Federighi: Programmieren ist die Schreibfähigkeit der Zukunft

Kindern das Programmieren beizubringen ist fast so wichtig, wie schreiben zu lernen - mit dieser Aussage beschreibt Apples Senior Vice President of Software Engineering die Strategie hinter der Unterstützung des "Hour of Code"-Projekt. Erst kürzlich hatte Apple angekündigt, in den Apple Stores sogenannten "Coding Centers" für Kinder einzurichten (), um dort ein frühes Grundverständnis von Software-Erstellung und einfacher Programmierung zu vermitteln. Die Hoffnung laute, bei den teilnehmenden Kindern Begeisterung zu wecken, sodass diese vielleicht irgendwann einmal als Entwickler tätig sind.


Eine Art Offenbarung
Computer seien ein derart wichtiger Bestandteil unseres Lebens, so Craig Federighi. Es gebe überall Computer, wo auch immer man sich aufhalte. Mit diesem Medium etwas zu erstellen, habe inzwischen denselben Stellenwert wie die Fähigkeit zu schreiben. Für ihn persönlich sei es damals eine Art Offenbarung gewesen, als er im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal Befehle in einen Computer eingab.

Kreativ - nicht nur technisch
Viele Menschen denken, dass Programmierung etwas rein Technisches sowie Einsames sei. Allerdings handle es sich beim Entwickeln um eine ganz besonders kreative und ausdrucksstarke Tätigkeit - möglicherweise sogar mit Musik zu vergleichen. Code zu schreiben müsse verstanden werden als Verwendung einer Sprache und eine Art zu denken.

Imageverbesserung
Ihm sei es wichtig, das Image von Codern zu verbessern und den Beruf in der allgemeinen Wahrnehmung attraktiver zu machen. Ein Ansatz dazu sind besagte Kurse für Kinder. Federighi vertritt in einem BBC-Interview die Auffassung, dass Programmieren die Schreibfähigkeit der Zukunft darstelle. Das "Hours of Code"-Projekt ist allerdings keine von Apple ausgehende Initiative und richtet sich generell auch nicht ausschließlich an Kinder. Weltweit gibt es alljährlich rund 190.000 Veranstaltungen, darunter auch in vielen Schulen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Eine offizielle (allerdings unvollständige) Aufstellung bietet die folgende Webseite: .

Kommentare

Käsereiber1408.12.15 10:21
Schade dass man als Schüler von den Kursen die angeblich auch in Deutschland stattfinden absolut nichts mitbekommt, klingt nach einer sehr sinnvollen Sache. Unser (Wahl-)Informatikunterricht beschränkt sich auf rudimentäre Grundlagen in vorgeschriebenen Sprachen (Delphi. Es gibt heutzutage weit attraktivere und einfachere Sprachen die in Funktionsumfang Delphi in keinstem Nachstehen). Es ist schön dass zumindest in Amerika daran gearbeitet wird Schülern eine sinnvollere und zielgerichtetere Ausbildung in diesem immens wichtigen Fach zu bieten. Deutschland zieht dann ja vielleicht in ein paar Jahren auch nach.
Legoman
Legoman08.12.15 10:23
Ach kommt, in den 80ern musste man noch wirklich programmieren können, um Rechner überhaupt bedienen zu können. Heutzutage gibt es für alles bereits fertig aufbereitete Programme mit grafischen Oberflächen und den meisten Nutzern ist der Zusammenhang zwischen Aktion und Reaktion nicht mal im Ansatz bewusst.
Heute gilt man als Profi, wenn man in der richtigen Reihenfolge die richtigen bunten Kästchen anklickt...
diddom
diddom08.12.15 11:35
Also mal ehrlich, das ist albern, was dieser Herr Federighi da erzählt.
Muss jeder, der Musik hören will, auch ein Instrument spielen können?
Muss jeder, der eine Schere benutzt, auch eine herstellen können?
Ja, Computer sind heute in allen Bereichen des Lebens zu finden, aber sie sind nur Werkzeuge, die von den allermeisten Menschen benutzt werden. Programme gibt es im Überfluss und die wenigsten Menschen verspüren den Drang, selbst Programme schreiben zu wollen.
Also so langsam muss man sich wohl Sorgen machen, in was für einer Parallelwelt so mancher bei Apple lebt...
nane
nane08.12.15 12:06
hmmmm wenn man sich die Programmierung z.B. mit Scratch ansieht, dann kann man die Kinder schon mal drauf los lassen und deren Kreativität fordern.

Aber ob wir nun alle zukünftig in Schleifen, Variablen, Bibliotheken und Vererbungen denken sollen... ist wohl noch ein bisschen Zeit hin
Das Leben ist ein langer Traum an dessen Ende kein Wecker klingelt.
shabanac08.12.15 12:43
"Programmieren ist die Schreibfähigkeit der Zukunft" ? Schon klar, werden die meisten Denken und um Autofahren zu können, muss ich auch Automechaniker sein...
Ronald Hofmann08.12.15 12:47
Ich finde das garnicht schlecht. Egal, ob das Kind später einmal Programmierer werden will oder nicht. Es ist eben eine Technologie die unser Leben bestimmt und die Kids sind da sehr interessiert.
In 2013 habe ich hier in einer Primarschule einen Kurs für 5 und 6 Klässler gegeben, in dem ich den Schüler über einen Zeitraum von sieben Wochen beigebracht habe wie man mit Xcode (Objective-C) eine App für iOS erstellt.

Die Begeisterung und die Teilnahme war gross.
DogsChief
DogsChief08.12.15 14:59
Um das Autofahren-Beispiel von shabanac aufzunehmen. Ich hatte mehr Spaß am Autofahren, als ich die Kisten auch noch selbst reparieren konnte.

Heute sitzt man ja fast hilflos in der Kiste und braucht einen Mechatroniker, nur um die Zündkerzen zu wechseln. Tuning mit Nockenwellen, veränderten Vergasern, Luftfilterkästen, veränderte Ansaugbrücken, Krümmer und Auspuffanlagen. Ich gehe an Einspritzanlagen und Katalysator-Auspuffanlagen jedenfalls nicht mehr dran. Mir fehlt der Background für dieses ganze elektronisch geregelte Machwerk.

Ich finde schon, dass es mehr Spaß macht etwas zu benutzen, wenn man weiß WIE es funktioniert. Leider ist mir auch das Programmieren verschlossen. Aber vielleicht mache ich mich mal über Swift her 😀😀
Es ist besser beim zweiten Mal zu scheitern, als es erst gar nicht versucht zu haben. ( Bear Heart )
UBahn
UBahn08.12.15 15:54
diddom

Ich denke, man muss es "relativ" sehen.
In der Schule hatten wir auch Musikunterricht und ich musste Flöte lernen.
Grausam - nicht nur für mich.
Die Grundprinzipien des Programmierens sind in der Schule sicher so schlecht nicht.

So kam ich mit der Bedienung der Programme der Brother Innovis Stickmaschine meiner Freundin z.B. schneller klar als sie selber, weil ich die Grundprinzipien dahinter quasi schon kannte.
Ist vielleicht etwas abstrakt als Beispiel, soll aber nur die grobe Richtung zeigen.
Wenn also jeder die "Idee dahinter kennt" ist das sicher vorteilhaft.

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