Freitag, 8. März 2013

Bild zur News "Google lizenziert MPEG LA Patente für WebM-Videoformat"Wie die MPEG License Association für MPEG-Videostandards bekannt gegeben hat, konnte man sich mit Google einigen und das weltweit größte Internet-Unternehmen zu einer Lizenzierung der MPEG-Techniken für den hinter WebM stehenden Video-Codec VP8 bewegen. Demnach nutzen VP8 und die vorherigen Generationen des Video-Codec nun Patente von 11 Mitgliedern der MPEG LA. In der vereinbarten Lizenz wird Google unter anderem das Recht eingeräumt, die MPEG-Techniken in VP8 an Nutzer und Unternehmen weiter zu lizenzieren sowie die MPEG-Techniken auch in einer kommenden Generation des VPx-Codecs zu verwenden. Eine Lizenzierung von MPEG-Techniken in VP8 über die MPEG LA ist damit nicht notwendig, weswegen Bemühungen zur Zusammenstellung eines entsprechenden Patent-Pools seitens der MPEG LA eingestellt werden. Google hat sich mit der Lizenzvereinbarung weiterhin die Möglichkeit gesichert, WebM als kostenfreies Videoformat anzubieten und weiterzuentwickeln, und zeigt sich mit der Einigung zufrieden.
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Kommentare

Das heißt das Chaos geht weiter. Klasse! Ich bin bisher den weg gegangen nur h264 einzubinden, da es von den allermeisten Browsern unterstützt wird. Und wenn der Browser es nicht kann, geht's über Flash. Die mobilen Browser können alle h264.
„Ne Ne, seit Steve Jobs nicht mehr da ist.... “
nowMAC
...Ich bin bisher den weg gegangen nur h264 einzubinden...

Das mache ich gleich und hoffe dass mit uns noch viele weitere mithelfen konsequent den Standard zu verteidigen.
Was aber auch bedeutet, dass Google was falsches gesagt hatte, als sie behaupteten, dass WebM keine Patente verletzt
Serge
LoCal
Was aber auch bedeutet, dass Google was falsches gesagt hatte, als sie behaupteten, dass WebM keine Patente verletzt
Was zu beweisen wäre. Ich frag mich, warum die mpeg-la noch nicht geklagt hat. Kann doch nicht so schwer sein, ein paar wichtige Patente aufzutreiben und dann zu klagen. Gerade für die mpeg-la, deren wichtigstes Geschäft die Patente sind.
Stefan S.
schlecht für Mozilla?
„Manning, Snowden & Levison sind Helden und Obama stinkt.“
emotainment

80 % aller Internetvideos h264 kodiert. das heißt es dürfte schwer werden für webM das zu kippen! Zumal man mit h264 wesentlich flexibler ist und durch Fallbacks und Weichen ohne weiteren Container auskommt. Bei webM sieht das anderes aus, möchte man dass das Video in allen Browser läuft, kommt man an h264 nicht vorbei.

Ich würde mir wünschen, dass sich die MPEG LA mehr zu den Lizenzen äußert und sie einfach Transparent macht. Gratis Videos im Netz sind automatisch Lizenzfrei, bei kommerziellen Videos wird es schwer. So wie ich das bisher verstanden habe, besitzt fast jeder Mensch automatisch eine solche Lizenz und darf auch Videos im Netz gegen Gebühr anbieten. Die Lizenzen erhält man Automatisch wenn man bsw. einen Mac oder PC mit Windows kauft oder auch bei den meisten Kammeras.
„Ne Ne, seit Steve Jobs nicht mehr da ist.... “
Stefan S. Mein letzter Wissensstand ist, dass Mozilla zumindest in den Nightly Builds das Abspielen von H.264 Video und MP3 Audio aktiviert hat, was die Waage natürlich weiter zugunsten von MPEG4 ausschlagen lässt.
Serge
Was zu beweisen wäre. Ich frag mich, warum die mpeg-la noch nicht geklagt hat. Kann doch nicht so schwer sein, ein paar wichtige Patente aufzutreiben und dann zu klagen. Gerade für die mpeg-la, deren wichtigstes Geschäft die Patente sind.
Naja, Google wird ja nicht etwas lizensieren, von dem sie wissen, dass sie nicht gegen verstoßen oder?
„Ne Ne, seit Steve Jobs nicht mehr da ist.... “
Könnte auch sein, dass sich Googles Meinung grundlegend geändert hat, sie besitzen ja jetzt selber, durch den Zukauf von Motorola, Patente an h264. In der MPEG LA ist Motorola aber glaube nicht.

Alles nicht einfach da durch zu blicken!
„Ne Ne, seit Steve Jobs nicht mehr da ist.... “
Soviel dazu:
Just after Google launched WebM to great enthusiasm, AppleInsider reported that the new codec was being criticized by video developers, with one of whom, Jason Garrett-Glaser, "noting that it decodes video slowly, is buggy, and copies H.264 closely enough to all but guarantee patent issues."

