Alexa bald auch auf dem iPhone - Siri unter Druck

Gemeinsam mit dem iPhone 4s führte Apple 2011 den digitalen Sprachassistenten Siri ein. Nach der anfänglichen Euphorie der Anwender wurden auch schnell die Probleme des Dienstes sichtbar. So funktionierte die Erkennung der Kommandos nicht immer zuverlässig. Außerdem war die Anzahl der möglichen Befehle relativ gering. Seither hat sich Siri immer wieder weiterentwickelt, wenn auch in eher langsamer Geschwindigkeit.

Amazons digitaler Sprachassistent Alexa wurde zwar erst Ende letzten Jahres in Deutschland veröffentlicht, macht aber einen guten Eindruck und entwickelt sich in rasanter Geschwindigkeit. So kommen durch das Skill-Programm täglich neue Möglichkeiten hinzu und die Spracherkennung funktioniert deutlich besser als bei Apples Siri. Zunächst konnte man Alexa nur über Amazons eigene Echo-Produkte nutzen. Jetzt hat der Konzern eine Sonderseite geschaltet und wirbt damit, dass der Sprachassistent in Kürze den Weg auf Apples iOS finden wird.


Die in die Amazon-App integrierte Alexa-Funktion wird all dies ermöglichen, was Anwender aktuell auch mit Amazons Echo-Produkten realisieren können. Nachteil bleibt allerdings, dass man zunächst die Amazon-App öffnen und den entsprechenden Alexa-Knopf drücken muss. Ein einfaches Kommando wie "Hey Siri!..." oder "Alexa..." reicht in diesem Fall also nicht aus. Weiter bieten die Echo-Lautsprecher den Vorteil der Fernfeld-Spracherkennung in Verbindung mit den 7 Mikrofonen. Dadurch lässt sich eine präzisere Spracherkennung als mit den iPhone-Mikrofonen realisieren.

Siri-Entwicklung unter Druck
Grundsätzlich ist dieser Schritt für alle Anwender von Vorteil. Wer gern Amazons Alexa nutzt, für den ist der Dienst künftig auch auf dem iPhone verfügbar. Siri-Freunde können von den entstehenden Druck und die neue Konkurrenz profitieren, weil Apples Sprachassistent jetzt schnell aufholen muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. Bereits mit iOS 10 konnte Apple zahlreiche Verbesserungen an Siri vornehmen. Mit den nächsten großen Betriebssystem-Versionen könnte sich dieser Trend verstärkt fortsetzen.

Wann Alexa in Deutschland auf iOS starten wird, lässt Amazon allerdings noch offen. Für amerikanische Anwender ist der Dienst bereits freigeschaltet und lässt sich ohne Einschränkungen nutzen.

Weiterführende Links:

Kommentare

iGod
iGod17.03.17 11:17
Nachteil bleibt allerdings, dass man zunächst die Amazon-App öffnen und den entsprechenden Alexa-Knopf drücken muss. Ein einfaches Kommando wie "Hey Siri!..." oder "Alexa..." reicht in diesem Fall also nicht aus.

Und genau deswegen sehe ich nicht unbedingt den großen Druck auf Siri. Vorteil von Siri und Co. ist es ja eigentlich, dass man das Gerät nicht immer in die Hand nehmen muss, wenn man schnell eine Information erfahren möchte ("Hey Siri..." reicht).
Wenn ich jetzt das iPhone in die Hand nehmen muss und eine App öffnen muss, dann kann ich im Prinzip auch gleich die passende App öffnen (bspw. Wetter).
Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!
+5
valcoholic
valcoholic17.03.17 11:21
Sehs auch so. Der einzige Grund, warum User überhaupt Siri nutzen ist, weils einfach integriert ist.
0
Siam17.03.17 11:25
Was ein Blödsinn das ist, für den Sprachassistenten eine Applikation zu öffnen.

Und der Datenkrake Google würde ich nie meine Stimme geben, auch MS und Amazon nicht.
+6
fleissbildchen17.03.17 11:28
Siam
Und der Datenkrake Google würde ich nie meine Stimme geben, auch MS und Amazon nicht.

Wie gut, dass Apple keine Datenkrake ist
-2
iGod
iGod17.03.17 11:30
fleissbildchen
Siam
Und der Datenkrake Google würde ich nie meine Stimme geben, auch MS und Amazon nicht.

Wie gut, dass Apple keine Datenkrake ist

Apple verkauft keine Daten an Dritte (das ist nicht Apples Geschäftsmodell), das ist der ganz große Unterschied.
Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!
+13
johnnybpunktone17.03.17 11:31
iGod
Und genau deswegen sehe ich nicht unbedingt den großen Druck auf Siri. Vorteil von Siri und Co. ist es ja eigentlich, dass man das Gerät nicht immer in die Hand nehmen muss, wenn man schnell eine Information erfahren möchte ("Hey Siri..." reicht).
Wenn ich jetzt das iPhone in die Hand nehmen muss und eine App öffnen muss, dann kann ich im Prinzip auch gleich die passende App öffnen (bspw. Wetter).

