US-Bundesstaaten sollen keine Hintertüren in iPhones erzwingen dürfen

Mit einem überparteilichen Gesetzentwurf wollen Abgeordnete des US-Repräsentatenhauses verhindern, dass einzelne Bundesstaaten in den USA die Datensicherheit von Smartphones beschneiden. Der Antrag ist eine direkte Reaktion auf Gesetzentwürfe aus Kalifornien und New York, die Smartphone-Hersteller wie Apple zwingen würden, nur Geräte mit Hintertüren in der Datenverschlüsselung zu verkaufen.

ENCRYPT Act
Der Demokrat Ted Lieu und der Republikaner Blake Farenthold haben den »ENCRYPT Act« vor das Parlament getragen. Dieser Schritt markiert einen neuen Höhepunkt in der hitzigen Diskussion in den USA, wo die Grenze zwischen Datensicherheit und nationaler Sicherheit gezogen werden soll. Laut dem Entwurf dürften Einzelstaaten keinen „Hersteller, Entwickler, Verkäufer oder Anbieter“ zwingen, die Sicherheit eines Produktes zu verändern oder auf eine bestimmte Art zu gestalten, sodass Behörden sie dechiffrieren können.


Reaktion auf New York und Kalifornien
Als Begründung führt Lieu auch rein logistische Aspekte an. „Apple kann nicht andere Smartphones für Kalifornien und New York entwickeln als für den Rest“, sagte er. Der Abgeordnete aus Kalifornien gab bereitwillig zu, dass die Initiative als direkte Reaktion auf den Antrag seines Parteifreundes Jim Cooper im kalifornischen Parlament gedacht ist. Dieser hatte Ende Januar Hintertüren für alle in dem westlichen US-Staat verkauften Smartphones gefordert. Kurz zuvor hatte der Demokrat Matt Titone einen ähnlichen Antrag im Parlament von New York gestellt.

Aussichten des Gesetzes
Der verschlüsselungsfreundliche Antrag im Repräsentantenhaus ist zwar überparteilich, dennoch lässt sich kaum abschätzen, wie die Mehrheitsverhältnisse bei einer Abstimmung sein werden. Viele Abgeordnete aus beiden Parteien neigen zu der Ansicht, dass vollverschlüsselte Smartphones auch Terroristen beim ungestörten Vorbereiten von Anschlägen dienen können. Auf diesen Punkt weist insbesondere FBI-Chef James Comey immer wieder hin. Apples iPhones sind seit iOS 8 auf eine Art verschlüsselt, die auch Apple selbst nicht durchbrechen zu können angibt. Tim Cook legt bei seinen Auftritten regelmäßig Wert auf diese Tatsache und wirbt auch bei US-amerikanischen Politikern gegen erzwungene Hintertüren in iPhones.

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Kommentare

BWeigelt11.02.16 13:06
Ich bin der Meinung das man einfach in diesen Staaten mal ein paar Wochen keine Handys verkaufen sollte die es betrifft. Meistens haben dann die Leute garnicht mehr so viel Lust auf das tolle Gesetz wenn Sie das neuste xyz-Smartphone nicht haben können und überlegen sich das ganze nochmal 😃
Alex.S
Alex.S11.02.16 13:46
Hier ist das problem viele werden und beschweren sich das der Staat egal welches (ja auch Deutschland gehört dazu) Zugang auf bestimmte Daten haben können. Die Gründe können wo anders diskutiert werden.
Aber die gleiche person werden sich auch beschweren wenn ein Unglück passiert, was, sich auch verhinderten werden konnte wenn sie auf bestimmte Daten vorher zugriff hätten.
Not so good in German but I do know English and Spanish fluently. Warum ich es mit dem Deutsch überhaupt versuche? Weil ich in Deutschland arbeite! Lechón >:-]
C.Brehmen
C.Brehmen11.02.16 13:58
Es gibt einfach gewisse Umstände da sollte dies auf jedenfalls erlaubt sein. Ich will nicht wissen was los ist wenn der erste Mord / Terroranschlag aufgrund dessen hätte verhindert werden können und in den Medien heißt es dann, ja weil die Regierung nicht an das Handy durfte...

