
Nach rund zwei Jahren Entwicklungsarbeit ist die freie Windows-Laufzeitumgebung Wine nun in der stabilen Version 1.2 erschienen. Mit Wine lassen sich zahlreiche Windows-Programme innerhalb anderer Betriebssysteme wie Linux oder Mac OS X nutzen. Anders als bei Virtualisierungslösungen von Parallels und VMware ist dafür keine Windows-Installation erforderlich. Allerdings setzt auch Wine für die meisten Windows-Programme einen Intel-kompatiblen Prozessor voraus. Zwar lässt sich Wine auch mit anderen Prozessoren verwenden, doch muss in so einem Fall auch jedes Windows-Programm die andere Prozessor-Architektur unterstützen.
Mit der neuen Version 1.2 wurden insgesamt 23.000 Änderungen durchgeführt, wobei die U
nterstützung von 64-Bit-Anwendungen zu den größten Neuerungen zählen dürfte. Darüber hinaus wurde auch die Benutzeroberfläche verbessert sowie mehr als 3.000 Fehler behoben. Unter anderem werden nun symbolische Verknüpfungen in der Windows-Registry unterstützt und 16-Bit-Unterstützung nur noch bei Bedarf geladen. Zudem werden unter Mac OS X die Unterstützung für DVDs, Joysticks und MP3s ausgebaut. Wine 1.2 benötigt einen Mac mit Intel-Prozessor und ist momentan offiziell nur im Quelltext verfügbar. Allerdings dürfte Mike Kronenberg in Kürze ein passende Mac-Version unter dem Namen WineBottler anbieten. Alternativ ist Wine in einer ausgebauten Version auch als kostenpflichtige CrossOver Software von CodeWeavers erhältlich. Inklusive einem Jahr Support kostet CrossOver 37 Euro.
(sb)