
Vor genau zehn Jahren, am 23. Oktober 1999,
gab Apple das letzte große Update des klassischen Mac OS frei. Zu den großen Neuerungen von Mac OS 9 zählte das automatische Softwareupdate, mehrere Benutzeraccounts sowie der Schlüsselbund für gespeicherte Passwörter. Angesichts des Internet-Booms Ende der 90er Jahre, vermarktete Apple Mac OS 9 als "Best Internet OS ever", wenngleich mal Microsoft zugestehen musste, in einigen Bereichen früher auf diesen Zug aufgesprungen zu sein. Zwar brachte der Schritt von Mac OS 8 auf 9 viele Verbesserungen mit sich, der Sprung war aber nicht so gewaltig wie von OS 9 auf OS X. Da OS X in den ersten Jahren seit der Markteinführung von vielen Benutzern noch skeptisch beäugt wurde, dauerte es einige Zeit, bis OS X OS 9 von der Mehrzahl der Macs verdrängen konnte.
Apple lieferte für Mac OS 9 noch zwei Jahre lang Updates, das letzte erfolgte mit 9.2.2 im Dezember 2001. Etwas mehr als ein Jahr nach jenem Update für OS 9 erschien bereits der erste Mac, der nicht mehr unter OS 9 booten konnte. Im Juni 2002 hatte Steve Jobs bereits OS 9 symbolisch zu Grabe getragen. Auf der damaligen Keynote wurde ein Sarg auf die Bühne verfrachtet, in dem eine OS9-Packung lag. Steve Jobs hielt die Totenrede für OS 9 um dann anzukündigen, in Zukunft alle Kraft in OS X zu stecken und sich komplett von OS 9 zu verabschieden. Der letzte Mac mit OS-9-Boot wurde bis Mitte 2004 verkauft.
Lediglich über die Classic-Umgebung konnten auf den neuen Macs noch Programme für OS 9 ausgeführt werden, mit den Intel-Macs bzw. mit 10.5 Leopard wurde dann aber auch Classic zu Geschichte.
(fen)