Donnerstag, 3. Januar 2013

Nach der Mozilla Foundation hat nun mit Canonical ein weiterer Open-Source-Entwickler ein Linux-basiertes Smartphone-System vorgestellt. Während die Mozilla Foundation beim Firefox OS auf HTML5-basierte Apps setzt, kommen bei Canonical auch Hardware-optimierte Apps auf Grundlage des hauseigenen Ubuntu Linux zum Einsatz. Ein passendes SDK (Software Development Kit) soll die Entwicklung für Smartphones mit Ubuntu Linux vereinfachen. Für Smartphone-Hersteller dürften zudem die einfachen Möglichkeiten zur Individualisierung interessant sein.

Ausgestattet mit einem speziellen Multitouch-Layout wird sich Ubuntu Linux auf Smartphones hauptsächlich mit Gesten bedienen lassen. Sobald Display, Maus und Tastatur angeschlossen werden, kann aber auf leistungsfähigen Geräten auch der klassische Desktop von Ubuntu Linux verwendet werden. Ubuntu Linux unterstützt sowohl ARM als auch X86-Prozessoren und ist damit grundsätzlich zu allen aktuellen Smartphones kompatibel. Inwieweit Hardware-Hersteller auf Ubuntu Linux setzen werden, ist momentan unklar. Voraussichtlich 2014 kann mit ersten Ubuntu-Smartphones gerechnet werden.

Canonical kann mit Ubuntu Linux auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Nachdem Mark Shuttleworth das Sicherheitsunternehmen Thawte für mehr als 500 Millionen US-Dollar an Verisign verkauft hatte, gründete er 2004 schließlich Canonical und damit die Entwicklung von Ubuntu Linux, welches bislang für PCs, Server und TV-Geräte erhältlich ist. Die Unterstützung von Smartphones und Tablets soll nun folgen. Computer mit Ubuntu Linux werden momentan von Asus, Dell, HP und Lenovo angeboten. Im kommenden Jahr werden laut Canonical voraussichtlich 10 Prozent aller ausgelieferten PCs mit Ubuntu Linux ausgestattet sein.

Für Apple und Google besteht momentan keine Gefahr, dominieren beide Unternehmen mit iOS und Android doch klar den Smartphone-Markt. Sowohl RIM mit BlackBerry 10 als auch Microsoft mit Windows Phone können momentan kaum Marktanteile gewinnen und bisherigen Linux-basierten Smartphone-Lösungen wie MeeGo und WebOS mangelte es an Akzeptanz. Ob sich dies mit Firefox OS oder nun Ubuntu Linux signifikant ändern wird, ist ungewiss. Zumindest Mozilla kann bei Firefox OS auf Unterstützung durch Adobe, Qualcomm, Telefonica und Telekom bauen.
0
0
13

Kommentare

nopeecee
nopeecee03.01.13 12:26
gefällt mir
Auch in Foren kann man höflich miteinander umgehen
Tago03.01.13 12:39
Was mir gefällt ist, dass es ein SDK gibt und dadurch auch native App generieret werden.
Macht so erstmal einen guten Eindruck. Das Info-Rad in der Mitte ist mal eine gute Idee, weiß nur nicht ob das die nötige Übersicht / Informationstiefe gibt.
Was mir nicht gefällt ist die Anordnung der Apps - nur eine Seitenleiste zu nutzen scheint mir doch sehr wenig, macht es schnell unübersichtlich. Den ganzen Bildschirm zu nutzen, scheint mir doch eine bessere Lösung.
Bin aber gespannt!
Megaseppl
Megaseppl03.01.13 12:42
Was man bisher sehen kann gefällt mir auch.
Ob es am Ende auch so gut ist wie es beworben wird, muss man jedoch abwarten.
Schön aber dass es nun einen weiteren Hersteller eines Mobil-Systems gibt.

Etwas nervig finde ich die Betonung darauf wie einfach man nun online nach CDs, Büchern, Filmen etc. suchen kann über die normale Suchfunktion. Ganz ehrlich: Ich hasse sowas. Wenn ich online suchen will, will ich dafür eine eigene Maske. Wenn ich die Telefonnummer von meinem Kollegen Hannibal finden möchte, will ich als Suchergebnisse keine Kaufmöglichkeiten für "Das Schweigen der Lämmer" als DVD oder Bücher über das alte Rom erhalten.
So lange diese Funktion deaktivierbar ist (meinetwegen kann sie per default sogar an sein), hab ich aber kein Problem damit.
Derek Gotzen
Derek Gotzen03.01.13 13:28
Interessanter Ansatz ... mal sehen, was daraus wird ...
Valentino03.01.13 14:26
Das coolste ist, dass man schon endlich eine Handy kaufen kann indem man selbst den System installieren können .... ich rechne mal das Ubuntu aufgekauft wird oder wie man es sagt, irgendwas passiert es!
Cliff the DAU
Cliff the DAU03.01.13 15:33
wird sicher bald mehr Marktanteil haben als Windows Phone . . .
"Viele junge Leute ereifern sich über Anschauungen, die sie in 20 Jahren haben werden." (Jean Paul Sartre)
athlonet03.01.13 16:16
Cliff the DAU
wird sicher bald mehr Marktanteil haben als Windows Phone . . .
Da gehört auch nicht viel dazu, selbst bada hatte ein paar Quartale lang einen höheren Marktanteil als Windows Phone.

