iFixit zerlegt das iPhone 18 Pro – ein Blick auf das neue Innenleben (mit Video)


Seit Freitag ist das iPhone 18 Pro im Handel verfügbar, zudem erhielten vermutlich Millionen Nutzer ihr neues Smartphone per Post. Kaum ist die Auslieferung angelaufen, widmet sich iFixit wie üblich einem Projekt, das für normale Anwender nicht infrage kommt: das Gerät zu zerlegen und einen Blick auf das Innenleben zu werfen. Der ausführliche
Teardown liefert dabei nicht nur einen Blick auf die größeren Akkus und Apples neue Kühlung, sondern erstmals auch sehr detaillierte Aufnahmen der variablen Kamerablende.
Sechs winzige Lamellen für die variable BlendeBesonders viel Aufmerksamkeit widmet iFixit der neuen Hauptkamera. Die variable Blende besteht aus sechs überlappenden Lamellen aus einem Polymer-Verbundmaterial, kaum dicker als ein menschliches Haar. Über einen magnetischen Mechanismus verändert das System die Öffnung zwischen f/1,48 und f/4. Von der Präzisionsmechanik zeigt sich iFixit beeindruckt, deren Reparierbarkeit fällt allerdings erwartungsgemäß schlecht aus. Die Mini-Bauteile samt minimaler Toleranzen machten eine Reparatur des eigentlichen Blendenmechanismus praktisch unmöglich.
Neue Kühlung, kleinere Dynamic IslandApple hat den Aufbau des Logicboards deutlich verändert. Der A20 Pro sitzt an der Außenseite des zweilagigen Boards, während sich der Arbeitsspeicher daneben statt direkt darüber befindet. Dadurch entsteht ein kürzerer Weg zwischen Prozessor und Kühlsystem. Direkt am Chip liegt das Wärmeleitmaterial an, welches die Energie an die erheblich vergrößerte Vapor Chamber weitergibt. Apple spricht von der dreifachen Fläche im Vergleich zu vorher. Dies soll deutlich höhere "sustainable performance" des A20 Pro ermöglichen – also länger Vollgas, bevor es zu hitzebedingter Drosselung kommt.

Kühlfläche jetzt und zuvor
Der Teardown zeigt außerdem, wie Apple die Dynamic Island verkleinern konnte. Die Infrarotkamera des Face-ID-Systems sitzt unterhalb des Displays. Über ihr weist das OLED-Panel eine veränderte Pixelstruktur auf, durch welche Infrarotlicht hindurchtreten kann.
Öffnen und zerlegen wird schwierigerProblematisch verlief das Öffnen der Geräte. Bei drei der vier von iFixit zerlegten Modelle brach der weiße Kunststoffrahmen des Displays oder löste sich teilweise vom Panel. Das Display selbst blieb dabei jeweils funktionsfähig, der beschädigte Rahmen gehört jedoch fest zur gesamten Displayeinheit und kann die anschließende Abdichtung des Smartphones beeinträchtigen. Der NAND-Speicher sitzt zudem innerhalb des Logicboard-Sandwichs. Für entsprechende Reparaturen oder aufwendige Datenrettungsversuche – was vorher schon reichlich kompliziert war – ist nun noch einmal erheblich mehr Aufwand erforderlich.
Ergebnis: 7 von 10 PunktenInsgesamt vergibt iFixit 7 von 10 Punkten – das fast schon als Standardergebnis zu bezeichnende Resultat für iPhones. Positiv schlagen der verschraubte Akku, die modularen Kameras und Apples gute Unterstützung mit Ersatzteilen zu Buche. Negativ bewertet iFixit hingegen, dass für fast alle wichtigen Reparaturen zunächst das verklebte Display entfernt werden muss – mit hohem Risiko, dieses zu beschädigen. Auch der USB-C-Anschluss ist zwar als separates Bauteil ausgeführt, aufgrund des langen Flexkabels und zahlreicher darüberliegender Komponenten aber vergleichsweise aufwendig zu ersetzen.