Verkaufsstart des iPhone Duo: Apple machte laut Gurman "schweren Fehler"


Das erste Verkaufswochenende zeigt, dass sich Apple beim iPhone Duo nicht um ausbleibende Nachfrage sorgen muss. Beim Begriff "Wochenende" ist zudem eine deutliche Einschränkung erforderlich, denn die Vorbestellphase mit halbwegs zeitnahen Lieferterminen war bereits wenige Minuten nach dem Startschuss vorbei – und eine halbe Stunde später sprach Apple schon von Ende Januar. Mark Gurman übt in seinem
Newsletter nun Kritik an Apples Vorgehen. Das Unternehmen habe einen "schweren Fehler" begangen, denn die massiven Lieferprobleme seien keineswegs überraschend gekommen. Apple wusste genau, wie niedrig die Produktionszahlen waren, wollte den Verkaufsstart aber wohl so früh wie möglich im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs unterbringen, gibt der Bloomberg-Journalist an.
Aus US-Start wurde internationale EinführungDabei soll Apple angeblich zunächst einen ganz anderen Plan ins Auge gefasst haben. Demnach war vorgesehen, das iPhone Duo zunächst ausschließlich in den USA und China anzubieten und weitere Länder erst später zu bedienen. Stattdessen entschied sich das Unternehmen für einen wesentlich umfangreicheren Verkaufsstart. Offiziell nennt Apple mehr als 63 Länder für die erste Runde, weitere 28 sollen ab dem 30. Oktober folgen. Die ohnehin ziemlich knappen Bestände müssen somit auf weltweite Märkte verteilt werden, was die Situation nicht unbedingt verbessert.
Kaum Chancen für LaufkundschaftGerade besonders interessierte Kunden, die das Gerät unbedingt frühzeitig erwerben wollten, würden dadurch enttäuscht, kritisiert Gurman. Mitarbeiter der Apple Stores seien zudem angewiesen, Kunden ohne Vorbestellung von einem spontanen Besuch abzuraten. Demnach ist damit zu rechnen, dass für Laufkundschaft praktisch keine Geräte zur Verfügung gestellt werden können. Apple selbst verweist gegenüber der
Financial Times auf "außergewöhnlich hohe Nachfrage" und versichert, an einer möglichst schnellen Belieferung der Kunden zu arbeiten.
Marketingwirkung kann aber positiv seinIn der Vergangenheit hatte Apple immer wieder betont, Lieferverzögerungen als schädlich anzusehen und nicht mit künstlicher Verknappung dafür zu sorgen, mehr Interesse zu schüren. Gerade bei einem ganz neuen Gerät kann ein solcher Start aus Marketingsicht trotzdem positiv sein – und das iPhone Duo noch begehrenswerter erscheinen lassen. Ob es daher wirklich so ein "schwerer Fehler" war, wie Gurman angibt, ist keinesfalls sicher. Natürlich hätte Apple wohl gern direkt in dieser Woche viele Millionen Geräte ausgeliefert, wenngleich es von vornherein klar war, dass derlei Produktionszahlen nicht möglich sind. Noch Wochen bis Monate mit dem Verkaufsstart zu warten, wäre gleichermaßen riskant.