Hmm, wenn’s allerdings effizienter sein sollte, die Alexa App zu öffnen und ne Antwort zu bekommen, als „Hey Siri“ zu rufen und keine zu bekommen, hat sich die App schon gelohnt
Abgesehen davon ist es natürlich hauptsächlich Werbung für Alexa/Echo um Leute von der Qualität der eigenen Lösung zu überzeugen...
+3
kalel
kalel17.03.17 11:32
Siri ist teilweise ganz nett, teilweise aber so grottig schlecht und unterentwickelt... Das apple da nicht endlich mal die Beine in die Hand nimmt, verstehe ich nicht. ZB steigt Siri komplett aus, wenn man ihr etwas ansagt was deutsche und englische Wörter enthält. Das geht GAR NICHT.
+12
Black Mac
Black Mac17.03.17 11:37
Unterdessen verwende ich Siri überhaupt nicht mehr – nicht einmal, um einen Timer zu setzen. Manuell geht es meistens schneller, weil ohne Missverständnisse. Und ausserdem fühle ich mich nicht mehr wie ein Idiot, wenn ich es entgegen meinen Erfahrungen wieder einmal versuche und prompt scheitere. Siri ist ein Trauerspiel und wird mit der Zeit eher schlechter als besser.
P.S.: Apple kann keine Dienste.
+3
bmonno17.03.17 11:38
iGod
fleissbildchen
Siam
Und der Datenkrake Google würde ich nie meine Stimme geben, auch MS und Amazon nicht.

Wie gut, dass Apple keine Datenkrake ist

Apple verkauft keine Daten an Dritte (das ist nicht Apples Geschäftsmodell), das ist der ganz große Unterschied.

Wie ich es verstehe, verkauft Google auch keine Daten an Dritte, sondern verdient mit dem Wissen um diese Daten Geld durch speziell platzierte Werbung, ... Der Verkauf von Daten würde dieses Geschäftsmodell gefährden, also sind die Daten bei Google vielleicht sicherer als bei Apple. Bei denen weiß man nie, was sie in Renditenot so alles anstellen ...
+2
zacwinter17.03.17 11:41
Sobald die Alexa- App verfügbar ist, werde ich sie laden und ausgiebig testen. Sicher wird die Erkennung bei Nebengeräuschen nicht zuverlässig sein, wie beim Echo. Denn beim Echo sind bis zu 7 Mikrofone verbaut, wodurch Nebengeräusche effektiver erkannt und ausgeblendet werden können.

Natürlich kann Alexa nicht so integriert sein, wie Siri. Aber vielleicht hebt sich das mit den verfügbaren Skills auf. Dadurch ist Alexa wesentlich flexibler als Siri.

Bzgl. Datenschutz:
Das ist jedem selbst überlassen. Ich bin dem eher aufgeschlossen, fühle mich dennoch bei Apple am sichersten. Letztlich kommt es auch darauf an, wie die Daten auf den Servern gespeichert werden. Wenn die Sprachnachrichten eindeutig mit dem registrierten Amazon- Account gespeichert wird, kann es haarig werden...
+2
Black Mac
Black Mac17.03.17 11:41
bmonno
Wie ich es verstehe, verkauft Google auch keine Daten an Dritte, sondern verdient mit dem Wissen um diese Daten Geld durch speziell platzierte Werbung

Genau so ist es. Aber in dieser Hinsicht sind einige Leute lernresistent und plappern ihr Unwissen bei jeder Gelegenheit in die Welt hinaus. iGod etwa, um ein Beispiel zu nennen.
P.S.: Apple kann keine Dienste.
+2
Moogulator
Moogulator17.03.17 12:28
Siri versteht auch viele Dinge leider nicht - besonders Wechsel von Sprachen und die Formulierung muss sehr genau die sein, die Apple sich denkt. Und die Sache mit einem Dauerhörenden im Zimmmer vs. einer der nur zuhört, wenn man einen Knopf drückt ist auch eine Sache, die einigen sicher etwas bedeutet.

Da zählt eher das allgemeine Denken über solche Geräte.
Das andere ist schlicht das Gefühl, dass manches nicht verstanden wird, so stellen die meisten nur noch ihre Wecker mit Siri. Ich würde es auch mehr nutzen, wenn es etwas besser wäre - bei anrufen hätte ich schon Angst, dass die falsche Person gewählt wird. Passiert ja.

