Dienstag, 28. August 2012

Für den ehemaligen Retail-Chef Ron Johnson galt es als Maxime, die Kundenzufriedenheit in den Apple Stores über die höchstmögliche Rentabilität zu stellen. Die jüngst verkündeten, dann jedoch widerrufenen Personaleinsparungen wurden von Beobachtern bereits als Zeichen gesehen, dass Apple Kosten drücken und den Fokus auf höhere Gewinne setzen will. In einem neuen Bericht heißt es jetzt, dass sich Johnson gegen Tim Cooks und Peter Oppenheimers Pläne wehrte, mit den Stores möglichst viel Gewinn zu machen anstatt sich primär auf Kundenzufriedenheit zu konzentrieren. Ohne die Unterstützung von Steve Jobs, der ebenfalls keine Verkaufsmaschinerie in den Stores wollte sondern die Stores als Ort ansah, Kunden an Apple zu binden und ein großartiges Einkaufserlebnis zu bieten, war die zuvor aktuelle Politik aber nicht mehr durchzuführen. So heißt es, Tim Cook habe starken Druck auf Ron Johnson ausgeübt, höhere Verkaufszahlen zu erzielen. Der neue Retail-Chef John Browett setzt die Strategieänderung nun konsequent durch.


Bild von data.mactechnews.de
Einige Einsparungsmaßnahmen beim Personal bleiben erhalten, Apple reduziert die Anzahl der Seminare, lässt weniger Überstunden zu und misst nun den Verkaufserfolg der Angestellten in den Apple Stores. Außerdem werden die Mitarbeiter dazu angehalten, Kunden möglichst noch weitere Zubehörartikel zu verkaufen - ebenfalls unter genauer Erfassung der Leistung der einzelnen Mitarbeiter. Weitere Kostensenkungen stehen bei der Wartung in den Stores an, fortan gibt es dazu weniger Budget. Insgesamt ist damit sehr deutlich zu sehen, dass in einigen Bereichen eine Abkehr von der früheren Philosophie der Apple Stores stattfindet.

Ein Grund, warum Jobs und Johnson sich dagegen aussprachen, die Mitarbeiter zu höchstmöglichem Verkaufserfolgt anzuhalten war, dass Kunden so möglicherweise Produkte aufgeschwatzt bekommen, die sie eigentlich gar nicht benötigen. Stattdessen sollte jeder Apple-Kunde die für ihn perfekte Lösung erhalten. Mit Maßnahmen zur Steigerung der Verkaufsaktivität wird zwar der Umsatz in den Stores erst einmal steigern; ob dies allerdings dazu führt, dass die Apple Stores weiterhin den bislang hervorragenden Ruf genießen, muss sich erst noch zeigen.
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