Natürlich ist es immer wieder schwer zu beurteilen wo darf man und wo nicht, und wer entscheidet das?
Paddy2590
Paddy259011.02.16 14:18
C.Brehmen
Es gibt einfach gewisse Umstände da sollte dies auf jedenfalls erlaubt sein. Ich will nicht wissen was los ist wenn der erste Mord / Terroranschlag aufgrund dessen hätte verhindert werden können und in den Medien heißt es dann, ja weil die Regierung nicht an das Handy durfte...

Natürlich ist es immer wieder schwer zu beurteilen wo darf man und wo nicht, und wer entscheidet das?

Wenn eine Hintertür eingebaut ist, kann sie immer genutzt werden, und nicht nur von Regierungen, sondern auch von allen anderen, die an die Daten wollen...

Ich bin da sehr Tim Cooks Meinung. Wirklichen Schutz gibt es nur, wenn niemand an die Daten kommen kann...

Natürlich mag es sein, dass dadurch bestimmte Dinge nicht aufgeklärt oder verhindert werden können, aber das ist immer der Preis für persönliche Freiheit.
PaulMuadDib11.02.16 14:56
C.Brehmen
Es gibt einfach gewisse Umstände da sollte dies auf jedenfalls erlaubt sein. Ich will nicht wissen was los ist wenn der erste Mord / Terroranschlag aufgrund dessen hätte verhindert werden können und in den Medien heißt es dann, ja weil die Regierung nicht an das Handy durfte...

Natürlich ist es immer wieder schwer zu beurteilen wo darf man und wo nicht, und wer entscheidet das?
Das ist eine Nebelkerzen-Argumentation. Die "Bösen Buben" würden einfach auf anderes Handy oder Technik setzen.
StefanE
StefanE11.02.16 15:01
PaulMuadDib
Das ist eine Nebelkerzen-Argumentation. Die "Bösen Buben" würden einfach auf anderes Handy oder Technik setzen.

Bringt nur nichts, wenn jedes Smartphone die Hintertür zwangsweise erhält. Einzig alte Tastenhandys wären dann noch eine Option - sind dann aber in der jetzigen Zeit etwas wenig zielführend.
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
haschuk11.02.16 15:44
StefanE
PaulMuadDib
Das ist eine Nebelkerzen-Argumentation. Die "Bösen Buben" würden einfach auf anderes Handy oder Technik setzen.

Bringt nur nichts, wenn jedes Smartphone die Hintertür zwangsweise erhält. Einzig alte Tastenhandys wären dann noch eine Option - sind dann aber in der jetzigen Zeit etwas wenig zielführend.

Wir sind uns "einig", dass dies für Stangenware gilt. Wir sind uns auch einig, das die Böse-Buben-Fraktion IT-technisch keine Hinterwäldler sind. Wir sind uns einig, dass es IMMER Geräte mit Custom-ROMs, offenen System oder Breaks geben wird (wer zwingt die Jungs Geräte ind USA oder Europa zu kaufen und nicht in Indien oder auf den Philippinen, wo keine Hintertürpflicht herrscht).

Dann sind wir uns einig, dass der erste Teil Deines Satz keinen Bezug zur Realität haben wird.
StefanE
StefanE11.02.16 15:55
haschuk
StefanE
PaulMuadDib
Das ist eine Nebelkerzen-Argumentation. Die "Bösen Buben" würden einfach auf anderes Handy oder Technik setzen.

Bringt nur nichts, wenn jedes Smartphone die Hintertür zwangsweise erhält. Einzig alte Tastenhandys wären dann noch eine Option - sind dann aber in der jetzigen Zeit etwas wenig zielführend.

Wir sind uns "einig", dass dies für Stangenware gilt. Wir sind uns auch einig, das die Böse-Buben-Fraktion IT-technisch keine Hinterwäldler sind. Wir sind uns einig, dass es IMMER Geräte mit Custom-ROMs, offenen System oder Breaks geben wird (wer zwingt die Jungs Geräte ind USA oder Europa zu kaufen und nicht in Indien oder auf den Philippinen, wo keine Hintertürpflicht herrscht).

Dann sind wir uns einig, dass der erste Teil Deines Satz keinen Bezug zur Realität haben wird.

