Unruhen in Frankreich: zwei Apple Stores ramponiert und ausgeraubt


Am Wochenende fanden in vielen Städten Frankreichs Proteste gegen die Politik der Regierung statt. Abends und in der Nacht folgen den friedlichen Demonstrationen gewaltvolle Auseinandersetzungen mit der Polizei, Brandstiftungen und Plünderungen. Unter den betroffenen Geschäften finden sich auch zwei Apple Stores: Sowohl die Filiale in Bordeaux als auch der Apple Store Lille wurden aufgebrochen, die ausgestellten iPhones, iPads und Macs gestohlen. Die Aufräumarbeiten und Reparaturen sorgen dafür, dass der Apple Store in Lille bis einschließlich Dienstag geschlossen bleibt.
In Bordeaux stürmten Menschen ein Regierungsgebäude und verwüsteten es. Doch auch zahlreiche Markengeschäfte in der Innenstadt wurden Opfer von Plünderern. In einem
Video lässt sich beobachten, wie Dutzende schwarz gekleidete Menschen durch den Apple Store rennen. Dabei verschwinden allmählich sämtliche Vorführgeräte von den hölzernen Tischen. Laut Le Parisien waren auch andere Geschäfte
betroffen, darunter Decathlon, Louis Vuitton und Intersport.
Starke Schäden in LilleDer Apple Store in Lille wurde stärker in Mitleidenschaft gezogen – die meisten der großen Fensterscheiben gingen zu Bruch. Vor dem Geschäft hatte sich eine große Traube offenbar junger Menschen versammelt. Viele filmten das Geschehen. Die Eingangstüren sind nach kurzer Zeit offen, Menschen strömen herein und wieder heraus – teilweise mit einem Smartphone in der Hand, an dem noch das Kabel der Diebstahlsicherung baumelt. Skurriller Höhepunkt einer
Video-Dokumentation stellt ein Mann dar, der mit einem iMac in der Hand auf einem E-Scooter davonfährt. Das Geschäft erwies sich als dermaßen ramponiert, dass es frühestens
am Mittwoch für Kunden seine Türen öffnen kann. Der Apple Store in Bordeaux verkürzte die heutigen Öffnungszeiten auf 14:00 bis 18:00, will aber morgen wieder regulär öffnen.
Plünderer stürmten den Apple Store in Lille. (Quelle:
La Voix du Nord/YouTube)
Wertlose BeuteDie Plünderer werden wahrscheinlich kaum Freude an den gestohlenen Geräten haben. Höchstwahrscheinlich sind sie über das unternehmenseigene Lokalisierungsnetzwerk „Wo ist“ angeschlossen. Darüber lassen sich Geräte aus der Ferne deaktivieren, löschen und orten, sobald sie Kontakt zum Netz aufnehmen. Auf diese Weise erleichtern die Diebe der Polizei möglicherweise sogar ungewollt die Ermittlungen.