Ich setze große Hoffnungen in Ubuntu für Smartphones. Von dem was ich bisher gesehen habe, gefällt mir das System.

Und nachdem mit WebOS und Meego zwei recht gute Smartphone Betriebssysteme fallen gelassen wurden, bin ich für jede Alternative zu WP8, Android und iOS dankbar. Aktuell gibt es nämlich kein Smartphone, das ich mir kaufen würde.
- Windows Phone 8 gefällt mir nicht
- Android mag ich nicht (vor allem wegen der besch... Update-Politik der Hersteller)
- iPhone ist mir zu teuer (nicht dass ich es mir nicht leisten könnte, aber ich bin einfach nicht bereit so viel Geld für ein Handy auszugeben)
Und was anderes gibt's derzeit am Markt nicht (zumindest nichts, das nicht bereits tot wäre, wie Meego, Symbian oder bada).
Ok, Blackberry 10 soll bald kommen. Vielleicht könnte das eine Alternative sein.
valcoholic
valcoholic03.01.13 17:37
Ich finde es sehr cool, denke aber, dass es für den Mainstream Markt zu komplex ist. Schon klar, dass es grundsätzlich schon sehr benutzerfreundlich ist, aber diese ganze Swipe-geschichte funktioniert in der Form wohl in erster Linie mit der eigenen Zielgruppe, die entsprechend technik affil ist. Ältere User oder generell weniger technisch erfahrene User, die sich schon mit einem iPhone schwer tun, dürften solche Mechaniken überfordern, da man als solcher nicht wissen wird, auf welcher Seite man nun was wischen kann/muss um sonstwohin zu gelangen. Wie gesagt, für Geeks sicher super, aber ich finde auch Android für weniger erfahrnee Zielgruppen schon unbenutzbar. Teufel ich finde iOS nach wie vor nicht zugänglich genug, denke aber, dass das durch seine ganzen restriktionen wenigstens halbwegs simpel ausfällt.

Ich fände es eigentlich mal sehr interessant, wenn man eine echt große Untersuchung zur Usability der ganzen Systeme macht. Und zwar in erster Linie bei weniger technisch affilen Usern, nicht bei der normalen Smartphone-Zielgruppe. Würde gerne wissen, ob iOS da wirklich die Nase vorn hat, oder ob sich User z.B. mit Windows Phone leichter tun.
dhr
dhr03.01.13 18:12
Sehr spannender Ansatz, vor allem das UI. Ein bisschen webOS, ein bisschen BB10, eine Prise WP8.

Und vor allem zeigt auch dieses Konzept, wie alt inzwischen iOS mit seinen dödeligen Icons ist.
Tuco03.01.13 18:38
Erst Mal Details abwarten. Sollte es so frei sein wie das Desktop OS (Lizenz, Paketverwaltung, etc.) dann wäre das meins.
chessboard
chessboard03.01.13 18:46
Tago
Was mir nicht gefällt ist die Anordnung der Apps - nur eine Seitenleiste zu nutzen scheint mir doch sehr wenig, macht es schnell unübersichtlich.
In dem YouTube-Video wird ab ca. 07:45 erklärt, dass die Seitenleiste nur für die "Favorite-Apps" gedacht ist. Über einen Ubuntu-Button in dieser Leiste gelangt man dann offensichtlich zu weiteren Apps.
wolf2
wolf203.01.13 21:23
je mehr sich die konkurrenz in diverse systemderivate aufteilt, desto besser für apple.
raunzen, mosern, sumpern, sudern, was uns bleibt.
sierkb04.01.13 15:58
, ,

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.

Mein erstes Apple Produkt war ein...

  • Desktop-Mac (PPC oder Intel)29,6%
  • Apple-Notebook (PPC oder Intel)18,8%
  • Klassischer Macintosh (68k)23,6%
  • Apple-Notebook/Portable (68k)2,8%
  • iPod14,5%
  • iPhone4,4%
  • iPad0,2%
  • Apple Watch0,0%
  • Andere Apple-Peripherie (Drucker, Webcam, Maus, Tastatur etc.)0,2%
  • Apple I/II, Lisa4,9%
  • Sonstiges1,1%
1257 Stimmen17.08.15 - 04.09.15
13685