Muss also besser werden. Und praktischer. Und dafür ist das sinnvoll, dass es Konkurrenz gibt.
Ich habe eine MACadresse!
+5
JoMac
JoMac17.03.17 13:14
MTN
Siri-Entwicklung unter Druck
Welcher Druck? Wegen Alexa? Damit Apple Druck verspürt muss wesentlich mehr geschehen. Siri vegetiert weiter nur dahin. Deswegen habe ich die Dame bei mir schon längst deaktiviert.
kalel
ZB steigt Siri komplett aus, wenn man ihr etwas ansagt was deutsche und englische Wörter enthält. Das geht GAR NICHT.
So ist es. Schade, wie Apple Siri angepriesen hat und seitdem "spürbar" keine große Entwicklung geschehen ist. Aber vielleicht ist Hauptzielgruppe auch eher der Ami, der nach Sportergebnissen fragt.
+3
marcel15117.03.17 18:23
kalel

Wie zum Beispiel bei Songs. Im Auto ist das sehr praktisch, klappt aber nur bei Songs in der von Siri eingestellten Sprache - geht gar nicht.
0
Siam17.03.17 21:16
Black Mac
bmonno
Wie ich es verstehe, verkauft Google auch keine Daten an Dritte, sondern verdient mit dem Wissen um diese Daten Geld durch speziell platzierte Werbung

Genau so ist es. Aber in dieser Hinsicht sind einige Leute lernresistent und plappern ihr Unwissen bei jeder Gelegenheit in die Welt hinaus. iGod etwa, um ein Beispiel zu nennen.

Google ist der einflussreichste IT-Konzern der Welt mit einen Netzwerk an Unterfirmen in jedem Bereich, die teilweise ebenso marktbeherrschende Stellung wie die Suchmaschine haben.

Das Wissen über diese Informationen und Zusammenführen jener macht Google problematisch. Apple ist nicht da nicht vergleichbar. Und das Kerngeschäft von Google ist Werbung, aber nicht nur.
+1
tommy-lg18.03.17 09:02
Siam

Das Öffnen von Alexa auf dem iPhone sehe ich nicht als Problem an. Zu was ist denn Siri da? Dann ruft halt die kleine Schwester, die große Schwester und gut ist.
"Siri öffne Alexa° ... fertig
Wer Lesen kann, ist klar im Vorteil. :-)
+3
JoMac
JoMac18.03.17 10:59
tommy-lg
"Siri öffne Alexa° ... fertig
Sehr gut.
Im Sinne von "Alexa, frag mal Siri wie morgen das Wetter wird."
+2
MOTIVHIMMEL
MOTIVHIMMEL18.03.17 12:34
Mich hat Alexa bisher noch nicht wirklich überzeugen können im Alltag, denn im Gegensatz zu Siri will Alexa ziemlich genau wissen, was du tun willst. Sprichst du den Befehl falsch aus, kapituliert Alexa und antwortet salopp... "Das habe ich nicht verstanden". Das ist vor allem bei der Heimautomation recht anstrengend. Beispiel anhand von Philips Hue: Um alle HUE Lampen in meiner Wohnung aus zu schalten, kann ich bei Siri sagen "Schalte alle Lichter aus" oder auch "Schalte alle Lampen aus". Siri versteht diesen Befehl und folgt der Anweisung, wohingegen Alexa diesen Befehl nicht kennt. Ich musste in Alexa erst eine eigene Gruppe anlegen, die ich anfangs "Alle Lampen aus" genannt habe. Ab dem Zeitpunkt hat Alexa mein Befehl verstanden, wenn ich von Lampen geredet habe. Nutzte ich hingegen das Wort "Licht", war Alexa schon wieder überfordert. Somit legte ich dann also eine zweite Gruppe manuell an.

Besonders intelligent ist das also nicht. Und die so oft gelobte Lernfähigkeit mittels Skills und "täglich neue"... Die Skills die ich in Deutschland so zu sehen bekomme, sind derzeit noch ein Trauerspiel. Großes Manko ist auch, dass Alexa nicht einmal das eigene Amazon-Universum nahtlos verzahnt und da war Apple oftmals schlauer. Warum kann ich mittels Alexa z.B. keine Befehle an die FireTV senden? Eine super Brücke wäre da alternativ die Verwendung von dem Logitech Harmony Hub, doch die App existiert nur in den USA und kann in Deutschland nicht geladen werden (warum auch immer).

Somit ist mein Fazit, dass der Echo deutlich mehr zu lernen hat, als Siri. Und eine Schnittstelle zur Apple-Welt sucht man bei Echo natürlich (und erwartungsgemäß) vergeblich. So ist das am Ende wie mit dem Empfang von Paketen... Man weiß nie, von welchem Anbieter man was bekommen wird und muss sich selbst darum kümmern, dass alles reibungslos funktioniert. Am Ende ist der Gang zum Lichtschalter wohl der schnellere als die richtige Formulierung zu finden, damit meine Sprachassistenten das Licht aus oder an schalten
+2

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.

OK MacTechNews.de verwendet Cookies unter anderem für personalisierte Inhalte, Seitenanalyse und bei der Auslieferung von Google-Anzeigen. Dies war zwar schon immer so, auf Wunsch der EU muss nun jedoch explizit darauf hingewiesen werden. Durch Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen