin und her schieben mehr von häufig genutzten Files.

Ob das wirklich so ist, kann ich nicht genau sagen. Das geschilderte Problem lässt es aber vermuten.
Ich nehme an, dass beim Zurückspielen des TM Backups einiges meiner Aperture Library noch auf die SSD geschrieben wurde, der Rest auf die HDD.
Da die FusionDrive Logik auf meinem "alten" Mac nicht greift, scheint die Blockzuordnung der einzelnen Dateien nicht mehr zu stimmen und die Videos sind "damaged".

Wie gesagt, nur Vermutung meinerseits.
Vielleicht kann es einer bestätigen!?
Fard Dwalling
Gibt es diesbezüglich was neues?

Ich habe das Fusion Drive auf meinem 15" Early 2011 zum laufen bekommen (allerdings nur im Target Modus). Jetzt ist mir gerade aufgefallen, das bei neu kopierten Objekten die Geschwindigkeit recht bescheiden ist.

Der BlackMagic Speedtest bescheinigt mir auch nur noch 67 MB/s. iStat zeigt dabei auch nur Zugriffe auf die HDD an.

Kann man die "Logik" des Speicherns irgendwie testen?

Gruß
mkhifi
Ich kann auf meinen 2010 imac welcher mit 512 ssd und 3 TB FP läuft bestätigen, dass es Probleme mit grossen Videodateien in itunes gibt und ich jetzt auch Probleme mit der iphoto mediathek habe die ca. 130 gb gross. Es scheint als hätte diese Variante Probleme (Lesefehler und defekte Dateien) mit grossen Dateien. Das war jetzt der dritte Versuch und nach mehreren Wochen treten diese Probleme auf und man muss das system neu aufsetzen. Ich habe das Fusiondrive ca. ein halbes Jahr getestet. Ich werde jetzt wieder zurück gehen und das Fusiondrive aufgegeben.
Semmelrocc
Mein Fazit nach einem Jahr (mittlerweile besteht mein Fusion Drive auf dem MacBook Pro 2011 aus einer SSD mit 256 GB und einer SSHD mit 500 GB): Keine bahnbrechenden Lese- und Schreibraten, aber durchaus zügiges Arbeiten und schnelles Starten von Programmen. Auch kann ich keinerlei Datenprobleme nachvollziehen. Meine iPhoto-Bibliothek ist z.B. 115 GB, die iTunes-Mediathek 140 GB groß. Läuft alles wunderbar durch. Vielleicht hilft es, wenn du deinem Laufwerk mal mit Disk Warrior zu Leibe rückst.
Charmaquest
Vielleicht hilft dieser Link um zu checken ob man ein RICHTIGES Fusion Drive erstellt:

http://blog.macsales.com/17624-os-x-10-8-3-provides-fusion-drive-setup-option -for-non-fusion-drive-equipped-macs
„"I've got a fever, and the only prescription is more cowbell!" - Bruce Dickinson“

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