This report received scorn by many who wished Google's plan would work out. But when Apple's Steve Jobs was asked about Google's WebM, he forwarded the person a copy of the Garrett-Glaser critique detailing WebM's problems in a clear endorsement of the logic explaining why no commercial vendor, particularly Apple, would adopt a less capable, flawed, and patent encumbered technology that only exists to unfairly compete against legitimate software and to give Google virtually unilateral power over the standards setting process.

Serge
nowMAC
Naja, Google wird ja nicht etwas lizensieren, von dem sie wissen, dass sie nicht gegen verstoßen oder?

Es wurde nirgendwo geschrieben, dass Google dafür Geld zahlt. Vielleicht machen sie das, vielleicht auch nicht, niemand weiss das so genau.
Serge
Es wurde nirgendwo geschrieben, dass Google dafür Geld zahlt. Vielleicht machen sie das, vielleicht auch nicht, niemand weiss das so genau.

Wenn ich das richtig verstehe ist das gar nicht entscheidend.

Es kommt überhaupt nicht darauf an, ob Patente verletzt wurden oder Geld geflossen ist. Das große Fazit ist: Selbst Google vertraut Web-M nicht genug und muss sich zusätzlich absichern. Der Vorteil von Web-M gegenüber H.264 ist damit nicht mehr existent. Das Format kann nur unter den gleichen Umständen frei genutzt werden wie H.264 auch. Obendrein ist Web-M technisch zumindest nicht besser.
dreyfus
nowMAC
Serge
Was zu beweisen wäre. Ich frag mich, warum die mpeg-la noch nicht geklagt hat. Kann doch nicht so schwer sein, ein paar wichtige Patente aufzutreiben und dann zu klagen. Gerade für die mpeg-la, deren wichtigstes Geschäft die Patente sind.
Naja, Google wird ja nicht etwas lizensieren, von dem sie wissen, dass sie nicht gegen verstoßen oder?

Die MPEG LA war dabei einen VP8 Patent-Pool aufzubauen und hat auch schon vor einiger Zeit alle Mitglieder angeschrieben, Patente, die sie in VP8 verwendet sehen, mitzuteilen. Bereits seit Februar 2011 hatten sich 12 Patentinhaber mit Forderungen an die MPEG LA gewendet ().

Die MPEG LA kann nur dann klagen, wenn sie auch mit der Verwaltung eines entsprechenden Patent-Pools beauftragt wurden. Dem ist Google nun zuvorgekommen, in dem sie der Aufforderung der MPEG LA, den entsprechenden H.264/AVC Pool (der eine Übermenge des VP8-Pools ist) insgesamt zu lizenzieren. Warum? Schwer zu sagen. Die Lizenzgebühren für H.264 sind moderat und vor allem bekannt. Außerdem werden jedem Mitgliedsunternehmen ja auch die eigenen Patente im Pool verrechnet (die Lizenzgebühren reduzieren sich entsprechend dem Wert der eigenen Patente). Die Preise für einen separaten VP8 Pool hätten völlig neu und frei festgelegt werden können - eventuell hätte man sogar mehr für weniger bezahlt, oder bspw. ungünstigere Konditionen für die Weitergabe erhalten... Ich denke, es war eben die einfachere Lösung.

Die Patentverletzungen sind (vom finanziellen Verlust der Rechteinhaber) einmal abgesehen hier ja auch nicht das Hauptproblem. Die wirkliche Dreistigkeit von Google war, dieses fremde Eigentum auch noch als offenen und freien Standard beim W3C durchboxen zu wollen. Und das selbst noch, als bereits 12 Firmen mit Ansprüchen auf der Matte standen. Das resultierende Folgechaos (Auswirkungen auf Browser-Entwicklung, Erschwerung der Bereitstellung von Video Inhalten auf Webseiten) war komplett unnötig.
„Patriotismus ist die Tugend der Boshaften (Oscar Wilde)“
LoCal
Was aber auch bedeutet, dass Google was falsches gesagt hatte, als sie behaupteten, dass WebM keine Patente verletzt

Wenn Du wüsstest, mit welcher hohen Wahrscheinlichkeit Du mit dieser Aussage falsch liegst... Das Gegenteil von dem, was Du unterstellst, ist wohl eher der Fall.
LoCal
Naja, Google wird ja nicht etwas lizensieren, von dem sie wissen, dass sie nicht gegen verstoßen oder?

