CBS-Chef über TV-Streaming: Keine Gespräche mehr mit Apple

Leslie Moonves, CEO des US-amerikanischen Fernsehnetzwerks CBS, zeigt sich der Presse gegenüber häufig auskunftsfreudig, wenn es um mögliche Kooperationen mit großen Technologiefirmen gibt. Er hatte damals bestätigt, dass Apple mit vielen Sendern in Verhandlungen getreten sei, um einen eigenen TV-Streamingdienst auf den Weg zu bringen. Im Dezember sagte er schließlich, Apple habe „auf den Pauseknopf gedrückt“. Jetzt offenbarte er in einem Interview mit CNN Money, dass seit dieser Zeit keinerlei Gespräche mehr mit Apple geführt wurden - mit anderen Unternehmen jedoch schon.

Viele Gespräche, aber nicht mehr mit Apple
„Mein Telefon klingelt immer“, sagte Moonves in dem Interview. Damit spielte er auf den kontinuierlichen Kontakt mit großen Firmen wie Facebook und Amazon an, alles große IT-Firmen, die an »Content-Unternehmen« wie CBS interessiert seien. Mit Apple allerdings sei das inzwischen anders. „In der Vergangenheit haben wir Gespräche geführt, aber nicht in letzter Zeit“, sagte er. Seine Aussagen passen zu denen von ESPN-CEO John Skipper. Dieser hatte Apple als „frustriert“ von den fruchtlosen Bemühungen für Absprachen mit den Produzenten von TV-Inhalten bezeichnet.


Geplatzte TV-Streamingpläne
Ursprünglich wollte Apple das im letzten Herbst vorgestellte Apple TV 4 im Rahmen eines neuen Streamingdienstes vorstellen, mit dem Apple in Konkurrenz zu Anbietern wie Netflix getreten wäre. Übereinstimmenden Berichten zufolge schwebte Apple ein Abonnement für unter 30 US-Dollar im Monat vor, was bedeutend niedriger wäre als die in den USA üblichen Kabelgebühren. Doch die intensiv geführten Verhandlungen müssen irgendwann Mitte 2015 ergebnislos abgebrochen worden sein, da die Positionen Apples und der Sender zu weit auseinander lagen. Übliche Konditionen der Fernsehnetzwerke mit Streaming-Anbietern umfassen etwa den Passus, dass die Absprachen hinfällig werden, wenn sie sich nachweislich negativ auf das klassische Pay-TV-Geschäft des jeweiligen Senders auswirken sollte. Für Apple sicherlich indiskutabel - das Apple TV 4 startete ohne begleitenden TV-Dienst.

Doch noch Chancen?
Trotz aller Bestätigungen, dass Apple TV-Streamingpläne auf Eis liegen, ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen. Der anstehende Verkauf von Time Warner könnte Apple die Möglichkeit geben, auf die Inhalte von etablierten US-Sendern wie CNN und HBO zugreifen zu können, also zum Beispiel just denjenigen Sender, über den das jüngste Interview mit Moonves ausgestrahlt wurde. Außerdem hatte The Street erst vor einem knappen Monat berichtet, Apple wolle in die Produktion eigener TV-Serien einsteigen.

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Kommentare

adiga12.02.16 13:58
Apple soll Time Warner aufkaufen, passable Konditionen aushandeln und dann können sie TW wieder abstossen.

Oder behalten, sollte dies mehr Sinn machen.
Schweizer
Schweizer12.02.16 15:29
adiga
Apple soll Time Warner aufkaufen, passable Konditionen aushandeln und dann können sie TW wieder abstossen.

Oder behalten, sollte dies mehr Sinn machen.

Und was haben die dann davon, richtig nichts außer ärger.

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