Stimme dir zu - nur gehe ich davon aus, dass weder Google, noch Apple oder der ganze Rest sich die Mühe machen wird für jedes Land ein eigenes Betriebssystem zu programmieren. Daher werden hier die Länder ohne Hintertürpflicht die Hintertür auch erhalten.
Dann sind Custom-ROMs und weiteres sind noch eine Option, jedoch werden bekanntere und beliebtere auch das Hintertürchen haben.
Dass hier extra das System von den "Bösen-Buben" abgeändert wird halte ich etwas fragwürdig. Nur die wirklich großen Verbindungen werden das bewerkstelligen. Die könnten dann aber auch gleich aus Ersatzteilen ihr eigenes Smartphone basteln
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!
MikeMuc11.02.16 16:15
Wie wäre es mit einem TSR Vorhängeschloss (wie bei den Koffern) für Handies Das in Verbindung mit TouchID wobei das TSR den Button "überschreibt". Das ist es wohl was di Amis Liebenden hätten...
MikeMuc11.02.16 16:17
MikeMuc
Wie wäre es mit einem TSR Vorhängeschloss (wie bei den Koffern) für Handies Das in Verbindung mit TouchID wobei das TSR den Button "überschreibt". Das ist es wohl was die Amis liebend gern hätten...
joerchtee11.02.16 19:53
Dann sollten DIE erstmal ihr beschi*****es Waffengesetz korrigieren, mit nem Telefon wurde noch niemand umgebracht



Colt tragen: unbedingt - erlaubt
Flasche flens inna Stadt trinken - verboten

*Blödmänner
Oceanbeat
Oceanbeat11.02.16 20:13
Angesichts von 30.000 Schußwaffenopfern in den USA per Anno, fällt es doch kaum ins Gewicht, wenn ein paar Terroristen durchs Raster rutschen...
Nierentische waren auch mal Science-Fiction...
Sindbad11.02.16 21:28
"Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren."
Benjamin Franklin

Mit einem allgemeinen "wegen der Sicherheit" werden bei uns wesentliche Freiheiten abgeschafft.
Die "Begründungen" werden oft nur einfach so behauptet.
(Lest mal, was zum 500 €-Schein und der 5000€ Grenze als "Begründung" genannt wird - hanebüchen).

Ich habe mir vor kurzem eine neue EU-Direktive näher angesehen:
Die vorgeschlagenen Inhalte waren absolut ungeeignet, um die vorgeblichen "Ziele" auch nur geringfügig zu tangieren!
Es war ein durch Ideologie getriebenes "Ich wünsche mir was ...".

Tim Cook hat recht: Keinen pauschalen Zugriff der Behörden auf alles !
Am Ende kann/darf der Staat alles und der Bürger ist nur noch Untertan.
Bin mal gespannt, wo wir landen...
Alex.S
Alex.S12.02.16 12:06
Sindbad
"Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren."
Benjamin Franklin

Schöner Spruch was auch falsch zu Franklin zugeschrieben wurde.
Aber gilt dieser Zitat damals für die Zeit wo die Region das Volk entwaffnen wollten?
Was heute nun ja...
Not so good in German but I do know English and Spanish fluently. Warum ich es mit dem Deutsch überhaupt versuche? Weil ich in Deutschland arbeite! Lechón >:-]
UBahn
UBahn15.02.16 07:38
Sorry, aber Hintertüren sind Bullshit.
Die Argumentation "xx verhindern" ebenso.
Die geneigten Personen werden sich andere Wege suchen. Das muss klar sein.
Dementsprechend wird das eine Untergrabung der Persönlichkeitsrechte des Einzelnen sein.
Ich lasse meine Haustür auch nicht offen oder einen Generalschlüssel bei der Polizei.

Es kann nicht sein, dass der unbescholtene Bürger bei jeden dumpfsinnigen Anschlag oder Aufschrei seine eigenen Rechte sich weiter beschneiden lässt. Das löst das Problem mitnichten.
Wo kommen wir denn da hin?
ckingpin
ckingpin17.02.16 13:56
Eijeijei, Big Brother is watching you. Kontrolle, Kontrolle und nochmals Kontrolle, dabei musste die NSA selber zugeben, dass sie mit den ihnen zur Verfügung gestellten Daten keine Anschlag verhindern haben - weil einfach zu viele Daten sinnlos abgesogen wurden
Die "richtigen" Terroristen bedienen sich der chinesichen Billighandies ohne IMEI Adresse und gut ist. Wie oben bereits geschrieben, es gibt nicht absolute Sicherheit und solange die "Geheimdienste" nicht sagen, was sie mit den ganzen Daten wollen, sollten sie zunächst mal die Hände davon lassen

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