Doch, genau das ist geschehen. Warum? Um ein für allemal Rechtssicherheit und Frieden zu bekommen in der ganzen Sache. Die MPEG LA hat es in 13 Jahren nicht geschafft, etwas Handfestes gegen Theora oder VP8 vorzubringen. Was sie geschafft haben ist, durch Fear, Uncertainty and Doubt (englisch für Furcht, Ungewissheit und Zweifel), meist abgekürzt als FUD, Unsicherheit zu streuen. Und genau diesen letzten Rest an Unsicherheit hat Google jetzt einfach beseitigt, indem sie mit der MPEG LA Frieden geschlossen und im Zweifel dafür sogar Geld auf den Tisch gelegt haben. Ausdrücklich, und das sagt die beiderseitige Presseerklärung auch, ohne damit gleichzeitig MPEG Patentverletzungen durch VP8 und seinen derzeitigen Nachfolger VP9 einzuräumen und zuzugeben: "Google Inc. and MPEG LA, LLC announced today that they have entered into agreements granting Google a license to techniques that may (if any) be essential to VP8 and earlier-generation VPx video compression technologies under patents owned by 11 patent holders." und später nochmal seitens Google per Blog klargestellt: "This agreement is not an acknowledgment that the licensed techniques read on VP8. The purpose of this agreement is meant to provide further and stronger reassurance to implementors of VP8."
Sondern einfach so, damit endlich auch die letzten Unsicherheiten ausgeräumt sind und nun auch dem letzten Zweifler klar ist, dass VP8 bzw. VPx patentrechtlch eine saubere Sache ist und auch seitens der MPEG/LA nichts mehr zu befürchten ist. Mit soviel patentrechtlicher Klarheit kann H.264 übrigens nicht aufwarten (wie man am Beispiel des Disputs zwischen Motorola und Microsoft derzeit trefflich vorgeführt bekommt, da Motorola bzgl. seiner H.264-Patente nicht Mitglied im MPEG/LA-Patentpool ist).

Und Google hat sogar noch einen draufgelegt und einen wirklichen Coup gelandet: Und im Januar VP8/VP9 eingereicht bei der ISO und bei der MPEG (ja, bei der MPEG!), als Vorschlag für einen ISO- bzw. MPEG-Standard. Und so wie es aussieht, hat er gute Chancen, dort durchzukommen.

Siehe dazu auch:

[rtcweb, 07.03.2013] VP8 IPR agreement announced.

[rtcweb, 28.02.2013] Video codec quality evaluations

Rob Glidden (07.03.2013): Google and MPEGLA Announce Agreement; Google Proposes VP8 Codec to MPEG for Standardization

H Open (08.03.2013): VP8 could become MPEG standard

Auch stehen die Chancen sehr gut, dass VP8 oder WebM nun endlich als Baseline-Codec festgeschrieben werden in HTML5 oder im derzeit in Bearbeitung befindlichen HTML 5.1. Die Diskussion im W3C ist diesbzgl. jedenfalls grad' neu eröffnet und in vollem Gange: , ,

H.264 und der Nachfolger H.265 erfüllen bisher jedenfalls die lizenz- und patentrechtlichen Voraussetzungen des W3C, die in einen Standard reingeschrieben werden dürfen, nicht, weshalb sie außer Frage stehen, im HTML-Standard als Baseline-Codec festgeschrieben zu werden, solange die MPEG/LA H.264 oder auch dessen aktuellen Nachfolger H.265 nicht unter eine non-revocable royalty-free Lizenz zu stellen bereit ist. Googles Lizenz für VP8/WebM hingegen erfüllt diese IPR-Voraussetzungen des W3C (siehe auch ), die VP8/WebM-Lizenzen sind extra so gestaltet, damit sie mit den Statuten des W3Cs voll in Einklang stehen.
dreyfus
Die wirkliche Dreistigkeit von Google war, dieses fremde Eigentum auch noch als offenen und freien Standard beim W3C durchboxen zu wollen. Und das selbst noch, als bereits 12 Firmen mit Ansprüchen auf der Matte standen. Das resultierende Folgechaos (Auswirkungen auf Browser-Entwicklung, Erschwerung der Bereitstellung von Video Inhalten auf Webseiten) war komplett unnötig.

Ich glaube, Du überdenkst Deinen Gedankengang nochmal und prüfst, ob Du damit und auch mit Deiner getroffenen Wortwahl so passend und richtig liegst...

Vielmehr, denke ich, kann und darf man es eher so sehen:

OSNews (10.03.2013): Google called the MPEG-LA's bluff, and won
Was hier gefährlich untergeht:

Leute, wenn ihr eure Videos h264 codiert und ins Netz stellt, dann besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass eure Lizenz das NICHT abdeckt! „Wie? Ich habe mir doch HüpfiHüpf Zwei-Punkt-Null gekauft, dass kann h264 exportieren, dann habe ich doch wohl das Recht, das ins Web zu stellen???“. Nein. Hast Du nicht. Oder, sagenwir: Hast Du _vermutlich nicht. „Hä???“.

Die „normalen“ mpeg-Lizenzen decken nur den Privaten, nicht-Kommerziellen Zweck ab. Du darfst dein Dackel-Video der Oma mailen und es auf einer werbefreien(!), privaten(!) Homepage mit geringen Zugriffszahlen zeigen. Mehr damit zu machen kostet noch mal richtig Geld!



…und deswegen sind Video bei mir immer mpg und ogv und webm, optional mit Flash-Workaround. Es gibt einen guten Grund, warum die meisten Player das anbieten, ich nutze jplayer, und die Videos generiere ich mit firefogg.

Die Entwicklung Richtung Webkit-Mpeg-Monopol im (mobilen) Internet macht mir Angst. Wieso applaudieren wieder irgendwelche Idioten dazu, nur weil ihre Lebensleistung darin besteht, den „richtigen“ Codec auf dem Rechner zu haben?
Chris Montgomery (? ) (Monty) Blog (07.03.2013): Wait, dude, what? ,

ratti:

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